Was sind eigentlich ETFs? Grundlagen & Funktionsweise von ETFs
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Alle Grundlagen und die Funktionsweise von ETFs

💡 Was du wissen solltest

  • ETFs sind Exchange Traded Funds und ermöglichen es Anlegern, in eine breite Palette von Vermögenswerten zu investieren.
  • Im Vergleich zu einzelnen Aktien bieten ETFs eine diversifizierte Anlage, da sie einen Index nachbilden und somit breit gestreut sind.
  • ETFs werden an Börsen gehandelt und bieten Flexibilität bei Kauf und Verkauf.
  • ETFs sind kosteneffizienter als aktiv verwaltete Investmentfonds.
  • Es gibt verschiedene Arten von ETFs, darunter Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Rohstoff-ETFs und sektor-/branchenspezifische ETFs.

Was sind eigentlich ETFs?

Exchange Traded Funds (ETFs) stellen eine bedeutende Anlageform dar, die in jüngster Zeit verstärkte Beachtung seitens der Investoren gefunden hat. Im Kern sind ETFs Finanzinstrumente, welche es Anlegern ermöglichen, in eine breite Palette von Vermögenswerten zu investieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Investmentfonds werden ETFs an Börsen gehandelt und zeichnen sich durch eine einzigartige Struktur aus, die den Anlegern zahlreiche Vorteile bietet.

Verglichen mit einzelnen Aktien ermöglichen ETFs eine diversifizierte Anlage, da sie einen Korb von Wertpapieren abbilden, der oft einem spezifischen Index folgt. Diese Zusammensetzung bietet den Anlegern den Vorteil einer breiten Streuung ihrer Investitionen über verschiedene Unternehmen, Branchen oder sogar Länder hinweg. Die Kombination von Diversifikation und Handelbarkeit an Börsen macht ETFs zu einer attraktiven Option für all diejenigen, die ihre Portfolios effizient verwalten möchten.

Es ist wichtig, die Unterscheidungsmerkmale von ETFs im Vergleich zu anderen Anlageinstrumenten wie Indexfonds oder einzelnen Aktien zu verstehen. Während Indexfonds üblicherweise nur einmal am Tag zum Nettoinventarwert gehandelt werden können, können ETFs während der gesamten Handelszeiten an Börsen gekauft und verkauft werden, also ganz ähnlich wie Aktien. Diese Flexibilität ermöglicht es den Anlegern, ihre Positionen jederzeit anzupassen und dadurch gegebenenfalls von kurzfristigen Marktbewegungen zu profitieren.

Wesentlichen Unterschiede zwischen ETFs, aktiven Fonds und Aktien

KategorieETFsAktive FondsAktien
AnlageformInvestmentfondsInvestmentfondsEigenständige Unternehmensanteile
HandelbarkeitAn Börsen gehandeltTäglich zum NAV gehandeltAn Börsen gehandelt oder OTC
DiversifikationBreite Streuung über IndizesKann stark variierenKeine automatische Diversifikation
VerwaltungPassiv gemanagtAktiv gemanagtN/A
KostenNiedrigere VerwaltungskostenHöhere VerwaltungskostenN/A
PerformanceVersucht Index zu replizierenVersucht den Markt zu schlagenAbhängig von Unternehmensleistung
TransparenzTransparente PortfoliozusammensetzungGeringere TransparenzGeringere Transparenz
FlexibilitätIntraday-Handel an BörsenTäglicher HandelIntraday-Handel an Börsen oder OTC
RisikoAbhängig von der zugrunde liegenden AnlageklasseAbhängig von der FondsstrategieAbhängig von der Unternehmensleistung

Bitte beachten Sie, dass dies eine allgemeine Tabelle ist und einzelne ETFs, aktive Fonds und Aktien je nach spezifischen Merkmalen variieren können.

Warum überhaupt in ETFs investieren?

Die Entscheidung, Geld in Exchange Traded Funds (ETFs) anzulegen, ist in jüngster Zeit von vielen unterschiedlichen Personen mit diversen Zielen getroffen worden. Dieser Abschnitt bietet eine eingehende Analyse möglicher Gründe, warum ETFs in vielen Bevölkerungsschichten zunehmend an Beliebtheit gewinnen und zeigt grob auf, welche Vorzüge sie bieten.

Ein wesentlicher Vorteil von ETFs liegt in ihrer breiten Diversifikation. Durch den Erwerb eines einzigen ETFs können Anleger Zugang zu einem umfangreichen Portfolio von Wertpapieren erhalten, das möglicherweise Hunderte oder sogar Tausende von Unternehmen umfasst. Diese Streuung über verschiedene Vermögenswerte und Branchen hinweg mindert die Gefahren eines einzelnen Wertpapiers und ermöglicht es den Anlegern gleichzeitig, ihr Risiko bewusst zu streuen und potenzielle Verluste zu minimieren.

