
froots startet KESt-freie Altersvorsorge: digitale Vorsorge ohne Kapitalertragsteuer
Der Wiener Robo-Advisor froots hat Anfang Juni 2026 ein neues Vorsorgeprodukt vorgestellt: eine private Altersvorsorge, deren Erträge von der Kapitalertragsteuer (KESt) befreit sind. Laut froots handelt es sich um die erste vollständig digital abschließbare KESt-befreite Vorsorgelösung in Österreich (Stand: Juni 2026).
Die wichtigsten Fakten im Überblick
| Produkt | KESt-freie Altersvorsorge („Vorsorge ohne KESt“) |
| Steuer | keine KESt (sonst 27,5 %) auf Erträge, stattdessen 4 % Versicherungssteuer auf Einzahlungen |
| Laufende Kosten | 1 % p.a. Betreuungsgebühr + rund 0,17 % ETF-Produktkosten + altersabhängige Risikoprämie |
| Einstieg | ab 100 EUR im Monat oder 5.000 EUR einmalig |
| Mindesthaltefrist | 15 Jahre (ab 50 Jahren: 10 Jahre), Laufzeit bis zum 85. Lebensjahr |
| Zielgruppe | 18 bis 75 Jahre mit Hauptwohnsitz Österreich |
Quelle: froots-Produktinformation und Presse-Aussendung vom 3. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wie die KESt-Befreiung funktioniert
froots nutzt eine fondsgebundene Lebensversicherung als rechtlichen Mantel. Für diese Produktkategorie gilt in Österreich eine KESt-Befreiung: Werden die gesetzlichen Mindestlaufzeiten eingehalten, bleiben die Erträge aus der Veranlagung steuerfrei. Statt der sonst üblichen 27,5 % KESt fällt nur die 4 % Versicherungssteuer auf die Einzahlungen an. Die Veranlagung selbst läuft wie bei froots üblich über breit gestreute ETFs und ETCs.
Was das Angebot kostet
froots trennt nach eigenen Angaben Versicherungsmantel und Vermögensanlage und verzichtet auf Abschlussprovisionen und Kickbacks. Die laufenden Kosten liegen bei 1 % p.a. Betreuungsgebühr auf den Depotwert, dazu kommen durchschnittlich rund 0,17 % Produktkosten der ETFs sowie eine altersabhängige Risikoprämie (für 35-Jährige nennt froots 0,03 %). Abschluss- oder Ausstiegskosten fallen keine an. Zum Vergleich: Klassische fondsgebundene Lebensversicherungen kosten laut froots über die Laufzeit oft rund die Hälfte der erwirtschafteten Rendite.
Einordnung im Vorsorgemarkt
Die staatlich geförderte Altersvorsorge in Österreich verliert seit Jahren an Bedeutung. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge ist laut froots von rund 1,6 Millionen Verträgen (2012) auf zuletzt unter 0,8 Millionen gefallen. Mit einem kostengünstigen, digital abschließbaren Modell besetzt froots damit eine Lücke zwischen klassischen Versicherungsprodukten und reinem Selbstinvestment. Allerdings ist der Steuervorteil an Bedingungen geknüpft, die zur eigenen Lebensplanung passen müssen.
Für wen sich das eignet
Das Angebot richtet sich an langfristig orientierte Sparer mit Hauptwohnsitz in Österreich, die über mindestens 15 Jahre fürs Alter vorsorgen wollen und die ETF-Auswahl an einen Anbieter abgeben möchten. Wer dagegen flexibel bleiben, selbst handeln oder kurzfristig auf das Geld zugreifen will, fährt mit einem klassischen Depot meist besser.
Fazit
froots überträgt sein steuereinfaches, kostengünstiges ETF-Konzept auf die private Altersvorsorge und macht ein bislang vertriebslastiges Produkt digital zugänglich. Für Sparer mit langem Anlagehorizont kann die KESt-Befreiung über die Jahre einen spürbaren Unterschied machen. Ob das Modell zu dir passt, hängt vor allem davon ab, ob du dich auf die lange Bindung einlassen kannst.
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Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Steuer- oder Anlageberatung.