Geldanlage für Kinder

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Ein bisschen was für später zurücklegen: Wer Geld für Kinder oder Enkel veranlagen will, muss derzeit mit niedrigen Zinsen kämpfen. Das gute alte Sparbücherl aber auch klassische Banksparpläne haben ausgedient. Welche Möglichkeiten gibt es dennoch, um langfristig Rendite für den Nachwuchs zu machen? Und was gilt es in Sachen Kontoeröffnung und Co. zu beachten?

Früher gab es Geld ins Sparschwein, das einmal im Jahr – meist am Weltspartag – aufs Sparbücherl wanderte. Oder einen kleinen Banksparplan mit monatlichen Einzahlungen. Beides lohnt sich mittlerweile nicht mehr, wenn man Geld für seine Kinder, Enkel oder Paten ansparen möchte. Die Folge: Es müssen Alternativen her und das nicht selten mit höherem Risiko. Weiters ist es gar nicht so einfach, noch eine einigermaßen zufriedenstellende Rendite zu finden – aber wer vergleicht und abwägt, der findet sie.

Die Frage nach dem Risiko – wie hoch darf es sein?

Bevor es ans Sparen für den Nachwuchs geht, stellt sich die Frage nach der Sicherheit. Natürlich sollte eine Geldanlage für Kinder und Co. so sicher wie möglich sein – schließlich muss diese viele Jahre überdauern. Doch in Zeiten niedriger Zinsen lassen sich mit Sparkonten, die unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, oft kaum Renditen oberhalb der Inflation lukrieren – ein entscheidendes Ziel aber, andernfalls verliert das angesparte Geld über die Jahre real an Wert.

Eltern, Opa und Oma oder Paten sollten daher clever zu werke gehen, Sparziele forderst genau erkunden und ihre Investition in die kommende Generation durch eine ausreichende Risikostreuung optimieren. Für eine durchdachte Kombination aus renditestarken und risikoarmen Sparformen gibt es heute viele Möglichkeiten.

Für kleine Geldgeschenke – Sparkonten und Girokonten

Viele Banken und Sparkassen in Österreich bieten spezielle Guthabenkonten für Minderjährige an. Diese Spar- und Juniorkonten sind sogar meist besser verzinst als normale Konten – allerdings gelten dafür in der Regel Höchstanlagebeträge, die für eine sinnvolle Vorsorge über Jahre hinweg kaum ausreichen.

Anders ist dies bei modernen täglich fälligen Sparkonten. Auch diese Online Tagesgeldkonten bieten oft bis zu einem Prozent an Zinsen und sind dabei sehr flexibel. Hier lassen sich kleinere und größere Geldgeschenke sicher parken, regelmäßige Einzahlungen vornehmen und bei Bedarf jederzeit darauf zurückgreifen. Und das alles zum stets gleichen Zins und völlig spesenfrei. Allerdings ist der Zinssatz hier variabel, er kann also jederzeit dem allgemeinen Marktzins angepasst werden und somit – wie in den letzten Jahren in Österreich häufig der Fall – sinken.

Vorerst sollte sich Tagesgeldkonto aber Geld befinden, das möglicherweise auch zeitnah benötigt wird. Spätestens wenn der 18. Geburtstag des Kindes oder Enkels näher rückt, empfiehlt es sich auch Kapital aus langfristigen Geldanlagen auf einem Tagesgeldkonto zu veranlagen. Dies kann der Nachwuchs dann je nach Bedarf flexibel und kostenfrei nutzen.

Für größere Geldgeschenke – Einmalanlagen mit fixer Verzinsung

Sollen höhere Beträge dem Nachwuchs zugutekommen, empfiehlt sich hingegen ein Festgeldkonto. Auch hier gibt es mitunter spezielle Angebote bei Banken und Sparkassen für Minderjährige, generell ist aber das Angebot an fix verzinsten Sparkonten in Österreich sehr groß – gerade bei den Direktbanken. Ein Festgeld ist – wie der Name schon sagt – weniger flexibel. Das Geld ist hier fix für einen vereinbarten Zeitraum veranlagt und kann, wenn überhaupt, meist nur mit deutlichen Zinsabschlägen behoben werden. Dafür liegen die Zinsen, je nach Laufzeit und Sparsumme, dagegen oft deutlich über jenen bei Tagesgeldern – in Österreich aktuell bei bis zu zwei Prozent.