Darüber hinaus offerieren ETFs den Anlegern eine bemerkenswerte Flexibilität. Da ETFs an Börsen gehandelt werden, können Anleger wie bereits erwähnt ihre Positionen während der Handelszeiten jederzeit kaufen oder verkaufen. Im Gegensatz zu Investmentfonds, bei denen Transaktionen nur einmal am Tag zu einem festgelegten Preis erfolgen, ermöglichen ETFs eine schnelle und effiziente Reaktion auf Marktveränderungen. Dies ist insbesondere für Anleger von Vorteil, die ihre Portfolios aktiv verwalten und ihre bisher verwendeten Anlagestrategien anpassen möchten oder müssen.

Ein weiterer Aspekt, der klar für ETFs spricht, ist ihre hohe Liquidität. Da ETFs an Börsen gehandelt werden, gibt es normalerweise einen ständigen Markt mit Käufern und Verkäufern. Dies ermöglicht es den Anlegern, ihre ETF-Anteile zu fairen Preisen zu kaufen oder zu verkaufen, ohne dass es zu erheblichen Preisschwankungen oder Verzögerungen kommt. Die Liquidität von ETFs bietet Investoren Flexibilität und die Möglichkeit, ihre gewählten Anlagestrategien schnell in der Praxis umzusetzen.

Des Weiteren sind ETFs bekannt für ihre kosteneffiziente Struktur. Im Vergleich zu aktiv verwalteten Investmentfonds haben ETFs in der Regel niedrigere Verwaltungskosten. Dies liegt daran, dass ETFs passiv gemanagt werden und versuchen, die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Index nachzubilden, anstatt teure Fondsmanager einzusetzen. Die Kostenersparnis kann im Laufe der Zeit erheblich sein und den Anlegern ermöglichen, eine weitaus größere Rendite aus ihren Investitionen zu erzielen.

Welche Arten von ETFs existieren?

  • Aktien-ETFs: Diese Art von ETFs konzentriert sich auf Aktien und bildet in der Regel einen bestimmten Aktienindex nach, wie beispielsweise den S&P 500 oder den DAX. Aktien-ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, diversifiziert in den breiten Aktienmarkt zu investieren, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Anleger sollten bei der Auswahl von Aktien-ETFs insbesondere Faktoren wie den zugrunde liegenden Index, die Kostenstruktur und die Liquidität des ETFs berücksichtigen.
  • Anleihen-ETFs: Anleihen-ETFs ermöglichen es Anlegern, in Anleihen zu investieren und von den Erträgen aus festverzinslichen Wertpapieren zu profitieren. Diese ETFs können verschiedene Arten von Anleihen enthalten, wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder hochverzinsliche Anleihen. Anleihen-ETFs bieten Anlegern ebenfalls die Möglichkeit, ihr Portfolio zu diversifizieren und das Risiko von einzelnen Anleiheinvestitionen signifikant zu senken.
  • Rohstoff-ETFs: Rohstoff-ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, in verschiedene Rohstoffe wie Gold, Silber, Öl oder landwirtschaftliche Produkte zu investieren. Diese ETFs können dabei entweder physisch besichert sein, indem sie tatsächlich den Rohstoff halten, oder synthetisch besichert sein, indem sie Derivate verwenden, um die Preisbewegungen des Rohstoffs nachzubilden. Rohstoff-ETFs können als Absicherung gegen Inflation dienen und Anlegern Zugang zu den vielfältigen Chancen bieten, die mit Rohstoffinvestitionen verbunden sind.
  • Sektor- und branchenspezifische ETFs: Diese Art von ETFs konzentriert sich auf bestimmte Sektoren oder Branchen des Marktes, wie z. B. Technologie, Gesundheitswesen oder erneuerbare Energien. Sektor- und branchenspezifische ETFs haben für Anleger den positiven Effekt, gezielt in Bereiche zu investieren, von denen sie ein höheres Wachstumspotenzial erwarten. Bei der Auswahl solcher ETFs ist es wichtig, die zugrunde liegende Branche oder den Sektor sorgfältig zu analysieren und die Wertentwicklung des ETFs im Vergleich zu anderen ähnlichen Fonds zu überprüfen.

Wie funktionieren ETFs konkret?

Die Funktionsweise von Exchange Traded Funds (ETFs) ist ein wichtiger Aspekt, den Anleger unbedingt verstehen sollten, um ihre Anlageentscheidungen fundiert treffen zu können.

