
Krypto Staking: Passives Einkommen mit Bitcoin & Co.
Beim Staking sperrst du Kryptowährungen in einem Netzwerk und erhältst dafür Belohnungen. So funktioniert es, welche Anbieter in Österreich Staking anbieten und was du steuerlich beachten musst.
Was du über Krypto-Staking wissen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
- 💰 Rendite: Staking bringt je nach Coin zwischen 3 und 14 % p.a. an Belohnungen
- ✅ Anbieter AT: Bitpanda und Trade Republic bieten Staking mit automatischer KESt
- ⚠️ Steuern: Staking-Rewards lösen bei Zufluss keine Steuer aus (Anschaffungskosten 0 EUR), erst beim Verkauf gegen Euro fallen 27,5 % KESt auf den gesamten Erlös an
- 🔒 Risiko: Coins sind während der Sperrfrist nicht verfügbar, Kursverluste möglich
Was ist Staking? Einfach erklärt
Staking ist eine Möglichkeit, mit Kryptowährungen passives Einkommen zu erzielen. Du sperrst deine Coins für einen bestimmten Zeitraum in einem Blockchain-Netzwerk. Im Gegenzug erhältst du Belohnungen in Form zusätzlicher Coins – sogenannte Staking-Rewards.
Das Prinzip dahinter heißt Proof-of-Stake (PoS) und ist ein Konsensverfahren, mit dem Blockchain-Netzwerke Transaktionen validieren. Anstatt energieintensives Mining einzusetzen (wie bei Bitcoin), wählen PoS-Netzwerke sogenannte Validatoren aus, die Transaktionen bestätigen und neue Blöcke erstellen. Die Auswahl basiert auf der Menge der hinterlegten Coins: Je mehr du stakst, desto höher die Chance, als Validator ausgewählt zu werden.
Bekannte Kryptowährungen, die auf Proof-of-Stake setzen, sind Ethereum (ETH), Solana (SOL), Cardano (ADA) und Polkadot (DOT). Bitcoin nutzt hingegen Proof-of-Work und kann daher nicht gestakt werden.
Wie funktioniert Staking? Schritt für Schritt
Wenn du mit Staking beginnen möchtest, brauchst du weder technisches Vorwissen noch große Beträge. Die meisten Krypto-Börsen bieten Staking direkt in der App an.
Krypto-Börse mit Staking wählen
Nicht jede Börse bietet Staking an. Für österreichische Anleger eignen sich besonders Bitpanda und Trade Republic, weil beide die KESt automatisch abführen.
Konto eröffnen und verifizieren
Du registrierst dich bei der Börse und durchläufst die Identitätsprüfung (KYC). Das dauert in der Regel wenige Minuten per Video-Ident.
PoS-Kryptowährung kaufen
Kaufe eine Kryptowährung, die Proof-of-Stake unterstützt. Ethereum, Solana oder Cardano sind beliebte Optionen für Einsteiger.
Staking aktivieren
Bei den meisten Börsen aktivierst du Staking mit einem Klick. Deine Coins werden dann automatisch im Netzwerk eingesetzt.
Rewards erhalten
Die Belohnungen werden in regelmäßigen Abständen (täglich, wöchentlich oder monatlich) gutgeschrieben. Bei vielen Anbietern werden sie automatisch reinvestiert.
Wenn du noch neu im Krypto-Bereich bist, findest du in unserem Ratgeber Kryptowährung kaufen: Anleitung für Anfänger eine ausführliche Einführung.
