Geldanlagen im Vergleich

Sein Geld richtig anlegen - viele österreichische Sparer stehen da oft vor einem wahren Rätsel. Wie lege ich an? Welche Rendite bringt mir das? Wo lauern mögliche Risiken? Möchten Sie 2021 Ihr Geld gut anlegen, haben Sie Chancen dazu. Allerdings müssen Sie sich vorher genau informieren - unser Ratgeber bietet Ihnen einen guten Überblick.

Autor
Christian Bammert | Aktualisiert am 12. November 2022
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Gerade erst hat die Inflationsrate hierzulande die beinahe magische 10%-Marke geknackt. Seit 1951 hatte es deutschlandweit keine derart hohe Teuerungsrate mehr gegeben. Selbst für Haushalte mit einem durchschnittlichen Nettoeinkommen dürfte am Monatsende bald schon nichts mehr übrig bleiben. Wer dennoch das Privileg hat, gerade in diesen herausfordernden Zeiten ein finanzielles Polster aufzubauen, sollte den Weg dazu gut planen – mit den richtigen Geldanlagen beispielsweise. Wo die sicheren Häfen liegen und wovon man besser Abstand nimmt, soll Ihnen unser Ratgeber zeigen.

Tagesgeldkonto – große Flexibilität mit wichtiger Einschränkung

Wem Freiheit zusagt, der ist in aller Regel mit einem Tagesgeldkonto gut bedient. Moderne Formen dieser recht traditionellen Geldanlage bieten rund um die Uhr den vollen Zugang zu den eigenen Ersparnissen. Soll das Kapital umgeschichtet werden, ist dies bei Tagesgeldkonten aufgrund der nicht-existenten Kündigungsfristen überhaupt kein Problem. Wer sich zudem für eine Online-Variante entscheidet, muss in den meisten Fällen inzwischen keinerlei Gebühren mehr entrichten. Gerade der letztgenannte Aspekt führt häufig zu einer massiven Schmälerung der zu realisierenden Rendite.

Natürlich hat aber auch das altgediente Tagesgeldkonto seine ganz persönlichen Schwächen, die nicht unter den Tisch gekehrt werden sollten. In erster Linie ist hierbei die Verzinsung anzusprechen. Zwar liegt diese oftmals deutlich über den Vergleichswerten von diversen Sparbüchern oder Girokonten. Mit Blick auf die Rekordinflation werden aber selbst ansonsten akzeptable Zinsen von bis zu 2,00 % pro anno hinfällig. Passend ist ein Tagesgeldkonto vor allem dann, wenn es zur Zwischenlagerung des individuellen Kapitals oder dafür gedacht ist, möglichst unkompliziert, sicher und zügig auf die Ersparnisse zuzugreifen. Die positiven Aspekte werden erweitert durch klar formulierte Konditionen, großer Sicherheit und einer optimalen Ergänzung zum Girokonto. Zur Mehrung des eigenen Geldes bietet es sich – zumindest gegenwärtig – aber eher nicht an.

Die 3 besten Tagesgeldkonten im Dezember 2022

1
2,00 %
Zinsgutschrift monatlich

ab 1,00 Euro

2
1,20 %
Zinsgutschrift monatlich

ab 1,00 Euro

3
1,00 %
Zinsgutschrift jährlich

ab 1,00 Euro

(Beste Tagesgeldangebote vom in unserem Vergleich: Laufzeit: 12 Monate, Anlagesumme 1.000 Euro)

Festgeldkonto – Planbarkeit für längere Perioden

Ein Stück Sicherheit kommt derzeit wohl jedem recht. Wenn es dann auch noch überdurchschnittlich hohe Zinsen gibt, scheint die Kombination nahezu perfekt. All das kann ein Festgeldkonto bieten – auf den ersten Blick zumindest. Hier genießen Sie einerseits die Sicherheit eines Tagesgeldkontos, dürfen sich andererseits aber auch über fest definierte Zahlungen von bis zu 3,00 % auf Ihr eingesetztes Kapital freuen. Gebühren entfallen in aller Regel ebenfalls nicht. Einziges Manko daran – Sie haben nur beschränkten Zugriff auf Ihr Geld. Deshalb ist es unabdingbar, bereits im Vorne herein festzulegen, ob die Summe für den angestrebten Zeitraum auch wirklich entbehrlich ist. Diese Frage kann natürlich nur von Ihnen selbst beantwortet werden.

