
Bundesschatz Österreich: Zinsen, Erfahrungen & Vergleich mit Festgeld
Der Bundesschatz ist das staatliche Sparprodukt der Republik Österreich: ohne Gebühren, mit Fixzinsen und AAA-Sicherheit. Aber er wird mit 27,5 % KESt besteuert statt mit 25 % wie Festgeld. Wir rechnen vor, wann sich das lohnt.
Was du über den Bundesschatz wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- 📈 Zinsen gestiegen: Der Bundesschatz zahlt aktuell zwischen 2,45 % (1 Monat) und 3,50 % p.a. (10 Jahre), je nach Laufzeit 0,20 bis 0,40 Prozentpunkte mehr als am 4. August 2026
- ⚠️ 27,5 % KESt, nicht 25 %: Der Bundesschatz gilt rechtlich als Wertpapier und wird deshalb höher besteuert als Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld
- 📉 Auf 12 Monate knapp hinten: Beim Bundesschatz bleiben 2,07 % netto, beim Bigbank Festgeld 2,63 %, das die KESt aber nicht abführt. Steuereinfache Festgelder liegen leicht davor: Kommunalkredit Invest 2,25 % (ab 10.000 EUR), DenizBank 2,18 %
- ⚖️ Bei 10 Jahren auf Augenhöhe: 3,50 % mit Zinseszins bringen auf 10.000 EUR nach KESt rund 2.977 EUR. Das steuereinfache Kommunalkredit Invest Festgeld (3,40 %, ab 10.000 EUR) liegt netto mit 2,55 % gleichauf, das Bigbank Festgeld (3,50 %) kommt auf 2.625 EUR, wenn die Zinsen jährlich ausgezahlt werden, und auf rund 3.079 EUR, wenn sie mitverzinst würden
- 🏛️ Sicherheit ohne Obergrenze: Direktforderung an die Republik Österreich (S&P-Rating AA+), mündelsicher nach § 217 Z 1 ABGB, kein 100.000-Euro-Deckel
- ⏱️ Vorzeitiger Ausstieg ist teuer: Wer den 10-Jahres-Bundesschatz im 49. Monat auflöst, bekommt nur rund 20 % des vereinbarten Zinssatzes
Wie hoch sind die Bundesschatz-Zinsen aktuell?
Der Bundesschatz zahlt aktuell zwischen 2,45 % p.a. für einen Monat und 3,50 % p.a. für zehn Jahre. Der Zinssatz richtet sich nach dem Tag, an dem dein Geld auf dem Konto der Republik eingeht, und gilt dann fix für die gesamte Laufzeit. Weil auf Bundesschatz-Zinsen 27,5 % Kapitalertragsteuer anfallen, steht hier neben dem Brutto- auch der Nettozins.
| Laufzeit | Variante | Zinssatz brutto | Zinssatz netto (nach 27,5 % KESt) | Zinsberechnung |
|---|---|---|---|---|
| 1 Monat | Klassisch | 2,45 % | 1,78 % | Einfach (act/365) |
| 6 Monate | Grün | 2,60 % | 1,89 % | Einfach (act/365) |
| 12 Monate | Klassisch | 2,85 % | 2,07 % | Einfach (act/365) |
| 4 Jahre | Grün | 3,10 % | 2,25 % | Zinseszins |
| 10 Jahre | Klassisch | 3,50 % | 2,54 % | Zinseszins |
Quelle: bundesschatz.at, aktuelle Fixverzinsung p.a.
Bei Laufzeiten bis 12 Monate wird einfacher Zins berechnet (tagesgenau, act/365). Bei Laufzeiten über 12 Monate profitierst du vom Zinseszins-Effekt, du bekommst also Zinsen auf deine Zinsen. Besonders bei der 10-Jahres-Variante macht das einen spürbaren Unterschied.
Wie haben sich die Bundesschatz-Zinsen verändert?
Die Bundesschatz-Zinsen sind im September 2026 über alle fünf Laufzeiten gestiegen, bei 4 und 10 Jahren seither noch einmal um je 0,10 Prozentpunkte. Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz am 10. September 2026 von 2,25 % auf 2,50 % angehoben, zum zweiten Mal in diesem Jahr. Gegenüber dem 4. August 2026 zahlt der Bundesschatz je nach Laufzeit 0,20 bis 0,40 Prozentpunkte mehr.
| Laufzeit | Zinssatz bei Geldeingang 4. August 2026 | Zinssatz aktuell | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 1 Monat (Klassisch) | 2,20 % | 2,45 % | +0,25 Prozentpunkte |
| 6 Monate (Grün) | 2,40 % | 2,60 % | +0,20 Prozentpunkte |
| 12 Monate (Klassisch) | 2,60 % | 2,85 % | +0,25 Prozentpunkte |
| 4 Jahre (Grün) | 2,70 % | 3,10 % | +0,40 Prozentpunkte |
| 10 Jahre (Klassisch) | 3,20 % | 3,50 % | +0,30 Prozentpunkte |
Quelle: bundesschatz.at, Fixverzinsung p.a. bei Geldeingang am 4. August 2026 und aktuell
Seit dem Launch im April 2024 ist das Bild gemischt. Die 1-Monats-Variante startete mit 3,50 % und liegt heute mit 2,45 % deutlich darunter, weil die EZB den Leitzins bis 2025 gesenkt hatte. Der 10-Jahres-Zins ist dagegen von 2,50 % auf 3,50 % gestiegen, weil langfristige Anleiherenditen am Kapitalmarkt zugelegt haben.
