Das Wichtigste zu Kontoführungsgebühren in Österreich
Das Wichtigste auf einen Blick
- 💰 Spanne: Von 0 EUR (Neobanken) bis 11,84 EUR/Monat (Filialbanken) – die Unterschiede sind enorm
- 📊 Gebührenanstieg: Laut AK Bankenmonitoring sind die Kontogebühren seit 2005 um 62% gestiegen
- ✅ Günstigste Option: N26 Standard und Trade Republic bieten bedingungslos kostenlose Konten
- ⚠️ Versteckte Kosten: Überziehungszinsen bis 13,75% und Fremdwährungsgebühren bis 2% treiben die Gesamtkosten
Kontoführungsgebühren sind einer der größten laufenden Kostenpunkte im Alltag – und gleichzeitig einer der am wenigsten hinterfragten. Laut dem AK Bankenmonitoring 2025 sind die Bankgebühren in Österreich seit 2005 um 62% gestiegen. Gleichzeitig hat sich das Filialnetz um fast ein Drittel ausgedünnt: von 5.146 auf 3.582 Standorte (Quelle: Momentum Institut).
Weniger Service, höhere Kosten. Das Momentum Institut bringt es auf den Punkt: Die Banken verlangen deutlich mehr Gebühren, bieten aber gleichzeitig 30% weniger Filialen. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf die tatsächlichen Kosten – und auf kostenlose Alternativen, die es durchaus gibt.
Kontoführungsgebühren im Überblick – alle Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Kontoführungsgebühren der wichtigsten Girokonten in Österreich, sortiert nach Kosten (Stand: März 2026).
Kostenlose Girokonten (0 EUR/Monat)
| Anbieter | Konto | Monatliche Gebühr | Bedingung | Capitalo Score |
|---|---|---|---|---|
| N26 | Standard | 0 EUR | Bedingungslos | 100/130 |
| Trade Republic | Girokonto | 0 EUR | Bedingungslos | 98/130 |
| DKB | Girokonto | 0 EUR | Ab 700 EUR Geldeingang | 106/130 |
| Anadi Bank | Gehaltskonto | 0 EUR | Ab 1.340 EUR Gehaltseingang | 110/140 |
| DADAT | Gehaltskonto | 0 EUR | Ab 1.000 EUR Gehaltseingang | 97/130 |
| Bank Direkt | Girokonto | 0 EUR | Ab 1.500 EUR Gehaltseingang | 96/130 |
| easybank | easy gratis | 0 EUR | Ab 400 EUR Gehaltseingang | 82/130 |
Günstige Konten (unter 3 EUR/Monat)
| Anbieter | Konto | Monatliche Gebühr | Bedingung | Capitalo Score |
|---|---|---|---|---|
| bank99 | smartkonto99 | 1,99 EUR | Pauschal | 81/130 |
| Bank Austria | Online-Konto | 2,58 EUR | Nur Online | 78/130 |
| BAWAG | Online KontoBox | 2,90 EUR | Nur Online | 55/130 |
| Raiffeisen | Bonus Smart | 2,99 EUR | Digital-Konto | 83/130 |
Mittlere Konten (3–5 EUR/Monat)
| Anbieter | Konto | Monatliche Gebühr | Bedingung | Capitalo Score |
|---|---|---|---|---|
| Bank Austria | GoGreen | 3,61 EUR | Nachhaltigkeitskonto | 84/130 |
| Erste Bank | s Kompakt | 3,75 EUR | Einsteiger-Paket | 88/130 |
| DADAT | Standard | 4,31 EUR | Ohne Gehaltseingang | 97/130 |
| DKB | Girokonto (passiv) | 4,50 EUR | Ohne Aktivkundenstatus | 106/130 |
| Sparkasse | Komfort | 4,75 EUR | Standard-Paket | 91/130 |
Teure Konten (über 5 EUR/Monat)
| Anbieter | Konto | Monatliche Gebühr | Bedingung | Capitalo Score |
|---|---|---|---|---|
| BAWAG | KontoBox Small | 6,08 EUR | Basis mit Filiale | 66/130 |
| Anadi Bank | Online Konto | 6,22 EUR | Ohne Gehaltseingang | 102/130 |
| Sparkasse | Plus | 7,50 EUR | Erweitertes Paket | 85/130 |
| easybank | easy plus | 8,00 EUR | Premium-Paket | 107/150 |
| Bank Austria | Relax | 10,37 EUR | All-inclusive | 84/150 |
| BAWAG | KontoBox Large | 11,84 EUR | Premium mit Filiale | 109/150 |
👉 Willst du die Konten detailliert vergleichen? Im Girokonto Vergleich findest du alle Anbieter mit ihren Leistungen im Überblick.
Was du alles an Gebühren zahlst – die 5 Kostenblöcke
Die Kontoführungsgebühr ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein Girokonto verursacht bis zu fünf verschiedene Kostenblöcke.
