Zusammenfassung:
- Ein Krypto-Sparplan kauft automatisch in regelmäßigen Abständen (täglich, wöchentlich oder monatlich) Kryptowährungen für einen festen Betrag.
- Durch den Cost-Average-Effekt zahlst du über die Zeit einen Durchschnittspreis — das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts sinkt.
- In Österreich bieten unter anderem Bitpanda, Trade Republic und Bitvavo Krypto-Sparpläne an — ab 1 EUR pro Ausführung.
- Auf realisierte Gewinne fällt 27,5% KESt an. Steuereinfache Anbieter wie Bitpanda und Trade Republic führen diese automatisch ab.
Du möchtest regelmäßig in Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen investieren, ohne den perfekten Einstiegszeitpunkt abpassen zu müssen? Ein Krypto-Sparplan macht genau das möglich. Ähnlich wie bei einem ETF-Sparplan kaufst du automatisch in festen Intervallen — ab 1 EUR monatlich. Welche Anbieter in Österreich Sparpläne anbieten, was sie kosten und worauf du steuerlich achten musst, zeigt dir unser Vergleich.
Was ist ein Krypto-Sparplan?
Ein Krypto-Sparplan funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Wertpapier-Sparplan: Du legst einen festen Betrag, ein Intervall (z.B. monatlich) und eine Kryptowährung fest. Der Anbieter kauft dann automatisch zum jeweiligen Kurs — du musst dich um nichts weiter kümmern.
Der entscheidende Vorteil ist der sogenannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt). Grundsätzlich gilt: Wenn der Kurs niedrig steht, bekommst du für deinen festen Betrag mehr Einheiten. Steht der Kurs hoch, bekommst du weniger. Über Monate und Jahre gleicht sich das aus — du zahlst einen Durchschnittspreis, der typischerweise günstiger ist, als wenn du versuchst, den „richtigen“ Zeitpunkt abzupassen.
Gerade bei Kryptowährungen mit ihren teils heftigen Kursschwankungen ist das ein handfester Vorteil. Statt emotional bei einem Kurseinbruch zu verkaufen oder bei einem Hoch einzusteigen, investierst du diszipliniert und automatisch.
Wenn du noch ganz am Anfang stehst, findest du eine ausführliche Anleitung für Krypto-Einsteiger in unserem Ratgeber.
Krypto-Sparplan Anbieter im Vergleich
Nicht jede Krypto-Börse bietet einen echten Sparplan an. Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Anbieter in Österreich Krypto-Sparpläne anbieten, wie viele Coins besparbar sind und was es kostet.
| Anbieter | Sparplan-Coins | Min. Betrag | Intervalle | Gebühren | Steuereinfach AT |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitpanda | 650+ | 1 EUR | täglich, wöchentlich, 2-wöchentlich, monatlich | 0,99% | ✅ Ja |
| Trade Republic | 50 | 1 EUR | täglich, wöchentlich, 2-wöchentlich, monatlich | 1,00% + Spread | ✅ Ja |
| Bitvavo | 400 | 5 EUR | wöchentlich, 2-wöchentlich, monatlich | 0,15–0,25% | ❌ Nein |
| 21Bitcoin | 1 (BTC) | 10 EUR | täglich, wöchentlich, monatlich | 0,79% + Spread | ✅ Ja |
| Coinfinity | 1 (BTC) | 21 EUR | wöchentlich, 2-wöchentlich, monatlich | 1,50% | ✅ Ja |
| Crypto.com | 400 | 10 EUR | täglich, wöchentlich, 2-wöchentlich, monatlich | 0,25–0,50% | ❌ Nein |
Bitpanda bietet mit über 650 besparbaren Coins die größte Auswahl und ist gleichzeitig steuereinfach in Österreich. Wer hingegen nur Bitcoin besparen möchte, findet mit 21Bitcoin (ab 10 EUR) oder Coinfinity (ab 21 EUR) österreichische Spezialisten. Bei den Gebühren liegen Bitvavo (0,15–0,25%) und Crypto.com (0,25–0,50%) am niedrigsten — allerdings sind beide nicht steuereinfach.