Dein persönlicher Zinssatz wird beim Kauf fixiert und gilt für die gesamte Laufzeit, unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen danach entwickeln. Wer vor der Erhöhung angelegt hat, behält seinen alten Satz bis zum Laufzeitende. Die höheren Zinsen gelten nur für neu eingezahltes Geld.
Was ist der Bundesschatz?
Der Bundesschatz ist ein Wertpapier der Republik Österreich, das du direkt über die Plattform bundesschatz.at kaufst. Du leihst der Republik Geld und bekommst dafür einen fixen Zinssatz. Ohne Zwischenhändler, ohne Depot, ohne Gebühren. Die einzelnen Papiere heißen Bundesschatzscheine, du bekommst sie nur über bundesschatz.at, nicht über Banken oder die Börse.
Verwaltet wird der Bundesschatz von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA). Seit dem Launch am 22. April 2024 wurden über 135.000 Konten eröffnet und mehr als 6 Mrd. Euro investiert (laut BMF).
Die Einordnung als Wertpapier ist kein Detail für Juristen. Sie entscheidet über deinen Steuersatz und damit über die gesamte Rechnung auf dieser Seite.
Bundesschatz und deutscher Bundesschatzbrief sind nicht dasselbe
Der österreichische Bundesschatz wird häufig mit dem deutschen Bundesschatzbrief verwechselt. Den gibt es nicht mehr: Die Deutsche Finanzagentur hat das Privatkundengeschäft zum 1. Januar 2013 eingestellt, die letzten Bundesschatzbriefe des Typs B liefen am 1. September 2019 aus. Wer heute in Deutschland Bundeswertpapiere kaufen will, muss dies über die Börse tun. Der österreichische Bundesschatz ist ein eigenständiges, 2024 neu aufgelegtes Produkt und steht volljährigen Privatpersonen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in der EU offen.
Bundesschatz oder Bundesanleihe: wo liegt der Unterschied?
Beide sind Schuldtitel der Republik Österreich, unterscheiden sich aber im Zugang und im Risiko:
- 🏛️ Bundesschatz: direkt bei der OeBFA, kein Depot nötig, ab 100 Euro, Rückzahlung immer zum Nennwert. Kein Kursrisiko.
- 📈 Österreichische Bundesanleihe: börsengehandelt, du brauchst ein Depot und zahlst Orderkosten. Wer vor Fälligkeit verkauft, trägt das volle Kursrisiko.
- 📊 Anleihen-ETF: streut über viele Emittenten, hat aber keinen fixen Rückzahlungstermin und laufende Fondskosten. Der Wert schwankt dauerhaft mit dem Zinsniveau.
Steuerlich gilt für alle drei derselbe Satz von 27,5 %. Der Bundesschatz ist unter ihnen die einzige Variante ohne Kursrisiko und ohne Nebenkosten.
Wie hoch ist die KESt beim Bundesschatz?
Auf Bundesschatz-Zinsen fallen 27,5 % Kapitalertragsteuer an. Damit wird der Bundesschatz höher besteuert als Sparbuch und Festgeld, auf die nur 25 % entfallen. Beide Sätze stehen im selben Paragrafen:
| Anlageform | KESt | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld | 25 % | § 27a Abs. 1 Z 1 EStG (Geldeinlagen bei Kreditinstituten) |
| Bundesschatz, Anleihen, Aktien, Fonds | 27,5 % | § 27a Abs. 1 Z 2 EStG (alle übrigen Einkünfte aus Kapitalvermögen) |
Der niedrigere Satz von 25 % gilt ausdrücklich nur für Geldeinlagen bei Kreditinstituten. Der Bundesschatz ist keine Bankeinlage, sondern ein verbrieftes Wertpapier gegenüber der Republik. Damit fällt er unter die Auffangregel und wird mit 27,5 % besteuert. Genau diese Unterscheidung wird in vielen Vergleichen übersehen.
Die KESt wird von der OeBFA automatisch einbehalten und abgeführt. Der Bundesschatz ist damit steuereinfach: Du bekommst die Zinsen bereits netto gutgeschrieben und musst nichts in der Steuererklärung angeben. Besteuert wird ausschließlich der Zinsertrag, nie dein eingezahltes Kapital.
Die 2,5 Prozentpunkte Differenz klingen klein, kosten aber rund ein Zehntel des Zinsertrags. Aus 100 Euro Zinsen bleiben beim Bundesschatz 72,50 Euro, beim Festgeld 75 Euro.
Beispielrechnung: 10.000 Euro für 12 Monate
| Position | Bundesschatz (2,85 %) | Bigbank Festgeld (3,50 %) |
|---|---|---|
| Brutto-Zinsen | 285,00 EUR | 350,00 EUR |
| KESt | 78,38 EUR (27,5 %) | 87,50 EUR (25 %) |
| Netto-Zinsen | 206,62 EUR | 262,50 EUR |
| Differenz | +55,88 EUR |
Quellen: bundesschatz.at, Capitalo Konditionsdatenbank
Das Bigbank Festgeld gibt es ab 1.000 Euro, es ist aber nicht steuereinfach: Die Bigbank zieht keine KESt ab, du trägst die Zinsen selbst in die Beilage E1kv der Steuererklärung ein. Über zwölf Monate bleiben davon 55,88 Euro mehr übrig als beim Bundesschatz, bei 50.000 Euro rund 279 Euro.
Was bleibt von 10.000 Euro je Laufzeit übrig?
