
Geld anlegen als Unternehmen in Österreich
Firmengeld auf dem Girokonto verliert durch Inflation an Wert. Welche Anlageoptionen Unternehmen in Österreich haben und worauf du achten musst.
Firmengeld anlegen: Das musst du als Unternehmer wissen
Das Wichtigste auf einen Blick
- 💰 Tagesgeld & Festgeld: Sicherste Optionen für Firmenkunden – Einlagen bis 100.000 EUR pro Bank gesichert
- 📊 Zinsen aktuell: 0,01–4,00 % p.a. auf Firmentagesgeld, Festgeld teilweise höher (Stand: Feber 2026)
- 🏛️ KESt beachten: 25 % auf Zinserträge – bei EPU als Betriebseinnahme, bei GmbH auf KöSt anrechenbar
- 💡 Faustregel Liquidität: 2–4 Monats-Fixkosten als Reserve auf Tagesgeld, Rest längerfristig anlegen
Unternehmen in Österreich können ihr Firmengeld über Tagesgeld, Festgeld, Geldmarktfonds oder Anleihen anlegen. Die Einlagensicherung schützt Bankeinlagen bis 100.000 EUR pro Bank – auch für juristische Personen wie GmbH oder KG. Grundsätzlich gilt: Wer sein Geld einfach am Girokonto liegen lässt, verliert durch die Inflation real an Kaufkraft. Dieser Ratgeber zeigt dir die besten Optionen, steuerliche Besonderheiten und wie du deine Liquidität klug aufteilst.
Warum sollte dein Unternehmen Geld anlegen?
Viele Unternehmer lassen ihre Rücklagen auf dem Girokonto liegen – und zahlen dafür einen hohen Preis. Bei einer Inflationsrate von rund 2–3 % verlieren 50.000 EUR am Girokonto jährlich zwischen 1.000 und 1.500 EUR an realer Kaufkraft.
Gleichzeitig liegt der EZB-Hauptrefinanzierungszinssatz bei 2,15 % (Stand: Feber 2026). Das bedeutet: Banken können für dein Geld Zinsen bezahlen, die zumindest einen Teil der Inflation ausgleichen. Ein Tagesgeldkonto mit 2,00 % Zinsen bringt dir bei 50.000 EUR Einlage bereits 1.000 EUR Zinsertrag pro Jahr – bevor die KESt abgezogen wird.
Die Frage ist also nicht, ob du anlegen solltest, sondern wie du dein Firmengeld aufteilst.
Anlageoptionen für Unternehmen im Überblick
Tagesgeld (Firmentagesgeld)
Tagesgeld ist die flexibelste Form der Geldanlage für Unternehmen. Du kannst jederzeit über dein Guthaben verfügen, erhältst aber trotzdem Zinsen. Die aktuellen Zinssätze für Firmentagesgeld in Österreich liegen zwischen 0,01 und 4,00 % p.a. (Stand: Feber 2026), wobei die höchsten Sätze zeitlich begrenzte Aktionsangebote sind.
Vorteile: Tägliche Verfügbarkeit, Einlagensicherung bis 100.000 EUR, kein Kursrisiko.
Nachteile: Variable Zinsen – die Bank kann den Zinssatz jederzeit anpassen. Außerdem sind Aktionszinsen oft auf wenige Monate befristet.
Wenn du nach einem Firmentagesgeld als sichere Option suchst, findest du bei uns einen aktuellen Vergleich der Anbieter.
Festgeld (Firmenfestgeld)
Festgeld bietet dir einen garantierten Zinssatz für eine festgelegte Laufzeit – typischerweise 3, 6, 12 oder 24 Monate. Dafür ist dein Geld während dieser Zeit gebunden und nicht verfügbar.
Vorteile: Fixer Zinssatz, planbare Erträge, Einlagensicherung bis 100.000 EUR.
Nachteile: Keine vorzeitige Verfügung möglich. Wenn die Marktzinsen steigen, bist du an den vereinbarten Satz gebunden.
Für Unternehmen mit planbaren Ausgaben kann Firmenfestgeld für höhere Zinsen eine interessante Alternative sein.
Geldmarktfonds
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Anleihen und Zentralbankeinlagen. Sie bieten eine marktgerechte Verzinsung bei täglicher Verfügbarkeit. Der große Vorteil: Da Fondsanteile als Sondervermögen gelten, sind sie nicht von der 100.000-EUR-Einlagensicherungsgrenze betroffen.
Vorteile: Tägliche Verfügbarkeit, keine Einlagensicherungsgrenze, marktnahe Rendite.
Nachteile: Geringe Wertschwankungen möglich, Gebühren (typischerweise 0,2–0,4 % p.a.), keine fixe Zinsgarantie.
Geldmarktfonds eignen sich besonders für Unternehmen mit Rücklagen über 100.000 EUR, die ihre Einlagensicherung nicht auf mehrere Banken verteilen möchten.
Unternehmensanleihen und Staatsanleihen
Für längerfristige Reserven können Anleihen eine Option sein. Der österreichische Bundesschatz bietet eine besonders sichere Variante, da er direkt von der Republik Österreich ausgegeben wird.
Vorteile: Höhere Renditen möglich, Staatsanleihen gelten als sehr sicher, für Gewinnfreibetrag nutzbar (EPU).
Nachteile: Keine Einlagensicherung, Kursrisiko bei vorzeitigem Verkauf, Kreditrisiko bei Unternehmensanleihen.
