GmbH-Geschäftskonto in Österreich: Was du wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- 🏦 Pflicht für GmbH: Ein eigenes Geschäftskonto ist faktisch Pflicht – für die Stammeinlage und die Trennung von Privat- und Firmenvermögen.
- 💰 Kosten: Zwischen 0 und 29 EUR/Monat für kleine GmbHs, ab 29 EUR für Konten mit Buchhaltungsanbindung.
- ⚠️ Nicht jedes Konto passt: N26 Business ist nur für Einzelunternehmer – bei einer GmbH brauchst du einen Anbieter, der juristische Personen akzeptiert.
- 📋 KYC-Unterlagen: Firmenbuchauszug, Gesellschaftsvertrag, Ausweise aller Geschäftsführer und wirtschaftlichen Eigentümer.
Welches Geschäftskonto passt zu deiner GmbH? Wir vergleichen Kosten, Features und Konditionen der besten Anbieter in Österreich.
Du gründest eine GmbH in Österreich oder hast bereits eine und suchst das passende Geschäftskonto? Seit dem GesRÄG 2023 liegt das Mindeststammkapital bei nur noch 10.000 EUR (vorher 35.000 EUR) – das macht die GmbH-Gründung deutlich attraktiver. Allerdings brauchst du für die Einzahlung des Stammkapitals zwingend ein Geschäftskonto. Welche Anbieter für GmbHs geeignet sind, was sie kosten und worauf du achten solltest, erfährst du hier.
Ist ein Geschäftskonto für eine GmbH Pflicht?
Kurze Antwort: Ja, faktisch schon. Es gibt zwar kein einzelnes Gesetz, das explizit ein „GmbH-Geschäftskonto“ vorschreibt. Allerdings ergeben sich aus mehreren Regelungen klare Pflichten:
- Stammkapitaleinzahlung: Mindestens 5.000 EUR müssen bei der Gründung auf ein Konto eingezahlt werden (§ 6a GmbHG). Dafür braucht die GmbH ein eigenes Konto – ein Privatkonto reicht nicht.
- Trennungsprinzip: Als juristische Person hat die GmbH ein eigenes Vermögen, getrennt vom Privatvermögen der Gesellschafter. Das Finanzamt erwartet eine saubere Trennung.
- Buchhaltungspflicht: GmbHs sind zur doppelten Buchführung verpflichtet (§ 189 UGB). Ohne eigenes Geschäftskonto ist das praktisch nicht umsetzbar.
- Geldwäscheprävention: Banken sind gesetzlich verpflichtet, bei GmbHs umfassende KYC-Prüfungen durchzuführen (FM-GwG). Das geht nur über ein Firmenkonto.
Die besten Geschäftskonten für GmbH im Vergleich
Nicht jedes Geschäftskonto in Österreich akzeptiert GmbHs als Kunden. Die folgende Tabelle zeigt nur Anbieter, die juristische Personen wie eine GmbH unterstützen.
| Anbieter | Monatl. Kosten | Capitalo Score | Karten | Sub-Accounts | Buchhaltung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Qonto Premium | 39 EUR | 112/140 (Sehr gut) | 5 | 5 | Ja | Multi-User, DATEV-Export |
| Vivid Pro – Unternehmen | 18,90 EUR | 106/140 (Gut) | 10 | 10 | Ja | 2 Monate kostenlos testen (Stand: März 2026) |
| Holvi Pro | 15 EUR | 102/140 (Gut) | 1+5 virtuell | – | Ja | Rechnungserstellung inklusive |
| Erste Bank s Geschäftskonto | 10,41 EUR | 82/140 (Befriedigend) | 1 | – | Nein | Überziehungskredit, Filiale |
| easybank easy business pro | 9 EUR | 71/140 (Befriedigend) | 1 | – | Nein | Gratis Kreditkarte inklusive |
| Holvi Flex | 0 EUR | 80/140 (Befriedigend) | 1 | – | Nein | Kostenloser Einstieg |
| bank99 geschäftskonto99 | 4,82 EUR | 60/140 (Ausreichend) | 1 | – | Nein | Post-Filialen in ganz Österreich |
| BAWAG BusinessBox Starter | 0 EUR* | 52/140 (Ausreichend) | 1 | – | Nein | *12 Monate gratis, dann kostenpflichtig |
Alle Bewertungen basieren auf dem Capitalo Score – unserer unabhängigen Methodik, die Kosten, Features, Kundenservice und Benutzerfreundlichkeit gewichtet. Mehr dazu: Geschäftskonten vergleichen
GmbH-Geschäftskonto eröffnen: Schritt für Schritt
Anbieter auswählen
Vergleiche die Konditionen in unserer Tabelle oben. Achte dabei auf monatliche Kosten, Anzahl der Karten und ob du eine Buchhaltungsanbindung brauchst.
