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Einlagensicherung in Österreich: Wie sicher ist dein Festgeld?
Geldanlagen

Einlagensicherung in Österreich: Wie sicher ist dein Festgeld?

Dein Festgeld ist bis 100.000 EUR pro Person und Bank gesetzlich geschützt. Wir erklären, wie die Österreichische Einlagensicherung funktioniert und worauf du achten musst.

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 3. April 2026

Was du über die Einlagensicherung wissen musst

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 🏦 Schutz bis 100.000 EUR: Dein Festgeld ist pro Person und Bank gesetzlich abgesichert
  • ⏱️ 7 Arbeitstage Auszahlung: Im Sicherungsfall bekommst du dein Geld innerhalb einer Woche
  • 🛡️ Drei Sicherungseinrichtungen: ESA, S-Haftung (Sparkassen) und ÖRS (Raiffeisen) schützen dein Geld
  • ⚠️ Über 100.000 EUR? Verteile dein Geld auf mehrere Banken für maximalen Schutz

Die Einlagensicherung ist der wichtigste Schutzmechanismus für dein Festgeld in Österreich. Sie garantiert, dass du dein Geld zurückbekommst, falls deine Bank zahlungsunfähig wird – bis zu 100.000 EUR pro Person und Kreditinstitut.

Grundsätzlich gilt: Jede Bank, die in Österreich Einlagen entgegennimmt, muss einer gesetzlichen Sicherungseinrichtung angehören. Das ist keine freiwillige Sache, sondern seit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) von 2015 Pflicht. Die Basis dafür bildet die EU-Richtlinie 2014/49/EU, die in allen EU-Ländern denselben Mindestschutz von 100.000 EUR vorschreibt.

Was heißt das konkret für dich? Wenn du Festgeld bei einer österreichischen Bank anlegst, ist deine Einlage automatisch geschützt. Du musst dich nicht extra anmelden oder einen Vertrag abschließen – der Schutz greift automatisch.

100.000 EUR pro Person und Bank – so funktioniert der Schutz

Die Schutzgrenze beträgt 100.000 EUR pro Person und pro Kreditinstitut. Dabei werden alle deine Konten bei derselben Bank zusammengerechnet: Festgeld, Tagesgeld, Girokonto und Sparbuch zählen zusammen.

Ein Beispiel: Du hast 80.000 EUR auf einem Festgeldkonto und 30.000 EUR auf einem Tagesgeldkonto bei derselben Bank. Das ergibt 110.000 EUR – im Sicherungsfall bekommst du nur 100.000 EUR zurück. Die restlichen 10.000 EUR sind nicht gedeckt.

Achtung: Zinsen zählen dazu: Aufgelaufene Zinsen werden zur Einlage dazugerechnet. Wenn dein Festgeld mit Zinsen über 100.000 EUR kommt, ist der Betrag darüber nicht geschützt. Plane also mit einem kleinen Puffer unter der Grenze.

Gemeinschaftskonten: Doppelter Schutz

Bei Gemeinschaftskonten gilt die 100.000-EUR-Grenze für jeden Kontoinhaber einzeln. Wenn du und dein Partner ein gemeinsames Festgeldkonto habt, sind insgesamt bis zu 200.000 EUR geschützt (je 100.000 EUR pro Person).

Zeitlich begrenzt gedeckte Einlagen: Bis zu 500.000 EUR

In bestimmten Lebenssituationen greift ein erhöhter Schutz von bis zu 500.000 EUR. Das betrifft:

  • Immobilienverkauf: Erlöse aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie (bis 12 Monate nach Eingang)
  • Versicherungsleistungen: Auszahlungen von Versicherungen (bis 12 Monate nach Eingang)
  • Entschädigungen: Schmerzensgelder oder Entschädigungen aus Straftaten

Dafür musst du allerdings innerhalb von 12 Monaten nach dem Sicherungsfall einen schriftlichen Antrag bei der zuständigen Sicherungseinrichtung stellen und Nachweise vorlegen (z.B. Notariatsurkunde beim Immobilienverkauf).

Was ist geschützt – und was nicht?

