Ihr Geld im Juni 2021

Wohnen in Österreich: Miete statt Eigentum

Eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus – diesen Wunsch können sich immer weniger Österreicher erfüllen. Kein Wunder: Die Kaufpreise sind stark gestiegen, da helfen auch die niedrigen Zinsen nichts. Und außerdem bekommen beispielsweise Selbstständige, die ja keine Gehaltszettel vorweisen können, oder auch Studierende nur selten ein Darlehen in der nötigen Höhe. Insofern gräbt sich die Immobilienbranche gerade selbst das Wasser ab, in dem sie weiteren Preissteigerungen und schönen Margen entgegensegeln wollte. Davon mal abgesehen: 55 Prozent der Österreicher leben im Eigentum, das ist ein vergleichsweise niedriger Wert: Im Europa-Schnitt sind es 70 Prozent. Und mit steigenden Preisen sinkt auch der (realistische) Wunsch nach Eigentum: Nur noch 39 Prozent wollen hierzulande Eigentum erwerben, vor drei Jahren waren es noch 49 Prozent. Wenn man sich die Preise für schöne und schön teure Wohnprojekte – etwa die neuen, galaktischen Wohntürme in Wien – ansieht, weiß man, woher der Wind weht. Die steigende Attraktivität von Immobilien zur Geldanlage verschärft den Trend. In Wien etwa lebt nur noch jeder Vierte im Eigenheim; außerhalb der Städte sind es immerhin noch mehr als 70 Prozent. Dieses Stadt-Land-Gefälle wird sich in den nächsten Jahren wohl verschärfen: Ballungszentren werden teurer, am Land wird es billiger.

Crowdinvesting boomt weiter

Apropos Immobilien: Die (teilweise) Finanzierung von Immobilienprojekten mittels Crowdinvesting – also Investitionen einer Vielzahl kleinerer Anleger – ist weiter auf dem Vormarsch: Die auf diesen Bereich spezialisierte Crowd-Plattform Dagobertinvest hat nach eigenen Angaben im Vorjahr insgesamt 75 Millionen Euro vermittelt; nicht schlecht für ein Krisenjahr. Das Interesse der Investoren erklärt sich aus den vergleichsweise attraktiven Zinsen: Im Schnitt werden bei den Dagobertinvest-Projekten 7,2 Prozent pro Jahr erreicht. Von den 75 Millionen wurden knapp 21 Millionen bereits wieder an die „Crowd“ zurückbezahlt, heißt es.

Schreckgespenst Inflation

Der Wirtschaftsaufschwung nach dem Abschwächen der Coronakrise macht zuversichtlich – wäre da nicht die Angst vor der Inflation. In den USA sind die Verbraucherpreise im April um mehr als 4 Prozent gestiegen, in Österreich und Deutschland blieben sie im Mai noch unter 3 Prozent. Ein Grund dafür ist die Verknappung in manchen Bereichen, etwa bei Halbleitern. Experten sind aber einig, dass die derzeitige Situation nicht mit anderen Phasen steigenden Inflationsdrucks zu vergleichen ist – eine Coronakrise hatten wir bisher eben noch nie. Daher gibt es auch keine allgemeingültige Frage, wie man sein Geld und seine Investments vor der Entwertung schützen kann. Traditionell waren Aktien robuster, großer Firmen gefragt; auch Edelmetalle und Immobilien hatten sich bewährt. Ob das jetzt ähnlich sein wird? Es spricht vieles dafür, auch wenn man die Entwicklung im Auge behalten und jetzt nichts überstürzen sollte. Generell sind Firmen gefragt, die mit einer starken Entwicklung in ihren jeweiligen Branchen rechnen können, selbst wenn die Inflation steigen sollte. Eine weitere Möglichkeit: Das Investment nicht auf bestimmte Märkte wie die USA (wo die Inflationsgefahr nicht zuletzt wegen der üppigen Hilfspakete von Joe Biden sehr groß ist) beschränken, sondern in vielen unterschiedlichen Regionen investieren.

Autokauf: Tipps für Gebrauchtwagen

Wer nicht beim Händler einen Gebrauchtwagen kaufen will, sieht sich auf Online-Börsen nach entsprechenden Angeboten von Privatpersonen um. Doch dabei heißt es aufpassen, dass es keine rechtlichen Probleme oder falschen Erwartungen gibt. Nexible, ein Anbieter von digitalen Kfz-Versicherungen, hat dafür einige Tipps parat:
  • Die Besichtigung des Fahrzeugs sollte ein Fixpunkt sein, nicht auf Bilder und Beschreibungen im Internet verlassen. Bei dem empfohlenen Vor-Ort-Termin unbedingt eine zweite Person mitnehmen (vier Augen sehen mehr als zwei!), mögliche Schäden notieren und sich keinesfalls drängen lassen.
  • Eine Überprüfung des Fahrzeugs bei einem Automobilklub oder einer Werkstatt sollte im Zweifel möglich sein; die Kosten dafür muss aber im Regelfall der Käufer übernehmen. Auch eine Probefahrt ist zu empfehlen.
  • Für einen Vertrag zwischen Privatpersonen sollte man am besten die fertigen Formulare der Automobilklubs oder der Arbeiterkammer nutzen.
  • Den Kaufbetrag am besten auf das Konto des Verkäufers überweisen oder ein Treuhandkonto nutzen.
  • Für die Versicherung wird für die ersten fünf Jahre eines Autos – also für junge Modelle – die Vollkasko-Variante empfohlen, danach reicht Teilkasko bzw. bei alten Fahrzeugen möglicherweise auch Kfz-Haftpflicht.

Bitcoin und das Klima

Während die Auswirkungen des Verkehrs auf den Klimawandel unbestritten sind, ist zuletzt ein anderer Sektor in den Mittelpunkt gerückt: Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, werden jetzt als Klimasünder dargestellt. Schließlich werden für deren Erzeugung beim sogenannten Mining enorme Energiemengen benötigt. Als dann auch noch Tesla-Chef Elon Musk diese Tatsache kritisierte, stürzten die Kurse von Bitcoin, Ethereum & Co. gleich mal ins Bodenlose. Dabei ist das ständige Auf und Ab der Kryptokurse kein Zeichen, dass es mit ihnen nun endgültig bergab geht, sondern typisch für diesen Sektor. Und langfristig werden wohl bald wieder neue Rekordhöhen erreicht. Letztlich würde man es sich auch zu leicht machen, Kryptowährungen pauschal als Klimasünder zu verurteilen. Zum einen fehlt es noch an Forschungsergebnissen dazu und die Klimabilanz des Finanzsektors allgemein steht ja auch nicht zur Debatte. Zum anderen gibt es viele Kryptowährungen, die auf deutliche sparsamere und umweltfreundlichere Weise erzeugt werden. Positiv ist aber jedenfalls, dass man sich nun generell mehr Gedanken über den Klimaschutz in diesem Bereich macht.

Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.