
DADAT Bank ändert Ordergebühren: Neues FlatFee-Modell ab Juli 2026
Die DADAT Bank stellt zum 1. Juli 2026 ihr Gebührenmodell für die Handelsplätze gettex und Baader Bank um. Statt der bisherigen Mischkalkulation gilt eine gestaffelte FlatFee. Auslöser ist das EU-weite Verbot von Payment-for-Orderflow (PFOF), das alle Broker zu neuen Preismodellen zwingt.
Die neuen Ordergebühren im Überblick
Die FlatFee staffelt sich nach Ordervolumen. Zusätzlich fällt pro Trade eine Settlement-Gebühr von 1,10 € an:
| Ordervolumen | FlatFee | Gesamt (inkl. Settlement) |
|---|---|---|
| Bis 2.500 € | 3,50 € | 4,60 € |
| Bis 5.000 € | 5,50 € | 6,60 € |
| Bis 7.500 € | 8,00 € | 9,10 € |
| Ab 7.500 € | 10,50 € | 11,60 € |
Stand: Juli 2026. Quelle: DADAT Bank Konditionenmitteilung vom 24. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was bedeutet das konkret? Eine kleine Order über 500 € bei Baader Bank kostet künftig 4,60 € statt bisher 2,40 € — ein Plus von 92 %. Bei gettex steigt der gleiche Trade von 5,00 auf 6,10 €. Bei mittleren Orders um 5.000 € ist das neue Modell dagegen leicht günstiger als die bisherige Berechnung.
Deutlich günstiger: Derivate ab 0,95 €
Während Aktien- und ETF-Trader bei kleinen Orders drauflegen, profitieren Derivate-Anleger massiv: Die Fixgebühr sinkt von bisher 8 bis 20 € auf nur noch 0,95 € pro Trade — vorausgesetzt, das Ordervolumen liegt bei mindestens 500 €.
Depotgebühr entfällt ab 2027 komplett
Für langfristig orientierte Anleger ist die zweite Änderung mindestens ebenso relevant: Ab dem 1. Jänner 2027 streicht die DADAT Bank die Depotgebühr für das DADAT Online-Depot komplett. Bisher lagen die Kosten bei 0,05 % p.a., mindestens 2,90 € pro Position. Bei einem breit gestreuten Depot mit vielen Positionen summierte sich das schnell auf einen dreistelligen Betrag pro Jahr.
Einzige Ausnahme: Physisches Gold und Goldsparpläne bleiben bei 0,5 % p.a.
Einordnung im österreichischen Broker-Markt
Laut dem Depot-Vergleich von Capitalo positioniert sich die DADAT Bank mit der FlatFee im Mittelfeld der steuereinfachen Broker in Österreich.
| Broker | Order 1.000 € | Order 5.000 € | Depotgebühr | Steuereinfach |
|---|---|---|---|---|
| DADAT Bank (FlatFee, ab Juli 2026) | 4,60 € | 6,60 € | 0 € (ab 2027) | Ja |
| Flatex | 5,90 € | 5,90 € | 0 € | Ja |
| Trade Republic | 1,00 € | 1,00 € | 0 € | Ja |
Stand: Juli 2026. Quellen: Directus/Capitalo-Daten (DADAT Bank), Marktrecherche (02.07.2026) für Wettbewerber. Alle Angaben ohne Gewähr.
Bei kleinen Orders bis 2.500 € ist die DADAT mit 4,60 € günstiger als Flatex (5,90 €). Allerdings bieten Neobroker wie Trade Republic mit 1 € pro Order deutlich niedrigere Handelskosten. Der Vorteil der DADAT liegt in der breiten Produktpalette (Wiener Börse, Derivate, Sparpläne) und der langen Erfahrung als steuereinfacher Broker.
Was das für dich bedeutet
- Sparplan-Anleger: Die über 120 kostenlosen ETF-Sparpläne der DADAT sind von der Änderung nicht betroffen. Wenn du primär per Sparplan investierst, ändert sich wenig.
- Gelegenheits-Trader mit kleinen Orders: Bei Einzelorders unter 2.500 € zahlst du spürbar mehr. Hier lohnt sich ein Vergleich mit Flatex oder Trade Republic.
- Derivate-Trader: Mit 0,95 € pro Trade (ab 500 € Volumen) wird die DADAT bei Hebelprodukten attraktiv — deutlich günstiger als bisher.
- Buy-and-Hold: Der Wegfall der Depotgebühr ab 2027 macht die DADAT langfristig günstiger, besonders bei breit gestreuten Portfolios mit vielen Positionen.
Fazit
Die FlatFee-Umstellung ist ein zweischneidiges Schwert. Kleinanleger mit häufigen Einzelorders zahlen bei gettex und Baader Bank mehr als bisher. Hingegen profitieren Derivate-Trader von drastisch gesunkenen Gebühren, und langfristige Anleger freuen sich über den Wegfall der Depotgebühr ab 2027. Ob das neue Modell unter dem Strich passt, hängt von deinem persönlichen Handelsverhalten ab.
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Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.