
Zukunftsdepot Österreich: 500 € Startbonus für Neugeborene ab 2027
Die Bundesregierung hat am 20. Oktober 2026 Details zum Zukunftsdepot für Kinder vorgestellt. Der Start ist für den 1. Juli 2027 geplant. Für alle Kinder, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden, sind 500 Euro Startbonus vorgesehen, dazu sollen bis zu 5.000 Euro pro Jahr einzahlbar sein (Stand: 20. Oktober 2026). Die Eckpunkte sind politisch vereinbart, ein beschlossenes Gesetz liegt allerdings noch nicht vor.
Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick
- Start: geplant für 1. Juli 2027, die Begutachtung des Gesetzespakets soll noch im Oktober beginnen
- Startbonus: 500 Euro für Kinder, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden, unabhängig davon, ob die Eltern ein Depot anlegen
- Voraussetzung für den Bonus: 15 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich bis zur Volljährigkeit
- Einzahlung: bis zu 5.000 Euro pro Kind und Jahr
- Steuer: Kursgewinne sind zum 18. Geburtstag KESt-frei, laufende Zinsen und ausgeschüttete Dividenden laut Standard und APA nicht. Die Aussendung der ÖVP spricht vom gesamten Depotwert inklusive Wertzuwachs
- Veranlagung: regulierte Investmentfonds (UCITS), auch ETFs, oder Bundesschatz. Einzelaktien, Kryptowährungen und Hochrisikoprodukte sind ausgeschlossen
- Kosten: Kontoführung gratis, Kostenobergrenze von 1 Prozent pro Jahr. Die Quellen beschreiben unterschiedlich, ob sie für die Fondskosten oder für weitere Kosten gilt
| Gruppe | Startbonus | Steuerfreiheit |
|---|---|---|
| Geboren ab 1. Jänner 2027 | 500 Euro, bei 15 Jahren Aufenthalt bis 18 | KESt-frei bis zum 18. Geburtstag |
| Bereits geborene Minderjährige | kein Bonus, Depot ohne staatliche Zuzahlung | KESt-frei bis zum 18. Geburtstag |
Stand: 20. Oktober 2026. Quellen: Pressekonferenz der Bundesregierung, APA-Berichte vom 20. Oktober 2026. Gesetzestext liegt noch nicht vor. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wer den Bonus bekommt und wie er veranlagt wird
Den Bonus sollen österreichische Staatsbürger und rechtlich Gleichgestellte erhalten, dazu zählen EU-/EWR-Bürger, Schweizer und Asylberechtigte. Der Bonus kommt unabhängig davon, ob die Eltern ein Depot anlegen. Legen sie bis zum dritten Geburtstag des Kindes keines an, wird er im Bundesschatz veranlagt. Staatssekretärin Michaela Schmidt betonte, das Depot sei kein Sparmodell für die Eltern: Es sei von Anfang an für das Kind bestimmt und gehöre dem Kind.
Für bereits geborene Kinder unter 18 ist das Zukunftsdepot ohne staatliche Zuzahlung möglich. Die KESt-Befreiung bis zum 18. Geburtstag gilt unabhängig davon, ob ein Zuschuss bezahlt wurde. Finanziert wird der Bonus aus dem Familienlastenausgleichsfonds, die steuerliche Befreiung liegt im Finanzressort.
Einordnung: Was feststeht und was offen ist
Laut Capitalo-Einordnung der bisher veröffentlichten Eckpunkte sind Bonus, Einzahlungsgrenze und Steuerfreiheit zum 18. Geburtstag klar benannt. Die KESt-Befreiung gilt laut APA-Bericht nicht für laufende Zinsen und ausgeschüttete Dividenden, welche Erträge genau darunterfallen, zeigt erst der Gesetzestext. Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gebunden, vorzeitige Entnahmen sollen grundsätzlich nicht möglich sein. Für existenzielle Notlagen kann das Pflegschaftsgericht eine Entnahme genehmigen, dann geht allerdings die Steuerbegünstigung verloren. Eine Mündelsicherheit gibt es ausdrücklich nicht, die Veranlagung unterliegt daher keiner pflegschaftsgerichtlichen Kontrolle. Vorgesehen ist außerdem eine verpflichtende erste Beratung, die Eltern aber ablehnen können.
Allerdings fehlt der Gesetzestext. Offen sind die konkrete Produktpalette der Banken, die Höhe möglicher Order- und Lagergebühren und die technische Abwicklung, zu der die Regierung erst Gespräche mit der Finanzwirtschaft führen will. Der Starttermin ist bisher ein Plan, keine gesetzliche Garantie.
Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr nennt das Zukunftsdepot eine gute Sache, sieht die Veranlagung im Bundesschatz aber kritisch, weil sie de facto ein Sparbuch mit niedrigen Kosten sei. Der Vermögensverwalter froots sieht in der langen Bindung einen Schutz vor vorschnellen Verkäufen bei Kursrückgängen. Die Grünen mahnen einen Gesetzesentwurf ein und warnen vor hohen Verlusten, im schlimmsten Fall kurz vor dem 18. Geburtstag. Caritas und Volkshilfe kritisieren, dass Kinder aus ärmeren Familien weniger profitieren. Die Volkshilfe verweist auf Berechnungen von ÖGB und Arbeiterkammer, wonach nur 2 Prozent der Haushalte mit Kindern die 5.000 Euro pro Jahr aufbringen könnten. Der Versicherungsverband sieht noch viele technische Fragen offen.
Was das für dich bedeutet
- Bestehende Sparpläne: Behalte laufende Sparpläne für dein Kind bei, bis die finale Gesetzeslage klar ist.
- Neugeborene ab 2027: Der Bonus ist an das Geburtsdatum und an den Aufenthalt geknüpft und kommt auch ohne Depot. Legst du bis zum dritten Geburtstag keines an, liegt er im Bundesschatz.
- Kinder, die schon da sind: Sie können ein Depot eröffnen, bekommen aber keinen Startbonus. Die Steuerfreiheit gilt trotzdem.
- Kosten im Blick: Ein kostenloses Depot heißt nicht automatisch kostenfrei. Order- und Lagergebühren können den Ertrag schmälern.
- Bindung einplanen: Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gebunden, danach kann das Depot weitergeführt werden. Kursverluste sind möglich, eine Rendite kann niemand garantieren. Als Notgroschen taugt das Depot nicht.
Eine Rechnung zur Größenordnung: Bei vollen 5.000 Euro pro Jahr wären es über rund 18 Jahre höchstens 90.000 Euro an Einzahlungen, ohne Rendite und ohne den Bonus. Die NEOS rechnen mit einer angenommenen Rendite von 6,7 Prozent vor: Mit Startbonus und 100 Euro monatlich kämen nach 18 Jahren rund 44.000 Euro zusammen, beim Bausparer rund 25.000 Euro. Das ist eine politische Modellrechnung, keine Prognose. Das Zukunftsdepot passt zu dir, wenn du langfristig für dein Kind anlegen willst und Kursschwankungen aushältst.
Fazit
Das Zukunftsdepot bringt mit 500 Euro Bonus, bis zu 5.000 Euro Einzahlung pro Jahr und KESt-Freiheit zum 18. Geburtstag klare Anreize für den langfristigen Vermögensaufbau. Ob das Modell für deine Familie passt, hängt vor allem an den Bonusbedingungen und an den Kosten der Bankangebote. Beides steht erst mit Gesetzestext und Produkten fest. Regeln, Rechenbeispiele und offene Fragen im Detail: Zukunftsdepot-Ratgeber.
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Stand: 20. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.