Einen „Kredit von Privat" im klassischen Sinn - also Geld von einer Privatperson über eine Plattform leihen - gibt es in Österreich praktisch nicht. P2P-Lending-Plattformen wie Auxmoney (DE) oder LendingClub (USA) sind in AT nicht aktiv. Was bleibt: Geld von Familie oder Freunden leihen (mit schriftlichem Vertrag!) oder ein regulärer Bankkredit. Bei Privatkrediten von Fremden fehlt der gesetzliche Verbraucherschutz, die Zinsen sind oft höher und Betrugsrisiken erheblich. Ein seriöser Kreditvergleich liefert in den meisten Fällen die bessere Lösung, gesetzlichem Schutz und klaren Konditionen.
Du suchst nach einem Kredit von Privat in Österreich? Vielleicht hat die Bank abgelehnt, die Bonität reicht nicht aus, oder du brauchst schnell Geld ohne den üblichen bürokratischen Aufwand. Die Idee klingt verlockend: Geld direkt von einer Privatperson leihen, ohne Bank dazwischen.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied, den viele übersehen: „Kredit von Privat“ und „Privatkredit“ sind nicht dasselbe. Ein Privatkredit ist ein ganz normaler Bankkredit für private Zwecke. Ein Kredit von Privat bedeutet, dass dir eine andere Privatperson Geld leiht – ganz ohne Bank.
Kredit von Privat = Darlehen zwischen Privatpersonen, ohne Bank als Vermittler. Nicht zu verwechseln mit dem Privatkredit (= Bankprodukt für private Zwecke).
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Möglichkeiten es in Österreich tatsächlich gibt, warum P2P-Plattformen hier nicht funktionieren, worauf du bei einem privaten Darlehensvertrag achten musst – und wann ein regulärer Kredit über den klassischen Weg die sicherere Alternative ist.
Was bedeutet „Kredit von Privat“ eigentlich?
Ein Kredit von Privat ist ein Darlehen, das du nicht von einer Bank, sondern von einer Privatperson erhältst. Grundsätzlich gibt es drei Varianten:
1. Darlehen von Familie oder Freunden
Die häufigste und in Österreich realistischste Form. Du leihst dir Geld von jemandem, den du persönlich kennst. Vorteil: Flexible Konditionen, oft zinsfrei oder zinsgünstig. Nachteil: Kann Beziehungen belasten.
2. P2P-Lending (Peer-to-Peer)
Online-Plattformen, die Kreditnehmer und private Anleger zusammenbringen. In Deutschland funktioniert das über Plattformen wie auxmoney – in Österreich ist dieses Modell jedoch nicht verfügbar (dazu gleich mehr).
3. Private Kreditgeber (Inserate)
Angebote von unbekannten Privatpersonen, etwa über Kleinanzeigen oder soziale Medien. Hier ist äusserste Vorsicht geboten – die Betrugsrate in diesem Bereich ist enorm hoch.
P2P-Lending in Österreich: Die ehrliche Wahrheit
Wenn du nach „Kredit von Privat Österreich“ suchst, hoffst du vielleicht auf eine P2P-Plattform wie auxmoney. Die Realität sieht anders aus:
In Österreich gibt es keine P2P-Kreditplattformen für Kreditnehmer.
Der Grund: Laut der FMA (Finanzmarktaufsicht Österreich) braucht jeder, der in Österreich Kredite vergeben will – egal ob als Plattform oder als Vermittler – eine Banklizenz. Ohne diese Lizenz ist die gewerbliche Kreditvergabe schlicht illegal.
Gescheiterte Versuche in Österreich
| Jahr | Plattform | Was passierte |
|---|---|---|
| 2009 | Bankless Life | Erste österreichische P2P-Plattform – von der FMA wegen fehlender Banklizenz vom Netz genommen |
| 2014 | Lendico.at | Deutsche P2P-Plattform expandierte nach Österreich – wurde kurz darauf wieder eingestellt |
| 2026 | – | Kein einziger aktiver P2P-Kreditanbieter in Österreich |
Was ist mit Mintos, Bondora & Co.?