Einen umfassenden Vergleich aller Krypto-Börsen findest du auf unserer Seite zur besten Krypto Börse.
Sparplan einrichten – Schritt für Schritt
Einen Krypto-Sparplan einzurichten dauert in der Regel 10–15 Minuten. So gehst du vor:
Entscheide dich für einen Anbieter, der zu deinen Anforderungen passt. Wenn dir die automatische Steuerabführung wichtig ist, kommen in Österreich vor allem Bitpanda und Trade Republic infrage.
Registriere dich mit E-Mail-Adresse und führe die Identitätsprüfung (KYC) durch. Bei den meisten Anbietern funktioniert das per Video-Ident oder mit einem Ausweisfoto und dauert wenige Minuten.
Überweise per Banküberweisung (SEPA) auf dein Konto. Bei Bitpanda und Trade Republic ist die Einzahlung per Überweisung kostenlos. Kreditkarteneinzahlungen kosten je nach Anbieter 1,80–3,99% — eine Überweisung ist daher günstiger.
Wähle die Kryptowährung (z.B. Bitcoin, Ethereum), den Betrag pro Ausführung und das Intervall (wöchentlich, monatlich etc.). Du kannst den Sparplan jederzeit anpassen oder pausieren.
Ab jetzt kauft der Anbieter zum gewählten Zeitpunkt automatisch. Du musst nur sicherstellen, dass genügend Guthaben auf deinem Konto liegt.
Steuerliche Aspekte in Österreich
Seit 2022 werden Kryptowährungen in Österreich als Einkünfte aus Kapitalvermögen besteuert. Der Steuersatz beträgt 27,5% KESt auf realisierte Gewinne — das betrifft auch Gewinne aus Sparplan-Käufen, sobald du verkaufst.
Gleitender Durchschnittspreis: Das BMF schreibt für Kryptowährungen derselben Art den gleitenden Durchschnittspreis als Berechnungsmethode vor. Das bedeutet: Dein durchschnittlicher Einkaufspreis wird bei jedem Sparplan-Kauf neu berechnet. Verkaufst du, wird der Gewinn auf Basis dieses Durchschnittspreises ermittelt.
Steuereinfach vs. nicht steuereinfach:
- Steuereinfach (Bitpanda, Trade Republic, 21Bitcoin, Coinfinity): Der Anbieter führt die 27,5% KESt automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich um nichts kümmern.
- Nicht steuereinfach (Bitvavo, Crypto.com, Binance): Du musst die Gewinne selbst in der Einkommensteuererklärung angeben und die Steuer abführen.
Krypto-Verluste lassen sich übrigens mit anderen Kapitaleinkünften (etwa Dividenden oder Aktiengewinnen) verrechnen. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber zu Krypto-Steuern in Österreich.
Vor- und Nachteile eines Krypto-Sparplans
Vorteile
- Cost-Average-Effekt: Der Durchschnittskosteneffekt reduziert das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts
- Niedrige Einstiegshürde: Ab 1 EUR bei Bitpanda und Trade Republic
- Automatisierung: Einmal einrichten, dann läuft der Sparplan von allein
- Disziplin: Emotionales Handeln (Panikverkäufe, FOMO-Käufe) wird vermieden
Nachteile
- Kein Schutz vor Totalverlust: Kryptowährungen sind hochvolatil und nicht durch Einlagensicherung geschützt
- Gebühren summieren sich: Bei kleinen Sparraten machen Gebühren einen höheren Anteil aus
- Steuerliche Komplexität: Bei nicht-steuereinfachen Anbietern musst du dich selbst um die Versteuerung kümmern
- Keine Garantie: Der Cost-Average-Effekt schützt nicht vor dauerhaft fallenden Kursen

