Geldanlage – Wechselbad der Gefühle

Die österreichische Wirtschaft ist im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um mehr als 10 Prozent geschrumpft – die Coronakrise hat uns fest im Griff.

Der private Konsum ist stark zurückgegangen, was viele Branchen wie den Handel in Bedrängnis bringt. Tourismus und Gastronomie leiden besonders stark unter den Einschränkungen. Außerdem wurde die Exporttätigkeit vieler Unternehmen deutlich zurückgefahren. Und auch am Arbeitsmarkt sieht es düster aus: Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich gestiegen (mehr als 40 Prozent Plus gegenüber dem ersten Quartal). Nicht nur Österreichs Wirtschaft ist von der Krise betroffen: Im Euro-Raum ist die Wirtschaftsleistung um mehr als 12 Prozent gesunken, schlimm hat es unter anderem Italien und Spanien getroffen.

Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer: In vielen Branchen gibt es wieder positive Signale, wobei es von Land zu Land Unterschiede gibt, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo analysiert. Nächstes und übernächstes Jahr wird sich die Wirtschaft erholen, meinen die Experten von Erste Asset Management – und empfehlen Anlegern vor diesem Hintergrund Aktien und Anleihen. Dabei könnten speziell Unternehmensanleihen interessanter werden: Hochverzinsliche Anleihen hätten im Schnitt eine Rendite von knapp 5,5 Prozent erreicht. Das Risiko ist bei solchen zwar höher als beispielsweise bei Staatsanleihen, doch mangels Alternativen sind viele Investoren offenbar bereit, dieses Risiko in Kauf zu nehmen.

Welche Themen könnten für Anleger sonst noch interessant sein?

  • Klimaschutz ist ein Kernthema: Während der Krise haben Umweltaktien besser abgeschnitten als sonstige Werte. Generell könnten politische Maßnahmen wie der Green Deal der EU zu einem Boom in Branchen wie Umwelttechnologie oder Erneuerbare Energie führen.
  • Der Online-Handel wird weiter boomen: Nicht nur wegen der Einschränkungen im Zuge der Coronapandemie kaufen immer mehr Konsumenten über das Internet ein. Die Auswahl an Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich ist groß und reicht von den üblichen Verdächtigen wie Amazon bis zu Spezialunternehmen wie Shopify – der Aktienkurs des Anbieters von E-Commerce-Dienstleistungen (darunter Lösungen für Webshops) ist zuletzt stark gestiegen. Es gibt auch Fonds, die in Unternehmen aus dem Online-Handel investieren. 
  • Ein schwierigeres Thema sind Tourismus und Flugindustrie: Generell sind Reisen zwar ein wachsendes Segment, doch Coronapandemie, Wirtschaftskrise und Klimaschutz sorgen für Fragezeichen. In der Luftfahrtindustrie sind etliche große Player angeschlagen. Interessant könnte aber AirBnB sein: Das auf die Vermittlung von Ferienunterkünften spezialisierte US-Unternehmen hat einen Antrag auf einen Börsengang eingereicht. Wann das sein soll und welche Chancen sich dadurch für Anleger ergeben könnten, steht aber noch nicht fest.

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.