Diese Plattformen sind für Anleger gedacht, nicht für Kreditnehmer. Als Österreicher kannst du über Mintos oder Bondora in Kredite investieren (und Zinsen verdienen), aber du kannst dort keinen Kredit aufnehmen. Die Kredite auf diesen Plattformen werden in anderen Ländern vergeben – hauptsächlich im Baltikum, Spanien oder Polen.
Geld leihen von Familie und Freunden: So machst du es richtig
Die realistischste Möglichkeit, in Österreich privat Geld zu leihen, ist das Darlehen innerhalb deines persönlichen Umfelds. Damit das funktioniert – und keine Beziehung daran zerbricht – solltest du es professionell angehen.
Der private Darlehensvertrag – was reinmuss
Laut ABGB § 983 kennt das österreichische Recht keine Formpflicht für Darlehensverträge. Theoretisch reicht also eine mündliche Vereinbarung. In der Praxis gilt allerdings: Ohne schriftlichen Vertrag wird es bei Streitigkeiten nahezu unmöglich, deine Ansprüche durchzusetzen.
Ein privater Darlehensvertrag sollte folgende Punkte enthalten:
- Vertragsparteien: Vollständiger Name, Adresse und Geburtsdatum von Darlehensgeber und -nehmer
- Darlehenssumme: Exakter Betrag in Euro
- Zinssatz: Auch wenn zinsfrei, ausdrücklich festhalten („zinsfrei“ oder konkreter Prozentsatz)
- Rückzahlungsplan: Monatliche Raten, Endfälligkeit oder flexible Rückzahlung
- Laufzeit: Klares Start- und Enddatum
- Sicherheiten: Falls vereinbart (z.B. Bürgschaft, Wertgegenstände)
- Kündigungsklausel: Unter welchen Bedingungen kann der Vertrag vorzeitig aufgelöst werden
- Verzugsfolgen: Was passiert bei Zahlungsverzug
- Datum und Unterschriften beider Parteien
Steuerliche Fallstricke vermeiden
Beim Darlehen innerhalb der Familie gelten besondere Regeln, die du kennen solltest:
Fremdvergleichsgrundsatz (laut WKO): Das Finanzamt prüft, ob Vereinbarungen zwischen Angehörigen so gestaltet sind, wie sie auch zwischen Fremden üblich wären. Ein zinsloses Darlehen über 100.000 EUR an deinen Bruder wird kritischer betrachtet als ein marktüblich verzinstes Darlehen mit Rückzahlungsplan.
Schenkungsmeldegesetz: Seit 2008 gibt es in Österreich keine Schenkungssteuer mehr. Allerdings besteht laut Schenkungsmeldegesetz eine Meldepflicht beim Finanzamt:
- Ab 50.000 EUR bei Schenkungen an nahestehende Personen (Familie)
- Ab 15.000 EUR bei Schenkungen an andere Personen (innerhalb von 5 Jahren kumuliert)
Wenn dein privates Darlehen keinen oder einen unrealistisch niedrigen Zinssatz hat, könnte das Finanzamt den Zinsvorteil als Schenkung werten. Daher der Tipp: Vereinbare einen marktüblichen Zinssatz – auch wenn er niedrig ist.
