Nebenkosten beim Hauskauf

Autor
Robert Prazak | Aktualisiert am 20. Feber 2021
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Vom Knusperhäuschen am Land bis zur Nobelvilla in der Stadt – der Traum vom eigenen Haus kann viele Ausprägungen haben. Die Auswahl an geeigneten Immobilien ist groß, potenzielle Hauskäufer haben die Qual der Wahl. Voraussetzung ist aber, als Käufer das nötige Kleingeld für das Haus parat zu haben bzw. die nötige Finanzierung zu schaffen. Dabei wird oft auf einen wichtigen Punkt vergessen: Die Nebenkosten beim Hauskauf

Diese Nebenkosten können sich zu einem ordentlichen Betrag summieren, der leicht das ganze Projekt des Hauskaufs gefährden kann. Schließlich ist es eine ganze Palette an Kosten, die zum eigentlichen Kaufpreis dazukommen kann – von der Steuer über Anwaltskosten bis zu einer möglichen Maklerprovision.

Gibt es eine Faustformel für die Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie?

Im Regelfall machen die Kaufnebenkosten ungefähr 10 Prozent des Kaufpreises aus – diese Faustformel passt für eine grobe Abschätzung, kann aber von Fall zu Fall variieren, beispielsweise wenn für den Kauf kein Makler nötig ist. 

Welche Nebenkosten kommen konkret auf mich zu?

Die wichtigsten Nebenkosten in Österreich für den Immobilienkauf sind: 

  • Grunderwerbsteuer
  • Gebühr für Eintragung ins Grundbuch
  • Anwalts- bzw. Notarkosten
  • mögliche Maklerprovision

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer in Österreich beträgt 3,5 Prozent. Das macht bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro immerhin 10.500 Euro aus. Bei unentgeltlichem Kauf von Grundstücken gilt zwischen begünstigten Personen – also vor allem innerhalb der Familie – ein reduzierter Steuersatz in einem Stufenmodell zwischen 0,5 Prozent (erste 250.000 Euro) und 3,5 Prozent (über 400.000 Euro). 

Was kostet die Eintragung ins Grundbuch in Österreich?

Das Eigentumsrecht am Haus oder an der Wohnung muss zwingend ins Grundbuch eingetragen werden – darin sind alle Grundstücke in Österreich verzeichnet. Diese Eintragungsgebühr beträgt 1,1 Prozent des Kaufpreises. Aber Achtung: Wenn die Immobilie durch eine Bank finanziert wurde, kommen noch 1,2 Prozent des Pfandbetrags (= die Höhe der Hypothek) als weitere Gebühr hinzu. Die Eingabegebühr für die Eintragung beträgt 44 Euro bei Nutzung des elektronischen Rechtsverkehrs, sonst 62 Euro. 

Wozu muss ich für Anwalt bzw. Notar etwas zahlen?

Ein Kaufvertrag für eine Immobilie sollte von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt werden, damit es speziell bei einem Kauf von Privatpersonen nicht zu Problemen oder Missverständnissen kommt. Die Kosten für die Vertragserstellung betragen im Regelfall rund 2 bis 3 Prozent des Kaufpreises. Notar oder Rechtsanwalt geben aber auch Sicherheit, weil sie sich unter anderem um wichtige Fragen wie die mögliche Belastung einer Immobilie mit Hypotheken kümmern. 

Gibt es sonstige Nebenkosten bei Anwalt bzw. Notar?

Die Beglaubigung der Unterschrift auf einem Kaufvertrag bzw. auf der sogenannten Pfandbestellungsurkunde für die Finanzierung (Darlehen der Bank) muss notariell oder gerichtlich beglaubigt werden. Die Gebühren dafür richten sich nach dem Kaufpreis bzw. der Höhe des Darlehens (Hypothek). Wer einen Notar bzw. Anwalt für den Kauf der Immobilie benötigt, könnte gleich im Vorhinein ausmachen, dass diese Beglaubigung im Honorar enthalten ist.

Wie hoch kann die Maklerprovision sein?

Kein Makler kann Provisionen verlangen, wie es ihm gerade Spaß macht – vielmehr gibt es in Österreich strikte Vorgaben über die Höhe der Maklerprovisionen. Diese lauten wie folgt: 

  • Kaufpreis bis 36.336,42 Euro: maximal 4 Prozent Provision
  • Kaufpreis ab 36.336,42 bis 48.488,51 Euro: genau 1.453,46 Euro Provision
  • Kaufpreis ab 38.488,51 Euro: maximal 3 Prozent Provision

Aufpassen: Jeweils 20 Prozent Umsatzsteuer müssen dazugerechnet werden. Und wer bezahlt die Maklerprovision? Diese werden meistens zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Provision nur der Käufer oder nur der Verkäufer bezahlt. 

Wie kann ich bei den Nebenkosten sparen?

Manche Nebenkosten sind einfach nicht zu ändern, da kann man als Hauskäufer recht wenig dagegen tun. Es gibt aber doch Möglichkeiten, diese Ausgaben niedrig zu halten – etwa, indem mit dem Anwalt eine Pauschalsumme ausgemacht wird, anstatt die Kammertarife zur Anwendung zu bringen. Vor der Auswahl des Notars bzw. Anwalts mehrere Angebote vergleichen, die Preisunterschiede können beträchtlich sein. Außerdem sollte man die Maklerprovision genau ansehen, ob sie den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Hier besteht eventuell auch die Möglichkeit, die Provision mit dem Verkäufer zu teilen, statt sie zur Gänze zu übernehmen. 

Was sollte ich bei den Nebenkosten bedenken?

  • Kosten nicht unterschätzen: Im Eifer des Gefechts bzw. bei der Vorfreude auf das eigene Haus werden die Nebenkosten gerne beiseite geschoben. Doch das kann Auswirkungen haben – bis zur möglicherweise nötigen Aufstockung des Darlehens. 
  • Laufende Kosten: Gibt es weitere Nebenkosten, die rund um den Kauf einer Immobilie auf sie warten? Denken Sie nur an laufende Betriebskosten der Wohnung, die jetzt bewohnt wird – diese müssen ja bis zum Umzug weiterhin bezahlt werden. Auch Versicherungsprämien müssen berücksichtigt werden. 
  • Nebenkosten der Finanzierung: Künftige Hausbesitzer dürfen die Nebenkosten einer möglichen Finanzierung nicht vergessen, also etwa eines Hypothekardarlehens. Dazu zählen unter anderem die Eintragungsgebühr in das Grundbuch für diese Hypothek oder steuerliche Gebühren bei Krediten. 

Hier sind die wichtigsten Kostenfallen beim Hauskauf im Überblick

Nebenkosten beim HauskaufHöhe der Kosten
1. MaklergebührenMax. 3% bis 4% des Kaufpreises, zzgl. 20% Umsatzsteuer
2. Rechtsanwalt-, Notar-, GrundbuchkostenCa. 2,1% bis 5,3% des Kaufpreises
3. Grunderwerbsteuerzwischen 0,5 und 3,5 Prozent des Kaufpreises, mindestens aber des Grundstückswerts
4. GutachterkostenCa. 500 bis 600 Euro

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Über den Autor Robert Prazak

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.

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