Staking-Renditen: Die besten Staking-Coins im Überblick
Die Renditen beim Staking variieren je nach Kryptowährung und Anbieter. Grundsätzlich gilt: Höhere Renditen bedeuten oft auch höheres Risiko.
| Kryptowährung | Rendite p.a. | Lock-up | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Ethereum (ETH) | 3–4 % | Flexibel | Größtes PoS-Netzwerk weltweit |
| Solana (SOL) | 4–6 % | 2–3 Tage | Schnelle Transaktionen, niedrige Gebühren |
| Cardano (ADA) | 3–5 % | Keine | Kein Lock-up, jederzeit verfügbar |
| Polkadot (DOT) | 10–14 % | 28 Tage | Höchste Rendite, längste Sperrfrist |
| Polygon (MATIC) | 4–6 % | Variabel | Layer-2-Lösung für Ethereum |
Renditen basieren auf aktuellen Netzwerkdaten (Stand: Mai 2026). Die tatsächliche Rendite kann je nach Anbieter und Netzwerkauslastung abweichen.
Grundsätzlich gilt: Die angegebenen Renditen sind Richtwerte. Außerdem ist die Rendite in der jeweiligen Kryptowährung angegeben – Kursverluste des Basiswerts können die Staking-Rewards übersteigen.
Krypto-Staking-Anbieter im Vergleich
Nicht jede Krypto-Börse bietet Staking an. Für österreichische Anleger ist besonders relevant, ob der Anbieter die KESt automatisch abführt und ob er über eine MiCA-Lizenz verfügt.
| Anbieter | Staking | Coins | MiCA | Auto-KESt AT | Handelsgebühren |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitpanda | ✅ | 650 | ✅ | ✅ | 0,99 % (Standard) |
| Trade Republic | ✅ | 50 | ✅ | ✅ | 1,00 EUR pauschal |
| Bitvavo | ✅ | 400 | ✅ | ❌ | 0,15–0,25 % |
| Kraken | ✅ | 400 | ✅ | ❌ | 0,25–0,40 % |
| Coinbase | ✅ | 347 | ✅ | ❌ | 0,60–1,20 % |
| Crypto.com | ✅ | 400 | ✅ | ❌ | 0,25–0,50 % |
| Binance | ✅ | 500 | ❌ | ❌ | 0,10 % |
| BISON | ✅ | 56 | ✅ | ❌ | 1,25 % (Spread) |
Stand: Mai 2026. Alle Anbieter sind in Österreich nutzbar.
Wenn du dir den Steueraufwand sparen möchtest, sind Bitpanda und Trade Republic die einfachste Wahl: Beide führen die 27,5 % KESt automatisch an das Finanzamt ab. Bitpanda hat dabei den Vorteil eines Wiener Firmensitzes und bietet mit 650 Coins die größte Auswahl.
Allerdings: Anbieter wie Bitvavo oder Kraken bieten deutlich niedrigere Handelsgebühren. Laut einer aktuellen Frankfurt-School-Studie (März 2026) ist Bitvavo sogar der günstigste MiCAR-zugelassene Anbieter im Test – relevant vor allem dann, wenn du deine Staking-Rewards regelmäßig in Euro verkaufen möchtest. Wenn du eh eine Steuererklärung machst, können diese Anbieter günstiger sein.
Was zeigt die Wissenschaft zu Krypto-Anbieter-Kosten?
Die Frankfurt School (Blockchain Center) hat im März 2026 über 432 Test-Trades die Gesamtkosten von 9 MiCAR-zugelassenen Krypto-Anbietern gemessen. Ergebnis: Roundtrip-Kosten (Kauf + Verkauf) reichen von 0,53 % bei Bitvavo bis 6,45 % bei Coinbase. Für Staking-Anleger relevant: Wer Rewards regelmäßig verkauft, zahlt bei teuren Anbietern einen erheblichen Teil seiner Erträge wieder als Trading-Gebühr an die Plattform.
Quelle: Frankfurt School of Finance & Management, „Gesamtkosten im Krypto-Handel für Privatanleger", März 2026.
