Ihr Geld im Mai 2021

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Frankenwarnung

Die Krise trifft alle – sogar den Schweizer Franken. Und dennoch bleibt diese Währung eine der stärksten der Welt. Das bereitet jenen österreichischen Kreditnehmern Kopfschmerzen, die einen (oder mehrere) Frankenkredite laufen haben. Zwar will die Schweizerische Nationalbank (SNB) weiterhin eingreifen, doch potenziell könnte es im Vergleich zum Euro wieder stärker bergauf gehen. Der Wertverlust könnte beispielsweise für endfällige Darlehen zum Problem werden. Daher bieten viele Banken nun einen Umstieg auf Eurokredite an. Dabei heißt es aber genau hinsehen: Erstens sollte ein solcher Umstieg auf jeden Fall mit geringen Kosten bzw. Spesen verbunden sein; am besten mit gar keinen Kosten. Schließlich hat doch die Bank damals einen solchen Frankenkredit vermittelt und es wird auch in ihrem Interesse sein, wenn man nun auf eine sichere Variante umsteigt. Da haben Kreditnehmer gute Argumente zur Hand, auch weil Banken in Sachen Franken ohnehin ständig in der öffentliche Kritik stehen. Zweitens heißt es aufpassen, zu welchem Zeitpunkt man eine solche Umstellung vornimmt. Ist der Franken-Euro-Kurs gerade ungünstig, wird es teuer. Zu überlegen wäre auch eine Umschuldung auf längere Laufzeiten, um etwaige Währungsverluste ausgleichen zu können. Frankenkredite sind in Österreich heute übrigens nicht mehr zulässig.

Den Reichen reicht´s noch nicht

Apropos: Die Schweiz ist ja eines der reichsten Länder der Welt. Aber wir in Österreich brauchen uns in dieser Hinsicht nicht zu verstecken. Das Finanzvermögen der Österreicher ist im Vorjahr um mehr als 5 Prozent auf rund 763 Milliarden Euro gestiegen. Wie bitte? Nicht nur die Summe an sich ist unfassbar, auch die Tatsache, dass ausgerechnet im Corona- und Krisenjahr 2020 das Vermögen gewachsen sein soll. Und doch stimmt es: Die Österreicher sind so reich wie nie zuvor. Das liegt einerseits an der Krise selbst, denn mangels Reisen, Shoppingtouren, Theater- und Restaurantbesuchen wird das Geld eben auf die hohe Kante gelegt.

Nicht nur klassische Sparkonten wurden mit dem Ersparten aufgefüllt, auch bei Aktien und Fonds gab es ordentliche Zuflüssen aus den privaten Haushalten. Andererseits klafft die Schere immer weiter auseinander: Wer viel Geld hat, kann mit einer klugen Anlagestrategie deutlich mehr daraus machen. Doch wer kein oder nur wenig Geld zur Verfügung hat, kann nicht sparen – und hat oft nicht mal genug für das tägliche Leben. Viele Österreicherinnen und Österreicher haben ihren Job wegen der Krise verloren, etwa in der Gastronomie oder im Tourismus. Sie können sich über die Meldungen des Reichtums in Österreich nicht wirklich freuen. Dazu noch eine Zahl: 1 Prozent der Österreicher halten 40 Prozent des Vermögens. Und noch etwas: Die Millionenerbin Marlene Engelhorn, die demnächst zu den reichsten Menschen im Lande zählen wird, will 90 Prozent ihres Vermögens spenden; schon jetzt setzt sie sich für karitative Projekte ein. Und eine Reichensteuer hat sie auch gleich gefordert.

Gutes tun, aber wie?

Wer viel Geld hat, kann ja leicht Gutes tun – dabei ist die Auswahl an Investments mit gutem Gewissen heute sehr groß. Wer nicht in Waffenhandel, Kohlekraftwerke, Glücksspiel & ähnliche Nettigkeiten investieren möchte, sucht sich entsprechende Finanzprodukte heraus, die solche Sparten ausschließen. Ganz leicht ist es aber nicht, hier die Spreu vom Weizen zu trennen: Man muss schon ganz genau in den Unterlagen stöbern, um draufzukommen, welche Unternehmen bzw. Bereiche wirklich tabu sind. Zuletzt hat die FMA, die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde, vor dem „Greenwashing“ bei Finanzprodukten gewarnt. Vordergründig wird nämlich in der Werbung der Eindruck erweckt, ein bestimmtes Angebot sei umweltfreundlich, grün oder nachhaltig. Dazu reicht es oft schon, wenn Tiere, Wälder und Sonnenuntergänge auf Werbeprospekten oder im Internet platziert werden. Doch Hinweise wie „grün“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ sagen noch gar nichts über echten Klimaschutz oder Investitionen in umweltfreundliche Technologien oder in erneuerbare Energien aus. Besonders vorsichtig sollten Privatanleger laut FMA bei Finanzprodukten vom nicht regulierten bzw. grauen Kapitalmarkt sein, also bei Produkten, die nicht staatlich reguliert bzw. klassifiziert werden müssen. Das könnte unter anderem bei Nachrangdarlehen und Genussrechten der Fall sein, beispielsweise im Immobiliensektor. Dabei sind Marketingschmähs mit Klimaschutz und Umwelt nur eine Gefahr: Solche Investments könnten bei einem Scheitern des Projekts – etwa weil der Betreiber pleite geht – ganz verloren sein. Also: Nicht von grünen Botschaften blenden lassen, sondern lieber genauer hinschauen.  

Zu guter Letzt noch ein paar aktuelle Fakten rund um die privaten Finanzen:

  • Immobilienzinsen steigen: Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung lässt auch die Zinsen für Immobilienfinanzierungen ansteigen. Genaues Vergleichen lohnt sich mehr denn je!
  • 22.039 Euro kostet im Schnitt ein Gebrauchtwagen in Österreich. Das hat die Plattform AutoScout24 berechnet – im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise im Schnitt um 2000 Euro gestiegen. Jetzt ist nach Ansicht von Experten ein guter Zeitpunkt, sein Auto (privat) zu verkaufen: Das Angebot ist begrenzt und viele Privatleute wollen lieber einen gebrauchten Pkw günstig kaufen statt sich viele Jahre mit Leasing- oder Kreditraten zu binden.
  • Apropos Auto: Tanken ist zuletzt wieder etwas teurer geworden: Laut Automobilklub Öamtc sind die Spritpreise in Österreich im April leicht gestiegen. Für einen Liter Diesel zahlte man im Schnitt 1,162 Euro, für Super 1,236 Euro. Die Öamtc-Experten raten Autofahrern, die Preise der Tankstellen zu vergleichen und teure Tankgelegenheiten, beispielsweise an Autobahnen, zu vermeiden.
  • Gratis-Handy oder nicht? Diese Frage stellt sich nach der erfolgreichen Klage des Vereins für Konsumenteninformation gegen den Telekombetreiber T-Mobile nicht mehr: Dieser darf seine 5G-Angebote nun nicht mehr mit dem Zusatz „Tarif plus Gratis-Handy“ bewerben. Denn in Wirklichkeit sei die Grundgebühr dafür höher als bei einem Vergleichstarif ohne Mobiltelefon. Das Oberlandesgericht Wien hatte dem VKI bei einer entsprechenden Klage in zweiter Instanz Recht gegeben.

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.