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Was ist ein Girokonto? – Definition, Funktionen & Kontoarten in Österreich

Alexander SengerAlexander Senger
Aktualisiert: 3. April 2026
|
8 Min.

Das Wichtigste zum Girokonto auf einen Blick

Ein Girokonto ist dein zentrales Bankkonto für den täglichen Zahlungsverkehr – vom Gehalt über Überweisungen bis zur Kartenzahlung. Hier erfährst du, wie es funktioniert und worauf du in Österreich achten solltest.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • 🏦 Definition: Ein Girokonto ist dein Basiskonto für den täglichen Zahlungsverkehr – Gehalt, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen laufen darüber.
  • 💳 Funktionen: Daueraufträge, Online-Banking, Bankomatkarte, kontaktloses Bezahlen und Dispokredit gehören zum Standard.
  • 📋 Dein Recht: In Österreich hat jeder Anspruch auf ein Basiskonto – auch ohne regelmäßiges Einkommen.
  • 💰 Kosten: Von 0 EUR bis über 10 EUR pro Monat – ein Vergleich spart bis zu 200 EUR im Jahr.

Was genau ist ein Girokonto? – Die Definition

Ein Girokonto – auch Zahlungskonto, Gehaltskonto oder einfach „Konto“ genannt – ist ein Bankkonto, über das du deinen täglichen Zahlungsverkehr abwickelst. Der Begriff „Giro“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Kreislauf“ oder „Umlauf“. Das beschreibt die Funktion ziemlich gut: Geld fließt rein (Gehalt, Sozialleistungen, Überweisungen) und wieder raus (Miete, Einkäufe, Daueraufträge).

Grundsätzlich gilt: Ohne Girokonto ist die Teilnahme am modernen Wirtschaftsleben in Österreich kaum möglich. Dein Arbeitgeber überweist dein Gehalt darauf, die Miete wird per Lastschrift abgebucht, und an der Kassa bezahlst du kontaktlos mit der Bankomatkarte.

Wichtig: Ein Girokonto ist kein Sparkonto. Während du auf einem Girokonto Geld für den täglichen Bedarf hältst, ist ein Sparkonto oder Tagesgeldkonto zum Ansparen gedacht – mit höherer Verzinsung, aber weniger Zahlungsfunktionen.

Welche Funktionen hat ein Girokonto?

Ein modernes Girokonto in Österreich bietet deutlich mehr als nur ein Konto, auf das Geld ein- und ausgezahlt wird. Hier sind die wichtigsten Funktionen im Überblick:

Gehalts- und Pensionseingang

Die Kernfunktion: Dein Arbeitgeber oder die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) überweist dein Einkommen auf das Girokonto. Viele Banken bieten günstigere Konditionen, wenn regelmäßige Eingänge vorliegen – bei der DKB etwa ist das Konto ab 700 EUR monatlichem Geldeingang kostenlos (Stand: März 2026).

Überweisungen und Daueraufträge

Du kannst jederzeit Geld an andere Konten überweisen – innerhalb Österreichs, in der EU (SEPA) und seit Oktober 2025 auch als Sofortüberweisung (Instant Payment) ohne Aufpreis. Daueraufträge für wiederkehrende Zahlungen wie Miete oder Versicherungen richtest du einmal ein, und sie laufen automatisch.

Lastschriften

Bei einer Lastschrift erlaubst du einem Unternehmen, fällige Beträge direkt von deinem Konto abzubuchen – typisch für Strom, Internet oder Handyvertrag. Du kannst Lastschriften innerhalb von 8 Wochen widerrufen lassen.

Bankomatkarte und kontaktloses Bezahlen

Zum Girokonto gehört in der Regel eine Bankomatkarte (Debitkarte). Damit hebst du Bargeld ab und bezahlst im Geschäft kontaktlos per NFC. Apple Pay und Google Pay sind bei den meisten Anbietern mittlerweile Standard.

Online-Banking und Mobile App

Über Online-Banking oder die Banking-App erledigst du Überweisungen, prüfst deinen Kontostand und verwaltest Daueraufträge – rund um die Uhr, ohne Filiale. Laut OeNB nutzen bereits 78 % der Österreicher Online-Banking.

