Ihr Geld im Feber 2021

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Finanziell unter Druck

Rund ein Drittel der Österreicherinnen und Österreich haben finanzielle Ängste – das zeigt eine Studie von Integral, die im Auftrag der Erste Bank durchgeführt wurde. Der Grund dafür ist die Coronakrise, die zu steigender Arbeitslosigkeit, Verunsicherung und sinkenden Einkommen führt. Mehr als ein Viertel der Österreicher kommen mit dem monatlichen Einnahmen nicht mehr aus; 6 Prozent haben nicht einmal mehr genug Geld für das tägliche Leben. Am stärksten trifft es laut Umfrage der Erste Bank die 16- bis 29-jährigen sowie Personen mit kleinen Kindern. Dazu kommt, dass viele Österreicher nicht ausreichend finanzielle Reserven haben, um solche Zeiten zu überstehen; viele Menschen haben auch keine Verwandten oder Bekannten, die ihnen in dieser Hinsicht helfen könnten. Das Motto der Stunde lautet daher: Sparen, wo immer es geht. Fast die Hälfte der Befragten haben bereits Einsparungen vorgenommen, etwa bei Reisen (derzeit ohnehin kaum möglich) und bei der Kleidung.

Wirtschaftswachstum in Aussicht

Wann kommen die Impfungen, wann enden die Lockdowns, wann wird alles wie früher sein? Noch dreht sich alles um die Corona-Pandemie, doch die Aussichten sind schon rosiger als vor wenigen Wochen – zumindest die Prognosen für die Wirtschaft sind ausgesprochen optimistisch. Laut dem Beratungsunternehmen PwC soll die Weltwirtschaft 2021 nämlich um 5 Prozent wachsen – das wäre ein neuer Rekord für das 21. Jahrhundert. Schon Ende dieses Jahres oder spätestens Anfang 2022 soll jenes Niveau erreicht werden, das wir vor der Krise hatten. Das große Fragezeichen bleibt die Verfügbarkeit der Schutzimpfungen, heißt es in dem PwC-Bericht. Jedenfalls sollten im zweiten Halbjahr in den großen Volkswirtschaften rund zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein, was wiederum zu einem Hochfahren der Wirtschaft beitragen soll. Ob das für Österreich auch gelten wird? Zumindest gibt es hierzulande enorme Verzögerungen bei den Impfungen, etwa im Vergleich zu Ländern wie Dänemark oder Serbien. Der Rückgang im Wintertourismus und die Schwäche der Exportwirtschaft in Österreich sollten aber ab dem Sommer ausgeglichen werden können. Die PwC-Experten weisen übrigens darauf hin, dass der Neustart der Wirtschaft dazu genutzt werden sollte, die Weichen in Richtung Klimaschutz und grüne Infrastruktur zu stellen.

Grün veranlagt

Eine Zahl aus der oben erwähnten PwC-Analyse zum Wachstum der Weltwirtschaft: Nur 5 Prozent der festverzinslichen Papiere, die weltweit veranlagt werden, sind als grüne Anlagen einzustufen. Doch heuer sollte das Interesse an Klimaschutz-Werten deutlich steigen, die sogenannten ESG-Fonds erfreuen sich tatsächlich großer Beliebtheit. ESG steht für Environmental, Social and Governance und mit diesem Kürzel werden jene Formen der Geldanlage bezeichnet, die gute Kriterien berücksichtigen – neben Klima- und Umweltschutz etwa Menschenrechte und soziale Verträglichkeit. Ein Beispiel, dass sich Rendite und gutes Gewissen nicht ausschließen sind ETFs (das sind börsengehandelte Indexfonds) mit einem Fokus auf Klimaschutz. So war der iShares Global Clean Energy der meistgekaufte ETF im Vorjahr; mit Kursanstiegen im dreistelligen Prozentbereich gab es auch hübsche Zuwächse für die Investoren. Zu den Vorteilen eines ETF zählen die niedrigen Gebühren.

Gesund versichert

Bei den Versicherungen sparen die Österreicher nicht – das war ein Ergebnis der oben erwähnten Umfrage von Integral und Erste Bank. Auch für die eigene Gesundheit wird in dieser Hinsicht viel getan. Kein Wunder also, dass sich die Versicherungen in einem harten Wettkampf befinden. Ergo hat nun eine neue Zahnersatzversicherung herausgebracht – die erste eigenständige Versicherung dieser Art. Die Krankenkassen übernehmen nämlich die Kosten für festsitzenden Zahnersatz in den meisten Fällen nicht, sondern nur für herausnehmbare Prothesen. Wer aber eine Krone, Brücke oder Implantat benötigt, muss selbst dafür aufkommen. Die neue Versicherung übernimmt bis zu 90 Prozent der Kosten für Zahnersatzmaßnahmen und Reparaturen von Zahnersatz bis zu 3000 Euro pro Kalenderjahr; dabei ist die Höchstleistung in den ersten Jahren gestaffelt. Das Ergo-Produkt ist online abschließbar und es gibt keine Gesundheitsfragen. Eine neue Gesundheitsversicherung gibt es zudem von der Allianz: Unter dem Schlagwort „Meine Gesundheitsversicherung“ soll neben den klassischen Sparten Sonderklasse und Wahlarzt auf die Bereiche Telemedizin, Prävention und psychische Gesundheit geachtet werden. Über WhatsApp oder Webchat können Versicherte beispielsweise Krankheitssymptome abklären; auch telefonische Beratung ist möglich. Dazu gibt es regelmäßige Vorsorgechecks und bei mentalen Problemen Unterstützung durch eine Plattform für psychologische Online-Beratung. Die neue Gesundheitsversicherung der Allianz gibt es in drei Preiskategorien.

Mieten oder kaufen?

Drei von vier Österreichern würden gerne eine Immobilie besitzen, vor allem als Wertanlage. Tatsächlich steigt die Bedeutung von Grund und Boden für den Vermögensaufbau; die niedrigen Zinsen und die rasch steigende Nachfrage in den meisten Gebieten – vor allem in den Ballungsräumen – sind dafür die Gründe. Doch wie lange müsste man mieten, ehe man den Kaufpreis erreicht hat? Am längsten würde das in Kitzbühel, dem Mekka der reichen Zweitwohnbesitzer, dauern: Fast 39 Jahre könnten man dort in einer Wohnung leben, ehe man den entsprechenden Kaufpreis drinnen hätte.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.