Brutto-Netto-Rechner für Österreich

Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig – wir kennen das ja. Die laufenden Ausgaben steigen und zum Leben bleibt uns zu wenig. Das liegt auch daran, dass in Österreich vergleichsweise hohe Abgaben für Steuern und Sozialversicherung zu leisten sind. Genau deshalb verfügt das Land allerdings über ein ausgesprochen hohes Niveau bei Krankenversorgung und sonstigen öffentlichen Leistungen. Auch ältere Menschen und Personen, die ihren Job verloren haben, sind gut abgesichert.

Wichtig für Angestellte ist dennoch, wie viel sie wirklich Monat für Monat bezahlt bekommen. Dabei helfen Brutto-Netto-Rechner – nach Eingabe der relevanten Daten kann herausgefunden werden, wie hoch das Nettogehalt tatsächlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen brutto und netto?

Brutto-Netto-Rechner

Ist das brutto oder netto? Diese Frage müssen sich Angestellte stellen, wenn es um ihr Gehalt geht. Diese beiden Begriffe bezeichnen nämlich den Unterschied zwischen jenem Betrag, von dem noch verschiedene Beträge abgezogen werden, und jenem Betrag, der dann tatsächlich auf dem Konto landet. Brutto bezeichnet einen Betrag vor dem Abzug von Steuern oder Kosten, der Begriff kommt aus dem Lateinischen (brutus = unrein).  Hingegen bezeichnet netto einen Betrag ohne Steuern, also wurden die Steuern schon abgezogen. Netto kommt aus dem Italienischen (netto = rein). Wichtig ist also das Nettogehalt, denn davon wurden Steuern und Sozialversicherungsabgaben schon weggenommen – diese können in Österreich bekanntlich ganz schön viel ausmachen.

Was wird vom Bruttogehalt abgezogen?

BruttoNetto
1.000 €850 €
2.200 €1.600 €
5.000 €3.000 €

In Österreich werden verschiedene Steuern und Abgaben direkt vom Arbeitgeber vom Gehalt abgezogen und ans Finanzamt abgeführt. Der Arbeitnehmer muss sich darum nicht weiter kümmern. Erst nach Abzug dieser Abgaben kommt der Nettobetrag heraus. Um diese Bereiche geht es:

  • Steuer: Lohnsteuer je nach Steuertarif.
  • Sozialversicherungsabgaben: Beiträge zur Pensionsversicherung, zur Krankenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung; dazu kommt die Arbeiterkammerumlage.

Wie kann man die Lohnsteuer in Österreich berechnen?

Die Lohnsteuer ist eine Form der Einkommensteuer, betrifft also die Einkommen des jeweils Steuerpflichtigen. In Österreich sind für Einkommen von bis zu 12.600 Euro pro Jahr keine Lohnsteuer zu zahlen, darüber hinaus ist die Lohnsteuer gestaffelt, es gelten 6 verschiedene Tarifstufen von 25 bis 55 Prozent. Die Steuer wird progressiv berechnet, das bedeutet, für die einzelnen Teile des Gehalts werden unterschiedliche Tarifklassen verwendet. Wer also 100.000 Euro pro Jahr verdient, zahlt für die ersten 11.000 Euro gar keine Steuer, für Beträge zwischen 11.000 und 18.000 Euro sind es 25 Prozent und so weiter. Für Beträge über 1 Million Euro kommt der höchste Steuersatz von 55 Prozent zum Tragen.

Tarifstufen Einkommen in EuroGrenzsteuersatz 2009 bis 2015 Grenzsteuersatz ab 2016
11.000 und darunter0 Prozent0 Prozent
über 11.000 bis 18.00036,5 Prozent25 Prozent
über 18.000 bis 25.00036,5 Prozent35 Prozent
über 25.000 bis 31.00043,2143 Prozent35 Prozent
über 31.000 bis 60.00043,2143 Prozent42 Prozent
über 60.000 bis 90.00050 Prozent48 Prozent
über 90.000 bis 1.000.00050 Prozent50 Prozent
über 1.000.00050 Prozent55 Prozent4)

Für wen gilt die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer gilt für alle Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit von Arbeitnehmern in Österreich. Für selbstständige Arbeit wird Einkommensteuer bezahlt.

Was ist das 13. und 14. Gehalt?

