
FMA-Bericht: Neobroker halten jedes fünfte Depot in Österreich
Der FMA-Bericht 2026 zeigt ein deutliches Wachstum am österreichischen Wertpapiermarkt: Neobroker wie flatex und Trade Republic halten mittlerweile jedes fünfte Privatkundendepot, erwirtschaften davon aber nur einen Bruchteil der branchenweiten Provisionserträge – während die Beschwerden über Wertpapierdienstleistungen stark steigen.
Die Zahlen im Überblick
- 2,87 Millionen Wertpapierdepots in Österreich – ein Plus von rund 14 % im Jahr 2025, davon 99 % Privatkunden
- 20 % Marktanteil der inländischen Neobroker-Zweigstellen bei Depots, aber nur 4 % der Provisionserträge (rund 73 Mio. Euro)
- Aktienbanken kommen mit 25 % Depotanteil auf rund 40 % der Erlöse (rund 738 Mio. Euro)
- Klassische Sektoren wie Raiffeisen- und Sparkassenbanken verlieren kontinuierlich relative Marktanteile
| Sektor | Depotanteil | Anteil Provisionserträge |
|---|---|---|
| Neobroker / inländische Zweigstellen | ca. 20 % | ca. 4 % (~73 Mio. €) |
| Aktienbanken | ca. 25 % | ca. 40 % (~738 Mio. €) |
Quelle: FMA Integrierter Bankenvertriebsbericht 2026 (veröffentlicht 15. September 2026, Datenstand 31.12.2025), Marktrecherche September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Warum Neobroker so stark wachsen
Niedrige Depot- und Ordergebühren locken preissensible Anleger zu den digitalen Anbietern. Hinzu kommt die Steuereinfachheit einiger Broker in Österreich: Die automatische Abfuhr der Kapitalertragsteuer senkt die Hürde für einen Wechsel zu ausländischen Anbietern spürbar.
Allerdings hat das Wachstum auch eine Schattenseite: Die Beschwerden über Wertpapierdienstleistungen sind laut FMA um rund 70 % auf 9.096 Fälle gestiegen – häufige Ursachen sind Ausfälle im Online-Banking sowie Diskussionen um Gebühren und Bestandsprovisionen.
Was das für Anleger bedeutet
- Wechsel kann sich lohnen: Steuereinfache Online-Broker sparen häufig spürbar bei Depot- und Ordergebühren
- Servicequalität mitdenken: Plattformstabilität und Kundenservice gehören in den Vergleich – der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der zuverlässigste
- Etablierte Banken unter Zugzwang: Wer bei seiner Hausbank bleibt, hat angesichts des Wettbewerbsdrucks oft mehr Verhandlungsspielraum bei Gebühren als gedacht
Fazit
Neobroker erobern Österreichs Depotlandschaft, während die Erträge noch überwiegend bei etablierten Banken bleiben und die Beschwerden sprunghaft steigen. Wer wechselt, spart oft Gebühren – sollte Stabilität und Service aber genauso genau prüfen wie den Preis.
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Stand: September 2026. Quelle: FMA, broker-test.at, Marktrecherche September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.