Zum Inhalt springen
Capitalo
AT
Tagesgeld vs. Festgeld Österreich: Was lohnt sich 2026?

Tagesgeld vs. Festgeld Österreich: Was lohnt sich 2026?

Tagesgeld oder Festgeld? Die Antwort hängt davon ab, wann du dein Geld brauchst. Hier erfährst du die Unterschiede - mit aktuellen Zinssätzen und KESt-Berechnung.

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 21. Oktober 2026
7 Min.

Tagesgeld bringt aktuell bis zu 4,00% p.a. als befristete Aktion bei täglicher Verfügbarkeit. Termineinlagen (Festgeld) liefern bis zu 3,50% p.a. bei fester Laufzeit. Der Zinssatz allein entscheidet also nicht – sondern wie flexibel du sein musst. Bei 50.000 EUR macht schon ein kleiner Zinsvorsprung bis zu 187,50 EUR netto pro Jahr aus. Wir zeigen dir, welche Option wann die klügere Wahl ist.

In Österreich bringt Tagesgeld aktuell bis zu 4,00% p.a. als befristete Aktion bei täglicher Verfügbarkeit. Termineinlagen (Festgeld) liefern bis zu 3,50% p.a. bei fester Laufzeit ab 12 Monaten. Die Spitzensätze liegen bei beiden Produkten nah beieinander – entscheidend ist die Flexibilität, nicht der Zins. Beide Produkte sind bis 100.000 EUR durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt und unterliegen der 25% KESt. Die EZB hat den Einlagesatz am 17.06.2026 und am 16.09.2026 angehoben, auf 2,50%. Eine Termineinlage sichert dir den aktuellen Zins für die gesamte Laufzeit.

Tagesgeld oder Termineinlage: Die Entscheidungsfrage

Fast jeder, der Geld anlegen will, stellt sich irgendwann diese Frage. Einerseits Tagesgeld: täglich verfügbar, variable Verzinsung. Andererseits die Termineinlage (in Österreich auch Festgeld genannt): gebunden auf Zeit, dafür mit fest garantiertem Zinssatz.

Die Entscheidung hängt nicht davon ab, welches Produkt "besser" ist – sondern davon, welche Rolle das Geld in deinem Leben spielt. Hier ist die Kurzformel:

  • Geld, das du jederzeit brauchen könntest → Tagesgeld
  • Geld, das du für einen bestimmten Zeitraum nicht anfassen wirst → Termineinlage
  • Größere Ersparnisse → Kombination aus beiden

Was die meisten überrascht: Bei den Spitzensätzen liegen beide Produkte aktuell eng beieinander.

Tagesgeld vs. Termineinlage: Direkter Vergleich

Tagesgeld und Termineinlage unterscheiden sich in 6 Merkmalen, beim Zins liegen sie mit bis zu 4,00% beim Tagesgeld (als Aktion) und bis zu 3,50% beim Festgeld eng beieinander.

KriteriumTagesgeldTermineinlage (Festgeld)
Zinssatz (AT)bis 4,00% p.a. (befristete Aktion)bis 3,50% p.a.
ZinsbindungVariabel – kann jederzeit angepasst werdenFix für die gesamte vereinbarte Laufzeit
VerfügbarkeitTäglich, ohne FristErst nach Ablauf der Laufzeit (6, 12, 24 Monate)
Vorzeitige AuflösungJederzeit, kostenfreiIn der Regel nicht möglich oder mit Strafzinsen
Einlagensicherung100.000 EUR100.000 EUR
Mindestanlageab 1 EUR (oft keine Mindesteinlage)oft 500–2.000 EUR

💡 Die KESt von 25% fällt bei beiden Produkten gleich an – bei steuereinfachen Banken führt die Bank sie automatisch ab, sonst gibst du die Zinsen in der Steuererklärung an. Wie genau die Steuer auf Festgeld in Österreich berechnet wird, erklären wir im Detail-Ratgeber.

