Bausparvertrag

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Bausparverträge sind ein sehr traditionelles Instrument der Immobilienfinanzierung. An ihrem Prinzip hat sich grundlegend bis heute nicht viel geändert. Obwohl der Bausparvertrag aber in der aktuellen Niedrigzinsphase seinen wesentlichen Vorteil verloren haben müsste, ist er nach wie vor populär. Woran das liegt und was heute für den Bausparvertrag spricht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Prinzip des Bausparvertrags

bausparvertrag

Es ist vor allem die Sicherheit bei der Baufinanzierung, die für viele Menschen bei einem Bausparvertrag im Vordergrund steht. Bei einem Bausparvertrag handelt sich um einen Sparvertrag, der für das ursprüngliche Ziel entwickelt wurde, den Bau oder Kauf eines Eigenheimes zu finanzieren. Das Prinzip war und ist einfach: In einer Ansparphase spart man zu einem festgelegten Zinssatz einen bestimmten Teil seiner Bausparsumme. Auf die Ansparsumme werden Zinsen ausgezahlt, wodurch es zu einem Anstieg des Guthabens kommt. Danach kommt die Finanzierungsphase, in der man für den Rest des festgelegten Bausparbetrags einen vergünstigten Bauzins erhält. Das ist besonders interessant bei hohen Zinsen.

Das Bauspardarlehen: Was es leistet und worauf Sie bei der Umsetzung achten sollten.

Doch Hochzinsphasen sind erst einmal vorbei. Daher kann man inzwischen das angesparte Kapital auch für andere Zwecke als fürs Bauen verwenden. Das Bauspardarlehen wird mit einer Bausparkasse über eine Bank abgeschlossen. Die Bank ist in diesem Fall der Vermittler, der durch einen Vertragsabschluss eine Provision von der Bausparkasse erhält. In Österreich gibt es vier verschiedene Bausparkassen, die jeweils unterschiedliche Leistungen anbieten. Aus dem Grund sollte man vor einem Vertragsabschluss das Vergleichstool von CAPITALO nutzen, um die Konditionen der verschiedenen Bausparkassen vergleichen zu können. Gemeinsam ist allen vier Institute, dass sie die gesetzliche Mindestvertragslaufzeit von 6 Jahren einhalten.

In einer Niedrigzinsphasen bedeutet das Bausparprinzip, dass die Rendite sinkt, wodurch der Bausparvertrag eigentlich unattraktiv wird. Jedoch gibt es aus diesem Grund seit einigen Jahren eine staatliche Prämie, die jährlich vom österreichischen Finanzministerium festgelegt wird und die den Niedrig Zins weitestgehend ausgleicht.

Staatliche Förderung des Bausparvertrags

Seit 2012 gibt es eine zusätzliche Prämie des Staates, durch die der Bausparvertrag gefördert wird. Die Prämie liegt zwischen 1,5 % und 4 % der geleisteten Spareinlage und ist nach oben hin mit einem Höchstbetrag von 1.200 Euro limitiert. In diesem Jahr (2018) liegt die Bausparprämie bei 1,5 % auf ihre Einzahlung und wird rückwirkend am 31. Januar des nächsten Jahres ausgezahlt. Die Höhe der Prämie ist abhängig von der Zinsentwicklung am österreichischen Kapitalmarkt und wird jedes Jahr durch das Finanzministerium neu bestimmt. Man kann also nicht während der kompletten Vertragslaufzeit des Bausparvertrags von einer festen Höhe ausgehen.

Der große Vorteil der Prämie ist, dass sie von der Kapitalertragsteuer befreit ist. Das gilt allerdings ausschließlich für die Bausparprämie und nicht für die reguläre Bausparverzinsung. Außerdem darf jeder Bürger nur einen prämienbegünstigten Bausparvertrag haben. Entscheidet man sich dazu, zwei oder mehrere Bausparverträge abzuschließen, darf man die Prämie nur einmal beantragen. Daher ist der Abschluss mehrerer Bausparverträge in aller Regel unattraktiv.

Welche Konsequenzen hat eine Kündigung des Bausparvertrags?