Online-Antrag starten
Die meisten Anbieter bieten einen digitalen Antrag. Bei Filialbanken wie der Ersten Bank oder BAWAG kannst du auch einen Termin vor Ort vereinbaren.
KYC-Unterlagen einreichen
Du brauchst Firmenbuchauszug, Gesellschaftsvertrag und Ausweise aller Geschäftsführer sowie der wirtschaftlichen Eigentümer (siehe Checkliste unten).
Identitätsprüfung durchlaufen
Je nach Anbieter per Video-Ident (Neobanken) oder persönlich in der Filiale. Alle Geschäftsführer müssen identifiziert werden.
Stammkapital einzahlen
Mindestens 5.000 EUR bar auf das neue Geschäftskonto. Der Einzahlungsbeleg dient als Nachweis für den Notar und das Firmenbuch.
Konto aktivieren und loslegen
Nach Freischaltung kannst du das Konto für den laufenden Geschäftsverkehr nutzen. Richte gleich SEPA-Lastschriften und Daueraufträge ein.
Weitere Details findest du in unserem Guide: Geschäftskonto eröffnen
Welche Unterlagen brauchst du für ein GmbH-Geschäftskonto?
Die KYC-Anforderungen (Know Your Customer) sind bei einer GmbH strenger als bei einem Einzelunternehmen. Banken sind laut FM-GwG und WiEReG verpflichtet, alle wirtschaftlichen Eigentümer zu identifizieren.
- Firmenbuchauszug (nicht älter als 6 Monate)
- Gesellschaftsvertrag (notariell beglaubigt)
- Personalausweise aller Geschäftsführer (Reisepass oder Personalausweis)
- UBO-Nachweise: Ausweise aller wirtschaftlichen Eigentümer mit >25 % Anteil
- WiEReG-Auszug (Register der wirtschaftlichen Eigentümer)
- Gewerbeberechtigung (bei gewerblicher GmbH)
- Meldezettel der Geschäftsführer
- Nachweis der Stammkapitaleinzahlung (bei GmbH in Gründung: Bestätigung des Notars)
Geschäftskonto-Kosten für GmbH: Womit musst du rechnen?
Die Kosten variieren stark – von 0 EUR bis über 199 EUR monatlich. Entscheidend ist, welche Features du brauchst:
| Anbieter-Typ | Monatl. Kosten | Transaktionen | Karten | Für wen? |
|---|---|---|---|---|
| Neobank (Einstieg) | 0–29 EUR | Meist inklusive | 1–5 | Kleine GmbH, wenig Transaktionen |
| Neobank (Business) | 29–99 EUR | Inklusive | 5–15 | Wachsende GmbH, Team |
| Direktbank | 0–13 EUR | Teils pro Stück | 1 | Kostenbewusste GmbH |
| Filialbank | 10–30 EUR | Pro Stück (0,08–0,15 EUR) | 1 | GmbH mit Beratungsbedarf |
Achte besonders auf versteckte Kosten: Manche Anbieter berechnen Transaktionsgebühren (z. B. Erste Bank: 0,08 EUR pro Buchung), Bargeldabhebungen oder Kartenzuschläge extra.
Mehr zu den Kosten im Detail: Geschäftskonto Kosten im Überblick
GmbH vs. Einzelunternehmen: Welches Konto passt?
