Ihr Geld im März 2021

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Kfz-Versicherung checken

Alle 2 bis 3 Jahre sollten Autofahrer ihre Kfz-Versicherung überprüfen und sich nach kostengünstigen Alternativen umsehen ­– der Frühling ist dafür ideal. Dabei sollte man beachten, zu welchem Zeitpunkt ein Wechsel der Versicherung möglich ist und welche Kündigungsfristen zu beachten sind. Das empfiehlt der Digitalversicherer Nexible. Der Hintergrund: Bei vielen Versicherungsvarianten kann man nur einmal pro Jahr kündigen – und wer den richtigen Moment verpasst hat, muss wieder ein Jahr warten. Bei einem Wechsel sollte man unbedingt auf die entsprechende Bonus-Malus-Stufe achten, sagt Nexible-Chef Jonas Boltz. Außerdem gibt es für die Zahlungsweise Zu- oder Abschläge bei vielen Versicherungen für das gewählte Zahlungsintervall.

Sparen oder Anlegen?

Das Sparbuch bleibt bei den Österreichern die beliebteste Möglichkeit, das Geld anzulegen bzw. zu verwahren – den niedrigen Zinsen zum Trotz. Doch ein Viertel der Bevölkerung zeigt nicht zuletzt wegen der Coronakrise eine erhöhte Bereitschaft, ihr Geld nun auch in Aktien und Fonds zu stecken. Das zeigt eine Umfrage der Dadat-Bank. Bei den 16- bis 29-jährigen will sogar rund die Hälfte der Befragten in den Handel mit Aktien einsteigen. Die steigende Zahl der Online-Broker wie Flatex könnte diesen Trend beschleunigen. Ab April will auch die auf Kryptowährungen spezialisierte Plattform Bitpanda in den Handel mit Aktien einsteigen – dort sollen dann auch sogenannte Teilaktien zu kaufen und zu verkaufen sein. Anleger sollen damit mit kleineren Beträgen an der Wertentwicklung populärer Aktien wie etwa jenen von Tesla, Apple oder Amazon teilhaben können. Bestehende Bitpanda-Kunden, die einen bestimmen Mindestbetrag in den vergangenen Monaten auf die Plattform eingezahlt haben, sollen zum Start Teilaktien geschenkt bekommen. Zurück zur Dadat-Bank: Dort wird berichtet, dass täglich bis zu 100 neue Wertpapier-Depots eröffnet werden. Das sei zuletzt zur Zeiten des New-Economy-Booms beobachtet worden.

Grüner Anlegen

Nachhaltige Geldanlage bleibt das Trendthema Nummer 1 bei den Finanzen ­– von der Coronapandemie und der daraus resultieren Wirtschaftskrise mal abgesehen. Die Finanzbranche kommt gar nicht mehr nach mit der Umstellung auf saubere Investments. So hat die Erste Group angekündigt, bis 2030 alle Finanzierungen im Bereich Kraftwerkskohle zu beenden. Schon jetzt mache kohlenbefeuerte Stromerzeugung weniger als 0,3 Prozent des gesamten Kreditportfolios dieser Bank aus, heißt es. Für Privatanleger könnten sich durch diverse Umweltmaßnahmen auch Anlagechancen ergeben – so wird in den USA auf Anordnung von Präsident Joe Biden in den nächsten Jahren die staatliche Fahrzeugflotte durch Elektrofahrzeuge ergänzt; langfristig sollen alle Pkw mit Verbrennungsmotor ersetzt werden. Es sind Neuigkeiten wie solche, die zu einer hohen Nachfrage bei Investments mit Fokus auf Klimaschutz führen.

ING: In Österreich nur noch Firmenkunden

Der niederländische Finanzkonzern ING zieht sich bis Ende des Jahres in Österreich aus dem Privatkundengeschäft zurück und wird ab 2022 nur noch Firmenkunden betreuen. ING ist seit 18 Jahren in Österreich vertreten und konnte auch ein beachtliches Wachstum hinlegen; zuletzt gab es rund 550.000 Privatkunden. Allerdings sei man auf einem „gesättigten Markt“ auf Grenzen gestoßen, wird Österreich-Chef Barbaros Uygun in einer Aussendung zitiert. Schon Anfang Juni sollen Sparkonten aufgelassen werden, die Kunden sollen dazu ab April entsprechende Informationen zugeschickt bekommen. Das Guthaben von diesen Sparkonten wird dann auf das angegeben Referenzkonto überwiesen. Girokonten, Depots und Kredite sind von diesem ersten Schritt nicht betroffen; es könnte sein, dass andere Banken diese Kunden und ihre Konten übernehmen werden. Der Hintergrund für den Rückzug von ING sind unter anderem die niedrigen Zinsen, die für viele Banken derzeit ein gravierendes Problem darstellen. Bei den Firmenkunden sieht ING hingegen noch Potenzial und will dieses Geschäft weiter ausbauen; auch bei nachhaltigen Finanzierungsangeboten will der Konzern in Österreich noch wachsen. 

Frauen und Finanzen

Zu Anlässen wie dem Weltfrauentag Anfang dieses Monats poppt das Thema Frauen und Finanzen auf, davor und danach findet es leider wieder wenig Beachtung. Dabei ist es um die Finanzen der Frauen in Österreich alles andere als gut bestellt: Frauen verdienen weniger und sind von Altersarmut bedroht – unter anderem wegen der hohen Teilzeitquote und weil etwa Kinderbetreuungszeiten nicht vergütet werden. In der Realität sind Frauen außerdem stärker auf eine finanzielle Unterstützung durch den Partner angewiesen als umgekehrt – dabei wünschen sich mehr als drei Viertel laut einer Umfrage der Erste Group mehr finanzielle Unabhängigkeit. Bei der Geldanlage sind Frauen indes mehr auf Sicherheit bedacht ­– dabei könnte auch das in Zeiten extrem niedriger Zinsen ein Problem sein, denn Alternativen zum klassischen Sparbuch wie Wertpapiere werden von Frauen oft gemieden. Das wiederum könnte die Entwicklung des Privatvermögens behindern. 


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.