
Österreich: 33.210 Euro Medianeinkommen – Spitzenplatz in der EU
Österreich gehört beim Durchschnittseinkommen zur europäischen Spitzengruppe. Laut aktueller Daten der Statistik Austria betrug das mediane Äquivalenzeinkommen im Jahr 2024 33.210 Euro – das ist mehr als das 1,5-Fache des EU-Durchschnitts.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | Betrag (2024) |
|---|---|
| Mediane Äquivalenzeinkommen | 33.210 € |
| Verfügbares Nettohaushaltseinkommen (Median) | 48.303 € |
| Durchschnittliches Bruttojahreseinkommen | ca. 42.000 € |
| Monatliches Bruttodurchschnitt (inkl. 13./14. Gehalt) | ca. 2.360 € |
Im EU-Vergleich
Österreich liegt beim durchschnittlichen Einkommen auf einem Spitzenplatz in der Europäischen Union:
| Land | Mediane Äquivalenzeinkommen (2024) |
|---|---|
| Luxemburg | 50.799 € |
| Irland | 33.292 € |
| Österreich | 33.210 € ⭐ |
| Niederlande | 31.981 € |
| Deutschland | 27.619 € |
| EU-Durchschnitt (27) | 21.588 € |
Österreich liegt somit 54 Prozent über dem EU-Durchschnitt und gehört zu den Top-3-Ländern der Europäischen Union.
Einkommensverteilung: Armut und Reichtum
Die Einkommensstatistik zeigt auch deutliche Unterschiede innerhalb Österreichs:
- Oberste 10 Prozent: 111.200 Euro brutto/Jahr
- 50. Perzentil (Median): ca. 33.000 Euro brutto
- Unterste 10 Prozent: 11.200 Euro brutto/Jahr
- Armutsgefährdungsquote: 14,3 % (nach Sozialleistungen)
Das bedeutet: Die reichsten 10 Prozent verdienen fast zehnmal so viel wie die ärmsten 10 Prozent.
Steuerlast in Österreich
Das österreichische Steuersystem ist progressiv gestaltet. Die Lohnsteuer-Tabelle für 2025/2026:
| Jahreseinkommen (2025) | Steuersatz |
|---|---|
| bis 13.308 € | 0 % |
| bis 21.617 € | 20 % |
| bis 35.836 € | 30 % |
| bis 69.166 € | 40 % |
| bis 103.072 € | 48 % |
| bis 1.000.000 € | 50 % |
| ab 1.000.000 € | 55 % |
Ab 2026 werden die Tarifgrenzen um 1,75 % angehoben, um die kalte Progression auszugleichen.
Der Gender Pay Gap: Frauen verdienen deutlich weniger
Eine beunruhigende Statistik zeigt die Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern:
- Frauen verdienen im Durchschnitt 38 Prozent weniger als Männer
- Frauenanteil in Vorständen: nur 27,2 % (2024)
- Weibliche Vorstände erhalten 85,9 % des männlichen Durchschnitts
- Teilzeit-Quote Frauen: 48 % vs. Männer: 11,8 %
Was bleibt Netto vom Brutto?
Bei einem durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen von 33.000 Euro bleiben nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen etwa 23.000 – 25.000 Euro netto übrig – abhängig von Absetzbeträgen wie Pendlerpauschale, Familienbonus und AVAB/AEAB.
Die Lohnnebenkosten sind in Österreich hoch: Ein Arbeitnehmer, der brutto 2.380 Euro monatlich (ca. 33.320 Euro Jahresbrutto inkl. Sonderzahlungen) verdient, kostet den Arbeitgeber insgesamt rund 3.600 Euro. Netto erhält der Arbeitnehmer davon etwa 1.846 Euro laufend (bzw. ein Jahresnetto von ca. 25.997 Euro inkl. Sonderzahlungen, ohne Berücksichtigung individueller Absetzbeträge).
Branchenvergleich: Wo verdient man am meisten?
In öffentlichen Unternehmen zeigt sich folgende Rangliste (Durchschnittsgehälter 2024):
- Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: 102.900 €
- Verlagswesen/Medien: 96.200 €
- Land- und Forstwirtschaft (Vorstandsebene): 457.700 €
- Verkehr und Lagerei: 387.000 €
Fazit
Österreich gehört zweifellos zum europäischen Spitzenfeld beim Durchschnittseinkommen. Mit 33.210 Euro medianem Äquivalenzeinkommen liegt das Land weit über dem EU-Schnitt. Doch die hohe Steuerlast, der deutliche Gender Pay Gap und die Einkommensungleichheit zeigen: Hohe Durchschnittswerte bedeuten nicht automatisch Wohlstand für alle.
Besonders die 38-prozentige Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern bleibt ein strukturelles Problem, das trotz aller Gegenmaßnahmen weiterhin besteht.
Quellen: Statistik Austria (EU-SILC 2024), Eurostat, Finanz.at, Rechnungshof Einkommensbericht 2025
Stand: Februar 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
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