Unter einer Kündigung des Bausparvertrags wird normalerweise die Auflösung des Vertrags nach der Mindestlaufzeit von 6 Jahren verstanden. Das bedeutet, dass das angesparte Kapital mit den Bausparvertragszinsen und den staatlichen Prämien ausgezahlt wird. Möchte man sichergehen, dass die Kündigung und Auszahlung reibungslos verläuft, setzt man ein Schreiben auf mit seinen persönlichen Daten, der IBAN, der Kontonummer und seiner Bausparvertragsnummer und sendet diese Kündigung an seine Bank oder Bausparkasse. Meist bekommt der Inhaber eines Bausparvertrags aber frühzeitig eine Anfrage zur Vertragsverlängerung zugesendet, mit dem man rechtzeitig auf das Ende der Mindestlaufzeit des Vertrags aufmerksam gemacht wird.
Anders ist es, wenn man seinen Bausparvertrag vorzeitig auflösen möchte. Davon wird grundlegend abgeraten. Wenn man vor dem Ablauf der 6 Jahre seinen Vertrag kündigt und die angesparte Summe nicht für den Immobilienerwerb verwendet, kommen einige Belastungen auf den Bausparer zu. Hält man die Mindestlaufzeit nicht ein, werden die staatlichen Prämien rückwirkend zurückverlangt. Damit verliert man normalerweise den größten Teil der Rendite, denn es kommt es zu einer nachträglichen Zinssenkung. In der Niedrigzinsphase bedeutet das also fast Nullzinsen. Zuletzt kommen weiter hohe Bearbeitungsgebühren beziehungsweise hohe Verwaltungskosten auf Sie zu. Über diese kann und sollte man sich in den AGB der Bausparkassen informieren.

Bausparen als Sparform

Zunächst sollte man sich realistische Ziele für das Bausparen setzen. Das bedeutet, dass Sie den monatlichen Betrag nicht zu hoch ansetzen sollten. Schließlich müssen Sie diese Summe 6 Jahre lang, jeden Monat bezahlen. Machen Sie eine genaue Aufstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben pro Monat und überlegen Sie sich, wie viel Sie im Monat sparen können. Bevor Sie den Vertrag unterschreiben, sollten Sie sich vor allem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Bauspargeschäft anschauen. Dort können Sie sich über Kündigungsspesen, Zinssätze und weitere wichtige Klauseln informieren bevor Sie das Bausparen als Sparform wählen.

Warum ein Bausparvertrag auch heute noch Sinn macht?

Ein Bausparvertrag wird zu Recht mit Sicherheit in Verbindung gebracht, denn unter keinen Umständen kommt es zu einem finanziellen Verlust. Die Sparanlage Bausparvertrag gehört also zu den sichersten Anlageformen. Man hat grundsätzlich kein Risiko, höchstens aber einen geringen Wertzuwachs durch Niedrigzinsen. Der Wertzuwachs bleibt aber vorhersehbar und durch die mittlere Bindungsdauer kann man gut mit dem angesparten Kapital planen. Sie können den Vertrag auch nach der Laufzeit verlängern und einen älteren Vertrag mit besseren Zinssätzen fortschreiben. Der größte Vorteil des Bausparvertrags ist jedoch die staatliche Prämie, die von der Kapitalertragsteuer befreit ist.

Worauf sollten Sie vor dem Vertragsabschluss achten?

Benutzen Sie ein Online-Kreditrechner Tool und lassen Sie sich mehrere Berechnungsvarianten anzeigen, damit sie ein Gefühl dafür bekommen wie die Spesen und Verzinsung die Ersparnisse beeinflussen. Durch ein Online Tool haben Sie einen objektiven, schnellen und bequemen Vergleich. Wenn Sie einen Bausparvertrag online abschließen können, sparen Sie Gebühren, da die Bank bei einer Onlineabwicklung weniger Aufwand hat. Achten Sie darauf, dass sofort im ersten Jahr Kontoführungsgebühren anfallen, egal ob Sie den Vertrag im Januar oder im Dezember anschließen. Zuletzt sollten Sie bei dem Vertrag vor allem die Verzinsung überprüfen, denn viele Banken werben mit einem hohen Einstiegszinssatz, legen einen späteren variablen Zins allerdings nicht offen.

Für wen bietet sich ein Bausparvertrag an?

Grundsätzlich ist ein Bausparvertrag für jeden attraktiv, der bei der Baufinanzierung ein besonderes Sicherheitsbedürfnis hat. Der Bausparvertrag ist gut kalkulierbar und birgt keine versteckten Fallen. Möchten Sie allerdings schnell viel Rendite erwirtschaften, sind Sie mit einem Bausparvertrag nicht ganz so gut bedient. Eine besondere Zielgruppe des Bausparvertrags sind junge Menschen, denn für diese gibt es angepasste Verträge mit einem höheren Zinssatz, wenn man innerhalb der Vertragslaufzeit ein gewisses Alter erreicht hat. Das könnte Sie auch interessieren:

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