Was darf ein Auto kosten?

Das eigene Auto! Darauf wollen die meisten Österreicherinnen und Österreicher nicht verzichten – nicht zuletzt brauchen die meisten von uns ja ein Auto, um damit zum Arbeitsplatz zu kommen. Tatsächlich besitzen 3 von 4 österreichischen Haushalten mindestens ein Auto. Doch das Autofahren geht ordentlich ins Geld: Im Schnitt wird ein Viertel des Monatseinkommens für den Pkw ausgegeben. 520 Euro geben die Österreicher durchschnittlich für einen Pkw der Klein- oder Mittelklasse aus. Das hat eine Berechnung des Fuhrparkunternehmens LeasePlan ergeben, für die neben Anschaffungskosten und Wertverlust auch laufende Kosten wie Versicherung, Steuern und Treibstoff berücksichtigt wurden. Der Automobilklub ÖAMTC kommt auf rund 460 Euro monatliche Kosten für einen Pkw in einem österreichischen Haushalt.

Ein Auto kostet aber nicht nur beim Kauf eine schöne Stange Geld, sondern auch die laufenden Kosten können beträchtlich sein: Versicherung, Tanken, Parken, Reparaturen und vieles mehr belasten das Haushaltsbudget. Daher ist es wichtig, sich vor dem Kauf eines Autos grundsätzliche Fragen zu stellen: Wie viel kann oder möchte ich dafür ausgeben? Wozu brauche ich das Auto? Welches Auto passt für mich und meine Familie? Wieviele km werde ich pro Monat fahren? Stichwort Umwelt- und Klimaschutz: Wie hoch sind die CO2-Emissionen?

Analyse: Was darf das Auto kosten?

Wie bei allen wichtigen finanziellen Entscheidungen sollte man zuerst die eigenen finanziellen Möglichkeiten kennen und analysieren – und erst dann mit der Auswahl des Autos beginnen. Allzu leicht lässt man sich von angeblich niedrigen Leasing- und Kreditraten oder einem supertollen Schnäppchen beim Händler dazu verlocken, zu viel auszugeben. Und wenn das Auto zu viel kostet, bleibt zu wenig für andere Dinge – etwa für den nächsten Urlaub, fürs Wohnen oder für die Ausbildung der Kinder.

Schritt 1: Das Auto kaufen

Also: Zuerst berechnen, wie viel Kapital zunächst für die Anschaffung zur Verfügung steht (Sparguthaben etc.). In den meisten Fällen wird man das Geld nicht parat haben, sondern das Auto soll via Autokredit oder Leasing finanziert werden. Ein gewisser Grundbetrag sollte aber auch bei einer Finanzierung parat sein, denn erstens gibt es Anlaufkosten wie Vertragsgebühren, Kosten für Anmeldung usw. Und zweitens kann eine Anzahlung die monatlichen Leasing-Raten senken. Als Faustformel gilt übrigens: Maximal 3 Bruttomonatsgehälter sollte das Auto kosten.

Schritt 2: Monatliche Autokosten kalkulieren

Danach ausrechnen, wie viel das Auto im Monat kosten darf. Bei dieser Berechnung sind nicht nur die Raten für Kredit bzw. Leasing zu berücksichtigen, sondern auch laufende Kosten wie Versicherung, Treibstoff etc. Mit einer Gegenüberstellung der Einnahmen (Gehalt etc.) und Ausgaben (Wohnen, Essen, Versicherungen, etc.) pro Monat kann man herausfinden, wie viel pro Monat für das Auto übrigbleiben könnte. Dabei ist es wichtig, sich nicht selbst zu belügen. Außerdem sollte monatlich ein gewisser Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben – etwa Reparaturen im Haushalt – berücksichtigt werden. Und letztlich darf man nicht vergessen, auch für andere wichtige Dinge Geld zur Seite zu legen, beispielsweise für den nächsten Urlaub.

Schritt 3: Das passende Auto auswählen.

Wer über Anschaffungspreis und laufende Kosten eines Autos Bescheid weiß, kann an die Auswahl des Fahrzeugs gehen. Das erfordert einigen Aufwand, denn die Auswahl ist groß und die Verkäufer locken mit tollen Angeboten. Auch hier sollte man sich zunächst fragen, welche Art von Auto (Kleinwagen, SUV, Kombi etc.) überhaupt Sinn macht – fahre ich mit dem Auto in den Urlaub, habe ich viel zu transportieren? Ein Neuwagen kostet logischerweise mehr als ein gebrauchter Pkw, dafür ist die Sicherheit höher und der Treibstoffverbrauch niedriger; außerdem sind im Regelfall weniger Reparaturen nötig. Eine gute Variante sind Tageszulassungen oder junge Gebrauchtwagen.

Mit welchen Kosten muss ich beim Autokauf sonst noch rechnen?

Vertrags- und Bearbeitungsgebühren bei Leasing- und Kreditverträgen können mehrere hundert Euro ausmachen. Möglicherweise ist auch eine Anzahlung beim Leasing nötig, etwa bei verlockenden Angeboten.