Nicht jedes Geschäftskonto ist für jede Rechtsform geeignet. Hier die wichtigsten Unterschiede:
GmbH-Geschäftskonto
- Multi-User-Zugriff (mehrere Geschäftsführer, Buchhalter)
- Sub-Accounts für Abteilungen oder Projekte
- Buchhaltungsexport (DATEV, BMD, sevDesk)
- Professionelles Auftreten gegenüber Geschäftspartnern
Einzelunternehmer-Konto
- Günstigere oder kostenlose Konten verfügbar (z. B. N26)
- Schnellere Eröffnung, weniger KYC-Aufwand
- Weniger Features, aber oft ausreichend
- Breitere Anbieterauswahl (inkl. reine EPU-Konten)
| Rechtsform | Geschäftskonto Pflicht? | Empfehlung | Anbieter-Beispiel |
|---|---|---|---|
| GmbH | Faktisch ja | Business-Konto mit Multi-User | Qonto, Vivid |
| EPU/Einzelunternehmer | Empfohlen, nicht gesetzlich Pflicht | Günstiges Konto reicht | N26, Holvi, bank99 |
| OG/KG | Empfohlen | Firmenkonto mit Gesellschafter-Zugriff | Qonto, Erste Bank |
| Freiberufler | Empfohlen | Basiskonto ausreichend | N26, Holvi Flex |
Worauf du bei der Wahl achten solltest
Die Wahl des richtigen Kontos hängt von der Größe und den Anforderungen deiner GmbH ab. Diese Kriterien sind besonders wichtig:
- Buchhaltungsintegration: Wenn du einen Steuerberater hast, der mit DATEV oder BMD arbeitet, spart eine direkte Anbindung viel manuelle Arbeit. Qonto und Vivid bieten das.
- Anzahl Karten und Benutzer: Eine GmbH hat oft mehrere Geschäftsführer oder Mitarbeiter, die Zugriff brauchen. Qonto Premium bietet bis zu 5 Karten, Vivid Pro – Unternehmen sogar mehr.
- Transaktionskosten: Flatrate-Modelle (Qonto, Vivid, Holvi) sind bei vielen Buchungen günstiger. Pro-Stück-Modelle (Erste Bank: 0,08 EUR/Buchung) lohnen sich bei wenigen Transaktionen.
- Filiale oder rein digital: Brauchst du persönliche Beratung? Dann kommt eine Filialbank wie Erste Bank oder BAWAG in Frage. Rein digitale Anbieter sind meist günstiger und schneller.
- Überziehungsrahmen: Nur wenige Anbieter bieten einen Kontorahmen für GmbHs. Die Erste Bank ist hier eine der Ausnahmen.
- Einlagensicherung: Alle österreichischen Banken und Neobanken mit EU-Lizenz sichern Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank und Einleger.
Brauchst du zusätzlich eine GmbH-Finanzierung? Dann achte darauf, ob der Kontoanbieter auch Firmenkredite oder Überziehungsrahmen anbietet.
Fazit
Ein Geschäftskonto ist für jede GmbH in Österreich faktisch unverzichtbar – für die Stammeinlage, die Buchhaltung und den professionellen Geschäftsverkehr.
Unsere Empfehlung nach Use Case:
- Kleine GmbH, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Qonto Premium (39 EUR/Monat, 112/140 Punkte)
- GmbH mit umfangreichem Funktionsumfang: Vivid Pro – Unternehmen (18,90 EUR/Monat, 106/140 Punkte)
- Günstig mit Rechnungsfunktion: Holvi Pro (15 EUR/Monat)
- Filialbank mit Überziehungskredit: Erste Bank s Geschäftskonto (10,41 EUR/Monat)
- Kostenloser Einstieg: Holvi Flex (0 EUR) oder BAWAG BusinessBox Starter (0 EUR für 12 Monate)
Häufige Fragen
Ist ein Geschäftskonto für eine GmbH Pflicht?
Ja, faktisch schon. Für die Einzahlung des Stammkapitals (mindestens 5.000 EUR) braucht die GmbH ein eigenes Konto. Außerdem erfordert das Trennungsprinzip zwischen Privat- und Firmenvermögen ein separates Firmenkonto. Es gibt kein einzelnes Gesetz, das explizit ein Geschäftskonto vorschreibt, aber die Summe der Pflichten macht es unvermeidlich.
Welche Unterlagen brauche ich für ein GmbH-Geschäftskonto?