Checkliste: Privater Darlehensvertrag in Österreich
Bevor du dir privat Geld leihst, geh diese 10 Punkte durch:
- Schriftlicher Vertrag aufgesetzt
- Beide Parteien mit vollständigen Daten genannt
- Darlehenssumme exakt beziffert
- Zinssatz festgelegt (auch „0%“ ausdrücklich)
- Rückzahlungsplan definiert (Raten, Endfälligkeit)
- Laufzeit mit Start- und Enddatum vereinbart
- Kündigungs- und Verzugsklausel aufgenommen
- Von beiden Parteien unterschrieben und datiert
- Kopie für jede Partei erstellt
- Bei Beträgen über 50.000 EUR (Familie) bzw. 15.000 EUR (andere): Meldung beim Finanzamt geprüft
Warnung: Betrugsmaschen bei „Kredit von Privat“
Wer nach einem Kredit von Privatpersonen sucht, landet leider häufig bei unseriösen Angeboten. In Österreich gibt es keine regulierte P2P-Plattform – und genau das nutzen Betrüger aus. Wenn du dich fragst, ob ein Kredit ohne Bonitätsprüfung möglich ist, lies stattdessen unseren ausführlichen Ratgeber dazu.
Die häufigsten Betrugsmaschen
Vorschussbetrug: Du findest ein Angebot für einen „Privatkredit ohne Bonitätsprüfung“. Der angebliche Kreditgeber verlangt vorab eine „Bearbeitungsgebühr“, „Versicherung“ oder „Kaution“. Du zahlst – und hörst nie wieder etwas.
Gefälschte Online-Inserate: Auf Plattformen wie willhaben oder in Facebook-Gruppen bieten angebliche Privatpersonen Kredite an. Die Konditionen klingen zu gut, um wahr zu sein – weil sie es sind.
Identitätsdiebstahl: Unter dem Vorwand der „Kreditprüfung“ werden Ausweiskopien, Gehaltszettel und Bankdaten abgefischt und für kriminelle Zwecke missbraucht.
Red Flags – daran erkennst du Betrug
- Vorauszahlung wird verlangt (Bearbeitungsgebühr, Versicherung, Kaution)
- Kein schriftlicher Vertrag
- Unrealistisch niedrige Zinsen oder „garantierte Zusage“
- Kommunikation nur über WhatsApp oder Social Media
- Zeitdruck („Angebot gilt nur heute“)
- Der Kreditgeber sitzt im Ausland und will Überweisungen auf ausländische Konten
Was tun bei Verdacht? Kontaktiere die Polizei (Meldestelle Cybercrime) und den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer. Überweise niemals Geld im Voraus für einen Kredit.
Wann ein regulärer Bankkredit die bessere Wahl ist
In den meisten Fällen bist du mit einem regulären Bankkredit besser beraten als mit einem „Kredit von Privat“. Hier ist der Grund:
Verbraucherschutz: Das Verbraucherkreditgesetz (VKrG) schützt dich bei Bankkrediten mit klaren Regeln zu Zinsen, Widerrufsrecht und Informationspflichten. Bei einem Privatdarlehen greift dieser Schutz nicht.
Transparente Konditionen: Banken müssen dir den effektiven Jahreszins angeben – bei einem privaten Darlehen gibt es keine solche Pflicht.
Kein Beziehungsrisiko: Geld unter Freunden oder in der Familie kann Beziehungen belasten. Ein Bankkredit hält dein Privatleben raus.
Schnelle Verfügbarkeit: Viele Online-Kredite sind innerhalb von 24-48 Stunden verfügbar – oft schneller als ein privates Darlehen organisiert werden kann. Lies dazu auch unseren Ratgeber Kredit aufnehmen: So geht’s.
Wenn du denkst, deine Bonität reicht nicht für einen Bankkredit: Prüfe es zumindest. Viele Anbieter haben inzwischen kulantere Vergaberichtlinien, und ein Kreditvergleich zeigt dir innerhalb von Minuten, welche Optionen du hast. Auch ein Kleinkredit oder Sofortkredit kann eine schnelle Lösung sein.
Wenn du trotz schlechter Bonität nach Optionen suchst, lies unseren Ratgeber zu Kredit trotz schlechter Bonität oder informiere dich über einen Kredit ohne KSV.
