Was du über die Geschäftskonto-Eröffnung wissen musst
- 🏦 Eröffnung: Online in wenigen Minuten (FinTechs) oder persönlich in der Filiale (Großbanken)
- 📋 Unterlagen: Lichtbildausweis, Gewerbeschein oder Firmenbuchauszug, je nach Rechtsform
- ⏱️ Dauer: EPU ab 10 Minuten (online), GmbH bis zu 2-3 Wochen (Compliance-Prüfung)
- 💰 Kosten: Von 0 EUR (FinTech-Anbieter) bis über 300 EUR/Jahr (traditionelle Banken)
Du willst ein Geschäftskonto eröffnen? Hier findest du die komplette Anleitung mit allen Unterlagen je Rechtsform, den Ablauf Schritt für Schritt und den Vergleich Online vs. Filiale.
Ein Geschäftskonto ist das finanzielle Fundament für jede unternehmerische Tätigkeit in Österreich. Es trennt deine privaten Finanzen von betrieblichen Geldflüssen – und das ist nicht nur sinnvoll, sondern faktisch obligatorisch. Das Finanzamt, die Sozialversicherung und dein Steuerberater erwarten eine saubere Trennung.
Grundsätzlich gilt: Auch wenn kein eigenes Gesetz ein Geschäftskonto explizit vorschreibt, kommst du in der Praxis nicht darum herum. Spätestens bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder einer Betriebsprüfung brauchst du nachvollziehbare, getrennte Kontobewegungen. Ob du ein EPU, eine GmbH oder einen Verein betreibst – ein eigenes Geschäftskonto ist der erste Schritt.
Die gute Nachricht: Die Eröffnung ist heute einfacher als je zuvor. Du kannst ein Firmenkonto innerhalb weniger Minuten online eröffnen oder persönlich in einer Filiale. In dieser Anleitung zeigen wir dir den gesamten Prozess – mit den richtigen Unterlagen, je nach Rechtsform.
Geschäftskonto eröffnen in 5 Schritten
Bank auswählen und Konditionen vergleichen
Bevor du loslegst, solltest du die Angebote verschiedener Banken vergleichen. Achte auf Kontoführungsgebühren, Transaktionskosten, enthaltene Debitkarten und digitale Funktionen wie Buchhaltungs-Anbindungen. In unserem Geschäftskonto-Vergleich findest du alle aktuellen Konditionen auf einen Blick.
Unterlagen je nach Rechtsform vorbereiten
Welche Dokumente du brauchst, hängt von deiner Unternehmensform ab. Ein EPU benötigt andere Nachweise als eine GmbH oder ein Verein. Die vollständige Checkliste findest du weiter unten. Wichtig: Der Firmenbuchauszug darf nicht älter als sechs Wochen sein.
Antrag stellen – online oder in der Filiale
Bei den meisten Banken kannst du den Antrag komplett online ausfüllen. Du lädst deine Dokumente hoch und gibst die Firmendaten ein. Alternativ vereinbarst du einen Termin in der nächsten Filiale. Gründer können die eGründung über das Unternehmensserviceportal (USP) mit ID Austria nutzen.
Legitimation durchführen
Die Bank muss deine Identität prüfen – das ist gesetzlich vorgeschrieben (FM-GwG). Dafür gibt es drei Wege: Video-Ident (circa 10 Minuten, FMA-konform seit Jänner 2017), ID Austria oder persönliche Vorlage des Ausweises in der Filiale. Halte deinen Reisepass oder Personalausweis bereit.
Konto-Freischaltung und Zugangsdaten erhalten
Nach erfolgreicher KYC-Prüfung wird dein Konto freigeschaltet. Bei Online-Banken erhältst du deine IBAN oft sofort. Die physische Debitkarte kommt per Post – rechne mit 5 bis 10 Werktagen. Danach kannst du direkt mit dem Zahlungsverkehr starten.
Welche Unterlagen brauchst du? Checkliste nach Rechtsform
Die benötigten Dokumente unterscheiden sich je nach Rechtsform erheblich. Diese Tabelle gibt dir einen Überblick, was du vorbereiten musst:
| Unterlage | EPU | GmbH | Verein | Freiberufler |
|---|---|---|---|---|
| Amtlicher Lichtbildausweis | ✅ | ✅ (alle Geschäftsführer) | ✅ (Vorstand) | ✅ |
| Gewerbeschein | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ |
| Firmenbuchauszug (max. 6 Wochen) | ✅* | ✅ | ❌ | ❌ |
| Gesellschaftsvertrag | ❌ | ✅ | ❌ | ❌ |
| Vereinsregisterauszug | ❌ | ❌ | ✅ | ❌ |
| Vereinssatzung | ❌ | ❌ | ✅ | ❌ |
| Berufsberechtigung / Kammerbestätigung | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| WiEReG-Nachweis | ❌ | ✅** | ❌ | ❌ |
| Meldezettel / Adressnachweis | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ |
*Nur bei protokollierten EPU. **Wenn nicht alle Gesellschafter natürliche Personen und im Firmenbuch eingetragen sind.
