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Kinderdepot Österreich: Welche Depots fürs Kind in Frage kommen

Kinderdepot Österreich: Welche Depots fürs Kind in Frage kommen

Ein Depot auf den Namen des Kindes bieten die geprüften Anbieter nicht an. So sparen Eltern trotzdem fürs Kind.

  • Kostenlos und ohne Registrierung
  • Bewertung über den Capitalo Score
  • Nur Anbieter mit belegtem Weg fürs Kind

Kinderdepot in Österreich: So legen Eltern heute für das Kind an

  • ⚠️ Kein Depot auf den Namen des Kindes: Die geprüften Anbieter eröffnen es nicht, mehrere schreiben das ausdrücklich
  • ✅ Der Weg heute: ein Depot auf deinen Namen, dem Kind zugeordnet und mit dem 18. Geburtstag als Schenkung übertragen
  • 💰 Kosten: 0 bis 18,43 EUR Depotgebühr im Jahr bei den 5 Depots mit belegtem Weg, alle steuereinfach
  • 🎯 Zukunftsdepot: staatliches Kinderdepot, Start laut Plan am 1. Juli 2027, ein Gesetz liegt noch nicht vor

Ein Kinderdepot wie in Deutschland gibt es in Österreich bei den Anbietern, die wir geprüft haben, nicht. Eltern, Großeltern und Paten legen deshalb heute auf einem Depot an, das auf den eigenen Namen läuft und dem Kind nur zugeordnet ist. Diese Seite zeigt, welche Depots dafür belegt in Frage kommen, was sie kosten und wo es nicht geht.

Wichtig zu wissen: Das Geld in einem Depot auf deinem Namen gehört rechtlich dir, nicht dem Kind. Das Kind hat daraus keinen Anspruch, bis du das Depot verschenkst. Investieren birgt Verlustrisiken, Kurse können fallen.

Gibt es ein Kinderdepot in Österreich?

Bei den Anbietern, die wir geprüft haben, gibt es kein Depot auf den Namen eines minderjährigen Kindes, das Familien in Österreich eröffnen können. Das sagen die Anbieter selbst:

  • DADAT und Bank Direkt: Ein Produkt kann erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr eröffnet werden.
  • flatex Österreich: Die Eröffnung eines Depots für Minderjährige bietet flatex nach eigener Angabe aktuell nicht an.
  • Scalable Capital: Kinderkonten sind in Österreich laut der österreichischen Hilfeseite nicht verfügbar.
  • Trade Republic: Das Kinderdepot können nur Eltern eröffnen, die in Deutschland, Frankreich oder Spanien wohnen.

Offen ist finanzen.net zero. Der Anbieter hat ein Kinderdepot, das bis zum Alter von 16 Jahren eröffnet werden kann. Die Anbieterseite nennt aber nur deutsche Rahmenbedingungen, ob Familien in Österreich es nutzen können, haben wir nicht geklärt. Zusätzlich führt finanzen.net zero die österreichische KESt nicht ab.

Warum es das Produkt nicht gibt, sagen die Anbieter nicht. Fachportale wie broker-test.at verweisen auf die Regeln zum Mündelgeld, also zum Geld eines Kindes. Der Gesetzestext sagt: Mündelgeld ist nach § 215 ABGB sicher und möglichst fruchtbringend anzulegen. Als mündelsicher gelten nach den §§ 216 und 217 ABGB unter anderem Spareinlagen auf den Namen des Kindes mit dem Vermerk "Mündelgeld" und Anleihen, für die Bund oder Länder haften. Andere Anlagen lässt § 220 ABGB zu, wenn sie im Einzelfall sicher und wirtschaftlich sind und Risiken möglichst gestreut werden. Ob und wann dafür das Pflegschaftsgericht zustimmen muss, haben wir nicht geprüft. Fachportale nennen die Zustimmung beider Eltern und des Gerichts.

Welche Depots eignen sich, um für das Kind anzulegen?

