Was du über steuereinfache Broker in Österreich wissen musst
- 🏦 Bester steuereinfacher Broker: Trade Republic mit 95/110 Punkten im Capitalo Score
- 💰 Günstigste Option: Trade Republic und flatex – beide mit 0 EUR Depotgebühr
- ✅ KESt automatisch: 27,5 % Kapitalertragsteuer werden direkt ans Finanzamt abgeführt
- ⚠️ Wichtig: Nur Broker mit Sitz oder Niederlassung in Österreich sind steuereinfach
Welche Broker in Österreich führen die 27,5 % KESt automatisch ab? Unser Vergleich zeigt die besten steuereinfachen Depots mit Gebühren und Capitalo Score.
Ein steuereinfacher Broker führt die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 % automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich weder um Steuererklärungen für deine Kapitalerträge kümmern noch Gewinne und Verluste selbst berechnen. Der Broker erledigt das für dich – gesetzlich verankert in § 95 des Einkommensteuergesetzes.
Grundsätzlich gilt: Jeder Broker, der seinen Sitz oder eine Niederlassung in Österreich hat, ist zur KESt-Abführung verpflichtet. Das nennt sich Endbesteuerung – du musst diese Erträge in vielen Fällen nicht mehr in deiner Einkommensteuererklärung angeben.
Warum ist das so wichtig? Bei einem nicht-steuereinfachen Broker – etwa Interactive Brokers oder CapTrader – musst du am Jahresende alle Transaktionen selbst dokumentieren, Kursgewinne berechnen und die Steuer über die Einkommensteuererklärung abführen. Das kostet Zeit, ist fehleranfällig und erfordert oft einen Steuerberater. Im Depot-Vergleich siehst du auf einen Blick, welche Anbieter steuereinfach sind.
Top steuereinfache Broker im Vergleich
Im Capitalo Score bewerten wir jeden Broker nach objektiven Kriterien auf einer Skala von 0 bis 110 Punkten. Hier die besten steuereinfachen Broker für Österreich (Stand: März 2026):
| Broker | Capitalo Score | Depotgebühr | Ordergebühr | ETF-Sparpläne | Steuereinfach |
|---|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 95/110 (Sehr gut) | 0 EUR | 1 EUR | 2.500 (alle kostenlos) | Ja |
| flatex | 86/110 (Gut) | 0 EUR | ab 5,90 EUR | 1.807 (0 gratis) | Ja |
| DADAT Bank | 82/110 (Gut) | 0 EUR | ab 3,90 EUR | 200 von 300 gratis | Ja |
| easybank | 76/110 (Gut) | 15,00 EUR/Jahr | ab 4,95 EUR | 140 von 340 gratis | Ja |
Weitere steuereinfache Anbieter in Österreich sind Bitpanda (62/110 Punkte, seit Jänner 2026 mit echten Aktien), Bank Direkt (68/110), BAWAG (64/110) sowie die Großbanken Erste Bank und Bank Austria. Alle Online Broker im Überblick findest du in unserem ausführlichen Vergleich.
Trade Republic – Testsieger im Capitalo Score
Trade Republic erreicht 95/110 Punkte im Capitalo Score und ist damit der bestbewertete steuereinfache Broker für Österreich. Seit April 2025 führt Trade Republic die KESt automatisch ans Finanzamt ab.
Was Trade Republic auszeichnet: 0 EUR Depotgebühr ohne zeitliche Einschränkung, nur 1 EUR pro Order und 2.500 kostenlose ETF-Sparpläne (Stand: März 2026). Dazu gibt es ein kostenloses Girokonto mit österreichischer IBAN und eine Visa-Debitkarte.
Scalable Capital – Steuereinfach geplant für 2026
Scalable Capital erzielt 89/110 Punkte im Capitalo Score und bietet mit über 1.920 kostenlosen ETF-Sparplänen ein starkes Angebot. Allerdings ist Scalable Capital aktuell noch nicht steuereinfach in Österreich – die Umstellung ist für 2026 geplant. Bis dahin musst du deine Kapitalerträge selbst in der Steuererklärung angeben.
Sobald Scalable Capital die KESt automatisch abführt, wird der Broker zu den attraktivsten Optionen gehören. Wer regelmäßig in ETF-Sparpläne investiert, profitiert vom Flatrate-Modell (4,99 EUR/Monat für unbegrenzte Orders). Alle Online Broker im Überblick findest du in unserem ausführlichen Vergleich.
flatex – Der etablierte Marktführer
flatex erreicht 86/110 Punkte im Capitalo Score. Der Broker ist seit Jahren einer der beliebtesten steuereinfachen Anbieter in Österreich und bietet dauerhaft 0 EUR Depotgebühr.
