Kfz-Zulassung

Kfz anmelden und ummelden: So funktioniert es

Wer sich ein neues (oder gebrauchtes) Auto zulegt, kann nicht einfach einsteigen und losfahren – zuvor sind einige Formalitäten zu erledigen. Das neue Fahrzeug muss richtig angemeldet bzw. umgemeldet werden. Außerdem muss sich der neue Besitzer um Kennzeichen und die notwendige Haftpflichtversicherung kümmern.

Die gute Nachricht: Diese lästigen Pflichten sind heute einfacher und rascher zu erledigen, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Diverse Erleichterungen machen es möglich, die An- bzw. Ummeldung eines Autos in kurzer Zeit zu schaffen. Für die Anmeldung, Ummeldung und Abmeldung von Kfz sind heute nämlich die Zulassungsstellen der Versicherungen zuständig – das ist eine enorme Erleichterung für österreichische Auto- und Motorradfahrer.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Punkte, die unbedingt zu beachten sind.

Vor der Anmeldung kommt die Versicherung

Für jedes Auto, das auf Österreichs Straßen unterwegs ist, muss es eine Haftpflichtversicherung geben. Damit wird verhindert, dass Schäden nach Unfällen nicht bezahlt werden können. Diese Versicherungspflicht bedeutet, dass vor der Anmeldung eines Kfz (auch als Zulassung bezeichnet) stets eine solche Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss.

Kfz anmelden: Schritt für Schritt erklärt

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Kfz anmelden

Der Weg für die Anmeldung eines Kfz führt zu einer Zulassungsstelle einer Versicherung. Es muss eine ausgewählt werden, die für jenen Bezirk zuständig ist, wo der Autobesitzer seinen Wohnsitz hat. Sollte die Versicherung, bei der die Haftpflichtversicherung (siehe oben) besteht, keine Zulassungsstelle in diesem Bezirk haben, kann jede andere Zulassungsstelle mit der nötigen Berechtigung aufgesucht werden. Die Versicherungsbestätigung wird dorthin geschickt.

In der Zulassungsstelle werden dann alle notwendigen Formalitäten durchgeführt; man braucht die nötigen Formulare nur noch zu unterschreiben. Direkt vor Ort wird auch die Meldeabfrage durchgeführt, die für Privatpersonen nötig ist. Man erhält die Kennzeichen und die Begutachtungsplakette (Pickerl) – und schon kann es losgehen, genauer gesagt: man darf losfahren.

Unterlagen für die Kfz-Anmeldung (Zulassung)

Folgende Unterlagen benötigen Privatpersonen, wenn sie ein Auto anmelden möchten:

  • Personalausweis (Führerschein etc.)
  • Kaufvertrag
  • bei Leasingfahrzeugen: Benützungsüberlassungserklärung
  • Prüfgutachten, falls das „Pickerl“ bereits nötig ist.
  • Bestätigung einer Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Genehmigungsnachweis, in den meisten Fällen der Typenschein, fallweise auch eine Einzelgenehmigung oder ein Auszug aus der Genehmigungsdatenbank. Falls das Auto schon einmal angemeldet war, ist das Genehmigungsdokument der letzten Zulassung vorzulegen.
  • Vollmacht, falls das Auto von jemanden Anderen angemeldet wird.

Was kostet die Kfz-Zulassung in Österreich?

Für die Anmeldung eines Pkw in Österreich betragen die Kosten inklusive Kennzeichen insgesamt circa 195 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus den Gebühren der Behörden, Leistungen der Kfz-Zulassungsstelle, Kennzeichentafeln, Begutachtungsplakette und Abfrage beim Melderegister zusammen.

Wie komme ich zu einem Zulassungsschein im Scheckkartenformat?

Die Zulassungsbescheinigung besteht aus 2 Teilen:

  • Teil 1 ist der bekannte gelbe Zulassungsschein, der immer mitgeführt werden muss.
  • Teil 2 bleibt beim Typenschein (=Genehmigungsnachweis).

Der Teil 1 kann auch in Form einer Karte mitgeführt werden, dieser Typenschein im Scheckkartenformat wird immer beliebter, weil er handlich ist. Diese Variante kostet extra 22 Euro. Die Papiervariante muss allerdings zunächst als Nachweis verwendet werden, bis die Karte mit der Post zugestellt wird. Eine Umstellung auf das Scheckkartenformat ist jederzeit möglich.

Zulassungsschein im Scheckkartenformat
Zulassungsschein im Scheckkartenformat

Kfz abmelden – die Schritte in Österreich

Wer sein Auto abmelden möchte (zum Beispiel, weil es privat verkauft wurde), muss folgende Schritte durchführen:

  • Die Abmeldung kann kostenlos in jeder Zulassungsstelle durchgeführt werden.
  • Erforderlich sind dafür die beiden Teile der Zulassungsbescheinigung, der Typenschein (bzw. Einzelgenehmigung bzw. Auszug aus der Genehmigungsdatenbank) und die Kennzeichentafeln.
  • Wenn der Besitzer des Kfz die Abmeldung nicht selbst durchführt, ist eine Vollmacht erforderlich.
  • Soll das Auto nach einem Todesfall abgemeldet werden, braucht es die sogenannte Einantwortungsurkunde des Notars oder des Verlassenschaftsgerichts.

Kfz ummelden in Österreich

Die Ummeldung eines Kfz – vor allem wichtig nach einer Änderung des Wohnsitzes – ist gar nicht aufwändig, wenn man kein neues Kennzeichen braucht. Sonst sind einige Dinge zu beachten. Wichtig ist, dass die Ummeldung rasch erfolgt, am besten innerhalb von 3 Tagen.

Was muss ich tun, wenn ich meinen Wohnort wechsle?