Für ein Kind kommen heute Depots in Frage, bei denen du ein weiteres Depot auf deinen Namen führen oder es dem Kind zuordnen kannst. Diese fünf steuereinfachen Depots haben dafür einen Beleg auf der Anbieterseite:

AnbieterCapitalo ScoreDepotgebühr p.a.ETF-SparplanWeiteres DepotKind zuordnen
flatex Online-Depot74/110 (Befriedigend)0 EURab 25 EUR, 1,50 EUR je AusführungJaNicht belegt
BAWAG Online-Depot64/110 (Befriedigend)18,43 EURab 50 EUR, 2,00 EUR + 0,275 %JaFamiliendepot in der Filiale
easybank Wertpapierdepot54/110 (Ausreichend)0 EUR (Aktion)ab 50 EUR, 1,25 EURNicht belegtJa, Depot auf den Namen des Kindes benennen
bank99 Direkt-Depot38/110 (Mangelhaft)14,26 EURab 30 EUR, 0,99 % vom KurswertJaNicht belegt
Erste Bank Selfinvest Depot34/110 (Mangelhaft)0 EUR (bis 50.000 EUR)ab 1 EUR, 1 EUR je WertpapierJaGenerationendepot

"Ja" heißt: Die Anbieterseite sagt es. "Nicht belegt" heißt: Wir haben dazu auf den Anbieterseiten nichts gefunden, frag vor der Eröffnung nach. Der Capitalo Score bewertet das Depot insgesamt, nicht die Eignung für Kinder.

  • flatex: Depotführung kostenlos, ausgenommen Verwahrgebühr für Xetra-Gold, ADRs und GDRs. Weitere Depots eröffnest du nach Angabe des Anbieters im Kundenbereich.
  • BAWAG: Weitere Wertpapierdepots sind laut Anbieter möglich. Das Familiendepot ist eine Zusatzvereinbarung zu einem bestehenden Einzel-Depot. Ob es sich mit dem Online-Depot kombinieren lässt, nennt die Seite nicht.
  • easybank: Die Depotführung ist bis Ende 2029 kostenlos, aber nur für Neukunden mit Depoteröffnung zwischen 1. Oktober und 31. Dezember 2026 (kein easybank-Depot in den letzten 6 Monaten). Sonst kostet sie 0,10 % im Jahr zuzüglich USt, mindestens 4,50 EUR je Position. Bei Starpartner-ETFs fällt im Sparplan keine Gebühr an.
  • bank99: 14,26 EUR im Jahr plus rund 0,144 % vom Kurswert bei Aktien und ETFs, Fonds sind kostenlos. Bis 31. Dezember 2026 ist die Depotführung gratis. Ob ein zweites Depot Gebühren auslöst, nennt die Seite nicht.
  • Erste Bank: Die Depotführung ist bis 50.000 EUR Depotwert kostenlos, darüber fallen 0,015 % pro Monat zuzüglich USt an. Laut George-Hilfe kannst du dort ein neues Depot hinzufügen.

Wo es nicht geht oder nichts belegt ist

Diese sieben Depots aus unserem Vergleich haben wir geprüft. Für ein Kind lässt sich damit nach den Anbieterangaben nichts belegen:

AnbieterCapitalo ScoreBefund laut Anbieter
Scalable Capital Depot98/110 (Sehr gut)Kinderkonten in Österreich nicht verfügbar. Zu einem zweiten Depot haben wir keine Angabe gefunden.
Trade Republic Depot93/110 (Gut)Kinderdepot nur für Eltern mit Wohnsitz in Deutschland, Frankreich oder Spanien
DADAT Online-Depot88/110 (Gut)Produkte erst ab 18. Zu weiteren Depots oder zur Zuordnung zum Kind haben wir keine Angabe gefunden.
Bitpanda Online-Depot70/110 (Befriedigend)Mindestalter 18, laut Support ein Konto pro Person
Bank Direkt OnlineDepot68/110 (Befriedigend)Produkte erst ab 18
Börse Live DepotClassic56/110 (Befriedigend)Online-Depot für Personen über 18, zu Kind oder weiterem Depot nichts gefunden
Bank Austria Online-Depot52/110 (Ausreichend)Online-Handel ab 18, wir haben kein Kinderdepot gefunden

Vier weitere Depots aus unserem Österreich-Vergleich führen die KESt nicht ab: CapTrader, eToro, finanzen.net zero und SMARTBROKER+. Wer sich die Steuererklärung für Kapitalerträge sparen will, scheidet damit aus. Zusätzlich schließt SMARTBROKER+ Juniordepots aus, und eToro lässt laut den EU-Vertragsbedingungen keinen Zugriff Dritter, auch nicht von Minderjährigen, auf das Konto zu. Die Liste aller steuereinfachen Broker zeigt, welche Anbieter die KESt abführen.

Welche Wege gibt es neben der Tabelle?