Nicht alle Geldanlagen fallen unter die Einlagensicherung. Hier die Übersicht:

Geschützt (bis 100.000 EUR) Nicht geschützt
Festgeld / Termineinlagen Aktien und Anleihen
Tagesgeld / Sparkonten Investmentfonds
Girokonten / Gehaltskonten Lebensversicherungen
Sparbücher (alle Arten) Pensionskassen-Guthaben
Bausparverträge Einlagen von Kreditinstituten
Verrechnungskonten (Depot) Einlagen der öffentlichen Hand
Fremdwährungskonten (in EUR umgerechnet) Anonyme Einlagen

Gut zu wissen: Wertpapiere in deinem Depot (Aktien, ETFs, Anleihen) sind ohnehin dein Eigentum und werden im Insolvenzfall an eine andere Bank übertragen. Die Einlagensicherung betrifft hier nur das Guthaben auf dem Verrechnungskonto.

Die drei Sicherungseinrichtungen in Österreich

Österreich hat seit 2021 drei anerkannte Sicherungseinrichtungen, die jeweils für bestimmte Bankgruppen zuständig sind:

Einrichtung Zuständig für Beispiel-Banken
Einlagensicherung AUSTRIA (ESA) Privatbanken, unabhängige Banken Addiko Bank, DenizBank, Wüstenrot, BAWAG, bank99, Austrian Anadi Bank
S-Haftungs GmbH Sparkassen-Gruppe Erste Bank, alle österreichischen Sparkassen
ÖRS (Raiffeisen-Sicherungseinrichtung) Raiffeisen-Bankengruppe Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken, RBI

Jede dieser Einrichtungen verwaltet einen eigenen Einlagensicherungsfonds. Die Banken zahlen regelmäßig Beiträge in diesen Fonds ein – je nach Größe und Risikoprofil des Instituts. Das Geld liegt also schon bereit, bevor ein Sicherungsfall eintritt.

Tipp: Auf der Website der FMA (fma.gv.at) kannst du nachschauen, welcher Sicherungseinrichtung deine Bank angehört. Die ESA veröffentlicht ebenfalls eine vollständige Liste ihrer Mitgliedsinstitute auf einlagensicherung.at.

Was passiert wenn die Bank pleite geht? Der Ablauf im Sicherungsfall

1

FMA stellt Sicherungsfall fest

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) untersagt der Bank die Fortführung des Geschäftsbetriebs und stellt offiziell den Sicherungsfall fest.

2

Sicherungseinrichtung wird aktiv

Die zuständige Sicherungseinrichtung (ESA, S-Haftung oder ÖRS) beginnt mit der Bearbeitung. Du musst keinen Antrag stellen – die Entschädigung erfolgt automatisch.

3

Auszahlung innerhalb von 7 Arbeitstagen

Seit 2024 beträgt die maximale Frist nur noch 7 Arbeitstage. Du musst lediglich eine Kontoverbindung angeben, auf die das Geld überwiesen wird.

4

Prüfung abgeschlossen

Die Sicherungseinrichtung errechnet deinen Anspruch auf Basis der Bankdaten und überweist den Betrag bis maximal 100.000 EUR.

Beispiele aus der Praxis

Dass die Einlagensicherung funktioniert, zeigen diese realen Fälle:

Commerzialbank Mattersburg (2020): Am 14. Juli 2020 stellte die FMA den Sicherungsfall fest. Die ESA entschädigte die Einleger bis 100.000 EUR pro Person. Der Gesamtschaden belief sich auf rund 600 Millionen EUR – der größte Sicherungsfall in der Geschichte der österreichischen Einlagensicherung.

European American Investment Bank – EURAM (2024): Am 16. Oktober 2024 untersagte die FMA den Geschäftsbetrieb der EURAM wegen gravierender Gesetzesverstöße im Bereich der Geldwäscheprävention. Die ESA führte die Entschädigung durch, nachdem die Prüfung der Geldwäschemeldestelle abgeschlossen war.

Ausländische Banken in Österreich – welche Einlagensicherung gilt?

Immer mehr Sparer in Österreich nutzen Festgeld-Angebote von ausländischen Banken. Dabei ist es wichtig zu wissen: Die Einlagensicherung richtet sich nach dem Sitzland der Bank, nicht nach dem Land, in dem du lebst.