In Österreich kommen die meisten Angestellten in den Genuss eines 13. und 14. Gehalts, also zu 2 weiteren Monatsgehältern zu den 12 „normalen“. Diese beiden zusätzlichen Gehälter werden traditionell als Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld bezeichnet.

Gilt die Lohnsteuer auch für Überstunden?

Ein Teil der Überstunden ist in Österreich steuerfrei. So müssen für die ersten 10 Überstunden mit einem maximalen Zuschlag von 50 Prozent keine Lohnsteuer bezahlt werden; es bleiben aber maximal 86 Euro steuerfrei. Für Überstunden-Zuschläge für Sonntags- Feiertags- und Nachtarbeit gelten weitere Steuerbegünstigungen.

Was ist eine Pendlerpauschale?

Für die Fahrt vom Wohnort zum Arbeitsplatz kann unter gewissen Voraussetzungen eine sogenannte Pendlerpauschale geltend gemacht werden (richtigerweise heißt es übrigens „das Pauschale“, was allerdings einigermaßen seltsam klingt). Man unterschiedet zwischen kleiner und großer Pendlerpauschale. Die kleine Variante steht Angestellten zu, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können und der Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer entfernt ist. Die große Variante wird bezahlt, wenn eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich ist; der Arbeitsplatz muss mindestens 2 Kilometer entfernt sein. Außerdem gibt es noch einen Pendlereuro als steuerlichen Absetzbetrag – dieser hängt von der Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsplatz ab.

Was versteht man unter dem Alleinverdienerabsetzbetrag?

Wenn der Steuerpflichtige als Alleinverdiener mehr als ein halbes Jahr Familienbeihilfe für sein Kind bezieht und der Partner geringe Einkünfte (inklusive jenen aus Kapitalvermögen etc.) hat, kann er einen Alleinverdienerabsetzbetrag geltend machen. Wenn der Steuerpflichtige in keiner Partnerschaft lebt und mehr als ein halbes Jahr (6 Monate) Familienbeihilfe für sein Kind bezieht, kann er den Alleinerzieherabsetzbetrag geltend machen.

Was ist ein geringfügiges Einkommen?

Wer monatlich weniger als 460,66 Euro bezahlt bekommt, fällt unter die sogenannte Geringfügigkeitsgrenze. Das heißt, man muss weder Lohnsteuer noch Sozialversicherunsgabgaben zahlen, einzig einen Beitrag zur Unfallversicherung muss man leisten. Solche geringfügigen Gehälter werden unter anderem für Studentenjobs bezahlt.

Was sollten Angestellte bei einem Brutto-Netto-Rechner beachten?

Ein Brutto-Netto-Rechner, auch als Gehaltsrechner bezeichnet, ermöglicht eine detaillierte Berechnung des Nettogehalts. Wichtig ist, stets alle Angaben möglichst genau zu machen, selbst kleine Unterschiede können sich auswirken (etwa durch den Sprung in die nächste Steuerstufe). Auch das entsprechende Jahr sollte ausgewählt werden. Ebenso muss zwischen den Gruppen Angestellter, Arbeiter oder Pensionist unterschieden werden.

Brutto oder netto – darauf sollte man aufpassen

  • Ist das Gehalt im Jobinserat brutto angegeben? Das ist in den meisten Fällen so üblich und daher sollte man das Nettogehalt ausrechnen. Nur das ist wichtig, um die Bezahlung wirklich einschätzen zu können.
  • Gehaltserhöhungen können auf den ersten Blick eine tolle Sache sein, verlieren aber vielleicht an Attraktivität, wenn man sich die echte Erhöhung des Nettogehalts ansieht. Nach Abzug der Steuern und sonstigen Abgaben bleibt nämlich oft gar nicht viel übrig vom zusätzlichen Gehalt.
  • Nur Brutto-Netto-Rechner für Österreich haben hier Gültigkeit, Rechner für Deutschland beispielsweise können nicht verwendet werden. In Deutschland gibt es unter anderem das 13. und 14. Gehalt nicht.
  • Wenn der Arbeitgeber zu wenig Gehalt bezahlt hat und Nachforderungen gestellt werden, heißt es aufpassen: Auch diese Nachzahlungen sind lohnsteuerpflichtig.
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Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.

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