Was ist das WiEReG?
Das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) verpflichtet Unternehmen, ihre wirtschaftlichen Eigentümer – also die natürlichen Personen hinter einer Gesellschaft – zu melden. Die Meldung erfolgt über das Unternehmensserviceportal (USP) und muss innerhalb von vier Wochen nach Firmenbucheintrag erfolgen. Bei Versäumnis drohen Geldstrafen bis zu 200.000 EUR. Banken sind verpflichtet, diesen Nachweis bei der Kontoeröffnung einzuholen.
Wenn du eine GmbH gründest, plane etwas mehr Zeit für die Unterlagenbeschaffung ein. Der Firmenbuchauszug, der Gesellschaftsvertrag und die Ausweise aller Geschäftsführer müssen gleichzeitig vorliegen. Für detaillierte Informationen zu den benötigten Dokumenten empfehlen wir unseren Ratgeber zu Unterlagen und Voraussetzungen.
Online oder Filiale? Der Direktvergleich
Beim Geschäftskonto eröffnen hast du grundsätzlich zwei Wege: die digitale Online-Eröffnung oder den persönlichen Gang in die Bankfiliale. Beide haben klare Vor- und Nachteile.
| Kriterium | Online-Eröffnung | Filial-Eröffnung |
|---|---|---|
| Dauer | 10 Minuten bis 3 Werktage | Gleicher Tag bis 3 Wochen |
| Legitimation | Video-Ident, ID Austria | Persönlich mit Ausweis |
| Beratung | Chat, Telefon, E-Mail | Persönlich, individuell |
| Kosten | Oft günstiger (0–10 EUR/Monat) | Meist 10–30 EUR/Monat |
| Verfügbarkeit | 24/7 | Nur zu Öffnungszeiten |
| Typische Anbieter | Qonto, Holvi, Vivid, Wallester | Erste Bank, BAWAG, Raiffeisen |
| Ideal für | EPU, Freelancer, Start-ups | GmbH, komplexe Strukturen |
Wenn du als EPU oder Freelancer ein unkompliziertes Konto brauchst, ist die Online-Eröffnung in den meisten Fällen der schnellere und günstigere Weg. FinTech-Anbieter wie Qonto oder Holvi haben den Prozess so weit optimiert, dass du innerhalb von Minuten eine IBAN erhältst.
Für GmbHs mit mehreren Geschäftsführern oder komplexeren Eigentümerstrukturen kann der Filialweg sinnvoller sein. Die persönliche Beratung hilft bei Spezialfragen rund um Rahmenkredit, SEPA-Firmenlastschrift oder Multi-User-Banking.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Die Kosten für ein Geschäftskonto in Österreich variieren stark – von kostenlos bis über 300 EUR pro Jahr. Die wichtigsten Kostenfaktoren sind Kontoführungsgebühr, Transaktionskosten und Kartengebühren.
Grundsätzlich gilt: FinTech-Anbieter sind oft deutlich günstiger als traditionelle Banken. Ein kostenloses Geschäftskonto findest du etwa bei Vivid Money (Free Start und Standard) oder Wallester (Business Free). Traditionelle Banken wie Erste Bank/Sparkasse berechnen für das s Geschäftskonto ab 10,41 EUR pro Monat (Stand: April 2026).
Einen detaillierten Gebührenvergleich aller Anbieter findest du auf unserer Seite Geschäftskonto Kosten im Detail. Wenn du gezielt nach Konten ohne Grundgebühr suchst, hilft dir unser Überblick zu kostenlosen Geschäftskonten.
KYC und Geldwäscheprävention: Warum fragt die Bank so viel?
Wenn du ein Geschäftskonto eröffnest, wirst du feststellen, dass Banken viele Informationen und Dokumente verlangen. Das liegt an den gesetzlichen KYC-Anforderungen (Know Your Customer), die im Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG, §6) geregelt sind.
Die Bank muss folgende Sorgfaltspflichten erfüllen:
- Identitätsfeststellung: Wer bist du? Wer sind die Geschäftsführer?
- Wirtschaftliche Eigentümer: Wer steht wirtschaftlich hinter dem Unternehmen? (WiEReG-Nachweis)
- Geschäftszweck: Was macht dein Unternehmen?