Mit über 1.807 ETFs im Angebot und Ordergebühren ab 5,90 EUR ist flatex eine solide Wahl für Anleger, die Wert auf ein breites Produktangebot und langjährige Erfahrung legen.
DADAT Bank – Die österreichische Alternative
Die DADAT Bank kommt auf 82/110 Punkte. Als österreichische Direktbank bietet sie ein steuereinfaches Depot ohne Depotgebühr (0,00 EUR/Jahr).
Das Alleinstellungsmerkmal der DADAT: keine Dividendengebühren. Für Anleger, die auf eine Dividendenstrategie setzen, kann das ein entscheidender Vorteil sein. Mehr zu den Kosten verschiedener Depots findest du im Ratgeber.
easybank – Die BAWAG-Tochter
Die easybank erreicht 76/110 Punkte. Als Tochter der BAWAG-Gruppe bietet sie besonders niedrige Ordergebühren an der Wiener Börse ab 4,95 EUR. Die Depotgebühr liegt bei 15,00 EUR pro Jahr.
Wenn du hauptsächlich an der Wiener Börse handelst, ist die easybank eine kostengünstige steuereinfache Option. Einen Gesamtüberblick über alle Depot-Anbieter findest du auf unserer Depot-Hauptseite.
Steuereinfach vs. nicht steuereinfach: Die Vor- und Nachteile
Vorteile steuereinfacher Broker
- KESt (27,5 %) wird automatisch abgeführt – keine Steuererklärung nötig
- Automatischer Verlustausgleich innerhalb des Depots
- Einlagensicherung bis 100.000 EUR über österreichische Sicherungseinrichtung
- Gesetzeskonforme Abwicklung nach WAG 2018 und MiFID II
Nachteile steuereinfacher Broker
- Ordergebühren teilweise höher als bei Auslandsbrokern
- Weniger Börsenplätze als internationale Profi-Broker
- Kein bankübergreifender Verlustausgleich bei mehreren Depots
- Gemeinschaftsdepots: kein automatischer Verlustausgleich möglich
Grundsätzlich gilt: Für die meisten Privatanleger in Österreich überwiegen die Vorteile eines steuereinfachen Brokers deutlich. Die Zeitersparnis und Rechtssicherheit bei der Steuerabwicklung sind kaum in Geld aufzuwiegen – ein Steuerberater kostet schnell 200 bis 500 EUR pro Jahr.
Wenn du allerdings an vielen internationalen Börsenplätzen handeln möchtest oder als erfahrener Trader niedrigstmögliche Ordergebühren brauchst, kann ein nicht-steuereinfacher Broker wie Interactive Brokers sinnvoll sein. In diesem Fall musst du die Steuer aber selbst über die Einkommensteuererklärung abführen. Alle Details dazu findest du im Ratgeber KESt auf Wertpapiere.
So funktioniert die KESt-Abführung
Die Kapitalertragsteuer in Österreich betrifft alle Erträge aus Wertpapieren. Laut Bundesministerium für Finanzen (BMF) gelten folgende Steuersätze:
| Ertragsart | KESt-Satz | Beispiel |
|---|---|---|
| Kursgewinne (Aktien, ETFs) | 27,5 % | 1.000 EUR Gewinn → 275 EUR KESt |
| Dividenden | 27,5 % | 100 EUR Dividende → 27,50 EUR KESt |
| Fondsausschüttungen | 27,5 % | Ausschüttung wird direkt besteuert |
| Ausschüttungsgleiche Erträge (thes. ETFs) | 27,5 % | Jährlich besteuert, auch ohne Auszahlung |
| Zinsen auf Verrechnungskonto | 25 % | Niedrigerer Satz für Kontoguthaben |
Dein steuereinfacher Broker berechnet die Steuer automatisch, zieht sie von deinem Verrechnungskonto ab und überweist sie ans Finanzamt. Im Regelfall musst du diese Erträge nicht in deiner Einkommensteuererklärung angeben – das ist die sogenannte Endbesteuerung gemäß § 97 EStG.
Seit dem 1. Jänner 2025 gilt die neue Steuerreporting-Verordnung: Jeder steuereinfache Broker muss dir auf Verlangen ein einheitliches Steuerreporting für abgeschlossene Kalenderjahre ausstellen. Das erleichtert die Dokumentation erheblich – besonders wenn du zu einem steuereinfachen Broker wechseln möchtest.