Was das konkret bedeutet – drei Beispiele:

BetragTagesgeld 3,00%Termineinlage 3,50%Unterschied netto p.a.
10.000 EUR300 EUR brutto / 225 EUR netto350 EUR brutto / 262,50 EUR netto+37,50 EUR
25.000 EUR750 EUR brutto / 562,50 EUR netto875 EUR brutto / 656,25 EUR netto+93,75 EUR
50.000 EUR1.500 EUR brutto / 1.125 EUR netto1.750 EUR brutto / 1.312,50 EUR netto+187,50 EUR

Der Rechenweg: Die Beispiele rechnen mit dem höchsten dauerhaften Tagesgeld-Zins in Österreich (3,00% bei Trade Republic Zinsen, bis 50.000 EUR) und dem höchsten 12-Monats-Satz (3,50% beim Bigbank Festgeld), netto nach 25% KESt. Das Bigbank Festgeld ist nicht steuereinfach: Die KESt erklärst du dort selbst, der Nettobetrag bleibt gleich. Bei 0,50 Prozentpunkten Zinsabstand ist der reine Zinsunterschied überschaubar. Umso wichtiger ist die Frage nach der Verfügbarkeit – und ob du dir den Zins für die Laufzeit sichern willst.

Wann Tagesgeld die bessere Wahl ist

Tagesgeld macht Sinn, wenn Flexibilität Vorrang hat, zum Beispiel in diesen vier Situationen.

Notgroschen: Die Faustregel lautet 3 bis 6 Monatsgehälter als eiserne Reserve. Dieses Geld muss jederzeit verfügbar sein – ohne Kündigungsfrist, ohne Wartezeit, ohne Strafzinsen. Wenn du dir unsicher bist, wie das Produkt überhaupt funktioniert, hilft unser Ratgeber Was ist Tagesgeld? beim Einstieg.

Unklarer Zeithorizont: Du weißt noch nicht, wann du das Geld brauchst. Vielleicht planst du in 4 Monaten einen großen Kauf, vielleicht verschiebt sich das auf nächstes Jahr. Tagesgeld gibt dir diese Freiheit.

Erwartung steigender Zinsen: Wenn du davon ausgehst, dass die Zinsen steigen werden, fährst du mit Tagesgeld besser. Du profitierst automatisch von Zinserhöhungen, statt an einem tieferen Festzins gebunden zu sein. (Die EZB hat den Einlagesatz am 17.06.2026 auf 2,25% und am 16.09.2026 auf 2,50% angehoben.)

Kleine Beträge unter 5.000 EUR: Bei 5.000 EUR beträgt der jährliche Netto-Unterschied zwischen Tagesgeld (3,00%) und Termineinlage (3,50%) nur etwa 19 EUR. Die eingeschränkte Verfügbarkeit ist diesen Betrag für die meisten nicht wert.

Wann die Termineinlage die bessere Wahl ist

Die Termineinlage macht Sinn, wenn du Planungssicherheit willst, zum Beispiel in diesen vier Situationen.

Klarer Zeithorizont: Du weißt, dass du das Geld erst in 6, 12 oder 24 Monaten brauchst. Eine Anzahlung für eine Wohnung, ein Auto, eine geplante Reise – das sind klassische Termineinlagen-Situationen. Welche Festgeld-Laufzeit zu deinem Zeithorizont passt, zeigt der passende Ratgeber.

Zinssicherung für die Laufzeit: Grundsätzlich gilt: In Phasen sinkender Zinsen gewinnt die Termineinlage an Attraktivität. Du sicherst dir den aktuellen Zinssatz für die gesamte Laufzeit – egal was die EZB danach entscheidet. Wer jetzt eine 12-Monats-Termineinlage bei 3,50% abschließt, erhält diesen Satz garantiert für volle 12 Monate, auch wenn das allgemeine Zinsniveau bis dahin sinken sollte.

Mittlere und große Beträge: Ab etwa 20.000 EUR summiert sich auch ein kleiner Zinsvorsprung netto spürbar. Bei 50.000 EUR sind es bis zu 187,50 EUR netto mehr pro Jahr – kombiniert mit der Zinssicherung für die Laufzeit ein Argument, das man nicht ignorieren sollte.