Die KESt von 27,5 % zieht die OeBFA beim Bundesschatz automatisch am Laufzeitende ab, gutgeschrieben wird nur der Nettobetrag. So viel bleibt von 10.000 Euro bei den aktuellen Zinssätzen:
| Laufzeit | Zinssatz | Zinsen brutto | KESt (27,5 %) | Zinsen netto |
|---|---|---|---|---|
| 1 Monat (Klassisch) | 2,45 % | 20,42 EUR | 5,62 EUR | 14,80 EUR |
| 6 Monate (Grün) | 2,60 % | 130,00 EUR | 35,75 EUR | 94,25 EUR |
| 12 Monate (Klassisch) | 2,85 % | 285,00 EUR | 78,38 EUR | 206,62 EUR |
| 4 Jahre (Grün) | 3,10 % | 1.298,86 EUR | 357,19 EUR | 941,67 EUR |
| 10 Jahre (Klassisch) | 3,50 % | 4.105,99 EUR | 1.129,15 EUR | 2.976,84 EUR |
Quelle: bundesschatz.at | Bis 12 Monate einfacher Zins (1 Monat vereinfacht als ein Zwölftel des Jahreszinses), ab 4 Jahren Zinseszins über volle Jahre
Gemessen an der Inflation ist das kein Vermögenszuwachs. Die Teuerung in Österreich lag im September 2026 laut Schnellschätzung bei 3,6 %, im Euroraum bei 3,8 %, und keine Bundesschatz-Laufzeit bringt nach Steuern mehr als 2,54 % pro Jahr. Der Bundesschatz schützt dein Geld vor dem Ausfall eines Schuldners, nicht vor dem Kaufkraftverlust.
Gewinnfreibetrag für Selbständige
Steuer-Tipp für Unternehmer: Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende können Bundesschätze für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag nutzen (§ 14 Abs. 7 Z 4 EStG), der ab einem Jahresgewinn von 33.000 Euro greift. Insgesamt sind laut OeBFA bis zu 46.400 Euro Gewinnfreibetrag im Jahr möglich. Voraussetzung ist, dass die Papiere vier Jahre im Betriebsvermögen bleiben. Der grüne 4-Jahres-Bundesschatz läuft dafür passend vier Jahre und einen Tag, kürzere Laufzeiten gehen auch, müssen dann aber wiederveranlagt werden. Kein Bankfestgeld bietet diesen Vorteil, weil Spareinlagen nicht zu den begünstigten Wertpapieren zählen. Wer den Gewinnfreibetrag ausschöpft, spart Einkommensteuer in einer Größenordnung, die den KESt-Nachteil deutlich übersteigt.
Mehr zur steuerlichen Behandlung von Festgeldzinsen findest du im Ratgeber zu Festgeld und Steuern.
Bundesschatz oder Festgeld: was bleibt netto übrig?
Nach 27,5 % KESt bleiben beim Bundesschatz je nach Laufzeit 1,78 % bis 2,54 % p.a. übrig, beim Festgeld bestimmen Laufzeit, Anbieter und Steuerabzug den Nettozins. Weil Bundesschatz und Festgeld unterschiedlich besteuert werden, sind Bruttozinsen hier nicht vergleichbar. Alle folgenden Tabellen zeigen deshalb den Nettozins: Bundesschatz nach 27,5 % KESt, Festgeld nach 25 % KESt.
12 Monate: steuereinfache Festgelder leicht vorn
Der 12-Monats-Bundesschatz zahlt 2,85 % p.a., nach 27,5 % KESt bleiben 2,07 %. So schneiden die AT-Festgelder mit Capitalo Score über zwölf Monate ab:
| Anbieter | Capitalo Score | Zins p.a. (12 Monate) | Netto nach 25 % KESt | Steuereinfach | Mindestanlage |
|---|---|---|---|---|---|
| Kommunalkredit Invest Festgeld | 101/125 | 3,00 % | 2,25 % | ja | 10.000 EUR |
| Bigbank Festgeld | 94/125 | 3,50 % | 2,63 % | nein | 1.000 EUR |
| DenizBank Festgeld | 93/125 | 2,90 % | 2,18 % | ja | 1.000 EUR |
| Klarna Festgeld+ | 92/125 | 3,00 % | 2,25 % | nein | 1 EUR |
| Anadi Online-Festgeld | 80/125 | 2,75 % | 2,06 % | ja | 1.000 EUR |
| Urbo Bankas Festgeld | 78/125 | 3,45 % | 2,59 % | nein | 10.000 EUR |
| Banca Sistema Festgeld | 77/125 | 3,45 % | 2,59 % | nein | 5.000 EUR |
Nettozins = Zins p.a. abzüglich 25 % KESt. Kommunalkredit Invest: 3,00 % gelten ab 10.000 EUR, darunter 2,40 %.
Auf zwölf Monate liegt der Bundesschatz netto 0,56 Prozentpunkte hinter dem Bigbank Festgeld, das in dieser Laufzeit den höchsten Zins zahlt. Die Konditionen der Bigbank sehen allerdings keinen KESt-Abzug vor, du gibst die Zinsen selbst in der Steuererklärung an. Unter den steuereinfachen Angeboten ist der Abstand kleiner: Kommunalkredit Invest bringt ab 10.000 EUR 2,25 % netto, DenizBank 2,18 %, Anadi Bank liegt mit 2,06 % gleichauf mit dem Bundesschatz.