Festgeldkonten sind also ideal, um größere Geldgeschenke bei guter Rendite längerfristig ohne Risiko zu veranlagen. Allerdings sind aktuell auch Festgeld-Zinsen vom allgemein niedrigen Zinsniveau betroffen. Daher sind Festgeldanlagen mit langen Laufzeiten – etwa von mehr als fünf Jahren – nicht die beste Sparmethode. Schließlich kann hier der Nachwuchs von möglichen Zinsanhebungen kommender Jahre nicht profitieren.

Für mehr Risiko – ETF-Sparplan für Kinder und Junior-Depot

Mehr Risiko bringt höhere Rendite bei der Geldanlage. Diese simple Formel hat sich in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Auch wenn gerade viele ältere Menschen aufgrund der Volatilität von Wertpapieren der Börse nicht trauen, sind Aktien eine durchaus überlegenswerte Geldanlage-Option für Kinder. Denn gerade bei einem langfristigen Anlagehorizont lassen sich Wertschwankungen gut ausgleichen und letztendlich eine deutlich höhere Rendite erzielen als mit risikoarmen Sparkonten.

Empfehlenswert ist dabei das sogenannte Junior-Depot, welches nahezu alle Banken und Sparkassen in Österreich im Portfolio haben. Dieses Bankkonto enthält Wertpapiere wie beispielsweise Aktien oder Fondsanteile speziell für Kinder und Jugendliche und wird auch in deren Namen geführt. Vorteil dabei: In solche Online Depots dürfen hochriskante und spekulative Wertpapiere erst gar nicht aufgenommen werden.

Der risikoärmste Weg, in Aktien zu investieren, führte dabei in der Vergangenheit über moderne ETF (Exchange Traded Funds). Diese eher passiv gemanagten Fonds bilden einen Index nach – beispielsweise den ATX in Österreich, den DAX in Deutschland oder einen noch weiter gefassten internationalen Aktienindex wie etwa MSCI World oder den MSCI ALL Country World. Wer also monatlich kleine Beträge ansparen möchte und ein gewisses Risiko nicht scheut, investiert hier automatisch in mehrere Aktientitel, erhöht die Risikostreuung und kann Börsenschwankungen zusätzlich durch den sogenannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis durch mehr oder weniger monatliche Anteile je nach aktuellem Börsenwert) ausgleichen. Weiters sind die Gebühren für ETF deutlich geringer als für einen klassischen Aktienfonds. Und auch der monatliche Aufwand ist überschaubar: Dem Nachwuchs ein kleines Vermögen an der Börse aufbauen, dies ist hier bereits mit einer Einzahlung von 25 oder 50 Euro pro Monat möglich. Wichtig: Ein ETF-Investment rentiert sich meist nur bei einem langfristigen Anlagehorizont bei dem nicht zwingend ETF-Anteile mit Verlust verkauft werden müssen.

Für die Klassiker – der Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag war früher nicht nur bei Oma und Opa gefragt, Bausparen erfreut sich in Österreich auch heute immer noch großer Beliebtheit. Neben der sicheren Geldanlage und der staatlichen Bausparprämie (für Einzahlungen bis 1.200 Euro jährlich) garantiert ein Bausparvertrag die Möglichkeit ein Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen, um später dem Nachwuchs den eigenen Wohntraum mitzufinanzieren. Bausparverträge aller vier österreichischen Anbieter sind heute sehr flexibel beim Ansparen (zwischen 20 Euro und 100 Euro pro Monat) sowie bei der Verwendung des Darlehens. Einige Bausparkassen bieten weiters für Vertragsnehmer unter 25 Jahren spezielle Konditionen an. Ein Bausparer als Geschenk mit Startgeld für Ihre Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen – auch das kann eine clevere Geldanlage sein.

