EZB hebt Leitzins auf 2,50 % an: Zweite Zinserhöhung in Folge — das gilt für österreichische Sparer
Zinsänderungen

EZB hebt Leitzins auf 2,50 % an: Zweite Zinserhöhung in Folge — das gilt für österreichische Sparer

Alexander Senger

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins am 10. September 2026 erneut um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der für Sparer maßgebliche Einlagensatz steigt damit von 2,25 auf 2,50 Prozent — die zweite Erhöhung in Folge nach dem Schritt im Juni. Die neuen Sätze gelten ab dem 16. September 2026. Auch für Sparerinnen und Sparer in Österreich ist es der zweite Zinsschritt nach oben innerhalb von drei Monaten.

Kurz zusammengefasst: Die EZB erhöht alle drei Leitzinsen um 0,25 Punkte. Der Einlagensatz liegt ab 16. September bei 2,50 %. Variable Tagesgeld-Zinsen dürften nachziehen, neue Festgeld-Abschlüsse könnten leicht anziehen — bestehende Verträge bleiben unverändert.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Einlagensatz (für Sparer maßgeblich): von 2,25 % auf 2,50 % p. a.
  • Hauptrefinanzierungssatz: von 2,40 % auf 2,65 % p. a.
  • Spitzenrefinanzierungssatz: von 2,65 % auf 2,90 % p. a.
  • Beschlossen am 10. September 2026, gültig ab 16. September 2026 — zweite Anhebung nach dem 11. Juni 2026
  • Auslöser ist die erneut gestiegene Inflation — im Euroraum 3,3 %, in Österreich 3,2 % im August 2026 (Schnellschätzungen von Eurostat und Statistik Austria)
LeitzinssatzBisher (seit 17.06.2026)Neu (ab 16.09.2026)Veränderung
Einlagensatz2,25 %2,50 %+0,25 Pp.
Hauptrefinanzierungssatz2,40 %2,65 %+0,25 Pp.
Spitzenrefinanzierungssatz2,65 %2,90 %+0,25 Pp.

Quelle: Europäische Zentralbank, Zinsbeschluss vom 10. September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was die zweite Zinserhöhung für Sparer bedeutet

Für Sparerinnen und Sparer ist der höhere Einlagensatz erneut ein positives Signal. Variable Tagesgeld-Zinsen orientieren sich erfahrungsgemäß am EZB-Einlagensatz und dürften in den kommenden Wochen tendenziell nachziehen — Anbieter, die ihren Zins direkt an den Einlagensatz koppeln, passen meist zum Stichtag an. Beim Festgeld betrifft die Anhebung vor allem neue Abschlüsse: Wer jetzt anlegt, kann unter Umständen etwas höhere Zinsen festschreiben, während laufende Festgeld-Verträge zum vereinbarten Zins unverändert weiterlaufen.

Im Capitalo-Vergleich liegt das Zinsniveau im österreichischen Markt bereits über dem neuen Einlagensatz: Klassische Tagesgeld-Aktionszinsen reichen aktuell bis 3,10 % p. a. für drei Monate, dauerhaft sind bis zu 3,00 % p. a. möglich. Beim Festgeld gibt es bis zu 3,40 % p. a. über 36 Monate (Stand: September 2026). Ob die einzelnen Banken den höheren Leitzins weitergeben, entscheidet jeder Anbieter selbst — nach der Juni-Anhebung haben vor allem Direkt- und Auslandsbanken nachgezogen.

Was den zweiten Zinsschritt antreibt

Hintergrund der zweiten Anhebung ist die Inflation, die im Euroraum laut Eurostat-Schnellschätzung im August 2026 auf 3,3 % gestiegen ist und in Österreich laut Statistik Austria 3,2 % erreichte — nach 2,8 % im Juli. Treiber sind vor allem Energie und Dienstleistungen. Mit dem zweiten Zinsschritt in Folge macht die Notenbank deutlich, dass sie die Teuerung nicht laufen lassen will. Ob weitere Erhöhungen folgen, ist offen: Viele Marktbeobachter rechnen nach zwei Schritten zunächst mit einer Pause, ein weiterer Schritt bis Jahresende gilt als möglich, aber nicht als Basisszenario.

Einlagensicherung, Steuern und Geldmarktfonds in Österreich: Klassische Tagesgeld- und Festgeld-Einlagen sind über die Einlagensicherung AUSTRIA (ESA) bis 100.000 EUR pro Person und Bank geschützt; die Aufsicht führt die Finanzmarktaufsicht (FMA). Geldmarktfonds-Angebote sind dagegen Sondervermögen — insolvenzgeschützt, aber ohne Einlagensicherung und mit Marktrisiko. Während variables Tagesgeld dem Leitzins meist zügig folgt, bleibt der Festgeld-Zins über die gesamte Laufzeit fest. Zinserträge unterliegen der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 %.

Was das für dich bedeutet

Wenn du flexibel bleiben willst, profitierst du beim Tagesgeld am ehesten von steigenden Zinsen — behalte die Konditionen deiner Bank im Blick und wechsle, falls sie den höheren Leitzins nicht weitergibt. Planst du eine längere Festanlage, kann es sich lohnen, das aktuelle Niveau über Festgeld zu sichern; rechnest du mit weiter steigenden Zinsen, sprechen kürzere Laufzeiten dafür, bald wieder zu höheren Sätzen anlegen zu können. Für Kreditnehmer wirkt die Erhöhung umgekehrt: Neue Kredite und variable Wohnkredite, die am 3-Monats-Euribor hängen, dürften tendenziell teurer werden.

Fazit

Mit der zweiten Anhebung des Einlagensatzes auf 2,50 % bestätigt die EZB die Zinswende vom Juni. Für Tagesgeld- und Festgeld-Sparer in Österreich ist das eine gute Nachricht — entscheidend bleibt, ob die einzelnen Banken den Schritt weitergeben. Stand heute lohnt sich der Vergleich der aktuellen Konditionen mehr denn je.


Du willst sehen, welche Banken den höheren Leitzins schon weitergeben? Im Capitalo Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Vergleich findest du die aktuellen Top-Konditionen tagesaktuell im Überblick.

Stand: 10. September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Zinserträge unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt 25 %).

Geprüft und freigegeben von

Alexander Senger

Alexander Senger

GründerGeschäftsführerKooperationen & Marketing

Als Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Gründer der Capitalo Finanzservices GmbH bewertet er seit 2014 systematisch Finanzprodukte im DACH-Raum. Capitalo steht für unabhängige, transparente Vergleiche – kostenlos und im Interesse der Nutzer. Erstellt mit KI-Unterstützung, fachlich geprüft und freigegeben von Alexander Senger.