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Fazit: Kredit von Privat in Österreich – realistisch einschätzen
TL;DR: Kredit von Privat in Österreich bedeutet in der Praxis: Geld von Familie oder Freunden leihen – mit einem sauberen Darlehensvertrag. P2P-Plattformen existieren in Österreich nicht, und bei Angeboten von unbekannten „privaten Kreditgebern“ im Internet ist das Betrugsrisiko enorm hoch.
Wenn du dir privat Geld leihst, mach es richtig: Schriftlicher Vertrag, klare Konditionen, steuerliche Meldepflichten prüfen.
Und wenn du eine sichere, regulierte Alternative suchst: Ein Kreditvergleich zeigt dir innerhalb von Minuten, welche Bankkredite für deine Situation verfügbar sind – transparent, ohne Vorkosten und mit vollem Verbraucherschutz.
Häufige Fragen
Wer kann mir privat einen Kredit geben?
Grundsätzlich kann dir jede Privatperson in Österreich Geld leihen – Familie, Freunde oder Bekannte. Wichtig ist ein schriftlicher Darlehensvertrag mit klaren Konditionen. P2P-Plattformen wie auxmoney sind in Österreich nicht verfügbar. Von unseriösen Angeboten unbekannter „privater Kreditgeber“ im Internet solltest du die Finger lassen.
Wie hoch darf ein privates zinsloses Darlehen sein?
Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für zinslose Darlehen in Österreich. Allerdings kann das Finanzamt bei hohen zinslosen Darlehen den Zinsvorteil als Schenkung werten. Laut Schenkungsmeldegesetz greift die Meldepflicht ab 50.000 EUR bei nahestehenden Personen und ab 15.000 EUR bei anderen – jeweils kumuliert über 5 Jahre.
Ist ein Privatdarlehen in Österreich legal?
Ja, ein Darlehen zwischen Privatpersonen ist laut ABGB § 983 vollkommen legal. Lediglich die gewerbliche Kreditvergabe (also regelmässig und mit Gewinnabsicht) erfordert eine Banklizenz der FMA (Finanzmarktaufsicht Österreich).
Muss ich ein privates Darlehen beim Finanzamt melden?
Das Darlehen selbst nicht. Aber wenn der Zinsvorteil eines zinslosen oder stark vergünstigten Darlehens die Schenkungsmeldeschwellen überschreitet (50.000 EUR bei Nahestehenden, 15.000 EUR bei anderen), muss dies gemeldet werden.
Was passiert, wenn der Kreditnehmer nicht zurückzahlt?
Bei einem schriftlichen Darlehensvertrag kannst du den Betrag gerichtlich einfordern – wie bei jeder anderen Forderung auch. Ohne schriftlichen Vertrag stehst du vor einem Beweisproblem. Im schlimmsten Fall musst du den Betrag als Verlust abschreiben. Daher: Immer einen schriftlichen Vertrag aufsetzen.
Gibt es P2P-Kreditplattformen in Österreich?
Nein. In Österreich gibt es seit 2014 keine aktive P2P-Kreditplattform mehr. Die FMA (Finanzmarktaufsicht Österreich) verlangt für die Kreditvergabe eine Banklizenz, die P2P-Modelle in ihrer klassischen Form nicht erfüllen. Plattformen wie Mintos oder Bondora sind für Anleger gedacht – als Kreditnehmer in Österreich kannst du dort keinen Kredit aufnehmen.
So bewerten wir Kredite: Der Capitalo Score
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Die meisten Vergleichsportale zeigen dir Sternchen – aber nicht, wie sie entstehen. Wir machen das anders: Der Capitalo Score ist eine transparente, nachvollziehbare Bewertung nach über 100 Kriterien, die wir für jede Produktkategorie individuell entwickelt haben.
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- Aktuell: Quartalsweise Anpassung an Marktentwicklungen
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- 86-100 Punkte: Hervorragend
- 76-85 Punkte: Sehr gut
- 70-75 Punkte: Gut
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Alexander Senger
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