Geschickt veranlagen – auf den Namen des Kindes oder im eigenen Namen?

Viele Geldanlagen bieten die Option, offiziell dem Kind zugeschrieben zu werden. Bei Geldanlegen, die auf den Namen eines Kindes eröffnet werden, gelten allerdings spezielle Bedingungen. Eltern müssen das Konto zwar eröffnen und dürfen es verwalten, das Geld gehört aber nur dem Nachwuchs. Sobald es volljährig wird, darf es darüber frei verfügen. Großeltern benötigen weiters die Vollmacht der Eltern des Kindes, alleinerziehende brauchen einen Nachweis über das alleinige Sorgerecht.

Geld auf den Namen des Nachwuchses zu veranlagen, das bringt durchaus Vorteile wie Nachteile:

Vorteile Nachteile
Mündelsicherheit Die Kapitalanlage gilt als mündelsicher. Sie gehört also per Gesetz dem Kind oder Enkel und darf nur für sie bzw. von ihnen verwendet werden (ab Volljährigkeit). Sollte das Geld – auch für Notfälle – wider Erwarten doch anderweitig genutzt werden, könnte dies als Betrug gelten.
Steuervorteile Läuft die Geldanlage auf den Namen des Nachwuchses, gilt sie auch steuerlich als dessen Eigentum. So lässt sich beispielsweise der Steuerfreibetrag des Kindes nutzen. Der gesamte Freibetrag ist dabei frei verfügbar, wenn das Kind kein eigenes Einkommen bezieht. Ist die aktuell verfügbare Geldsumme zu hoch, könnte die kostenlose Mitversicherung bei der Krankenkasse der Eltern unter Umständen wegfallen. Weiters könnte dem Kind oder Enkel ein später bestehender Anspruch – etwa auf Studienbeihilfe – verweigert werden.
Überblick und Kontrolle Ein Auszahlungsplan kann gegebenenfalls verhindern, dass Kind oder Enkel das angesparte Vermögen sofort verprasst, sobald sie volljährig sind. Sobald Kind und Enkel volljährig sind, haben die Eltern keinerlei Einfluss darauf, wofür das angesparte Vermögen verwendet wird.

Fünf Tipps fürs clevere Nachwuchssparen

  1. Sicherheit und Realrendite beachten: Die Sicherheit der Investition für den Nachwuchs sollte zwar an oberste Stelle stehen. Erkunden Sie aber auch gemeinsam, ob die Geldanlage Rendite oberhalb der Inflationsrate einbringt. Ein gekonnter Risiko-Mix beim Nachwuchssparen ist hier die beste Lösung.
  2. So früh wie möglich anfangen: Je früher Sie mit dem Sparen für den Nachwuchs anfangen, desto mehr profitiert dieser vom Zinseszinseffekt bei Sparkonten. Weiters ermöglicht ein langer Investitionszeitraum an der Börse den Ausgleich von Wertschwankungen und somit höhere Renditen.
  3. Konsequent Sparen ohne Pausen: Bauen Sie das Sparvermögen für Kind und Enkel konstant auf und sparen regelmäßig ohne Pausen. Mit Sparplänen oder Daueraufträgen geht das ohne viel Aufhebens.
  4. Geldanlagen umschichten, wenn der Nachwuchs älter wird: Rückt der lang ersehnte 18. Geburtstag näher, sollten Investitionen rechtzeitig auf sichere täglich fällige Sparkonten umgeschichtet werden. Das schafft Sicherheit und Kind wie Enkel können so frei über das Geld verfügen.
  5. Im Namen des Kindes oder nicht – was macht Sinn? Zwar lassen sich bei Veranlagungen auf den Nachwuchs durchaus Steuern sparen. Allerdings sollten mögliche Nachteile für das Kind – beispielsweise im Hinblick auf Krankenversicherung oder Studienbeihilfe – beachtet werden. Entscheiden sind hier aber die Höhe der Einzahlungen sowie der Veranlagungszeitraum.
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