
EZB hebt Leitzins auf 2,25 % an: Das gilt für österreichische Sparer
Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins am 11. Juni 2026 um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der für Sparer maßgebliche Einlagensatz steigt damit von 2,00 auf 2,25 Prozent — es ist die erste Zinserhöhung seit September 2023. Auch für Sparerinnen und Sparer in Österreich markiert der Schritt eine Wende nach acht Zinssenkungen in Folge.
Kurz zusammengefasst: Die EZB erhöht alle drei Leitzinsen um 0,25 Punkte. Der Einlagensatz liegt jetzt bei 2,25 %. Variable Tagesgeld-Zinsen dürften nachziehen, neue Festgeld-Abschlüsse könnten leicht anziehen — bestehende Verträge bleiben unverändert.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Einlagensatz (für Sparer maßgeblich): von 2,00 % auf 2,25 % p. a.
- Hauptrefinanzierungssatz: von 2,15 % auf 2,40 % p. a.
- Spitzenrefinanzierungssatz: von 2,40 % auf 2,65 % p. a.
- Beschlossen am 11. Juni 2026, erste Zinserhöhung seit September 2023
- Auslöser ist die gestiegene Inflation — im Euroraum rund 3,0 %, in Österreich zuletzt 3,7 % (Stand: Mai 2026)
| Leitzinssatz | Bisher | Neu (ab 11.06.2026) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Einlagensatz | 2,00 % | 2,25 % | +0,25 Pp. |
| Hauptrefinanzierungssatz | 2,15 % | 2,40 % | +0,25 Pp. |
| Spitzenrefinanzierungssatz | 2,40 % | 2,65 % | +0,25 Pp. |
Quelle: Europäische Zentralbank, Zinsbeschluss vom 11. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was die Zinserhöhung für Sparer bedeutet
Für Sparerinnen und Sparer ist der höhere Einlagensatz grundsätzlich ein positives Signal. Variable Tagesgeld-Zinsen orientieren sich erfahrungsgemäß am EZB-Einlagensatz und dürften in den kommenden Wochen tendenziell nachziehen. Beim Festgeld betrifft die Anhebung vor allem neue Abschlüsse: Wer jetzt anlegt, kann unter Umständen etwas höhere Zinsen festschreiben, während laufende Festgeld-Verträge zum vereinbarten Zins unverändert weiterlaufen.
Im Capitalo-Vergleich liegt das Zinsniveau im österreichischen Markt schon vor dem EZB-Schritt solide: Klassische Tagesgeld-Aktionszinsen reichen aktuell bis 2,70 % p. a., über einen Geldmarktfonds sind dauerhaft bis zu 3,00 % p. a. möglich. Beim Festgeld sind bis zu 3,00 % p. a. bereits ab zwölf Monaten Laufzeit drin (Stand: Juni 2026). Ob die einzelnen Banken den höheren Leitzins weitergeben, entscheidet jeder Anbieter selbst — ein Vergleich der aktuellen Konditionen lohnt sich daher gerade jetzt.
Was den Zinsschritt antreibt
Hintergrund der Anhebung ist die wieder gestiegene Inflation, die im Euroraum zuletzt rund 3,0 % erreichte und in Österreich mit 3,7 % noch darüber lag. Steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten haben den Preisdruck verstärkt. Mit dem ersten Zinsschritt nach oben seit September 2023 signalisiert die Notenbank, dass sie einer dauerhaften Teuerung entgegentreten will. Allerdings bleibt offen, ob weitere Erhöhungen folgen — ein Teil der Marktbeobachter rechnet damit, sicher ist das Stand heute jedoch nicht.
Einlagensicherung, Steuern und Geldmarktfonds in Österreich: Klassische Tagesgeld- und Festgeld-Einlagen sind über die Einlagensicherung AUSTRIA (ESA) bis 100.000 EUR pro Person und Bank geschützt; die Aufsicht führt die Finanzmarktaufsicht (FMA). Geldmarktfonds-Angebote wie jenes von Trade Republic sind dagegen Sondervermögen — insolvenzgeschützt, aber ohne Einlagensicherung und mit Marktrisiko. Während variables Tagesgeld dem Leitzins meist zügig folgt, bleibt der Festgeld-Zins über die gesamte Laufzeit fest. Zinserträge unterliegen der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 %.
Was das für dich bedeutet
Wenn du flexibel bleiben willst, profitierst du beim Tagesgeld am ehesten von steigenden Zinsen — behalte die Konditionen deiner Bank im Blick und wechsle, falls sie den höheren Leitzins nicht weitergibt. Planst du eine längere Festanlage, kann es sich lohnen, das aktuelle Niveau über Festgeld zu sichern; rechnest du mit weiter steigenden Zinsen, sprechen kürzere Laufzeiten dafür, bald wieder zu höheren Sätzen anzulegen. Für Kreditnehmer wirkt die Erhöhung umgekehrt: Neue Kredite und Finanzierungen dürften tendenziell teurer werden.
Fazit
Mit der Anhebung des Einlagensatzes auf 2,25 % bricht die EZB ihren Senkungszyklus und sorgt für Rückenwind bei den Sparzinsen. Für Tagesgeld- und Festgeld-Sparer in Österreich ist das eine gute Nachricht — entscheidend bleibt, ob die einzelnen Banken den Schritt weitergeben. Stand heute lohnt sich der Vergleich der aktuellen Konditionen mehr denn je.
Du willst sehen, welche Banken den höheren Leitzins schon weitergeben? Im Capitalo Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Vergleich findest du die aktuellen Top-Konditionen tagesaktuell im Überblick.
Stand: 11. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Zinserträge unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt 25 %).