4 Jahre: Mittelfeld unter den steuereinfachen Festgeldern
Der grüne 4-Jahres-Bundesschatz zahlt 3,10 % p.a. mit Zinseszins, nach 27,5 % KESt bleiben 2,25 %. So schneiden die AT-Festgelder mit Capitalo Score über vier Jahre ab:
| Anbieter | Capitalo Score | Zins p.a. (4 Jahre) | Netto nach 25 % KESt | Steuereinfach | Mindestanlage |
|---|---|---|---|---|---|
| Bigbank Festgeld | 94/125 | 3,50 % | 2,63 % | nein | 1.000 EUR |
| DenizBank Festgeld | 93/125 | 2,80 % | 2,10 % | ja | 1.000 EUR |
| Klarna Festgeld+ | 92/125 | 3,24 % | 2,43 % | nein | 1 EUR |
| Renault Bank Festgeld | 86/125 | 3,15 % | 2,36 % | ja | 2.500 EUR |
| Banca Sistema Festgeld | 77/125 | 3,25 % | 2,44 % | nein | 5.000 EUR |
| BTG Pactual Festgeld | 76/125 | 3,21 % | 2,41 % | nein | 5.000 EUR |
Laufzeit 48 Monate | Nettozins = Zins p.a. abzüglich 25 % KESt
Über vier Jahre liegt der grüne Bundesschatz mit 2,25 % netto vor dem steuereinfachen DenizBank Festgeld (2,10 %), aber 0,11 Prozentpunkte hinter der Renault Bank (2,36 %, steuereinfach). Festgelder ohne KESt-Abzug liegen weiter vorn: Bigbank mit 2,63 % netto, Banca Sistema mit 2,44 %, Klarna mit 2,43 % und BTG Pactual mit 2,41 %. Dazu kommen beim grünen 4-Jahres-Bundesschatz der Gewinnfreibetrag für Selbständige, den kein Bankfestgeld bieten kann, und eine Mittelverwendung, die auf Solar- und Windkraft, Bahninfrastruktur und Biodiversität festgelegt ist.
10 Jahre: gleichauf mit dem besten steuereinfachen Festgeld
Der 10-Jahres-Bundesschatz zahlt 3,50 % p.a. mit Zinseszins, nach 27,5 % KESt bleiben 2,54 %. So schneiden die AT-Festgelder mit Capitalo Score über zehn Jahre ab:
| Anbieter | Capitalo Score | Zins p.a. (10 Jahre) | Netto nach 25 % KESt | Steuereinfach | Mindestanlage |
|---|---|---|---|---|---|
| Kommunalkredit Invest Festgeld | 101/125 | 3,40 % | 2,55 % | ja | 10.000 EUR |
| Bigbank Festgeld | 94/125 | 3,50 % | 2,63 % | nein | 1.000 EUR |
| DKB Festgeld | 77/125 | 2,70 % | 2,03 % | nein | 2.500 EUR |
| Banca Sistema Festgeld | 77/125 | 3,00 % | 2,25 % | nein | 5.000 EUR |
Laufzeit 120 Monate. Kommunalkredit Invest: 3,40 % gelten ab 10.000 EUR, darunter 2,80 %.
Über zehn Jahre liegt der Bundesschatz beim Nettozins gleichauf mit dem steuereinfachen Kommunalkredit Invest Festgeld: 2,54 % gegenüber 2,55 % ab 10.000 EUR, das Bigbank Festgeld kommt ohne KESt-Abzug auf 2,63 %. Der größere Unterschied steckt in der Verzinsungsart. Der Bundesschatz verzinst über zehn Jahre mit Zinseszins und zahlt am Ende aus, die Bigbank schreibt die Zinsen jährlich gut. Aus 10.000 Euro werden beim Bundesschatz nach KESt rund 2.977 Euro Zinsen, beim Bigbank Festgeld 2.625 Euro, wenn die Zinsen ausgezahlt werden, und rund 3.079 Euro, wenn sie mitverzinst würden. Ob dein Festgeld die Zinsen mitverzinst oder auszahlt, steht in den Konditionen.
Die 27,5 % KESt kosten den Bundesschatz gut ein Zehntel seines Zinsertrags mehr als ein Festgeld. Ab sechs Monaten liegt deshalb das zinsstärkste Festgeld netto vorn, wenn du die Zinsen selbst versteuerst. Gegen steuereinfache Festgelder liegt der Bundesschatz bei 12 Monaten und 4 Jahren leicht hinten (Kommunalkredit Invest, DenizBank, Renault Bank) und bei 10 Jahren gleichauf mit Kommunalkredit Invest.
Du willst die aktuellen Festgeld-Zinsen in Österreich im Detail vergleichen? Im Capitalo Festgeld-Vergleich findest du alle Anbieter mit Capitalo Score auf einen Blick.
Bundesschatz oder Tagesgeld: was bringt kurzfristig mehr?
Für Geld, das du jederzeit brauchen könntest, schlägt ein gutes Tagesgeld den kurzen Bundesschatz. Trade Republic Zinsen zahlt in Österreich 3,00 % p.a. dauerhaft bis 50.000 EUR (Capitalo Score 86/125) und zieht die KESt automatisch ab, netto bleiben 2,25 %. Der 1-Monats-Bundesschatz kommt auf 2,45 % brutto und 1,78 % netto, und das Geld ist einen Monat gebunden.
Der Tagesgeldzins ist allerdings variabel und kann jederzeit sinken, der Bundesschatz-Zins steht für die gesamte Laufzeit fest. Tagesgeld bei Trade Republic ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt, beim Bundesschatz haftet die Republik Österreich ohne Obergrenze.