Neben den Depots in der Tabelle gibt es fünf Möglichkeiten: zwei Bankprodukte für Familien, einen Anbieter außerhalb unseres Vergleichs, ein Sparkonto und Jugenddepots für Volljährige.

Generationendepot der Erste Bank und Sparkassen

Beim Generationendepot legt ein Erwachsener als Inhaber für eine begünstigte Person an, etwa für ein minderjähriges Kind oder Enkelkind. Das Kind kann laut Erste Bank frühestens ab dem 18. Geburtstag über die Wertpapiere verfügen. Ab 14 Jahren kann es mit eigenem spark7-Konto und George Einsicht erhalten. Basis ist das s Depot oder das s Active Depot, die Eröffnung läuft über einen Termin. Der Wertpapier-Sparplan startet laut Seite der Erste Bank ab 10 Euro im Monat, die Seite der Sparkassen nennt 50 Euro. Ein eigenes Entgelt für das Generationendepot haben wir nicht gefunden, es gelten die Entgelte des Basisdepots. Das s Depot ist laut Konditionenaushang der Erste Bank bis 50.000 Euro Depotvolumen ohne Depotentgelt.

Familiendepot der BAWAG

Das Familiendepot ist eine Absichtserklärung, das Depot später zu verschenken. Du bleibst bis zur Schenkung Depotinhaber und bist bei der Auswahl der Wertpapiere nicht eingeschränkt. Die begünstigte Person hat zu Lebzeiten keinen Anspruch, auf Wunsch bekommt sie einen Lesezugang. Die Übergabe ist frühestens ab dem 18. Geburtstag möglich. Abschluss und Beratung laufen über einen Termin in der Filiale.

Sunrise

Sunrise ist nicht in unserem Vergleich, deshalb gibt es hier keinen Capitalo Score. Der Anbieter erlaubt nach eigener Angabe beliebig viele kostenlose Depots, auch für Angehörige. Rechtlich bleibt es ein Depot des Erwachsenen: Sunrise beschreibt in einem Blogbeitrag das Depot auf dem eigenen Namen als Alternative, weil ein Juniordepot in Österreich strengen gesetzlichen Auflagen unterliegt. Die Fonds kosten laut Anbieter 1,0 % pro Jahr.

Sparkonto auf den Namen des Kindes

Wer ohne Kursrisiko sparen will, kann eine Spareinlage auf den Namen des Kindes mit dem Vermerk "Mündelgeld" anlegen (§ 216 ABGB). Zinsen aus Bankeinlagen unterliegen 25 % KESt. Ob eine Bank dieses Sparprodukt führt, fragst du direkt bei der Bank. Zinsen im Vergleich findest du bei Tagesgeld.

Jugenddepots ab 18

Mit dem 18. Geburtstag kann das Kind selbst ein Depot eröffnen. Einige Anbieter bieten dafür Sonderkonditionen:

  • s Young Depot der Erste Bank: für 18 bis 27 Jahre, 0 Euro Depotführung bis 27 Jahre und bis 25.000 Euro Depotvolumen
  • DADAT U25-Depot: keine Depotgebühr bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres
  • Raiffeisen Jugend Depot (Vorarlberg): kein Depotentgelt bis 27

Steuern und Übergabe an das Kind

Bei einem Depot auf deinem Namen versteuerst du die Erträge selbst. Auf Kursgewinne, Dividenden und Ausschüttungen fallen 27,5 % KESt an. Ein steuereinfacher Anbieter führt sie automatisch ab. Wie das bei Aktien und ETFs funktioniert, erklärt unser Ratgeber zur KESt auf Aktien und ETFs.

Wenn das Kind volljährig ist, überträgst du das Depot als Schenkung. easybank schreibt in der Hilfe, dass Schenkungen in Österreich steuerfrei sind, aber einer Meldepflicht unterliegen. Schenkungen zwischen Angehörigen bis 50.000 Euro innerhalb eines Jahres sind laut easybank von der Meldepflicht ausgenommen. Das Kind braucht dafür ein eigenes Depot, wie der Übertrag abläuft, steht im Ratgeber Depot übertragen.

Ist ein Depot auf dem Namen der Eltern sinnvoll?

Ein Depot auf deinem Namen ist flexibel, bleibt aber rechtlich dein Eigentum. Das spricht dafür und dagegen:

Vorteile

  • Du entscheidest selbst über die Anlage und den Zeitpunkt der Übergabe.
  • Du kommst jederzeit an das Geld, weil das Depot dein Eigentum bleibt.
  • Sparpläne gibt es je nach Anbieter ab 1 bis 50 Euro im Monat.