Steht in den kommenden zwei Jahren beispielsweise der Kauf eines Neuwagens an und die vereinbarte Laufzeit Ihres Festgeldkontos liegt bei drei Jahren, sollten Sie Ihre Entscheidung womöglich nochmals überdenken, um sie später nicht doch zu bereuen. Darüber hinaus ist bei Festgeldkonten darauf zu achten, dass es zu Mindest- oder Höchstanlagesummen kommen kann, die sich von Bank zu Bank unterscheiden. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass die Zinsen beim Überschreiten einer bestimmten Grenze schnell abfallen können, sodass die Rentabilität Ihrer Anlage massiv beschnitten wird. Berücksichtigen Sie zudem, dass vorzeitige Kündigungen normalerweise mit erheblichen Zins- und Ertragseinbußen einhergehen.

Die 3 besten Festgeldkonten im Dezember 2022

1
2,30 %
Zinsgutschrift zum Laufzeitende

ab 5.000,00 Euro

2
2,00 %
Zinsgutschrift zum Laufzeitende

ab 2.500,00 Euro

3
1,80 %
Zinsgutschrift jährlich

ab 2.500,00 Euro

(Beste Festgeldangebote vom in unserem Vergleich: Laufzeit: 12 Monate, Anlagesumme 10.000 Euro)

Aktien und Fonds – die womöglich beste Alternative

Eines vorneweg – die Börse sagt beileibe nicht jedem zu. Das kann vielfältige Gründe haben, die definitiv akzeptiert werden sollten. Dennoch sind die internationalen Märkte im historischen Vergleich die mit Abstand besten Renditebringer. Wer dem Kaufkraftverlust also wirklich effektiv entgegenwirken möchte, kommt um Investments an der Börse kaum mehr herum. Das Risiko ist natürlich trotzdem nicht zu unterschätzen. Im schlimmsten und glücklicherweise doch recht seltenen Falle drohen sogar Totalpleiten, wie es der Bilanzskandal um Wirecard vor wenigen Jahren eindringlich vor Augen geführt hat.

Wer sich davor nicht scheut, hat im Gegenzug die Chance, beispielsweise mit Einzelaktien überdurchschnittliche Renditen zu generieren. Mit diesen Wertpapieren werden ganz theoretisch gesprochen Rechte an einem Unternehmen verbrieft. Man wird also einer von meist sehr vielen Anteilseignern der entsprechenden Firma und partizipiert somit unmittelbar an deren Erfolgen, aber logischerweise auch potenziellen Misserfolgen. Die Aktien sind umgangssprachlich übrigens auch als Anteilsscheine bekannt.

Wie sich der konkrete Wert einer Aktie bestimmt, ist nicht selten umstritten. Es existieren vielerlei Ansätze, die allesamt Stärken und Schwächen aufweisen. Häufig wird sich schlichtweg am Buchwert orientiert, der sich simpel aus der Division von Eigenkapital und der Anzahl der ausstehenden Aktien berechnen lässt. Die Anteilscheine werden entweder an einer Börse oder außerbörslich gehandelt. Mittels der ersten Option bekommen insbesondere auch Privatanleger die Gelegenheit, an Unternehmenserfolgen teilzuhaben. Unterschieden werden überdies Value- und Growth-Aktien, wobei erstere prinzipiell als konservativer und sicherer gelten, die letztgenannten hingegen auf Wachstum abzielen und eine gewisse Risikoaffinität erfordern.