- Mittelherkunft: Woher stammt das Kapital?
Diese Prüfungen dienen der Geldwäscheprävention und der Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung. Sie sind keine Schikane der Bank, sondern gesetzliche Pflicht – überwacht von der Finanzmarktaufsicht (FMA). Je einfacher deine Unternehmensstruktur, desto schneller läuft die Prüfung. Ein EPU ist in der Regel in Minuten verifiziert, bei einer GmbH mit mehreren Gesellschaftern kann die Prüfung einige Tage dauern.
Einlagensicherung: Deine Einlagen auf einem österreichischen Geschäftskonto sind bis zu 100.000 EUR pro Bank durch die österreichische Einlagensicherung (ESF) geschützt. Das gilt sowohl für Privat- als auch für Firmenkonten – vorausgesetzt, die Bank hat ihren Sitz in Österreich oder ist Mitglied der Einlagensicherung Austria.
Häufige Fragen zur Geschäftskonto-Eröffnung
Ist ein Geschäftskonto in Österreich Pflicht?
Gesetzlich gibt es kein explizites Geschäftskonto-Gebot. In der Praxis ist die Trennung von privaten und betrieblichen Finanzen allerdings faktisch obligatorisch – das Finanzamt und die Sozialversicherung verlangen nachvollziehbare, getrennte Kontobewegungen. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Ist ein Geschäftskonto Pflicht?
Kann ich mein Privatkonto als Geschäftskonto nutzen?
Theoretisch ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Gemischte Konten machen die Buchhaltung komplex, erhöhen das Risiko bei Betriebsprüfungen und viele Banken verbieten die gewerbliche Nutzung von Privatkonten in ihren AGB.
Wie lange dauert die Eröffnung eines Geschäftskontos?
Das hängt von der Bank und deiner Rechtsform ab. Bei Online-Banken wie Qonto, Holvi oder Vivid ist das Konto für EPU oft innerhalb von 10 bis 30 Minuten eröffnet. Bei traditionellen Banken rechne mit 1 bis 3 Werktagen (EPU) oder 2 bis 3 Wochen (GmbH mit Compliance-Prüfung).
Welche Bank ist die beste für ein Geschäftskonto?
Das hängt von deinen Anforderungen ab. Für EPU und Freelancer bieten FinTechs wie Qonto, Holvi oder Vivid Money günstige und digitale Lösungen. Für größere Unternehmen oder GmbHs mit Filialbedarf eignen sich Erste Bank, BAWAG oder Raiffeisen. Vergleiche die aktuellen Konditionen in unserem Geschäftskonto-Vergleich.
Brauche ich als Kleinunternehmer ein Geschäftskonto?
Ja, auch als Kleinunternehmer ist ein eigenes Geschäftskonto empfehlenswert. Es erleichtert die Buchhaltung, macht dich professioneller gegenüber Kunden und vereinfacht die Steuererklärung. Viele Banken bieten spezielle Konten für Kleinunternehmer und EPU ab wenigen Euro pro Monat.
Was passiert bei der KYC-Prüfung?
KYC steht für „Know Your Customer“. Die Bank prüft deine Identität, den Geschäftszweck und bei Gesellschaften die wirtschaftlichen Eigentümer. Das ist gesetzlich vorgeschrieben (FM-GwG) und dient der Geldwäscheprävention. Für ein EPU dauert das in der Regel wenige Minuten, bei komplexeren Strukturen einige Tage.
So bewerten wir Geschäftskonten: Der Capitalo Score
Unsere Bewertungsmethodik
Warum wir anders bewerten
Die meisten Vergleichsportale zeigen dir Sternchen – aber nicht, wie sie entstehen. Wir machen das anders: Der Capitalo Score ist eine transparente, nachvollziehbare Bewertung nach über 140 Kriterien, die wir für jede Produktkategorie individuell entwickelt haben.
Unser Versprechen:
- Transparent: Jede Bewertung ist nachvollziehbar
- Objektiv: Kriterien basieren auf messbaren Fakten
- Aktuell: Quartalsweise Anpassung an Marktentwicklungen
- Rechtlich fundiert: Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben
Bewertungsskala (Schwellenwerte):
- 126-140 Punkte: Hervorragend
- 112-125 Punkte: Sehr gut
- 84-111 Punkte: Gut
- 70-83 Punkte: Befriedigend
- 48-59 Punkte: Ausreichend
- 24-47 Punkte: Mangelhaft
- < 24 Punkte: Ungenügend
Bewertungskategorien
So setzt sich der Capitalo Score zusammen
Je mehr Punkte ein Produkt erreicht, desto besser die Bewertung.
7 Kategorien werden objektiv bewertet
Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