Welche Bundesschatz-Laufzeit passt zu dir?
Die Laufzeit entscheidet beim Bundesschatz mehr über den Ertrag als der Zinssatz, weil ein vorzeitiger Ausstieg aus den Laufzeiten 4 und 10 Jahre den Großteil der Zinsen kostet. So ordnen sich die fünf Varianten aktuell ein:
- 1 Monat (2,45 %): als Parkplatz für Geld, das du bald brauchst. Ein Tagesgeld mit 3,00 % bringt aber mehr und bleibt täglich verfügbar.
- 6 Monate, grün (2,60 %): für ein halbes Jahr Planbarkeit, das Geld fließt in Solar- und Windkraft, Bahninfrastruktur und Biodiversität. Netto liegt er vor den steuereinfachen 6-Monats-Festgeldern, nur die DenizBank-Aktion mit 3,15 % bringt mehr, und das Bigbank Festgeld bringt mit 3,00 % brutto mehr, wenn du die Zinsen selbst versteuerst.
- 12 Monate (2,85 %): netto knapp hinter den besten steuereinfachen Festgeldern (Kommunalkredit Invest 2,25 %, DenizBank 2,18 %), schon ab 100 EUR und ohne Einlagensicherungsgrenze.
- 4 Jahre, grün (3,10 %): die Laufzeit für Selbständige, die den Gewinnfreibetrag nutzen. Netto liegt sie vor der DenizBank (2,10 %), aber hinter der Renault Bank (2,36 %).
- 10 Jahre (3,50 %): netto gleichauf mit dem steuereinfachen Kommunalkredit Invest Festgeld (2,54 % gegen 2,55 %), aber nur, wenn du das Geld die vollen zehn Jahre nicht brauchst.
Für wen sich der Bundesschatz lohnt und für wen nicht
Lohnt sich für dich, wenn
- du zehn Jahre wirklich binden kannst. Über diese Laufzeit liegt der Bundesschatz netto gleichauf mit dem besten steuereinfachen AT-Festgeld.
- du mehr als 100.000 Euro sicher parken willst. Die Einlagensicherung deckt pro Bank nur 100.000 Euro, die Staatsgarantie kennt keine Obergrenze.
- du selbständig bist und den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag ausschöpfen willst. Die Steuerersparnis schlägt den KESt-Nachteil.
- du steuereinfach anlegen willst. Gegen Festgelder mit automatischem KESt-Abzug liegt der Bundesschatz bei 10 Jahren gleichauf, bei 12 Monaten und 4 Jahren leicht hinten.
- du Geld für ein Mündel oder eine vertretene Person anlegst. Der Bundesschatz ist mündelsicher, die meisten Alternativen sind es nicht.
- du dein Geld gezielt in Solar- und Windkraft, Bahninfrastruktur und Biodiversität lenken willst. Die grünen Varianten finanzieren ausschließlich Klima- und Infrastrukturprojekte.
Lohnt sich nicht, wenn
- du Geld jederzeit verfügbar brauchst. Ein Tagesgeld wie Trade Republic Zinsen bringt mit 3,00 % mehr als der 1-Monats-Bundesschatz mit 2,45 %.
- dein Anlagehorizont sechs Monate bis zehn Jahre beträgt und du die Zinsen selbst versteuerst. Dann liegt das zinsstärkste Festgeld netto bis zu 0,56 Prozentpunkte vorn.
- du dir bei zehn Jahren nicht sicher bist. Ein Ausstieg im 49. Monat lässt vom 3,50-Prozent-Zins nur rund 0,71 % übrig.
- du unter 100.000 Euro anlegst und die gesetzliche Einlagensicherung ohnehin greift. Dann zahlst du für Sicherheit, die du schon hast.
- du keine ID Austria mit Vollfunktion hast und den analogen Weg per Post und Telefon scheust.
Wie sicher ist der Bundesschatz?
Der Bundesschatz gehört zu den sichersten Geldanlagen weltweit. Das klingt nach Marketing, ist aber durch harte Fakten belegt.
Rating im AA-Bereich: S&P bewertet die Republik Österreich mit AA+ (bestätigt im August 2026), Moody's mit Aa1. Die frühere Bestnote AAA von Morningstar DBRS wurde im Juni 2026 auf AA (high) gesenkt. Innerhalb Österreichs gibt es trotzdem keinen Schuldner mit besserer Bonität.
Keine Einlagensicherung, und das ist gut so. Beim Bundesschatz hast du eine Direktforderung an die Republik Österreich. Bei einem Sparbuch hingegen hast du eine Forderung an eine Bank, die erst im Krisenfall über die Einlagensicherung (maximal 100.000 Euro) abgesichert wird. Die Staatsgarantie steht über der Einlagensicherung in der Sicherheitshierarchie.
Kein Kursrisiko. Anders als börsengehandelte Anleihen wird der Bundesschatz nicht am Sekundärmarkt gehandelt. Dein Kapital wird zum Nennwert zurückgezahlt, egal was die Zinsen am Markt machen.
Ist der Bundesschatz mündelsicher?
Ja. Bundesschatzscheine gelten gemäß § 217 Z 1 ABGB als mündelsicher und eignen sich damit für die treuhändische Vermögensanlage, etwa für Minderjährige oder Personen unter Erwachsenenvertretung. Das ist ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen Bankprodukten und Fonds: Wer Geld für ein Mündel anlegt, hat nur eine begrenzte Auswahl an zulässigen Anlageformen, und der Bundesschatz gehört dazu.
