Ihr Geld im April 2021

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Wohnen in Wien nicht billiger

Die Coronakrise könnte die Mieten nach unten drücken – so lautete die Prognose. Doch das ist zum Leidwesen von Mietern und Wohnungssuchenden zumindest in Wien nicht passiert. Eine Auswertung von Vermietungsdaten durch das Immobilienunternehmen Rustler hat gezeigt, dass es 2020 bei Wohnimmobilien in Wien keine rückläufigen Preise gegeben hat. Vor allem größere Wohnungen – also jene mit einer Wohnfläche von mehr als 60 Quadratmetern – haben sogar einen Preisanstieg über der Inflation zu verzeichnen. Gefragt sind vor allem Wohnungen mit Freiflächen und Lage in den Außenbezirken bzw. im sogenannten Speckgürtel rund um die österreichische Hauptstadt.

Hoch hinaus beim Wohnen

Apropos Immobilien und Wien: Vor kurzem hat der Wohnturm Marina Tower die Marke von 100 Metern erreicht – in diese Höhe ist das Gebäude inzwischen gewachsen. Nach der Fertigstellung, die im Sommer nächsten Jahres geplant ist, soll der Turm rund 140 Meter hoch sein und 41 Stockwerke haben. Der Marina Tower wird von Buwog und IES Immobilien errichtet und liegt am rechten Donauufer im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Es wird darin 511 freifinanzierte Eigentumswohnung geben, von denen rund 65 Prozent bereits verkauft worden sind.

Aktien über Bitpanda

In der Welt der Kryptowährungen zählt ein junges österreichisches Unternehmen inzwischen zu den bekanntesten Größen: Bitpanda ist für europäische Anleger und Bitcoin-Fans eine Alternative zu US-Plattformen wie Coinbase oder Binance. Das Fintech baut nun sein Angebot aus und bietet noch im April den Handel mit Aktien und ETFs (Exchange Traded Funds, das sind börsengehandelte Indexfonds) an. Die Österreicher konnten schon Risikokapital von insgesamt 185 Millionen Euro einsammeln. Die Kryptobörse, 2014 gegründet, zählt inzwischen zu den sogenannten Einhörnern – das sind Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar; konkret soll Bitpanda sogar 1,2 Milliarden Dollar wert sein. Das Potenzial für Wachstum ist jedenfalls vorhanden: Neo-Broker wie Flatex, Trade Republic oder jetzt eben Bitpanda werden von immer mehr Privatanlegern genutzt.

Bitcoin-Schlaraffenland oder -Hölle?

Apropos Bitpanda und Kryptowährungen: In Österreich gibt es 157 Bitcoin-Automaten – damit ist unser Land in dieser Hinsicht die Nummer eins in Europa. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es derzeit gerade mal 53 dieser Automaten. Das hat die Plattform Handelskontor berechnet. Das Seltsame an dieser angeblichen Bitcoin-Euphorie in Österreich: Abgesehen von diesen Automaten ist die Einstellung der Österreicher zu Kryptowährungen ausgesprochen verhalten, um es vorsichtig auszudrücken: Gerade mal 13 Prozent sehen Bitcoin & Co. positiv; in Deutschland sind es immerhin rund 20 Prozent. Damit ist Österreich, das Land der Bitcoin-Automaten, Schlusslicht in Europa, was das Image von Kryptowährungen und deren Aussichten für Anleger betrifft. Besonders positiv ist die Einstellung übrigens in der Türkei.

Abschied von Credit Suisse

Die Schweizer Bank Credit Suisse zieht sich aus dem Geschäft mit Vermögensverwaltung aus Österreich zurück; schon zuvor hatte sich UBS aus Österreich verabschiedet. Der hiesige Markt für Private Banking war für diese Banken offenbar nicht lukrativ genug. Damit ist die Zürcher Kantonalbank über ihre Österreich-Tochter die letzte Bastion der Schweizer Bankenszene hierzulande. Es sei nicht geplant, Österreich zu verlassen, heißt es dort. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagt Hermann Wonnebauer, Vorsitzender des Vorstands. Die Bank ist seit zehn Jahren in Österreich vertreten, das jährliche Wachstum betrage zwischen 15 und 20 Prozent.

Banken unter Druck

Das Geschäft für Banken wird nicht nur in Österreich, sondern überall auf der Welt nicht leichter. Dafür sorgen auf der einen Seite die niedrigen Zinsen, auf der anderen Seite das Voranschreiten der Digitalisierung – neue Anbieter drängen auf den Markt und die Kunden erwarten unverschämterweise immer mehr Online-Services. Klassische Retailbanken stehen zunehmend unter Druck, das bestätigt der World Retail Banking Report 2021, der vom Beratungsunternehmen Capgemini und der Bankenorganisation Efma veröffentlicht wird. Nicht zuletzt wegen der Coronakrise sind Banken demnach gezwungen, ihre Maßnahmen zur Digitalisierung und Kostenoptimierung zu beschleunigen. Auf gut deutsch: Sie müssen digitale Dienstleistungen ausbauen und zugleich ihre Kosten senken – eine Balance, die schwierig ist. Um Kunden an sich zu binden, müssten Banken ihre Angebote als Mehrwert in den Alltag der Kunden einbauen, heißt es in der Studie.

Gesund essen und investieren

Für Anleger gibt es eine beinahe unüberschaubare Fülle an Trends, die man bei Aktien und Fonds berücksichtigen kann – dazu zählen vor allem Klimaschutz und Gesundheit. Gute Anlagechancen ergeben sich aber auch bei nachhaltiger Ernährung: Veganismus, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, Bioprodukte und Reduzierung von Transportwegen sind da nur einige Stichworte. Anleger können entweder in Einzelwerte investieren oder in Fonds bzw. ETF mit einer Ausrichtung auf gesunde Ernährung.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.