Nachteile

  • Rechtlich ist es dein Geld, das Kind hat bis zur Schenkung keinen Anspruch.
  • Es gibt keinen Steuervorteil, die KESt fällt wie bei jedem Depot an.
  • Kurse schwanken, anders als bei einem Sparbuch.
  • Die Übergabe läuft nach den Angaben von BAWAG und easybank als Schenkung.

Und das Zukunftsdepot?

Das Zukunftsdepot soll die Lücke schließen: ein staatlich begünstigtes Depot für Kinder, mit 500 Euro Startbonus für Kinder ab Jahrgang 2027, bis zu 5.000 Euro Einzahlung pro Jahr und KESt-Vorteil auf Kursgewinne bis zum 18. Geburtstag. Der Start ist laut Bundeskanzleramt für den 1. Juli 2027 geplant, ein Gesetz liegt noch nicht vor. Alle Eckpunkte und offenen Fragen stehen im Ratgeber Zukunftsdepot Österreich. Bereits geborene Kinder unter 18 sollen ebenfalls ein Zukunftsdepot bekommen können, allerdings ohne Startbonus. Zu einer Übertragung bestehender Depots liegt keine Regelung vor, weil es noch keinen Gesetzestext gibt.

Fazit

Ein echtes Kinderdepot gibt es in Österreich bei den geprüften Anbietern nicht. Heute heißt ein Kinderdepot: ein Depot auf deinen Namen, dem Kind zugeordnet und später verschenkt. Prüfe vor der Eröffnung beim Anbieter, ob du ein weiteres Depot führen und es dem Kind zuordnen darfst. Alle Anbieter findest du im Depot-Vergleich Österreich. Das Zukunftsdepot kommt frühestens im Juli 2027.

Dieser Vergleich ist keine Anlageberatung. Investieren birgt Verlustrisiken, Kurse können fallen, ein Totalverlust ist möglich.

Häufige Fragen zum Kinderdepot

Kann ich in Österreich ein Depot auf den Namen meines Kindes eröffnen?

Bei den Anbietern, die wir geprüft haben, nicht. DADAT und Bank Direkt eröffnen Produkte erst ab 18, flatex Österreich bietet Depots für Minderjährige nach eigener Angabe nicht an, und Scalable Capital nennt Kinderkonten in Österreich nicht verfügbar. Eltern führen das Depot deshalb auf den eigenen Namen.

Welches Depot eignet sich für Kinder am besten?

Das hängt davon ab, ob du ein weiteres Depot brauchst und was es kostet. Von den fünf Depots mit belegtem Weg hat flatex mit 74 von 110 Punkten den höchsten Capitalo Score und 0 EUR Depotgebühr. BAWAG bietet zusätzlich das Familiendepot, easybank die Zuordnung zum Kind. Der Score bewertet das Depot insgesamt, nicht die Eignung für Kinder.

Ist ein Kinderdepot sinnvoll oder nicht?

Ein früher Start mit kleinen Sparraten nutzt den langen Zeitraum bis zum 18. Geburtstag. Kurse schwanken aber, und beim Depot auf deinem Namen bleibt das Geld rechtlich dein Eigentum. Für Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, eignet sich ein Depot nicht.

Welches Depot ist in Österreich am besten?

Das hängt von deinen Kosten und deinem Sparplan ab. Im Depot-Vergleich Österreich siehst du alle Anbieter mit Capitalo Score, Depotgebühr und Sparplankosten, im Vergleich der ETF-Sparpläne die Kosten je Ausführung.

Was ist der Vorteil von einem Kinderdepot?

Der Vorteil liegt im frühen Start und in kleinen, regelmäßigen Raten. Einen steuerlichen Vorteil gibt es beim Depot auf deinem Namen nicht, die KESt beträgt 27,5 %. Steuerlich begünstigt soll erst das geplante Zukunftsdepot sein.

Kann mein Kind das Depot mit 18 übernehmen?

Ja, über eine Schenkung. Das Kind eröffnet ein eigenes Depot, du überträgst die Wertpapiere dorthin. Schenkungen sind in Österreich laut easybank steuerfrei, aber meldepflichtig, außer zwischen Angehörigen bis 50.000 Euro innerhalb eines Jahres.

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Alexander Senger

GründerGeschäftsführerKooperationen & Marketing

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.