Wie kommst du vorzeitig an dein Geld?
Eine vorzeitige Auszahlung ist jederzeit möglich, du beantragst sie über das Postfach in deinem Bundesschatz-Konto. Dein eingezahltes Kapital bleibt dabei vollständig erhalten. Reduziert werden ausschließlich die Zinsen, über sogenannte Liquiditätskosten. Pro Kalenderjahr sind vorzeitige Auszahlungen bis 1.000.000 Euro möglich.
Wie stark die Zinsen gekürzt werden, hängt stark von der Laufzeit ab:
| Laufzeit | Berechnung der Liquiditätskosten | Beispiel |
|---|---|---|
| 1, 6 und 12 Monate | 0,05 Prozentpunkte Abzug je verbleibendem Monat | 12-Monats-Bundesschatz mit 2,85 %, Ausstieg nach 9 Monaten: 3 Restmonate × 0,05 = 2,70 % p.a. |
| 4 und 10 Jahre | Prozentualer Anteil des ursprünglichen Zinssatzes laut OeBFA-Staffeltabelle | 10-Jahres-Bundesschatz mit 3,50 %, Ausstieg im 49. Monat: 20,42 % davon = rund 0,71 % p.a. |
Quelle: bundesschatz.at, Details zur vorzeitigen Auszahlung | Beispielzinsen: aktuelle Konditionen
Bei den kurzen Laufzeiten ist der Ausstieg günstig und praktisch vernachlässigbar. Bei den langen Laufzeiten ist er es nicht: Wer den 10-Jahres-Bundesschatz nach gut vier Jahren auflöst, bekommt nur rund ein Fünftel des vereinbarten Zinssatzes und liegt damit weit unter dem Zins guter Tagesgeldkonten. Die 10-Jahres-Variante lohnt sich deshalb nur, wenn du das Geld tatsächlich zehn Jahre nicht brauchst.
Wie kaufst du den Bundesschatz?
Voraussetzungen: Volljährige Privatperson, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in der EU, ID Austria mit Vollfunktion. Unternehmen wie eine GmbH können kein Bundesschatz-Konto eröffnen.
ID Austria aktivieren
Du brauchst ID Austria mit Vollfunktion. Falls du das noch nicht hast, kannst du dich bei jedem Magistrat, jeder Bezirkshauptmannschaft oder online über die ID Austria App registrieren.
Konto auf bundesschatz.at eröffnen
Gehe auf bundesschatz.at, melde dich mit ID Austria an und gib deine Daten ein: Name, Adresse, Telefon, E-Mail, steuerliche Ansässigkeit und dein Referenzkonto. Das dauert rund 60 Sekunden.
Geld überweisen und Laufzeit wählen
Überweise den gewünschten Betrag (ab 100 Euro) auf das Konto der Republik Österreich. Im Verwendungszweck gibst du deine Bundesschatz-Kontonummer und die gewünschte Laufzeit an, etwa „1M" für einen Monat oder „4J" für vier Jahre. Innerhalb von 1 bis 2 Werktagen wird dein Bundesschatz aktiviert.
Geht der Bundesschatz auch ohne ID Austria?
Ja. Seit Juli 2024 gibt es einen analogen Weg. Du kannst dein Konto per Post, Telefon (+43 1 513 84 11) oder am Postschalter eröffnen. Die Verwaltung läuft dann per Telefon und Brief, mit denselben Zinsen wie beim digitalen Zugang.
Was ist der grüne Bundesschatz?
Zwei der fünf Bundesschatz-Varianten tragen das Label „Grün": die 6-Monats-Variante (2,60 % p.a.) und die 4-Jahres-Variante (3,10 % p.a.). Diese beiden Laufzeiten gibt es nur in Grün. Besteuerung, Gebührenfreiheit und die Regeln für den vorzeitigen Ausstieg sind dieselben wie bei den klassischen Varianten.
Der Unterschied: Dein Geld fließt ausschließlich in die grün gewidmeten Projekte der Republik Österreich, unter anderem in erneuerbare Energien, Bahninfrastruktur und Biodiversität. Dazu zählen unter anderem:
- 🌱 Erneuerbare Energien für den Ausbau von Solar- und Windkraft
- 🚆 Bahninfrastruktur für die Modernisierung des Schienennetzes
- 🦋 Biodiversität für den Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt
- 🪵 Holzbau für CO₂-Speicherung
- ⚡ Elektromobilität für Ladeinfrastruktur und Förderungen
Österreich ist damit einer der ersten Staaten, der ein grünes Sparprodukt direkt und gebührenfrei an Privatanleger vertreibt (laut BMF und OeBFA).
Welche Vor- und Nachteile hat der Bundesschatz?