Vorteile und Risiken von Krypto-Staking
Vorteile
- Passives Einkommen durch regelmäßige Rewards
- Niedrigere Einstiegshürden als Mining (kein Hardware-Bedarf)
- Du unterstützt die Sicherheit des Netzwerks
- Automatisch über Krypto-Börsen möglich – ohne technisches Wissen
Nachteile
- Lock-up-Perioden: Coins sind teilweise wochenlang gesperrt
- Slashing-Risiko: Bei Fehlverhalten des Validators können Teile der gestakten Coins verloren gehen
- Kursrisiko: Kursverluste des Basiswerts können die Staking-Rewards übersteigen
- Smart-Contract-Risiken: Fehler im Code können zu Verlusten führen
Was aber machst du, wenn der Kurs während der Sperrfrist um 30 % fällt? Hier gibt es einen entscheidenden Faktor: Die Staking-Rewards gleichen Kursverluste nicht aus, wenn der Markt einbricht. Daher eignet sich Staking vor allem als Ergänzung zu einer langfristigen Krypto-Strategie – nicht als kurzfristige Spekulation.
Staking-Steuern in Österreich: 27,5 % KESt
Laut BMF Österreich sind Staking-Erträge seit der ökosozialen Steuerreform 2022 klar geregelt. Staking-Rewards zählen nicht als laufende Einkünfte aus Kryptowährungen und werden daher beim Zufluss nicht besteuert. Stattdessen werden die erhaltenen Coins mit Anschaffungskosten von 0 EUR angesetzt. Erst wenn du sie später gegen Euro verkaufst, wird der gesamte Verkaufserlös mit dem besonderen Steuersatz von 27,5 % KESt besteuert (§ 27b Abs 2 EStG). Anders ist das nur bei Lending-Zinsen sowie bei Mining und Masternodes – diese laufenden Einkünfte werden bereits bei Zufluss mit 27,5 % besteuert.
Steuerliche Eckpunkte
- Steuersatz: 27,5 % Kapitalertragsteuer (KESt)
- Steuerpflicht: Keine Steuer bei Zufluss der Staking-Rewards – die Besteuerung erfolgt erst beim Verkauf gegen Euro (Anschaffungskosten 0 EUR, gesamter Erlös steuerpflichtig)
- Verlustausgleich: Staking-Verluste können mit anderen Kapitaleinkünften (z.B. Aktiengewinne, Dividenden) verrechnet werden
- Berechnungsmethode: Gleitender Durchschnittspreis in Euro
Praktisch bedeutet das: Wenn du Staking-Rewards im Wert von 100 EUR erhältst, fällt im Moment des Zuflusses 0 EUR Steuer an. Verkaufst du diese Rewards später für 100 EUR gegen Euro, werden 27,50 EUR als KESt fällig (Anschaffungskosten 0 EUR, der gesamte Erlös ist steuerpflichtig). Der automatische KESt-Abzug bei Anbietern wie Bitpanda oder Trade Republic greift entsprechend beim Verkauf, nicht beim Zufluss der Rewards. Bei ausländischen Börsen wie Kraken oder Coinbase musst du die Steuer selbst in der Einkommensteuererklärung angeben.
Diese Information ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Für eine ausführliche Übersicht lies unseren Ratgeber Krypto-Steuern in Österreich.
Häufige Fragen zum Krypto-Staking
Was bedeutet Staking bei Crypto?
Staking bedeutet, dass du deine Kryptowährungen in einem Proof-of-Stake-Netzwerk sperrst, um Transaktionen zu validieren und das Netzwerk abzusichern. Dafür erhältst du Belohnungen in Form zusätzlicher Coins. Es ist vom Prinzip her vergleichbar mit Zinsen auf einem Sparkonto, allerdings mit höheren Renditen und höheren Risiken. Steuerlich werden Staking-Rewards in Österreich aber anders behandelt als Zinsen: Sparzinsen und Lending-Zinsen werden bereits bei Zufluss besteuert, Staking-Rewards dagegen nicht.
Was ist der Nachteil beim Staking?
Die größten Nachteile sind die eingeschränkte Verfügbarkeit deiner Coins während der Lock-up-Periode und das Kursrisiko. Wenn der Kurs der gestakten Kryptowährung stark fällt, können die Verluste die Staking-Rewards deutlich übersteigen. Außerdem besteht ein Slashing-Risiko, bei dem Teile deiner gestakten Coins als Strafe eingezogen werden können.
