Ihr Geld im November 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

🏠 Mietpreise steigen weiter…

Wohnen ist teuer – das ist kein Geheimnis. Auch Österreich ist in dieser Hinsicht längst keine Insel der Seligen mehr. In den ersten 3 Quartalen 2020 sind die Mietpreise für Wohnungen um 4,6 Prozent gestiegen, das hat eine Analyse der Immobilienplattform ImmoScout24 ergeben. Im Schnitt müssen Mieter in Österreich für eine 70 Quadratmeter große Wohnung 968 Euro zahlen. Dabei sind die regionale Unterschiede durchaus beachtlich: In Innsbruck kostet eine solche Wohnung 1329 Euro im Schnitt, in Wien und Salzburg 1000 Euro. Im Burgenland hingegen sind es nur 746 Euro, in Kärnten 712 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 13,8  Euro. Der Preisanstieg war zuletzt in Westösterreich am höchsten.

📈… Eigentumspreise ebenfalls

Aber auch die Preise für Eigentumswohnungen klettern weiter nach oben: Laut einer Untersuchung der Plattform Immowelt sind solche Wohnungen in Wien innerhalb eines Jahres um bis zu 16 Prozent teurer geworden. Die Bezirke Währing, Leopoldstadt, Mariahilf und Neubau verzeichneten die größten Preissteigerungen. In 19 der 23 Wiener Bezirke sind Eigentumswohnungen teurer geworden. Am teuersten ist erwartungsgemäß die Innere Stadt mit durchschnittlich 12.000 Euro pro Quadratmeter. In der Josefstadt sind es 7.000 Euro, in Favoriten und Meidling immerhin noch 4.000 Euro. Wie gesagt: Wohnen ist teuer.

👨‍💻 Cyberattacken im Home-Office

Das Arbeiten daheim hat Vorteile, aber auch Nachteile – einer davon ist die steigende Gefahr von Cyberattacken. Wenn Computer nicht im Büro verwendet werden, sondern in den eigenen vier Wänden, sind sie nämlich vielfach nicht so gut abgesichert. Sensible Firmendaten werden teilweise über ungeschützte Netzwerke übertragen; nicht alle Geräte sind in Sachen Virenschutz und Abwehr von Malware auf dem letzten Stand. Laut einer Studie der Allianz hat sich die Zahl der Cyberschäden in den vergangenen vier Jahren verzehnfacht. Besonders perfide sind Erpressungsversuche: Dabei werden IT-Systeme lahmgelegt und erst nach Zahlung von Lösegeld wieder freigegeben. Laut Experten ist dabei eine zunehmende Kommerzialisierung der Cyberkriminalität zu beobachten: Die Tools für Cyberattacken sind heute einfach verfügbar und ganze Heerscharen von Gaunern nutzen sie. Für das Arbeiten im Home-Office bedeutet das: Netzwerke schützen, seltsame Mails nicht öffnen und bei verdächtigen Ereignissen besser die IT-Experten der Firma (bzw. unabhängige Profis) zurate ziehen.

🤖Chancen durch Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) wird auch für Investoren zum interessanten Thema. Ein Einsatz ist ja in vielen unterschiedlichen Bereichen schon weit fortgeschritten und wird in naher Zukunft noch wichtiger, beispielsweise in autonom fahrenden Autos oder bei dezentraler Energieversorgung. Professionelle Investoren in Europa sehen KI langfristig sogar als größte Investmentchance. Das hat eine Umfrage des ETF-Spezialisten Wisdom Tree unter 440 Investoren ergeben (ETF steht für Exchange Traded Funds – das sind Fonds, die bestimmte Indizes abbilden). Als zweitwichtigstes Thema wurde die Biotechnologie genannt, was vor allem an deren Bedeutung für die Bekämpfung der Coronapandemie liegt. Auch die Cybersicherheit kann Anlegern auf lange Sicht Erträge bringen, meinen die Profis – auch das liegt an der Coronakrise, die unter anderem zu einem Umstieg auf das Arbeiten im Home-Office führt.

💹 Aktienplus durch Joe Biden?

Kann der neue US-Präsident den US-Aktien einen ordentlichen Schub geben? Darauf können Anleger jedenfalls bei einem Blick auf historische Daten vertrauen: Wenn der Präsident ein Demokrat war, haben die Aktien im Schnitt um 14,7 Prozent pro Jahr zugelegt, bei einem republikanischem Präsidenten waren es im Schnitt nur 9,8 Prozent. Der Index S&P 500 ist unter Donald Trump um 51 Prozent in die Höhe geklettert, unter Barack Obama waren es hingegen 167 Prozent. Von solchen Zahlenspielereien mal abgesehen: Vor allem Werte aus den Branchen Gesundheit, grüne Energie, Cannabis und Technologie könnten nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren von einer politischen Neuausrichtung unter Biden profitieren. Schon in der Woche nach dem Sieg von Biden notierte der Technologieindex Nasdaq um 9 Prozent höher.

📗 Nachhaltig anlegen, aber wirklich

Nachhaltige Geldanlage ist zum Trendthema geworden. Dahinter steckt nicht nur das Bemühen, in ökologisch und ethisch einwandfreie Unternehmen zu investieren, sondern auch die Hoffnung auf starke Renditen – nachhaltige Investments haben sich in den letzten Monaten erwiesenermaßen stärker entwickelt als der Gesamtmarkt. Doch Anleger tun sich schwer damit, Marketingtricks von echter Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Der WWF hat daher eine Checkliste zur Auswahl nachhaltiger Geldanlagen erstellt. Dabei spielen unter anderem bestimmte Kennzahlen wie CO2-Fußabdruck, einfacher Zugang zu Informationen, klare Ausschlusskriterien und verständliche Methodik eine Rolle.  


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.