Vergleich der Anlageoptionen
| Kriterium | Tagesgeld | Festgeld | Geldmarktfonds | Anleihen |
|---|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Täglich | Gebunden | Täglich | Laufzeitende |
| Zinsen (aktuell) | 0,01–4,00 % | 1,50–3,50 % | ~2,00 % | 2,00–3,00 % |
| Einlagensicherung | Bis 100.000 EUR | Bis 100.000 EUR | Sondervermögen | Keine |
| Risiko | Sehr gering | Sehr gering | Gering | Mittel |
| Ideal für | Notreserve | Planbare Ausgaben | Große Beträge | Langfrist-Reserve |
Einlagensicherung für Firmenkunden
Ein häufiges Missverständnis: Die Einlagensicherung gilt nicht nur für Privatpersonen. Auch juristische Personen wie GmbH, KG, Vereine und Genossenschaften sind bis 100.000 EUR pro Bank geschützt. Die FMA und die OeNB beaufsichtigen gemeinsam das österreichische Einlagensicherungssystem.
In Österreich gibt es drei Sicherungseinrichtungen:
- Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H.
- Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen
- Sparkassen-Haftungs GmbH
Im Sicherungsfall werden geschützte Einlagen innerhalb von 7 Arbeitstagen ausbezahlt. Jede Bank, die in Österreich Einlagen entgegennimmt, muss einer dieser Einrichtungen angehören.
Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeber zur Einlagensicherung für Firmenkunden.
Steuerliche Aspekte: KESt für Unternehmen
Zinserträge aus Bankeinlagen unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 %. Die Bank zieht die KESt automatisch ab, bevor dir die Zinsen gutgeschrieben werden. Allerdings gibt es je nach Rechtsform wichtige Unterschiede.
Privatpersonen: Die KESt von 25 % ist eine Endbesteuerung – du musst die Zinsen nicht mehr in der Steuererklärung angeben.
EPU und Personengesellschaften (KG, OG): Zinserträge aus dem Betriebsvermögen gelten als Betriebseinnahmen, nicht als Kapitalerträge. Die von der Bank einbehaltene KESt wird auf deine Einkommensteuer angerechnet. Je nach deinem persönlichen Steuersatz (0–55 %) kann das vorteilhaft oder nachteilig sein.
GmbH und Kapitalgesellschaften: Auch hier fließen die Zinserträge in die Gewinnermittlung ein. Die KESt wird auf die Körperschaftsteuer (23 %) angerechnet. Da die KöSt niedriger ist als die KESt, ergibt sich in der Regel eine Gutschrift.
Liquiditätsmanagement: Wie viel solltest du anlegen?
Nicht jeder Euro deines Firmengelds sollte langfristig gebunden sein. Die WKO empfiehlt als Faustregel: Halte mindestens 2 bis 4 Monats-Fixkosten als Liquiditätsreserve bereit, die du sofort abrufen kannst. Für EPU und Kleinunternehmer sind 2 bis 3 Nettogehälter als absolutes Minimum sinnvoll.
Eine praktische Aufteilung sieht so aus:
Operative Mittel (Girokonto)
Laufende Ausgaben der nächsten 4–6 Wochen: Gehälter, Miete, Lieferanten. Bleibt am Girokonto.
Kurzfrist-Reserve (Tagesgeld)
2–4 Monats-Fixkosten auf einem Tagesgeldkonto. Sofort verfügbar, aber mit Zinsen.
Langfrist-Reserve (Festgeld/Fonds)
Alles darüber hinaus kann in Festgeld oder Geldmarktfonds angelegt werden – mit höheren Zinsen, aber eingeschränkter Verfügbarkeit.
Die WKO bietet einen kostenlosen KMU-Stresstest an, mit dem du in wenigen Minuten prüfen kannst, wie krisenfest dein Unternehmen finanziell aufgestellt ist.
Wer auch für den privaten Bereich eine flexible Anlage sucht, findet auf unserer Seite zum privaten Tagesgeldkonto aktuelle Angebote.
Grundsätzlich gilt: Nur Geld anlegen, das du in den nächsten 2–4 Monaten nicht für den laufenden Betrieb brauchst. Liquidität geht immer vor Rendite.
Rechtsform-spezifisch: GmbH, EPU, Verein, KG
Je nach Rechtsform gibt es bei der Geldanlage unterschiedliche steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen. Hier ein Überblick:
| Rechtsform | Einlagensicherung | Besteuerung der Zinsen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| GmbH | Bis 100.000 EUR | KöSt 23 % (KESt wird angerechnet) | Kapitalerträge = Betriebseinnahmen |
| EPU | Bis 100.000 EUR | ESt 0–55 % (KESt wird angerechnet) | Freistellungserklärung möglich, Gewinnfreibetrag nutzbar |
| KG | Bis 100.000 EUR | ESt der Gesellschafter | Besteuerung auf Gesellschafterebene |
| OG | Bis 100.000 EUR | ESt der Gesellschafter | Wie KG, aber unbeschränkte Haftung |
| Verein | Bis 100.000 EUR | KESt 25 % (bei wirtschaftl. Tätigkeit) | Anlage muss mit „größtmöglicher Sicherheit“ erfolgen |
Besonderheit für Vereine: Betriebsratsfonds und Vereine mit wirtschaftlicher Tätigkeit müssen ihre liquiden Mittel bei einer geeigneten Bank anlegen. Riskante Anlagen wie Zertifikate oder Aktien sind hier ausgeschlossen – Sparbücher, Tagesgeld und Festgeld sind die passenden Instrumente.
Besonderheit für EPU: Als Ein-Personen-Unternehmer kannst du den Gewinnfreibetrag nutzen. Bestimmte Anlageprodukte – etwa gewinnfreibetragsfähige Anleihen – reduzieren deine Steuerlast zusätzlich. Bis zu 4.950 EUR Grundfreibetrag stehen dir automatisch zu.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
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