Bei Änderung des Hauptwohnsitzes muss nichts getan werden, wenn sich das Kennzeichen nicht ändert – wer also innerhalb von Wien umzieht, braucht gar nichts zu tun. Die Daten werden automatisch geändert, weil ja ohnehin die Meldebehörde informiert werden muss. Bleibt der Wohnsitz in jenem Bezirk, in dem man schon bisher gewohnt hat, sind aber neue Kennzeichen nötig (etwa BN statt MD), so sind nur die Daten in den Zulassungspapieren und im Typenschein zu ändern; außerdem braucht man neue Kennzeichen und ein neues Pickerl fürs Auto – zuständig ist wieder eine Zulassungsstelle für den jeweiligen Bezirk. Bei einem Wechsel in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Behörde (etwa von Wien nach Baden) muss das Fahrzeug abgemeldet und neu angemeldet werden. Tipp: Nicht vergessen, nach dem Wohnortwechsel die Versicherung (Kfz-Haftpflicht, gegebenenfalls auch Kasko) zu verständigen.

Was muss ich tun, wenn ich einen anderen Namen bekomme (etwa nach Heirat)?

Die Behörde ist davon in Kenntnis zu setzen, sonst braucht man nichts zu tun.

Tipps und Tricks für die Anmeldung bzw. Ummeldung in Österreich

  • Beim Neukauf eines Autos führen Kfz-Händler die Zulassung oft als Serviceleistung gleich selbst durch – damit erspart man sich einen Weg.
  • Nicht auf die Autobahn-Vignette vergessen. Am einfachsten ist die Verwendung einer Digitalen Vignette.
  • In der Zulassungsstelle informieren, wann der beste Zeitpunkt für die Anmeldung des Autos ist – zu den Stoßzeiten kann es sonst länger dauern.
  • Wer nach der Abmeldung eines Autos sein Kennzeichen für spätere Verwendung behalten möchte, kann die Kennzeichentafeln für höchstens ein halbes Jahr hinterlegen lassen. Dann muss aber bei der Anmeldung wieder dieselbe Zulassungsstelle aufgesucht werden.
  • Die Verwendung von Überstellungskennzeichen ist aufwändig und kostspielig – am besten, man sucht eine andere Möglichkeit.

Fragen zur Anmeldung bzw. Ummeldung eines Kfz in Österreich

  • Gelten diese Bestimmungen für alle Personen, die in Österreich leben? Diese Vorschriften zur An- bzw. Ummeldung gelten für alle EU-Bürger, die in Österreich ein Auto zulassen möchten.
  • Muss ich Stempelmarken für die Anmeldung eines Autos kaufen? Nein, dieses traditionelle Symbol der österreichischen Behörden gibt es seit beinahe 20 Jahren nicht mehr. Auf Ämtern werden die Gebühren direkt eingezahlt oder die Beträge werden überwiesen. Für die Kfz-Anmeldung sind außerdem heute die Zulassungsstellen der Versicherungen zuständig. Früher mussten Autofahrer dafür auf Verkehrsämtern oder bei Bezirkshauptmannschaften (lange) Wartezeiten auf sich nehmen.
  • Wie müssen Kennzeichen befestigt werden? Kennzeichen müssen laut Gesetz dauerhaft fest mit dem Auto verbunden werden. Behelfsmäßiges Anbinden ist nur bei Probe- und Überstellungskennzeichen erlaubt, sonst sind Kennzeichenhalter zu verwenden bzw. müssen die Tafeln fix angeschraubt werden.
  • Gibt es spezielle Kennzeichen? Wer ein Wunschkennzeichen haben möchte (zum Beispiel „W-IEN 1“ oder S-BURG 1“), kann sich das Recht darauf für 15 Jahre sichern.
  • Welche Kennzeichen gibt es für Elektroautos? In Österreich können Elektrofahrzeuge (reine E-Autos, keine Hybridmodelle) und Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb eigene Kennzeichen führen; es ist aber keine Pflicht, es können auch die normalen Kennzeichen verwendet werden. Die Schrift der speziellen Kennzeichen ist grün, damit können beispielsweise Parkzonen für Elektrofahrzeuge einfach benützt werden. Der Tausch auf diese Tafeln mit grüner Schrift ist jederzeit möglich (21 Euro Gebühren).
  • Können mehrere Personen ein Auto anmelden? Es ist in Österreich möglich, dass mehrere Personen eine Zulassung beantragen. Der Begriff dafür lautet Zulassungsbesitzergemeinschaft. Jede Person wird in der Zulassungsbescheinigung eingetragen. Die Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug auch allen diesen Personen gehört, was im Kaufvertrag ersichtlich sein muss. Bei einem Leasingfahrzeug muss die Benutzungsüberlassungserklärung entsprechend ausgestellt werden.

Haftpflichtversicherung: Das sollten Autobesitzer wissen

Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Voraussetzung, um in Österreich mit dem Auto unterwegs sein zu dürfen. Der Versicherungsschutz beginnt mit der Ausstellung der Bestätigung durch die Versicherung. Die Pflicht zur Bezahlung der Prämie beginnt, sobald die Polizze erhalten wurde. Die rasche Bezahlung ist nötig, sonst gibt es keinen Versicherungsschutz. Mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung sind aber nur Schäden an anderen Fahrzeugen bzw. sonstige Sachschäden abgedeckt, Schäden am eigenen Kfz sowie eigene Sachschäden sind nicht versichert. Daher empfiehlt sich speziell für neuere Fahrzeuge und zum Vermeiden von weiteren Risiken der Abschluss einer Kfz-Kaskoversicherung‎ – hier ist genaues Vergleichen der Angebote anzuraten, damit man zu den besten Prämien und den besten Leistungen kommt.

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Kfz Vergleich

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.

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