Diszipliniertes Sparen: Die Bindung der Termineinlage kann ein Vorteil sein, wenn du dazu neigst, an Ersparnisse heranzugehen. Das Geld ist schlicht nicht verfügbar.

Allerdings: In Phasen stark steigender Zinsen kann die Zinsbindung zum Nachteil werden. Du bleibst am vereinbarten Satz hängen, während Tagesgeld-Zinsen steigen. Das ist grundsätzlich zu bedenken, zumal die EZB den Einlagesatz am 17.06.2026 und am 16.09.2026 angehoben hat.

Die Kombi-Strategie: Beides klug kombinieren

Für die meisten Sparer ist die klügste Lösung keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine Aufteilung. Das Prinzip dahinter ist einfach: Liquiditätsbedarf und Zinsziel separat optimieren.

Beispiel: 40.000 EUR Ersparnisse

BausteinBetragProduktZinssatzNetto-Ertrag p.a.Zweck
Notgroschen12.000 EURTagesgeld3,00%ca. 270 EURJederzeit verfügbar
Zinssicherung20.000 EURTermineinlage 12 Monate3,50%ca. 525 EURZins für 12 Monate festschreiben
Flexible Reserve8.000 EURTagesgeld3,00%ca. 180 EURFür geplante Ausgaben
Gesamt40.000 EURMixØ 3,25%ca. 975 EUR

Zum Vergleich: Alles auf einem klassischen Sparbuch bei durchschnittlich 0,70% (OeNB, August 2026) – rund 210 EUR netto. Der Unterschied beträgt rund 765 EUR pro Jahr. Warum das gute alte Sparbuch heute kaum noch mithält, liest du im Vergleich Sparbuch oder Tagesgeld.

Fortgeschrittene Variante: Die Termineinlagen-Leiter

Statt einer einzigen Termineinlage verteilst du auf verschiedene Laufzeiten – zum Beispiel 6, 12 und 18 Monate. So wird regelmäßig ein Teil fällig: Du behältst teilweise Flexibilität, während der Rest weiterhin den höheren Festzins verdient. Und du kannst bei jeder Fälligkeit neu entscheiden: verlängern, umschichten oder entnehmen.

Aktuelles Zinsniveau in Österreich: Was das für deine Entscheidung bedeutet

Die EZB hat den Einlagesatz von seinem Hochpunkt bei 4,00% (September 2023) schrittweise gesenkt und 2026 in zwei Schritten wieder angehoben; er liegt seit 16.09.2026 bei 2,50%. Weitere Schritte hängen von der Inflationsentwicklung ab.

Was das konkret bedeutet:

Für Tagesgeld: Die Zinsen folgen dem EZB-Kurs mit kleiner Verzögerung. Was heute 3,00% bringt, kann nach der nächsten Zinsentscheidung höher oder niedriger liegen. Tagesgeld-Inhaber erleben das automatisch – ohne etwas tun zu müssen.

Für Termineinlagen: Die aktuellen Spitzensätze von bis zu 3,50% könnten in einigen Monaten nicht mehr verfügbar sein. Wer sich jetzt für eine 12- oder 24-Monats-Termineinlage entscheidet, sichert sich den heutigen Satz für die gesamte Laufzeit. Das ist der wesentliche Vorteil, falls die Zinsen wieder sinken.

Fazit: Termineinlagen bringen für 12 Monate bis zu 3,50%, also 0,50 Prozentpunkte mehr als der höchste dauerhafte Tagesgeld-Zins. Wer einen klaren Zeithorizont hat und das Geld nicht dringend braucht, fährt aktuell mit einer Termineinlage gut.

👉 Tagesgeld vergleichen | 👉 Festgeld vergleichen

Häufige Fragen

Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld (Termineinlage)?