Das Spiel mit den Einzeltiteln gewinnen langfristig nur die wenigsten. Das jedenfalls belegen zahlreiche Studien, die in den letzten Jahren eigens zu diesem Thema durchgeführt wurden und auf große Aufmerksamkeit stießen. Aus diesem genannten Grund wird von Experten vielfach geraten, die eigenen Aktivitäten an den oftmals so hektischen Kapitalmärkten in die Hände echter Profis zu legen. Fondsmanager manövrieren ihre Portfolios, in denen viele einzelne Aktien gebündelt werden, auch in herausfordernden Zeiten meist sicher durch die Fahrgewässer und können ihren Investoren auf diese Weise trotz eines suboptimalen Umfelds unverändert gute Renditen liefern. Selbstverständlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Die Grundlage, um überhaupt mit dem Handel von Aktien beziehungsweise Fonds beginnen zu können, bilden Depots. Sie sind – um an das vorangehende Beispiel der unruhigen Fahrgewässer bildlich anzuknüpfen – sozusagen der Hafen der Wertpapiere. Anders ausgedrückt ist es das Konto, in dem Sie Ihre Investments unterbringen. Es empfiehlt sich, möglichst auf ein kostenfreies Depot zu setzen. Um ein solches ausfindig zu machen und dennoch gute Qualität erwarten zu dürfen, kann ein umfassender Vergleich der einzelnen Anbieter ungemein helfen. Die Unterschiede hinsichtlich der Kosten sind an dieser Stelle teils gravierend, was wiederum direkten Einfluss auf die eigene erwirtschaftete Rendite nehmen kann.

Robo-Advisor – mit KI die Tücken des Marktes übertrumpfen

Die Digitalisierung ist unumkehrbar, das gilt auch oder vor allem für den Finanzbereich. Viele mit der Geldanlage verbundende Aktivitäten und Services wurden schon vor Jahren in den virtuellen Raum verlegt, die Entwicklung ist dabei wohl noch lange nicht abgeschlossen. Der neueste Schrei sind inzwischen sogenannte Robo-Advisor. Es handelt sich dabei um ein auf Algorithmen basierendes System, dass die Vermögensanlage auch für kleinere Summen professionalisieren soll und dabei vergleichsweise kostengünstig daherkommt.

Bei vielen Anbietern ist die Nutzung dieser KI bereits ab 5000 € möglich. Gegen einen kleinen Obolus erhält man in gewisser Weise einen persönlichen Berater, der die Vermögensverwaltung schnell und unkompliziert einrichtet und zudem ein klares Investmentkonzept verfolgt. Der größte Vorteil eines Robo-Advisors dürfte indes wohl in seiner Rationalität liegen. Anders als der Mensch beziehungsweise als der Fondsmanager aus Fleisch und Blut unterliegt er nämlich keinen Emotionen und vermeidet damit Fehler, die auf die Gefühlslage zurückzuführen sind. Alles in allem ist der digitale Vermögensverwalter die ideale Alternative für all jene, die keine Zeit oder Lust haben, sich mit dem komplexen Konstrukt der Börse auseinanderzusetzen und dennoch die Renditechancen der Kapitalmärkte ausnutzen wollen.

ETFs – das Beste aus zwei Welten

Ihr Siegeszug ist fast schon beispiellos. Sogenannte Exchange Traded Funds stehen für passiv gemanagte Indexfonds (bilden zum Beispiel den DAX oder den Dow Jones ab) und bestechen insbesondere durch ihre unschlagbar niedrigen Gebühren zwischen 0,1% und maximal 0,5% pro anno. Für gewöhnlich sind sie nur schwer über die ausgebende Investmentgesellschaft zu erwerben. Stattdessen werden ETFs in den häufigsten Fällen direkt über die Börse gehandelt. Dank der zahlreichen Direktbanken lassen sich die eigenen Chancen übrigens noch weiter erhöhen. Reduzierte Orderkosten und oftmals inexistente Transaktionsgebühren treffen hier auf eine große Auswahl.

Insgesamt gelten ETFs vielen inzwischen als günstigere Alternative zu herkömmlichen Investmentfonds. Dies rührt daher, dass die Kosten für im Hintergrund operierende Manager mitsamt ihres Personalstabes entfallen. Positiv hat sich in der Vergangenheit auch der Schutz der Geldanlage dank des Status als Sondervermögen herausgestellt. Zu den Vorteilen dürfen außerdem die tägliche Verfügbarkeit des Kapitals sowie die clevere Mischung aus diversen Assetklassen gezählt werden.