Kontoführungsgebühr
Die monatliche Grundgebühr für die Kontoführung. Sie variiert in Österreich von 0 EUR (Neobanken) bis 11,84 EUR/Monat (BAWAG KontoBox Large). Bei Filialbanken liegt der Durchschnitt laut durchblicker.at bei rund 62,03 EUR pro Jahr (Stand: März 2026).
Kartengebühren
Debitkarte und Kreditkarte kosten oft extra. Eine Debitkarte ist bei den meisten Konten inkludiert, eine Kreditkarte kostet je nach Anbieter zwischen 0 und 50 EUR pro Jahr zusätzlich (laut Produktdaten, Stand: März 2026). Bei einigen Premium-Paketen ist die Kreditkarte im Gesamtpreis enthalten.
Bargeld-Gebühren
Bargeld am eigenen Bankomaten ist in der Regel kostenlos. Hebst du allerdings bei einer Fremdbank ab, fallen häufig 1 bis 2 EUR pro Behebung an (laut Produktdaten, Stand: März 2026). Bei Neobanken ohne eigenes Bankomat-Netz können die Kosten höher sein – achte auf die Anzahl der Gratis-Behebungen pro Monat.
Überziehungszinsen (Dispo)
Hier wird es richtig teuer. Die Überziehungszinsen liegen in Österreich derzeit zwischen 6,375% und 13,75% (Quelle: durchblicker.at, Stand: März 2026). Bei einer Überziehung von 1.000 EUR über einen Monat zahlst du also zwischen 5,31 und 11,46 EUR an Zinsen. Bei dauerhafter Kontoüberziehung summieren sich diese Kosten schnell auf dreistellige Beträge pro Jahr.
Fremdwährungsgebühren
Zahlst du in einer Fremdwährung – etwa beim Online-Shopping in USD oder beim Urlaub außerhalb der Eurozone – verlangen viele Banken eine Fremdwährungsgebühr von 1 bis 2% (laut Produktdaten, Stand: März 2026). Bei 1.000 EUR Auslandsumsatz pro Jahr sind das 10 bis 20 EUR, die selten auf dem Radar sind. Überlegst du, ungenutztes Geld besser anzulegen? Ein Blick auf aktuelle Tagesgeld-Zinsen kann sich lohnen.
Was "kostenlos" wirklich bedeutet – versteckte Kosten aufgedeckt
Achtung bei "Gratis"-Versprechen
"Kostenlos" bezieht sich fast immer nur auf die Kontoführungsgebühr. Andere Kostenblöcke wie Überziehungszinsen, Fremdwährungsgebühren oder Bargeld-Behebungen werden separat verrechnet – auch bei Gratis-Konten.
Grundsätzlich gilt: Ein kostenloses Girokonto bedeutet, dass du keine monatliche Kontoführungsgebühr zahlst. Allerdings knüpfen viele Anbieter die Gratisführung an Bedingungen:
- Gehaltseingang: Die meisten Direktbanken fordern einen regelmäßigen Gehaltseingang zwischen 400 und 1.500 EUR/Monat
- Mindestgeldeingang: Die DKB verlangt 700 EUR Geldeingang (nicht zwingend Gehalt)
- Aktive Nutzung: Manche Anbieter setzen eine bestimmte Transaktionshäufigkeit voraus
Wenn du die Bedingung nicht erfüllst, wird aus dem Gratis-Konto schnell ein kostenpflichtiges: Die DKB verrechnet dann 4,50 EUR/Monat, die DADAT 4,31 EUR/Monat.