Mit welchen laufenden Kosten für ein Auto muss ich rechnen?

Der eigentliche Kaufpreis oder die Kredit- bzw. Leasingraten machen nur einen Teil der Kosten aus, die für ein Auto anfallen. Monat für Monat ist mit weiteren Ausgaben zu rechnen:

  • Kfz-Steuer
  • Kfz-Versicherung (Haftpflicht, eventuell auch Kasko)
  • Treibstoff
  • Wartung, Inspektion
  • mögliche Reparaturen
  • Autobahnvignette
  • Parken (Parkpickerl Wien, Kurzparkzonen, Parkhäuser etc.)

Leasing oder Kredit fürs Auto?

Wer einen Kredit für das Auto aufnimmt, ist sofort der Besitzer des Fahrzeugs. Beim Leasing zahlt man nur die Benutzung des Autos, das aber im Besitz des Leasinggebers bleibt – dafür kann man stets aktuelle Modelle zu recht günstigen Raten nutzen. Am Ende des Leasingvertrags kann man das Fahrzeug dann zum vorher festgesetzten Preis kaufen. Beim Leasing muss aber in den meisten Fällen eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden, was die monatliche Belastung erhöht. Die Vorteile eines Kredits: Die Kreditraten können niedriger sein, wenn man entsprechende Sicherheiten hat; außerdem kann der Kredit vor dem Ende der Laufzeit aufgelöst werden. In beiden Fällen gilt: Ein Vergleich zahlt sich aus!

Tipps und Tricks für den Autokauf

  • Autohändler bieten in den meisten Fällen gleich die Finanzierung des Fahrzeugs an, etwa über Leasing oder Kredit. Dennoch sollte man nicht aus Bequemlichkeit darauf verzichten, alternative Angebote bei Banken einzuholen. Schon ein etwas niedrigerer Zinssatz kann über die Jahre gesehen zu beträchtlichen Preisvorteilen führen.
  • Autofahrerklubs wie ÖAMTC und ARBÖ beraten Autokäufer mit einem Vergleich der Gesamtkosten eines Autos.
  • Beim Leasing insbesondere darauf achten, dass der Restwert realistisch ist – sonst droht am Ende der Laufzeit eine Nachzahlung.

Worauf sollte ich beim Autokauf besonders achten?

  • Beim Autokauf von Privatpersonen gelten im Regelfall weder Garantie noch Gewährleistung. Dafür sind die Fahrzeuge oft günstiger als beim Händler.
  • Der Verbrauch des Fahrzeugs spielt speziell bei Gebrauchtwagen meist keine große Rolle bei der Auswahl. Doch selbst Benzin und Diesel im Moment günstig sein mögen, wirkt sich ein hoher Verbrauch langfristig doch auf das Geldbörserl aus.

Wie kann ich beim Autofahren sparen?

  • Beim Tanken zahlt es sich aus, zur Diskont-Tankstelle zu fahren – dort können die Preise zum Teil deutlich unter jenen bei anderen Tankstellen liegen. Wichtig ist auch, wann man tankt: Um genau 12 Uhr dürfen Tankstellen ihre Preise erhöhen, davor ist es oft günstiger. Eine sparsame Fahrweise macht sich ebenfalls bezahlt.
  • Reparaturen können vor allem bei älteren Gebrauchtwagen ordentlich ins Geld gehen. Hier zahlt es sich aus, die Preise von Werkstätten zu vergleichen; kleinere sind oft günstiger. Original-Ersatzteile sind oft sehr teuer, eventuell kann die Werkstätte hier günstigere Varianten finden. Bei Leasingverträgen kann sich der Aufpreis für inkludierte Werkstattleistungen etwa für das Pickerl auszahlen.
  • Einen erheblichen Kostenfaktor sind die Reifen: Auch hier zahlt sich das Vergleichen aus. So gibt es günstige Internet-Händler, die die gewünschten Reisen direkt zur Werkstätte senden können.

Nicht vergessen: Versicherung für das Auto

Eine Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto und jedes Motorrad in Österreich zwingend vorgeschrieben und ist auch die Voraussetzung für die Anmeldung des Fahrzeugs – ohne eine solche Versicherung bekommt man die Kennzeichentafeln und die nötigen Papiere nicht. Beim Auswählen der passenden Versicherung macht ein Vergleichen der verschiedenen Anbieter Sinn. Denn in Österreich kostet eine Kfz-Versicherung deutlich mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern. Wer zusätzlich auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt auch eine Kasko-Versicherung dazu – damit sind eigene Schäden abgedeckt. Die Palette reicht von einfachen Teilkasko– bis zu umfassenden Vollkasko-Versicherungen. Hier sind die Unterschiede zwischen Prämien und Leistungen besonders groß. So wie beim Auto gilt also auch bei der Versicherung: Genau checken, was ich wirklich will und brauche.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.