Dispokredit (Kontoüberziehung)

Viele Banken räumen dir einen Überziehungsrahmen ein. Das heißt: Du kannst dein Konto bis zu einem vereinbarten Betrag ins Minus überziehen. Allerdings sind die Zinsen dafür hoch – zwischen 6,80 % und 13,40 % p.a. je nach Anbieter (Stand: März 2026). Verwende den Dispo daher nur für kurze Engpässe.

Vorsicht beim Dispokredit: Dispozinsen in Österreich liegen zwischen 6,80 % und 13,40 % p.a. (Stand: März 2026). Bei einer dauerhaften Überziehung von 2.000 EUR zahlst du bis zu 268 EUR Zinsen pro Jahr. Besser: Einen günstigeren Kredit aufnehmen, wenn du länger Geld brauchst.

Welche Kontoarten gibt es in Österreich?

In Österreich gibt es verschiedene Girokonto-Varianten, die auf unterschiedliche Lebenssituationen zugeschnitten sind:

KontoartZielgruppeBesonderheit
GehaltskontoArbeitnehmerOft günstigere Konditionen bei regelmäßigem Eingang
PensionskontoPensionistenÄhnlich wie Gehaltskonto, für Pensionseingänge
JugendkontoUnter 18 JahreMeist kostenlos, eingeschränkter Überziehungsrahmen
StudentenkontoStudierende (bis 26/27)Oft gebührenfrei mit Studienbestätigung
BasiskontoJedermannGesetzliches Recht auf grundlegende Kontofunktionen
Premium-KontoVielnutzerInkl. Versicherungen, Kreditkarte, höhere Kosten
GemeinschaftskontoPaare, WGsGemeinsame Kontoführung mit zwei Karteninhabern

Das Basiskonto – dein gesetzliches Recht

Seit der Umsetzung des Verbraucherzahlungskontogesetzes (VZKG) hat in Österreich grundsätzlich jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen. Die Bank darf den Antrag nur in wenigen Ausnahmefällen ablehnen – etwa wenn du bereits ein Basiskonto bei einer anderen Bank hast.

Basiskonto in Österreich: Jeder hat ein Recht auf ein Basiskonto – unabhängig von Einkommen oder Bonität. Es umfasst: Kontoeröffnung, Einzahlungen, Überweisungen, Lastschriften und eine Zahlungskarte. Die Gebühren müssen angemessen sein.

Was kostet ein Girokonto?

Die Kosten für ein Girokonto in Österreich variieren stark. Grundsätzlich setzen sie sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

Typische Kostenblöcke:

  • Kontoführungsgebühr: 0 bis 16,90 EUR pro Monat
  • Bankomatkarte: Meist inklusive (0 EUR)
  • Kreditkarte: 0 bis 40 EUR pro Jahr (wenn inkludiert)
  • Bargeldbehebung im Inland: Meist kostenlos am eigenen Netzwerk
  • Bargeldbehebung im Ausland: 0 bis 2 EUR pro Abhebung
  • Dispozinsen: 6,80 bis 13,40 % p.a. (Stand: März 2026)
  • Fremdwährungsgebühr: 0 bis 0,75 % des Betrags

Top-5 Girokonten in Österreich im Überblick

AnbieterKontoMonatliche GebührDispo-ZinsCapitalo Score
DKBGirokonto0 EUR (ab 700 EUR Eingang)7,91 %4,1 – Sehr gut
N26Standard0 EUR8,90 %3,8 – Gut
Anadi BankGehalts-/Pensionskonto0 EUR (ab 1.340 EUR Eingang)9,10 %3,9 – Gut
DADAT BankGehaltskonto0 EUR (ab 1.000 EUR Eingang)6,80 %3,7 – Gut
Bank DirektGehaltskonto0 EUR (ab 1.500 EUR Eingang)6,90 %3,7 – Gut

👉 Zum vollständigen Girokonto Vergleich

Tipp: Gesamtkosten vergleichen: Schau nicht nur auf die Kontoführungsgebühr. Berücksichtige auch Kartengebühren, Bargeldbehebungen im Ausland und Dispozinsen. Ein „kostenloses“ Konto kann durch hohe Dispozinsen trotzdem teuer werden.

