
Trade Republic startet DRIP: Dividenden automatisch ohne Ordergebühr anlegen
Trade Republic hat die automatische Wiederanlage von Dividenden und Ausschüttungen (DRIP) eingeführt. Anleger können Erträge aus Aktien und ETFs damit ohne Ordergebühren und inklusive Bruchstücken direkt reinvestieren und den Zinseszinseffekt ohne manuellen Aufwand nutzen. Was hinter der neuen Funktion steckt und worauf du achten solltest.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
DRIP steht für Dividend Reinvestment Plan. Statt die Dividende als Guthaben auf dem Verrechnungskonto zu parken, kauft Trade Republic damit automatisch Anteile desselben Wertpapiers nach. Laut Meldung von Broker-Test.at und den Angaben des Anbieters gilt Folgendes:
| Ordergebühr für die Wiederanlage | 0,00 € |
| Reguläre Einzelorder zum Vergleich | 1,00 € pro Order |
| Mindestbetrag | keiner, Bruchstücke werden mitgekauft |
| Handelsplatz | Lang & Schwarz Exchange |
| Steuern in Österreich | steuereinfach, KESt wird automatisch abgeführt |
| Aktivierung | App: „Einstellungen > Sonstiges“ |
Stand: 30.10.2026. Quellen: Capitalo-Daten (Trade Republic Depot Österreich), Meldung Broker-Test.at, Angaben von Trade Republic. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die Umstellung zurück auf Barauszahlung ist jederzeit möglich. Zum Start ist die Funktion allerdings nicht für alle Wertpapiere verfügbar.
So funktioniert die Wiederanlage
Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst werden die ausländische Quellensteuer und die österreichische KESt (27,5 % auf Dividenden und Ausschüttungen) einbehalten. Erst der Nettobetrag fließt in die Wiederanlage. Du musst dich also auch mit aktivem DRIP nicht selbst um die Steuer kümmern.
Gekauft wird regulär über die Börse, konkret über die Lang & Schwarz Exchange. Das unterscheidet den DRIP von einer Wahldividende: Dort bietet das Unternehmen selbst an, die Dividende in neuen Aktien statt in bar auszuzahlen. Beim DRIP entscheidet hingegen der Broker-Auftrag, und der Kauf läuft über den normalen Handel, inklusive Spread.
Die steuerlichen Anschaffungskosten passt Trade Republic im Hintergrund an. Direkt einsehbar sind sie laut Broker-Test.at allerdings nicht. Für deine eigene Übersicht lohnt es sich daher, die Abrechnungen aufzuheben.
Einordnung: Was der DRIP kostet und bringt
Laut Capitalo-Analyse liegt der Vorteil vor allem bei kleinen Ausschüttungen. Ein Rechenbeispiel: Hältst du 10.000 € in einem ausschüttenden ETF mit 2 % Ausschüttungsrendite, fließen rund 200 € brutto pro Jahr. Nach 27,5 % KESt bleiben etwa 145 €. Bei vierteljährlicher Zahlung sind das rund 36 € pro Termin. Würdest du diese Summe jeweils per Einzelorder nachkaufen, kostet das 1,00 €, also knapp 2,8 % des Betrags. Mit DRIP entfällt diese Gebühr.
Allerdings fällt bei bestimmten Aktien eine Finanztransaktionssteuer an. Trade Republic nennt Frankreich mit 0,40 %, Irland mit 1,00 % (Stempelsteuer) sowie Italien und Spanien mit je 0,20 %. Frankreich hat den Satz im April 2025 von 0,30 % auf 0,40 % angehoben. Diese Abgaben sind staatliche Steuern, keine Gebühren des Brokers.
Im österreichischen Markt ist Trade Republic nicht allein: Auch Scalable Capital und Interactive Brokers bieten eine automatische Dividenden-Wiederanlage für geeignete Wertpapiere an. Im Capitalo-Vergleich erreicht das Trade Republic Depot derzeit einen Capitalo Score von 4,2 von 5 Sternen („Gut“).
Was das für dich bedeutet
Der DRIP passt zu dir, wenn du ausschüttende ETFs oder Dividendenaktien hältst und dein Depot langfristig aufbauen willst. So gehst du vor:
- Bestand prüfen: Schau nach, welche deiner Wertpapiere bereits für den DRIP freigeschaltet sind.
- Aktivieren: In der App unter „Einstellungen > Sonstiges“ die Wiederanlage einschalten.
- Steuerkosten beachten: Bei französischen, irischen, italienischen und spanischen Aktien erhöht die Finanztransaktionssteuer die Kosten jedes Nachkaufs.
- Thesaurierer vergleichen: Ein thesaurierender ETF legt Erträge bereits im Fonds wieder an. Für den Vermögensaufbau kann das die einfachere Variante sein.
- Abrechnungen sichern: Weil die Anschaffungskosten nicht direkt sichtbar sind, helfen dir die Belege beim späteren Verkauf.
Fazit
Mit dem DRIP schließt Trade Republic eine Lücke für Dividenden- und ETF-Sparer in Österreich: Erträge werden steuereinfach, ohne Ordergebühr und auch in Bruchstücken wieder angelegt. Allerdings bleiben Spread und Finanztransaktionssteuern bestehen, und zum Start ist nicht jedes Wertpapier dabei. Wer ausschüttende Produkte hält, spart sich damit vor allem Aufwand und Kleinstgebühren.
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Stand: 30.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.