Vorteile
- Direktforderung an die Republik Österreich (S&P-Rating AA+), ohne Betragsobergrenze
- Mündelsicher nach § 217 Z 1 ABGB
- Steuereinfach: Die OeBFA führt die KESt automatisch ab
- Keine Gebühren: kein Depot, keine Transaktionskosten, keine Kontoführung
- Fixzins für die gesamte Laufzeit garantiert, kein Kursrisiko
- Mindestanlage nur 100 Euro, keine Obergrenze
- Zinseszins bei Laufzeiten über 12 Monate
- Grüne Varianten: erneuerbare Energien, Bahninfrastruktur und Biodiversität
- Gewinnfreibetrag-fähig (4-Jahres-Variante)
Nachteile
- 27,5 % KESt statt 25 % wie bei Sparbuch und Festgeld
- Netto schlechter als das zinsstärkste AT-Festgeld bei 6 Monaten bis 10 Jahren, wenn du die Zinsen selbst versteuerst
- Harte Zinskürzung bei vorzeitigem Ausstieg aus den langen Laufzeiten
- ID Austria mit Vollfunktion erforderlich, sonst analoger Umweg
- Keine tägliche Verfügbarkeit, das Geld ist über die Laufzeit gebunden
- Maximal 1.000.000 Euro vorzeitige Auszahlung pro Kalenderjahr
Fazit: ein Sicherheitsprodukt, kein Renditeprodukt
Der Bundesschatz wird oft als steuerlich attraktiv beschrieben. Das Gegenteil stimmt: Mit 27,5 % KESt wird er höher besteuert als jedes Sparbuch und jedes Festgeld. Nach den Zinserhöhungen seit September 2026 ist er trotzdem konkurrenzfähiger als noch im Sommer. Gegen steuereinfache Festgelder liegt er bei zwölf Monaten und vier Jahren leicht hinten und bei zehn Jahren gleichauf, das zinsstärkste Festgeld ohne KESt-Abzug bleibt ab sechs Monaten um bis zu 0,56 Prozentpunkte netto voraus.
Seine Stärke liegt woanders. Der Bundesschatz ist das einzige Produkt in Österreich, bei dem die Republik selbst dein Schuldner ist. Wer mehr als 100.000 Euro sicher parken will, bekommt eine Absicherung, die keine Bank bieten kann. Er ist mündelsicher. Und bei zehn Jahren Bindung liegt er mit 2,54 % netto gleichauf mit dem besten steuereinfachen AT-Festgeld.
Unsere Einschätzung: Nimm den Bundesschatz für Beträge über der Einlagensicherungsgrenze, für Mündelgelder, für den Gewinnfreibetrag oder wenn du zehn Jahre steuereinfach binden willst. Wer die Zinsen selbst versteuert, holt ab sechs Monaten mit einem zinsstarken Festgeld mehr heraus, und für täglich verfügbares Geld ist ein Tagesgeld die bessere Wahl. Binde dich nur dann auf zehn Jahre, wenn du das Geld wirklich zehn Jahre entbehren kannst: Der vorzeitige Ausstieg kostet dich den Großteil der Zinsen.
Häufige Fragen zum Bundesschatz
Ist der Bundesschatz sicher?
Ja. Der Bundesschatz ist eine Direktforderung an die Republik Österreich. S&P bewertet Österreich mit AA+ (bestätigt im August 2026), Moody's mit Aa1. Morningstar DBRS hat seine frühere Bestnote AAA im Juni 2026 auf AA (high) gesenkt. Innerhalb Österreichs gibt es trotzdem keinen Schuldner mit besserer Bonität. Die klassische Einlagensicherung schützt Bankeinlagen bis 100.000 EUR, die Haftung der Republik gilt ohne Obergrenze.
Wie hoch sind die Bundesschatz Zinsen aktuell?
Aktuell zahlt der Bundesschatz 2,45 % (1 Monat), 2,60 % (6 Monate, grün), 2,85 % (12 Monate), 3,10 % (4 Jahre, grün) und 3,50 % p.a. (10 Jahre). Nach 27,5 % KESt bleiben davon 1,78 % bis 2,54 %. Der Zinssatz richtet sich nach dem Tag, an dem dein Geld eingeht, und gilt dann fix für die gesamte Laufzeit.
Wie wird der Bundesschatz besteuert?
Bundesschatz-Zinsen unterliegen der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 %. Das ist mehr als die 25 % auf Sparbuch- und Festgeldzinsen. Der Grund steht im selben Paragrafen: § 27a Abs. 1 Z 1 EStG sieht 25 % für Geldeinlagen bei Kreditinstituten vor, § 27a Abs. 1 Z 2 EStG 27,5 % für alle übrigen Kapitaleinkünfte. Der Bundesschatz ist keine Bankeinlage, sondern ein Wertpapier der Republik, und fällt damit unter den höheren Satz. Die KESt wird automatisch von der OeBFA abgeführt, du musst nichts in der Steuererklärung angeben.
Kann ich den Bundesschatz vorzeitig auflösen?
Ja, eine vorzeitige Auszahlung ist jederzeit möglich. Es fallen Liquiditätskosten an, die von den aufgelaufenen Zinsen abgezogen werden – dein eingezahltes Kapital bleibt vollständig erhalten. Die maximale vorzeitige Auszahlung beträgt 1.000.000 EUR pro Kalenderjahr.
Brauche ich ID Austria für den Bundesschatz?
Für den digitalen Zugang brauchst du ID Austria mit Vollfunktion. Seit Juli 2024 gibt es alternativ einen analogen Weg über Post, Telefon oder Postschalter. Die Zinsen sind in beiden Fällen identisch.
Ist der Bundesschatz besser als Festgeld?
Nach Steuern kommt es auf die Laufzeit an. Auf 12 Monate bleiben beim Bundesschatz 2,07 % netto, beim Bigbank Festgeld 2,63 %, das die KESt aber nicht abführt. Gegen steuereinfache Festgelder liegt der Bundesschatz leicht hinten, Kommunalkredit Invest kommt ab 10.000 EUR auf 2,25 %, DenizBank auf 2,18 %. Auf 4 Jahre liegt er mit 2,25 % netto vor der DenizBank (2,10 %), aber hinter der Renault Bank (2,36 %). Bei zehn Jahren liegt er mit 2,54 % netto gleichauf mit dem steuereinfachen Kommunalkredit Invest Festgeld (2,55 %, ab 10.000 EUR): Auf 10.000 EUR bleiben nach Steuern rund 2.977 EUR Zinsen, beim Bigbank Festgeld mit 3,50 % sind es 2.625 EUR bei jährlicher Auszahlung. Unabhängig von der Rendite gilt: Der Bundesschatz ist eine Direktforderung an die Republik Österreich ohne 100.000-Euro-Deckel, dafür ist der vorzeitige Ausstieg teuer.