Girokonto vs. Sparkonto – Was ist der Unterschied?

Eine der häufigsten Fragen: Was unterscheidet ein Girokonto eigentlich von einem Sparkonto? Die Antwort ist einfach – der Zweck ist ein anderer.

KriteriumGirokontoSparkonto / Tagesgeld
ZweckTäglicher ZahlungsverkehrGeld ansparen
ZugriffJederzeit, unbegrenztJederzeit (Tagesgeld) oder mit Bindung (Festgeld)
VerzinsungKeine oder sehr niedrigHöher (aktuell 1–3 % p.a.)
KartenzahlungJa (Bankomatkarte, Kreditkarte)Nein
ÜberweisungenJaNur auf Referenzkonto
LastschriftenJaNein
DaueraufträgeJaNein

Grundsätzlich gilt: Du brauchst ein Girokonto für den Alltag und ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto zum Sparen. Die beiden ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Welche Rechte hast du als Kontoinhaber in Österreich?

Österreich bietet vergleichsweise starken Konsumentenschutz im Bankensektor. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) beaufsichtigen alle Kreditinstitute.

Basiskonto-Recht (VZKG)

Wie bereits erwähnt: Jeder hat Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen. Die Kosten dafür müssen angemessen sein.

Transparenzpflichten

Banken müssen vor Vertragsabschluss alle Gebühren, Zinsen und Konditionen klar und verständlich offenlegen. Nachträgliche Gebührenerhöhungen müssen rechtzeitig angekündigt werden.

Starke Kundenauthentifizierung (SCA)

Seit der PSD2-Umsetzung brauchst du für Online-Banking und Kartenzahlungen im Internet zwei Sicherheitsfaktoren – etwa App-Freigabe plus PIN. Das schützt dich vor unbefugtem Zugriff. Die OeNB empfiehlt zusätzlich: aktuelles Betriebssystem verwenden, keine Zugangsdaten weitergeben und Push-TAN-Freigaben kritisch prüfen.

Pfändungsschutz

Falls dein Konto gepfändet wird: In Österreich gibt es einen Pfändungsschutz, der sicherstellt, dass dir das gesetzliche Existenzminimum verbleibt. Die Umwandlung in ein geschütztes Konto muss die Bank innerhalb weniger Tage durchführen. Beratung bieten die Arbeiterkammer und Schuldnerberatungsstellen.

Rücktrittsrecht

Bei online abgeschlossenen Kontoverträgen hast du 14 Tage Rücktrittsrecht (Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz, FAGG).

Girokonto eröffnen – so geht’s

Die Kontoeröffnung ist heute in den meisten Fällen online möglich und dauert weniger als 15 Minuten.

1

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2

Online-Antrag ausfüllen

Du brauchst: Lichtbildausweis, Meldezettel und deine persönlichen Daten.

3

Identität bestätigen

Per Videoident (bequem von zuhause) oder persönlich in einer Filiale.

4

Konto aktivieren

Nach der Bestätigung erhältst du deine Bankomatkarte und die Zugangsdaten für das Online-Banking.

👉 Ausführliche Anleitung: Girokonto eröffnen in Österreich

Alexander Senger

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Gründer & Geschäftsführer

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.

Erfahrung

15+ Jahre Finanzbranche

Qualifikation

Diplom-Finanzfachwirt (FH)

Registrierung

§34c & §34d GewO

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Inhaltsverzeichnis

  • Das Wichtigste zum Girokonto auf einen Blick
  • Was genau ist ein Girokonto? – Die Definition
  • Welche Funktionen hat ein Girokonto?
  • Welche Kontoarten gibt es in Österreich?
  • Was kostet ein Girokonto?
  • Girokonto vs. Sparkonto – Was ist der Unterschied?
  • Welche Rechte hast du als Kontoinhaber in Österreich?
  • Girokonto eröffnen – so geht’s

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