Ein zentraler Mechanismus bei ETFs ist die Schöpfung und Rücknahme von Fondsanteilen. Dieser Prozess ermöglicht es ETFs, die Anzahl der ausgegebenen Anteile flexibel anzupassen. Wenn die Nachfrage nach einem ETF steigt, können sogenannte „Authorisierte Teilnehmer“ (autorisierte Händler) neue Fondsanteile erstellen, indem sie einen Korb von Wertpapieren, der dem zugrunde liegenden Index entspricht, bei der Fondsgesellschaft hinterlegen. Im Gegenzug erhalten sie neue ETF-Anteile, die sie dann an der Börse verkaufen können. Umgekehrt können ETF-Anteile zurückgegeben werden, wenn die Nachfrage nach dem ETF abnimmt. Dieser Schöpfungs- und Rücknahmemechanismus trägt dazu bei, dass der Preis des ETFs eng an den Wert der enthaltenen Vermögenswerte gebunden ist.

Ein weiteres Merkmal von ETFs ist ihre Börsenhandelbarkeit. ETFs können während der Handelszeiten an Börsen wie Aktien gehandelt werden. Anleger können börsengehandelte ETFs über ihre Depotbank kaufen oder verkaufen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Preis eines ETFs aufgrund von Angebot und Nachfrage schwanken kann. Der Preis eines ETFs sollte in der Regel eng mit dem Wert der enthaltenen Vermögenswerte korrelieren. Dennoch kann es in einigen Fällen zu Abweichungen kommen, die als Prämien oder Abschläge bezeichnet werden. Anleger sollten daher die Liquidität des ETFs sowie den Spread, also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, berücksichtigen, um sicherzustellen, dass sie zu fairen Konditionen handeln.

Ein zentrales Ziel von ETFs besteht darin, die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index nachzubilden. Dies wird in der Regel durch eine passive Anlagestrategie erreicht, bei der der ETF die Zusammensetzung des Index repliziert. Dies kann entweder durch direkte Investition in die Bestandteile des Index oder durch den Einsatz von Derivaten erreicht werden. Durch diese Replikation versucht der ETF, die Wertentwicklung des Index nach Kosten und Gebühren zu erzielen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es aufgrund von Handelskosten und Tracking-Fehlern zu geringfügigen Abweichungen zwischen der Wertentwicklung des ETFs und des zugrunde liegenden Index kommen kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) und Antworten

Wie unterscheiden sich ETFs von herkömmlichen Investmentfonds?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Investmentfonds werden ETFs an Börsen gehandelt und bieten Anlegern eine breitere Streuung ihrer Investitionen. ETFs zeichnen sich auch durch eine kosteneffiziente Struktur aus, da sie passiv verwaltet werden.

Welche Vorteile bieten ETFs gegenüber einzelnen Aktien?

ETFs ermöglichen eine breit diversifizierte Anlage über verschiedene Unternehmen, Branchen oder Länder hinweg. Zudem sind sie an Börsen handelbar, bieten Flexibilität und haben in der Regel niedrigere Verwaltungskosten als aktiv verwaltete Investmentfonds.

Wie funktioniert der Handel mit ETFs an Börsen?

ETFs können während der Handelszeiten an Börsen wie Aktien gehandelt werden. Anleger können börsengehandelte ETFs über ihre Depotbank kaufen oder verkaufen. Der Preis eines ETFs kann jedoch aufgrund von Angebot und Nachfrage schwanken.

Welche Arten von ETFs gibt es und wie wähle ich den richtigen aus?

Es gibt verschiedene Arten von ETFs, wie Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Rohstoff-ETFs und sektor-/branchenspezifische ETFs. Bei der Auswahl eines ETFs ist es wichtig, den zugrunde liegenden Index, die Kostenstruktur und die Liquidität des ETFs zu berücksichtigen.

Was sind die Kosten und Gebühren, die mit dem Besitz von ETFs verbunden sind?

ETFs haben in der Regel niedrigere Verwaltungskosten als aktiv verwaltete Investmentfonds. Zu den Kosten können jedoch noch Transaktionskosten und eine Gesamtkostenquote gehören. Anleger sollten die Kostenstruktur des jeweiligen ETFs prüfen, um die Auswirkungen auf die Rendite zu verstehen.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

Autor
Über den Autor Tim Krupka

Tim Krupka beschäftigt sich bereits seit seinem 14. Lebensjahr leidenschaftlich mit Themen rund um Finanzen, Aktien und Börse. Um diesem Interesse nachzugehen und weiteres Wissen zu generieren, studiert er seit 2022 Betriebswirtschaftslehre. Für CAPITALO schreibt er am liebsten über diverse Geldanlagemöglichkeiten und hat dabei stets die Bedürfnisse der Verbraucher im Blick.

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