Gibt es eine Einlagensicherung beim Bundesschatz?
Nein, und das ist kein Nachteil. Beim Bundesschatz hast du eine Direktforderung an die Republik Österreich (S&P-Rating AA+). Die Einlagensicherung schützt nur Bankeinlagen bis 100.000 EUR pro Bank. Die Haftung der Republik steht in der Sicherheitshierarchie darüber und kennt keine Obergrenze.
Was ist der grüne Bundesschatz?
Der grüne Bundesschatz ist in den Laufzeiten 6 Monate und 4 Jahre verfügbar, diese beiden Laufzeiten gibt es nur in Grün. Besteuerung, Gebührenfreiheit und die Regeln für den vorzeitigen Ausstieg sind dieselben wie bei den klassischen Varianten. Der Unterschied: Dein Geld finanziert ausschließlich nachhaltige Projekte wie erneuerbare Energien, Bahninfrastruktur und Biodiversitätsschutz.
Welche Nachteile hat der Bundesschatz?
Drei Nachteile fallen ins Gewicht. Erstens die Steuer: 27,5 % KESt statt 25 % wie bei Sparbuch und Festgeld. Zweitens die Nettorendite, die bei 6 Monaten bis 10 Jahren hinter den zinsstärksten AT-Festgeldern liegt, wenn du deren Zinsen selbst versteuerst. Drittens der vorzeitige Ausstieg aus den langen Laufzeiten, der einen Großteil der Zinsen kostet. Dazu kommt, dass du ID Austria mit Vollfunktion brauchst, wenn du den digitalen Weg gehen willst.
Ist der Bundesschatz mündelsicher?
Ja. Bundesschatzscheine gelten gemäß § 217 Z 1 ABGB als mündelsicher und eignen sich damit für die treuhändische Vermögensanlage, etwa für Minderjährige oder Personen unter Erwachsenenvertretung. Das ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal: Wer Geld für ein Mündel anlegt, hat nur eine begrenzte Auswahl zulässiger Anlageformen, und die meisten Bankprodukte und Fonds gehören nicht dazu.
Was kostet der vorzeitige Ausstieg beim Bundesschatz?
Dein Kapital bekommst du immer vollständig zurück, gekürzt werden nur die Zinsen. Bei den Laufzeiten 1, 6 und 12 Monate werden 0,05 Prozentpunkte je verbleibendem Monat abgezogen. Aus 2,85 % auf 12 Monate werden bei Ausstieg nach 9 Monaten also 2,70 %. Bei den Laufzeiten 4 und 10 Jahre gilt eine Staffeltabelle der OeBFA, und die ist deutlich härter: Wer den 10-Jahres-Bundesschatz im 49. Monat auflöst, bekommt nur 20,42 % des vereinbarten Zinssatzes, aus 3,50 % werden rund 0,71 % p.a. Pro Kalenderjahr sind vorzeitige Auszahlungen bis 1.000.000 Euro möglich.
Ist der Bundesschatz dasselbe wie der deutsche Bundesschatzbrief?
Nein. Den deutschen Bundesschatzbrief gibt es nicht mehr: Die Deutsche Finanzagentur hat das Privatkundengeschäft zum 1. Januar 2013 eingestellt, die letzten Papiere des Typs B liefen am 1. September 2019 aus. Der österreichische Bundesschatz ist ein eigenständiges Produkt, das die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) im April 2024 neu aufgelegt hat. Er ist Anlegern mit Wohnsitz in der EU zugänglich und wird direkt über bundesschatz.at abgeschlossen.
Ist der Bundesschatz besser als ein Tagesgeld?
Für täglich verfügbares Geld nicht. Trade Republic Zinsen zahlt in Österreich 3,00 % p.a. dauerhaft bis 50.000 EUR, nach 25 % KESt bleiben 2,25 %. Der 1-Monats-Bundesschatz bringt 2,45 % brutto und 1,78 % netto und bindet das Geld einen Monat. Dafür ist der Bundesschatz-Zins für die gesamte Laufzeit fix, der Tagesgeldzins kann jederzeit sinken. Und die Republik Österreich haftet ohne Obergrenze, während die Einlagensicherung Tagesgeld bis 100.000 EUR schützt.
Welche Bundesschatz-Laufzeit soll ich wählen?
Das hängt davon ab, wie lange du das Geld sicher nicht brauchst. Für zehn Jahre Bindung ist der 10-Jahres-Bundesschatz mit 3,50 % eine ertragsstarke Wahl, netto liegt er gleichauf mit dem besten steuereinfachen AT-Festgeld. Selbständige, die den Gewinnfreibetrag nutzen, nehmen den grünen 4-Jahres-Bundesschatz mit 3,10 %. Auf 12 Monate mit 2,85 % ist er netto knapp hinter den besten steuereinfachen Festgeldern. Wähle keine lange Laufzeit auf Verdacht: Ein Ausstieg aus dem 10-Jahres-Bundesschatz im 49. Monat lässt nur rund 20 % des vereinbarten Zinssatzes übrig.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
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