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OeNB-Studie: Finanzvermögen der Österreicher erstmals über 1 Billion €
Studien

OeNB-Studie: Finanzvermögen der Österreicher erstmals über 1 Billion €

Alexander Senger

Laut einer Erhebung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hat das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte im zweiten Quartal 2026 erstmals die Rekordmarke von einer Billion Euro überschritten. Neben klassischen Spareinlagen gewinnen Wertpapiere wie Investmentfonds zunehmend an Bedeutung, wenngleich weiterhin deutliche Wissenslücken bei komplexen Finanzthemen bestehen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Konkret beziffert die OeNB das Finanzvermögen der privaten Haushalte zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf 1.011 Mrd. €. Das sind 7 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Notenbank hat die Zahlen am 22. Oktober 2026 veröffentlicht, ForumF hat darüber berichtet.

Finanzvermögen der Haushalte (Q2 2026)1.011 Mrd. €
Veränderung zum Vorjahr+7 %
Anteil Einlagen34 % (rund 341 Mrd. €)
Anteil Beteiligungen24 %
Anteil Wertpapiere24 %, davon Investmentfonds 132 Mrd. €
Sparquote 20259,7 %
Sparquote 2026 (WIFO-Prognose)8,4 %
Finanzkompetenz (OECD-Punkteskala)69 von 100 Punkten

Stand: 30.10.2026. Quellen: OeNB-Presseaussendung vom 22.10.2026, Bericht von ForumF. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wertpapiere holen auf, Einlagen bleiben vorne

Bankeinlagen sind mit 34 % weiterhin der größte Block. Sparbuch, Girokonto, Tagesgeld und Festgeld bleiben also das Fundament vieler Haushalte. Hingegen wächst das Gewicht der Wertpapiere spürbar. Von den Wertpapierbeständen im Juni 2026 entfiel laut OeNB mehr als die Hälfte auf Investmentfonds (132 Mrd. €). Börsennotierte Aktien kamen auf 63 Mrd. €, Anleihen auf 47 Mrd. €.

Die Beteiligungen mit ebenfalls 24 % umfassen laut OeNB vor allem Anteile an GmbHs oder Privatstiftungen. Für die meisten Privatanleger spielen sie im Alltag kaum eine Rolle. Allerdings verzerrt dieser Posten den Durchschnitt: Ein großer Teil davon liegt bei wenigen vermögenden Haushalten.

Gleichzeitig legen die Haushalte weniger zur Seite. Die Sparquote ist 2025 um 1,8 Prozentpunkte auf 9,7 % gesunken, für 2026 rechnet das WIFO mit 8,4 %. Das Vermögen wächst also stärker durch Wertzuwächse bestehender Anlagen als durch frisches Sparen.

Wo die Wissenslücken liegen

Im OECD-Test zur Finanzkompetenz erreichen die Befragten in Österreich laut OeNB 69 von 100 möglichen Punkten. Das ist ein stabiles Niveau. Die Details zeigen allerdings klare Unterschiede:

  • Einkommen und Wissen: 57 % der Personen mit hohem Einkommen und hoher Finanzkompetenz haben im Vorjahr in Wertpapieren gespart. Bei geringem Einkommen und geringem Finanzwissen waren es nur 14 %.
  • Anleihen: Fast 30 % wissen nicht, dass man mit dem Kauf einer Anleihe zum Kreditgeber des Emittenten wird.
  • Geschlecht: 16 % der Frauen erreichen die volle Punktzahl, bei den Männern sind es 25 %.

Laut Capitalo-Analyse ist genau diese Lücke der Hebel. Wer Rendite und Risiko einschätzen kann, legt öfter in Wertpapieren an und profitiert damit stärker vom Kapitalmarkt. Wer das nicht kann, bleibt eher bei Einlagen, deren Zinsen nach KESt und Inflation oft wenig übrig lassen. Auf Zinsen aus Einlagen fallen in Österreich 25 % KESt an, auf Fondserträge, Dividenden und Kursgewinne 27,5 %.

Was das für dich bedeutet

Die Zahlen sind kein Grund, dein Sparbuch aufzulösen. Sie zeigen aber, dass eine sinnvolle Aufteilung wichtiger ist als die Frage nach der einen richtigen Anlage. So kannst du vorgehen:

  1. Notgroschen auf Tagesgeld: Halte drei bis sechs Monatsausgaben als Liquiditätsreserve täglich verfügbar. Aktuelle Konditionen findest du im Tagesgeld-Vergleich für Österreich.
  2. Langfristiges Geld breit streuen: Was du mehrere Jahre nicht brauchst, kann in breit gestreute Wertpapiere fließen, etwa in ETFs auf globale Aktienindizes.
  3. Basiswissen aufbauen: Verstehe den Zusammenhang von Rendite und Risiko, bevor du kaufst. Dazu gehört auch, was eine Anleihe ist und warum Streuung das Risiko einzelner Titel senkt.
  4. Klein anfangen, automatisch sparen: Ein ETF-Sparplan funktioniert bei vielen Anbietern schon mit kleinen Monatsbeträgen und nimmt dir die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ab.
  5. Steuern einfach halten: Ein steuereinfacher Broker führt die KESt automatisch ab, du musst die Erträge dann nicht selbst in der Steuererklärung angeben.

Tipp: Schon 50 € im Monat ergeben über zehn Jahre 6.000 € eingezahltes Kapital. Was daraus wird, hängt von der Wertentwicklung ab, Verluste sind möglich.

Fazit

Mit 1.011 Mrd. € erreicht das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte laut OeNB einen Rekord, und Wertpapiere wie Investmentfonds gewinnen an Gewicht. Hingegen sinkt die Sparquote, und beim Finanzwissen bleiben deutliche Unterschiede nach Einkommen und Geschlecht. Wer eine Reserve auf Tagesgeld hält und den Rest regelmäßig breit gestreut anlegt, nutzt die Entwicklung, ohne unnötige Risiken einzugehen.


👉 Welches Depot passt zu deinem Sparplan? Im Depot-Vergleich für Österreich findest du Gebühren, Sparplan-Konditionen und steuereinfache Anbieter im Überblick.

Stand: 30.10.2026. Quellen: Oesterreichische Nationalbank (OeNB), ForumF. Alle Angaben ohne Gewähr.

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Alexander Senger

GründerGeschäftsführerKooperationen & Marketing

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.