Kredit aufstocken: So klappt es

Es geht sich einfach nicht aus! Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein bestehender Kredit für die gewünschten Vorhaben nicht ausreicht – man braucht doch mehr Geld für den Umbau eines Hauses, muss auch die Einrichtung bezahlen oder es sind weitere Anschaffungen geplant. Dann heißt es: Kredit aufstocken! Das bedeutet, dass die Kreditsumme eines bestehenden Kreditvertrags erhöht wird. Dabei gibt es einiges zu beachten und es gibt auch eine Alternative zur Aufstockung.

Kredit aufstocken: So läuft es ab

Der erste Schritt ist die Abklärung der eigenen Ansprüche bzw. Möglichkeiten: Welchen Betrag benötige ich wirklich und kann ich mir den erhöhten Kredit überhaupt leisten? Danach folgt der Weg zur Bank, um die Voraussetzungen für das Aufstocken zu erläutern. Die Bank wird sich nochmals alle Details ansehen, im Speziellen geht es um eine Veränderung der Situation im Vergleich zur Vergabe des eigentlichen Kredits. Wurde damals schon das Maximum erreicht und hat sich seither nichts geändert – also beispielsweise kein höheres monatliches Einkommen –, könnte es schwierig werden.

Die Voraussetzungen für die Erhöhung des Kredits

Natürlich gibt es wie bei jeder Kreditvergabe bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Darauf kommt es an:

  • Bonität des Kreditnehmers: Die Kreditwürdigkeit besagt, ob man dazu imstande sein wird, einen Kredit über die Laufzeit zurückzahlen zu können. Und diese Bonität wird im Falle einer Aufstockung des vorhandenen Kredits nochmals überprüft – schließlich geht es jetzt um (noch) mehr Geld.
  • Wichtig ist für die Bank dabei vor allem das regelmäßige Einkommen des Kreditnehmers. Dazu werden beispielsweise die letzten Gehaltsauszüge verlangt.
  • Sicherheiten: Was kann der Kreditnehmer bieten, um die Chance auf den Kredit zu erhöhen? Das können Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherungen, Immobilien oder Anleihen sein. Auch ein Bürge kann eine Sicherheit sein.

Alternative zum Kredit aufstocken: Ein neuer Kredit

Das Aufstocken des Kredits ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit, die gewünschten Finanzmittel zu bekommen. Auch die Aufnahme eines neuen Kredits ist denkbar und manchmal auch die günstigere Variante – das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn die Zinsen für den aufgestockten Kredit höher sind als aktuelle Angebote. Der neue Kredit kann bei jener Bank abgeschlossen werden, bei der schon der alte Kredit läuft, oder es wird eine andere Bank in Anspruch genommen. Denkbar wäre außerdem, den alten Kredit zu kündigen und einen neuen in der gewünschten Gesamthöhe abzuschließen. Dazu müssen aber die rechtlichen Bedingungen bzw. Gebühren für die Kündigung des Kredits beachtet werden. Eine vorzeitige Tilgung eines laufenden Kredits kann unter Umständen recht teuer werden, vor allem wegen der sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung. Außerdem werden für den neuen Kredit ebenso die Sicherheiten und die Bonität des Kreditnehmers unter die Lupe genommen – und auch der bereits bestehende Kredit wird berücksichtigt. Am besten also mit offenen Karten gegenüber spielen, die Bank wird davon ohnehin Kenntnis bekommen. Jedenfalls sollten die Angebote genau verglichen werden (effektiver Jahreszins, Gebühren, Laufzeit etc.). So gut wie nie möglich ist aber eines: Kredit aufstocken bei gleicher Rate. Dann müsste zumindest die Laufzeit deutlich erhöht werden.

Vorteile beim Aufstocken des Kredits

Wer den bestehenden Kredit aufstocken lässt, hat einige Vorteile. So ist die Abwicklung im Regelfall unkomplizierter als die Aufnahme eines neuen, zusätzlichen Kredits – Kreditgeber und Kreditnehmer kennen sich ja bereits. Einige Unterlagen müssen nicht extra nachgereicht werden. Darüber hinaus ist es praktisch, wenn es weiterhin nur einen Kredit und eine Monatsrate gibt, somit verliert man nicht den Überblick.

Wie oft kann ich einen Kredit aufstocken?

Im Prinzip gibt es keine Vorgaben, wie oft ein Kredit aufgestockt werden kann oder darf. Ein Kredit kann theoretisch so oft wie nötig aufgestockt werden. In der Praxis wird das aber höchstens ein- oder zweimal passieren. Denn jedes Aufstocken erfordert eine neuerliche Kontrolle der finanziellen Möglichkeiten – und irgendwann wird sich die Bank fragen, ob der Kreditnehmer überhaupt rechnen kann. Aber im Ernst: Im Regelfall wird ein Kredit nur einmal aufgestockt. Interessanter ist da schon die Frage, wann ein Kredit aufgestockt werden kann. Hier kann man im Schnitt mit einer Wartezeit von einem halben Jahr rechnen, das kann je nach Bank variieren.

Tipps für das Aufstocken des Kredits

  • Wie bei allen Arten der Finanzierung sollte man zunächst über die eigenen finanziellen Möglichkeiten Bescheid wissen: Was kann ich mir Monat für Monat leisten? So mancher Kreditnehmer übernimmt sich mit einem Kredit, das gilt nochmals verschärft für einen aufgestockten bzw. erhöhten Kredit. Am besten wird eine Haushaltsrechnung aufgestellt, die eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Haushalts bzw. Kreditnehmers bringt. Eine solche Haushaltsrechnung ist gleich eine gute Grundlage für das Gespräch mit der Bank und wird von dieser in vielen Fällen verlangt.
  • Generell bedeutet eine gute Vorbereitung auf das Gespräch mit der Bank einen klaren Startvorteil: Wenn die Gründe für eine Erhöhung des Kredits klar dargelegt und beispielsweise weitere Sicherheiten nachgewiesen werden können, steigen die Chancen, dass es klappt.

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.

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