Bank Sitzland Einlagensicherung Schutz
Kommunalkredit Invest Österreich ESA (AT) 100.000 EUR
Wüstenrot Bank Österreich ESA (AT) 100.000 EUR
DenizBank Österreich ESA (AT) 100.000 EUR
Addiko Bank Österreich ESA (AT) 100.000 EUR
DKB Deutschland Entschädigungseinrichtung dt. Banken 100.000 EUR
Klarna Schweden Riksgälden (SE) 105.186 EUR
Renault Bank direkt Frankreich FGDR (FR) 100.000 EUR

Grundsätzlich gilt: Innerhalb des EU/EWR-Raums sind deine Einlagen überall mit mindestens 100.000 EUR geschützt. Die Auszahlungsfrist beträgt EU-weit maximal 7 Arbeitstage (Stand: Feber 2026).

Passporting erklärt: Das sogenannte „Passporting“ erlaubt es EU-Banken, ohne eigene Konzession in anderen EU-Ländern tätig zu sein. Die Einlagensicherung bleibt dabei beim Heimatland der Bank. Wenn du also Festgeld bei der DKB (Deutschland) anlegst, greift die deutsche Einlagensicherung – nicht die österreichische.

So verteilst du dein Festgeld optimal auf mehrere Banken

Wenn du mehr als 100.000 EUR anlegen möchtest, ist eine Streuung auf mehrere Banken die sicherste Strategie. Dabei zählt jede Bank als eigenständiges Institut – unabhängig davon, welcher Sicherungseinrichtung sie angehört.

Beispiel: 300.000 EUR optimal verteilt

Bank Betrag Sicherungseinrichtung Schutz
Kommunalkredit Invest (12 Mon., 2,20% p.a.) 100.000 EUR ESA (AT) 100.000 EUR
Wüstenrot FIX (12 Mon., 2,03% p.a.) 100.000 EUR ESA (AT) 100.000 EUR
DKB Festgeld (12 Mon., 2,00% p.a.) 100.000 EUR Deutsche Einlagensicherung 100.000 EUR
Gesamt 300.000 EUR 3 verschiedene Institute 300.000 EUR

In diesem Beispiel sind alle 300.000 EUR vollständig durch die Einlagensicherung geschützt (Stand: Feber 2026). Der gewichtete Durchschnittszins liegt bei rund 2,08% p.a.

Profi-Tipp: Verschiedene Sicherungseinrichtungen nutzen: Für maximale Sicherheit verteilst du dein Geld nicht nur auf verschiedene Banken, sondern auch auf verschiedene Sicherungseinrichtungen. Beispielsweise: 100.000 EUR bei einer ESA-Bank (z.B. Addiko), 100.000 EUR bei einer Sparkasse (S-Haftung) und 100.000 EUR bei einer Raiffeisenbank (ÖRS).

Checkliste für deine Streuungs-Strategie

  • Maximal 95.000 EUR pro Bank: Lasse einen Puffer für Zinsen, damit du die 100.000-EUR-Grenze nicht überschreitest
  • Sicherungseinrichtung prüfen: Schaue auf fma.gv.at oder einlagensicherung.at nach, welcher Einrichtung deine Bank angehört
  • Ausländische Banken beachten: Nutze auch EU-Banken wie DKB oder Klarna – der Schutz ist gleichwertig
  • Regelmäßig überprüfen: Prüfe mindestens einmal im Jahr, ob deine Verteilung noch passt
  • KESt einplanen: Die Kapitalertragsteuer von 25% auf Festgeld-Zinsen reduziert deine Nettorendite, nicht aber den Schutz der Einlagensicherung

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Unsicher, ob sich eher Tagesgeld oder Festgeld für dich lohnt? Und wenn du wissen willst, wie sich die KESt auf deine Festgeld-Erträge auswirkt, findest du alle Infos in unserem Steuer-Ratgeber.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

Mehr erfahren

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Inhaltsverzeichnis

  • Was du über die Einlagensicherung wissen musst
  • 100.000 EUR pro Person und Bank – so funktioniert der Schutz
  • Was ist geschützt – und was nicht?
  • Die drei Sicherungseinrichtungen in österreich
  • Was passiert wenn die Bank pleite geht? Der Ablauf im Sicherungsfall
  • Ausländische Banken in österreich – welche Einlagensicherung gilt?
  • So verteilst du dein Festgeld optimal auf mehrere Banken

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