Wie viel Geld kann man mit Staking verdienen?
Die Renditen variieren je nach Kryptowährung: Ethereum bringt 3–4 % p.a., Solana 4–6 % p.a. und Polkadot 10–14 % p.a. (Stand: April 2026). Bei einer Investition von 1.000 EUR in Ethereum-Staking wären das ca. 30–40 EUR pro Jahr an Rewards. Beachte: Die Rendite wird in der jeweiligen Kryptowährung ausgezahlt, nicht in Euro.
Ist Staking steuerpflichtig in Österreich?
Ja, aber erst beim Verkauf gegen Euro. Beim Zufluss der Staking-Rewards fällt in Österreich laut BMF keine Steuer an – die erhaltenen Coins werden mit Anschaffungskosten von 0 EUR angesetzt. Erst wenn du sie später gegen Euro verkaufst, wird der gesamte Verkaufserlös mit 27,5 % KESt besteuert. Anbieter wie Bitpanda und Trade Republic führen diese KESt beim Verkauf automatisch ab. Diese Information ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Welche Kryptowährungen kann man staken?
Gestakt werden können alle Kryptowährungen, die auf dem Proof-of-Stake-Konsensverfahren basieren. Die bekanntesten sind Ethereum (ETH), Solana (SOL), Cardano (ADA), Polkadot (DOT) und Polygon (MATIC). Bitcoin kann nicht gestakt werden, da es auf Proof-of-Work basiert.
Welche Krypto-Börse bietet das günstigste Staking für AT-Anleger 2026?
Für die reinen Staking-Rewards spielen die Handelsgebühren des Anbieters zunächst keine Rolle – entscheidend sind die Netzwerk-Rendite und die Provision, die die Börse vom Reward einbehält. Sobald du Rewards jedoch in Euro verkaufst, schlägt die Trading-Gebühr direkt zu. Laut der Frankfurt-School-Studie vom März 2026 hat Bitvavo mit durchschnittlich 0,53 % Roundtrip-Kosten das günstigste Preismodell unter den 9 untersuchten MiCAR-Anbietern – gefolgt von Kraken (5,92 %), Bitpanda (4,99 %) und Coinbase (6,45 %). Für österreichische Anleger gilt: Bitpanda und Trade Republic bleiben trotz höherer Gebühren attraktiv, weil sie die 27,5 % KESt automatisch abführen. Wer den Steueraufwand selbst erledigt, kann mit Bitvavo deutlich niedrigere Verkaufskosten realisieren.
Lohnt sich Staking trotz Anbieter-Gebühren?
Das hängt von drei Faktoren ab: der Netzwerk-Rendite, der Provision der Börse und den Gebühren beim Verkauf der Rewards. Wer beispielsweise 5 % Staking-Rendite auf Ethereum erzielt und seine Rewards einmal jährlich bei Coinbase verkauft, verliert laut Frankfurt-School-Studie rund 6,45 % der verkauften Summe an Roundtrip-Kosten – ein erheblicher Anteil. Bei Bitvavo wären es nur 0,53 %. Hinzu kommt die KESt von 27,5 %, die in Österreich aber erst beim Verkauf der Rewards gegen Euro anfällt (Anschaffungskosten 0 EUR, der gesamte Erlös ist steuerpflichtig) – nicht bereits beim Zufluss. Faustregel: Staking lohnt sich vor allem dann, wenn du Rewards reinvestierst statt regelmäßig zu verkaufen, einen günstigen Anbieter wählst und die Lock-up-Periode mit deinem Anlagehorizont vereinbar ist. Pauschale Renditeversprechen sind unseriös – Kursverluste des Basiswerts können die Rewards übersteigen. Diese Information ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

Geprüft und freigegeben von
Alexander Senger
Gründer & Geschäftsführer
Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.
Erfahrung
15+ Jahre Finanzbranche
Qualifikation
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