Immobilien: Neue Plattform für Crowdinvesting

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfreuen sich Immobilien als stabiler Bestandteil eines Portfolios stets großer Beliebtheit. Und generell zeigen sich die Immobilienpreise in den meisten Bereichen von den düsteren Prognosen unbeeindruckt. Kein Wunder: In Städten wie Wien und Innsbruck ist (guter) Wohnraum rar und entsprechend teuer. Zur Finanzierung von Immobilienprojekten wird dabei Crowdinvesting populärer. Im Vergleich zur ursprünglichen Idee des Crowdfundings, mit vielen kleinen Geldbeträgen eine innovative Geschäftsidee oder ein engagiertes Projekt zu unterstützen, dominiert hierbei aber die Aussicht auf vergleichsweise schöne Renditen – vor allem im Vergleich zu den mageren Niedrigzins-Angeboten anderer Investments.

Der jüngste Beweis, dass Crowdinvesting für Immobilien in der Mitte des Marktes angekommen ist: Eine neue Plattform namens RECrowd verknüpft die klassische Immobranche mit den Experten für Crowdfinanzierung. Diese ist nämlich durch eine Partnerschaft von Miteigentümer RE/MAX-DCI (gehört zur RE/MAX-Gruppe) und dem Crowd-Experten Conda entstanden. Es soll sich um den „ersten Full-Service-Anbieter für Immobilien-Crowdinvesting in Österreich“ handeln, wie es aus dem Unternehmen tönt. Geschäftsführer ist Kurt Praszl, der nun von der Suche eines passenden Grundstücks bis zur Verwertung der Immobilie die gesamte Palette abdecken will. Dank Conda kann RECrowd auf ein Netzwerk von rund 30.000 potenziellen Investoren abdecken; über RE/MAX kann man auf das Maklernetz und die entsprechende Branchenerfahrung zugreifen.

Zum Start gibt es auf RECrowd eine Crowdinvesting-Kampagne für das Wohnprojekt „Wohnen am Wiesengrund“ im niederösterreichischen Bad Pirawarth. Dabei entstehen 14 Doppelhäuser mit Gärten, die dann vermietet werden. Zum Gesamtvolumen von rund 10 Millionen Euro soll das Crowdinvesting via RECrowd bis zu 1,5 Millionen Euro beisteuern.

Als Zinsen werden 7,5 Prozent p.a. versprochen, für rasch entschlossene Investoren 8 Prozent. Die Laufzeit beträgt 36 Monate, es können Beträge zwischen 250 und 5000 Euro investiert werden. Die Fundingschwelle beträgt 800.000 Euro. Konkret handelt es sich bei diesem Investment um ein Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass der Investor zustimmt, dass er unter den Gläubigern an letzter Stelle kommt – scheitert das Vorhaben, bekommen zuerst alle anderen Gläubiger etwas. Ein solches Nachrangdarlehen ist typisch für Crowdinvesting-Projekte und ermöglicht auch zum Teil höhere Zinsen als bei anderen Investments. Investoren sollten sich also des hohen Risikos bewusst sein. Als nächstes Projekt ist auf RECrowd die Finanzierung für ein Appartementhaus in Krems an der Donau angekündigt, das Studierende und Mitarbeiter der Uni Krems beherbergen soll.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.