Das hängt von deiner Situation ab. Für den Notgroschen und flexible Rücklagen ist Tagesgeld die bessere Wahl – täglich verfügbar, kein Risiko. Für planbares Geld, das du 6 bis 24 Monate nicht brauchst, bietet die Termineinlage (Festgeld) höhere Zinsen und Zinssicherheit. Die meisten Sparer ab 20.000 EUR profitieren von einer Kombination aus beiden.

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Termineinlage?

In Österreich ist "Termineinlage" der gebräuchlichere Begriff für das, was in Deutschland "Festgeld" heißt. Beide meinen dasselbe: eine Einlage bei einer Bank zu einem festen Zinssatz für eine vereinbarte Laufzeit. Die Begriffe werden auch in AT häufig synonym verwendet.

Wie gross ist der Zinsunterschied aktuell in Österreich?

Der höchste dauerhafte Tagesgeldzins liegt bei bis zu 3,00% p.a. (Trade Republic Zinsen, bis 50.000 EUR), das zinsstärkste 12-Monats-Festgeld zahlt 3,50% p.a. (Bigbank Festgeld). Der Abstand beträgt 0,50 Prozentpunkte. Bei 10.000 EUR sind das 37,50 EUR netto mehr pro Jahr – bei 50.000 EUR entsprechend 187,50 EUR.

Kann ich eine Termineinlage vorzeitig auflösen?

In der Regel nicht oder nur mit Strafzinsen (sogenannte Vorschusszinsen). Das ist der größte Nachteil der Termineinlage gegenüber Tagesgeld. Lege daher nur Geld als Termineinlage an, das du während der Laufzeit sicher nicht brauchst. Im Zweifel lieber eine kürzere Laufzeit wählen.

Sollte ich bei sinkenden EZB-Zinsen Festgeld wählen?

Ja, das kann sinnvoll sein. Mit einer Termineinlage sicherst du dir den aktuellen Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Senkt die EZB die Zinsen später wieder, profitierst du vom heute vereinbarten Satz. Aktuell hat die EZB den Einlagesatz 2026 zweimal angehoben, zuletzt auf 2,50% ab 16.09.2026: Steigen die Zinsen weiter, bleibst du an den vereinbarten Satz gebunden. Der Kernvorteil der Termineinlage zeigt sich in einem Zinssenkungszyklus.

Was ist eine Termineinlagen-Leiter?

Eine Strategie, bei der du Termineinlagen auf verschiedene Laufzeiten verteilst – zum Beispiel je ein Drittel auf 6, 12 und 18 Monate. Vorteil: Regelmäßig wird ein Teil fällig, du behältst teilweise Liquidität und kannst bei jeder Fälligkeit neu entscheiden. So kombinierst du die höheren Festzinsen mit etwas mehr Flexibilität.

Sind Tagesgeld und Termineinlage gleich sicher?

Ja. Beide sind bis 100.000 EUR pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, je nach Bank durch die Einlagensicherung AUSTRIA (ESA), die Sparkassen-Haftungs GmbH oder die Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung. Dieser Schutz greift unabhängig von Laufzeit oder Kontoart. Für Einlagen über 100.000 EUR empfiehlt sich eine Verteilung auf mehrere Banken – das gilt für beide Produkttypen.

Wie werden Zinsen aus Tagesgeld und Termineinlagen besteuert?

Gleich. Auf Zinserträge beider Produkte fällt die 25% Kapitalertragsteuer (KESt) an. Österreichische Banken führen sie automatisch ans Finanzamt ab, bei Banken ohne österreichischen KESt-Abzug (zum Beispiel Bigbank, Klarna oder DKB) erklärst du die Zinsen selbst. Es gibt keinen steuerlichen Unterschied zwischen Tagesgeld und Termineinlage. Wer in einem Jahr wenig andere Einkünfte hat, kann im Rahmen der Veranlagung prüfen, ob ein günstigerer Steuersatz anwendbar ist.

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

Mehr erfahren

LinkedIn-Profil

Jetzt den passenden Anbieter finden

Nutze unseren kostenlosen Vergleich und finde das beste Angebot für deine Bedürfnisse.

Zum Vergleich