Rohstoffe – optimale Beimischung für ein ausgewogenes Depot

Gold gilt vielen nach wie vor als Krisenwährung Nummer Eins. An der beiläufigen Meinung, dieser Rohstoff würde nie wertlos, ist erstmal nichts auszusetzen. Problematischer ist dagegen die Einstellung, dass der Goldwert stets stabil sei. Das ist mitnichten so. In den zurückliegenden Jahren hat sich der Goldpreis sogar eher gegen den Trend nach unten entwickelt. Auch er unterliegt also den natürlichen Marktschwankungen. Doch nicht nur Gold oder Silber kann sich als Rohstoffanlage und somit als Beimischung für das eigene Depot gut eignen. Wer einmal über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus blicken möchte, sollte sich unter anderem mit Palladium, Nickel oder Kupfer vertraut machen. Eine ausgesprochene Expertise in diesen Bereichen kann zu durchaus erfreulichen Profiten verhelfen.

Selbstverständlich sollten auch in Hinsicht auf Rohstoffe die Nachteile nicht außer Acht gelassen werden. So ist unter anderem zu bemängeln, dass diese insgesamt recht populäre Form der Geldanlage keinerlei Zinsen oder Dividenden erwirtschaftet. Demnach ergeben sich potenzielle Gewinne einzig und alleine aus Kurssteigerungen. Damit ist man auch schon beim zweiten Kritikpunkt, der bereits angesprochen wurde. Edelmetalle und sonstige Rohstoffe können sich den Gesetzen des Marktes nicht widersetzen und unterliegen dem freien Zusammenwirken von Angebot und Nachfrage. Für Investoren kann das zum Problem werden, wenn die Preisentwicklung konträr zu den eigenen Vorstellungen ist. Und auch der dritte Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Wer Gold physisch besitzen möchte, beispielsweise in Form von Münzen oder Barren, muss beim Kauf Transaktionskosten einkalkulieren, die durchaus´kräftig auf die endgültige Rendite schlagen können. Immerhin wollen auch die Händler von etwas leben.

Crowdinvesting – Rendite mit kleinen Summen

Nur 100€ anlegen und damit im Optimalfall eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals herausschlagen? Mit Crowdinvesting kann dies durchaus passieren. Die Anlageform gewinnt zusehends an Popularität und dürfte dabei vor allem mit ihrer Einfachheit überzeugen. Grundsätzlich lässt sich das Konzept dahinter nämlich so beschreiben. Ein Start-up sucht zum weiteren Wachstum Geld, möchte aber nicht unbedingt auf die herkömmlichen Kapitalquellen zurückgreifen, sondern setzt stattdessen auf die breite Masse, die sogenannte Crowd. Das sind in der Regel ganz normale Kleinanleger. Konnten letztere von einem speziellen Projekt überzeugt werden, investieren sie in das jeweilige Vorhaben bis das Crowd-Ziel erreicht ist und erhoffen sich im Gegenzug eine ordentliche Verzinsung ihres Geldes. Die junge Firma kann dank der neuen Finanzierung bestenfalls weiterwachsen und ihre Ziele umsetzen. Als Dankeschön gibt es für die Investoren eine Gewinnbeteiligung beziehungsweise Zinsen, Dividenden oder sonstige Formen der Ausschüttung.

Gleichwohl das Prinzip durchaus simpel und erfolgreich ist, lauern auch hier Risiken. Im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle droht ein Totalverlust. Bei einem Crowdinvestment handelt es sich in den meisten Fällen um ein Nachrangdarlehen. Andere Anspruchsgruppen kommen also schneller an ihr Geld heran. Ein solches Szenario kann vermieden werden, wenn sich im Voraus intensiv mit den einzelnen Projekten auseinandergesetzt wird. Alles in allem stellt Crowdinvestung jedoch eine aufstrebende und überlegenswerte Alternative inmitten der schwieriger werdenden Jagd auf attraktive Renditen dar.

Das kurze Fazit am Ende

Vor dem Hintergrund immer teurer werdender Preise in den allermeisten Lebensbereichen ist es unabdingbar geworden, mit möglichen finanziellen Überschüssen ordentlich umzugehen. Gut abgewogene Geldanlagen können sich zu diesem wichtigen Zweck eignen. In jedem Fall sind vor einer finalen Festlegung die individuellen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die im Entscheidungsprozess eine maßgebliche Rolle einnehmen sollten.

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Über den Autor Christian Bammert

Christian Bammert verantwortet Marketing & Vertrieb von CAPITALO und unterstützt unsere Kooperationspartner bei der Vermarktung ihrer Produkte. Christian arbeitet seit vielen Jahren in der Finanzbranche und hat sehr gute Kontakte zu Banken und Medien.

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