Dazu kommen Kosten, die auch bei Gratis-Konten anfallen:
- Überziehungszinsen bis 13,75% – die größte Kostenfalle (Quelle: durchblicker.at)
- Fremdwährungsgebühren bis 2% auf Nicht-EUR-Transaktionen
- Papier-Kontoauszüge bei vielen Banken 1–3 EUR pro Stück (laut Produktdaten, Stand: März 2026)
- Bargeld bei Fremdbanken: 1–2 EUR pro Behebung
Was dein Konto wirklich kostet – Gesamtkosten-Rechnung
Die reine Kontoführungsgebühr sagt wenig über die tatsächlichen Jahreskosten. Hier drei realistische Profile im Vergleich (eigene Berechnung basierend auf Produktdaten, Stand: März 2026):
Profil 1: Filialbank-Nutzerin (Sparkasse Komfort)
| Kostenblock | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Kontoführung | 57,00 EUR |
| Debitkarte (inkl.) | 0 EUR |
| 4x Fremdbank-Behebung | 6,00 EUR |
| 2 Monate Dispo (500 EUR) | ~9,00 EUR |
| Fremdwährung (200 EUR Umsatz) | ~3,60 EUR |
| Gesamtkosten | ~75,60 EUR/Jahr |
Profil 2: Direktbank-Nutzer (DKB mit Gehalt)
| Kostenblock | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Kontoführung | 0 EUR |
| Debitkarte (inkl.) | 0 EUR |
| Bargeld (kostenlos bei DKB) | 0 EUR |
| 1 Monat Dispo (500 EUR) | ~4,50 EUR |
| Fremdwährung (200 EUR Umsatz) | ~3,40 EUR |
| Gesamtkosten | ~7,90 EUR/Jahr |
Profil 3: Neobank-Nutzerin (N26 Standard)
| Kostenblock | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Kontoführung | 0 EUR |
| Debitkarte (virtuell, inkl.) | 0 EUR |
| 3x Bargeld/Monat (gratis), 12x extra | ~24,00 EUR |
| Kein Dispo | 0 EUR |
| Fremdwährung (0% bei N26) | 0 EUR |
| Gesamtkosten | ~24,00 EUR/Jahr |
Die Differenz ist deutlich: Eine Filialbank-Kundin zahlt im Schnitt 67,70 EUR mehr pro Jahr als ein Direktbank-Nutzer mit Gehaltseingang. Über 10 Jahre summiert sich das auf 677 EUR – nur für Kontoführung und Nebenkosten.
5 Tipps, um Kontogebühren zu sparen
1. Wechsle zu einer Direktbank oder Neobank
Der einfachste Hebel: Ein Wechsel von der Filialbank zu einer Direktbank wie DKB, DADAT oder einer Neobank wie N26 spart dir bis zu 142 EUR pro Jahr an Kontoführungsgebühren allein. Seit dem ZaDiG 2018 sind Banken sogar verpflichtet, dir beim Kontowechsel zu helfen (Kontowechselservice).
2. Nutze den Gehaltseingang als Türöffner
Viele Konten werden erst durch einen regelmäßigen Gehaltseingang kostenlos. Die easybank verlangt nur 400 EUR/Monat, die DADAT 1.000 EUR und die DKB 700 EUR Geldeingang. Richte deinen Gehaltseingang auf das günstigste Konto um – das spart sofort.
3. Online statt Filiale
Selbst bei Filialbanken gibt es günstigere Online-Varianten. Das Bank Austria Online-Konto kostet 2,58 EUR/Monat statt 10,37 EUR für das Relax-Paket – eine Ersparnis von 93,48 EUR pro Jahr beim gleichen Anbieter.
4. Vermeide die Dispo-Falle
Überziehungszinsen von bis zu 13,75% können deine Ersparnis bei der Kontoführung schnell auffressen. Wenn du regelmäßig im Minus bist, richte einen festen Puffer ein oder prüfe, ob ein günstiger Ratenkredit die bessere Alternative ist.
5. Kenne dein Recht auf ein Basiskonto
Wenn du aus anderen Gründen kein reguläres Konto bekommst, hast du laut FMA Anspruch auf ein Basiskonto. Die maximalen Kosten sind auf 83,45 EUR pro Jahr gedeckelt – inklusive aller grundlegenden Funktionen wie Überweisungen, Lastschriften und einer Zahlungskarte.
Deine Rechte bei Kontogebühren
OGH-Urteil: Gebührenerhöhung nur mit Zustimmung
Ein wegweisendes Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) hat klargestellt: Banken dürfen Kontoführungsgebühren nicht einseitig per Indexklausel erhöhen. Eine Gebührenanpassung erfordert die ausdrückliche Zustimmung des Kunden. Wenn deine Bank die Gebühren in den letzten Jahren ohne deine explizite Einwilligung angehoben hat, kannst du die Differenz zurückfordern.
Basiskonto-Recht
Jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU hat Anspruch auf ein Basiskonto (Zahlungskontengesetz). Es umfasst:
- Kontoeröffnung und -führung
- Bareinzahlung und -auszahlung
- Lastschriften und Daueraufträge
- Überweisungen (inkl. SEPA)
- Zahlungskarte (Debit)
Die maximalen Kosten betragen 83,45 EUR/Jahr (FMA-Vorgabe, Stand: 2025).
Kontowechselservice
Seit dem ZaDiG 2018 sind Banken verpflichtet, einen Kontowechselservice anzubieten. Deine neue Bank muss dir aktiv beim Umzug helfen – inklusive Übernahme von Daueraufträgen und Lastschriften. Der Wechsel muss innerhalb von 12 Arbeitstagen abgeschlossen sein.
AK-Beratung nutzen
Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Beratung bei Streitfällen mit Banken. Der AK Bankenrechner (bankenrechner.at) ist der offizielle VZKG-Vergleichsrechner und hilft dir, die günstigste Option zu finden. Bei Problemen mit unzulässigen Gebührenerhöhungen kann die AK auch juristisch unterstützen.

