Wie kann man bei Negativzinsen Geld noch gewinnbringend anlegen?

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Die Zinsen sind schon länger gleich Null oder sogar negativ und die letzten Nachrichten deuten auf steigende Inflation hin. Das Geld auf dem Konto wird also nicht nur nicht mehr, sondern verliert sogar an Kaufkraft. Es stellt sich die Frage, ob es auch in dieser Lage ertragreiche Anlagemöglichkeiten gibt.

Bleiben uns die Nullzinsen erhalten?

Die kurze Antwort lautet leider ja, sehr wahrscheinlich. Staaten und auch viele Unternehmen sind so hoch verschuldet, dass höhere Zinsen ihre Zahlungsunfähigkeit bedeuten würden. Das möchte die Politik natürlich nicht zulassen. Die Idee ist, durch eine Geldschwemme die Wirtschaft anzukurbeln, aber seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hat das nicht in einem Maß funktioniert, das eine auch nur sachte Erhöhung der Zinsen zulassen würde.

Sachwerte mit Seltenheitswert

Die Geldmenge nimmt stark zu, die Sachwerte aber nur viel langsamer oder auch gar nicht. Der Besitz von Sachwerten mit Seltenheitswert schützt also zumindest vor Verlust.

  • Edelmetalle in Barren oder Münzen: Diese haben den Vorteil, dass kleine Stückelungen erhältlich sind. Außerdem sind sie standardisiert und deshalb leicht handelbar.
  • Gebrauchsgegenstände wie Uhren: Auch sie sind in sehr verschiedenen Preissegmenten erhältlich und darüber hinaus haben sie im Gegensatz zu Goldbarren auch einen Gebrauchswert. Ein Beispiel ist die Rolex Submariner als Wertanlage.
  • Spirituosen und Wein: Neben dem offensichtlichen Gebrauchswert besitzen die besseren Marken einen Seltenheitswert und sind von Kennern und Sammlern sehr gesucht. Wein ist etwas aufwendiger zu lagern, aber Spirituosen wie Whisky sind relativ unempfindlich.
  • Werke anerkannter Künstler: Manche sehr alten und schon lange reichen Familien verfolgen die Anlagestrategie, ihr Vermögen zu je einem Drittel in Kunst, Gold und Land aufzuteilen. Kunstwerke sind in wirtschaftlich guter Lage teuer, in Krisenzeiten aber billig.

Heute sollte man vorsichtig sein, keine bereits aufgeblähten Preise zu bezahlen.

Sachwerte mit Ertrag

  • Immobilien: Diese sind der Klassiker unter diesen Werten. Sie sind solide und es ist auch eine Eigennutzung möglich, nur hat sich ihr Preis in den meisten Lagen durch die Inflation bereits sehr stark erhöht. Darüber hinaus braucht man einen größeren Betrag, um auch nur ein Objekt zu erwerben. Damit hat man aber keine Diversifizierung erreicht und es ergeben sich Probleme, wenn beispielsweise der Mieter nicht zahlt.
  • Aktien: Auch sie sind Sachwerte, weil sie ja einen Anteil am Eigentum eines Unternehmens verbriefen. Über Spekulation mit Aktien und Tricks zur Spekulation sind schon ganze Bibliotheken geschrieben worden. Kursgewinne sind aber keineswegs das einzige, was Aktien zu bieten haben. In öffentlich leicht zugänglichen Quellen lassen sich Aktien von Unternehmen identifizieren, die schon viele Jahre regelmäßig eine Dividende an die Aktionäre ausschütten. Solche Aktien sind Sachwerte wie Immobilien, die einen jährlichen Ertrag abwerfen. Dieser ist sehr wahrscheinlich, denn ein Aussetzen dieser Ausschüttungen würde dem Ansehen des Unternehmens sehr schaden. Im Gegensatz zu Immobilien kann man schon mit einem kleineren Betrag eine Diversifizierung auf ein halbes Dutzend solcher Aktien erreichen. An der Börse sind sie jederzeit zu veräußern, wenn man Geld braucht. Genauso wie mit einer vermieteten Immobilie ist es nicht notwendig, ständig die Kurse solcher Aktien zu verfolgen, denn diese sind neben der Dividende nachrangig.
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Alexander Senger

Alexander Senger verantwortet das Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.