Du brauchst mindestens: Firmenbuchauszug (nicht älter als 6 Monate), Gesellschaftsvertrag (notariell beglaubigt), Personalausweise aller Geschäftsführer, UBO-Nachweise der wirtschaftlichen Eigentümer (>25 % Anteil), WiEReG-Auszug und ggf. die Gewerbeberechtigung.
Was kostet ein Geschäftskonto für eine GmbH?
Zwischen 0 und 79 EUR monatlich, je nach Anbieter und Leistungsumfang. Kostenlose Konten gibt es z. B. bei Holvi Flex, Wallester Business Free und BAWAG BusinessBox Starter (12 Monate gratis), allerdings mit eingeschränkten Features. Für eine GmbH mit mehreren Nutzern und Buchhaltungsanbindung solltest du mit 15–39 EUR/Monat rep>
Kann ich ein privates Konto für meine GmbH nutzen?
Nein, das ist nicht empfehlenswert und in der Praxis kaum möglich. Die GmbH ist eine juristische Person mit eigenem Vermögen. Das Finanzamt erwartet eine klare Trennung. Außerdem braucht die GmbH ein Firmenkonto für die Stammkapitaleinzahlung.
Welche Bank ist die beste für eine GmbH in Österreich?
Das hängt von deinen Anforderungen ab. Im Capitalo Score schneidet Qonto Premium mit 112/140 Punkten sehr gut ab – mit guter Buchhaltungsanbindung und Multi-User-Support. Für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist Vivid Pro – Unternehmen (106/140 Punkte, 18,90 EUR/Monat) eine starke Alternative. Holvi Pro (102/140 Punkte) punktet mit integrierter Rechnungserstellung.
Braucht eine GmbH in Gründung schon ein Geschäftskonto?
Ja. Vor der Eintragung ins Firmenbuch muss das Stammkapital (mindestens 5.000 EUR) auf ein Konto eingezahlt werden. Viele Banken bieten dafür spezielle Gründerkonten oder eröffnen das Konto unter dem Namen der GmbH in Gründung (i.G.).
Was hat sich durch das GesRÄG 2023 geändert?
Seit 1. Jänner 2024 beträgt das Mindeststammkapital einer GmbH nur noch 10.000 EUR (vorher 35.000 EUR). Davon müssen mindestens 5.000 EUR bar eingezahlt werden. Das senkt die Gründungshürde erheblich und macht die GmbH als Rechtsform für Gründer deutlich attraktiver.
Kann ich mein GmbH-Geschäftskonto online eröffnen?
Ja, bei den meisten Neobanken (Qonto, Vivid, Holvi) ist die Eröffnung vollständig digital möglich – inklusive Video-Ident. Bei Filialbanken ist oft ein persönlicher Termin nötig. Die Bearbeitungszeit liegt bei Neobanken bei 1–3 Werktagen, bei Filialbanken bei 5–10 Werktagen.
So bewerten wir Geschäftskonten: Der Capitalo Score
Unsere Bewertungsmethodik
Warum wir anders bewerten
Die meisten Vergleichsportale zeigen dir Sternchen – aber nicht, wie sie entstehen. Wir machen das anders: Der Capitalo Score ist eine transparente, nachvollziehbare Bewertung nach über 140 Kriterien, die wir für jede Produktkategorie individuell entwickelt haben.
Unser Versprechen:
- Transparent: Jede Bewertung ist nachvollziehbar
- Objektiv: Kriterien basieren auf messbaren Fakten
- Aktuell: Quartalsweise Anpassung an Marktentwicklungen
- Rechtlich fundiert: Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben
Bewertungsskala (Schwellenwerte):
- 126-140 Punkte: Hervorragend
- 112-125 Punkte: Sehr gut
- 84-111 Punkte: Gut
- 70-83 Punkte: Befriedigend
- 48-59 Punkte: Ausreichend
- 24-47 Punkte: Mangelhaft
- < 24 Punkte: Ungenügend
Bewertungskategorien
So setzt sich der Capitalo Score zusammen
Je mehr Punkte ein Produkt erreicht, desto besser die Bewertung.
7 Kategorien werden objektiv bewertet
Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
