Ihr Geld im Jänner 2021

Das neue Jahr wird – hoffentlich – eine Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern bringen. Ausschlaggebend dafür sollen Impfstoffe gegen Corona und die dadurch mögliche Öffnung von Branchen wie Tourismus und Gastronomie sein. Davon mal abgesehen, werden Sparen und Anlegen für Privatpersonen im neuen Jahr wichtige Themen bleiben. Wir haben einige Tipps rund um die persönlichen Finanzen zusammengetragen:

⚖️ Ausgaben checken

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Kredite, Versicherungen und sonstigen laufenden Ausgaben genau unter die Lupe genommen? Allzu leicht vergessen wir darauf, die Vereinbarungen mit Banken, Versicherern und anderen Unternehmen zu überprüfen. Doch es ist sinnvoll, langjährige Verträge nun auf Herz und Nieren zu checken. Wir haben ja nichts zu verschenken! Oft gibt es nämlich günstigere Konditionen bei anderen Anbietern – und ein Umstieg ist weniger kompliziert, als man denkt. Angesichts der extrem niedrigen Zinsen gibt es viele attraktive Alternativen. Ein Online-Vergleich der aktuellen Angebote ist einfach und rasch erledigt.

Unser Tipp: Eine Checkliste mit allen laufenden Ausgaben anlegen und mindestens einmal im Jahr Konditionen, Laufzeit und ähnliche Fakten überprüfen. Dabei nicht auf Energiekosten, Autoversicherung und Leasingvertrag vergessen.

Robert Prazak, Redaktion

😞 Schulden im Griff

Fernreisen waren 2020 nicht immer möglich, aber es gibt viele andere Gründe, weshalb die Schulden im ablaufenden Jahr gewachsen sein könnten. Im neuen Jahr sollte man seine Schulden genau ansehen und die notwendigen Schritte setzen. Das beginnt schon beim Führen eines Haushaltsbuchs, in dem Ausgaben und Einnahmen genau vermerkt werden. Diese Finanzübersicht muss ständig aktualisiert werden. Man sollte nicht davor zurückscheuen, professionelle Unterstützung in Form von Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Die Profis können auch bei der Erstellung eines Budgetplans behilflich sein. Nicht vergessen: Das Ausnutzen des Überziehungsrahmens am Konto ist ein stiller Kredit, der aber sehr ungünstige Zinssätze und Konditionen hat. Falls nötig, eine Umschuldung in Betracht ziehen.

📈 Anlegen mit Weitblick

Das klassische Sparbuch hat heute nur noch nostalgischen Wert. Wer sein Vermögen sichern will, muss sich nach anderen Anlagemöglichkeiten umsehen. Dabei kommt man wegen der niedrigen Zinsen nicht darum herum, auch an Varianten zu denken, die bisher möglicherweise verpönt waren – also zum Beispiel Anleihen, Aktien oder Fonds. Sonst könnte die Inflation das Ersparte wegfressen. Bei Bedarf lässt man sich dabei von Experten beraten und achtet im Speziellen auf die „Nebengeräusche“ der Finanzprodukte wie Gebühren oder Provisionen. Und nicht vergessen: Das Finanzamt wird über die Kest (Kapitalertragsteuer, in Österreich 27,5 Prozent) einen Teil des möglichen Gewinns anknabbern – das sollte man stets einberechnen.

💡 Wohnen muss sein

Wohnen gehört zu den Grundrechten und zu den wichtigsten Dingen im Leben. Genau deshalb sollte man regelmäßig die aktuelle Wohnsituation überprüfen: Passt meine Wohnung bzw. mein Haus noch zu meinem Leben? Viele Menschen wohnen – etwa nach einer Scheidung oder nach dem Auszug der Kinder – in zu großen Eigenheimen. Natürlich spielt das Geld dabei wieder die Hauptrolle: Wohnfinanzierungen, zum Beispiel für den Kauf einer kleineren Eigentumswohnung, sind derzeit günstig zu haben. Allerdings sind die Immobilienpreise in den meisten Regionen Österreichs zuletzt gestiegen. Die Wirtschaftskrise könnte allerdings hier wiederum Chancen auf „Schnäppchen“ bieten. Auch dabei gilt: Genaues Vergleichen kommt vor der Entscheidung!

💸 Geld vom Staat

Weshalb auf Förderungen, Steuerersparnisse oder Unterstützungen verzichten? Die Arbeitnehmerveranlagung ist nur eine gute Möglichkeit, sich Geld vom Staat zurückzuholen. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden auch Hilfspakete geschnürt. So können sich über den Härtefallfonds Ein-Personen-Unternehmer (darunter auch selbstständige Pfleger), freie Dienstnehmer und Kleinstunternehmen Förderungen abholen. Das Finanzamt und auch die Sozialversicherungen sind derzeit zudem recht nachsichtig, was die Stundung bzw. Ratenzahlung offener Steuerschulden betrifft.

🚗 Höhere Steuern für Autofahrer

Das Jahr 2021 bringt einige Neuerungen für Autofahrer: Das beginnt gleich mal mit der Jahresvignette für Autobahnen, die im neuen Jahr 92,50 Euro für Pkw kostet (plus 1,5 Prozent). Wer ein Auto kauft, muss 2021 mit höheren Steuern rechnen: Die NoVA (Normverbrauchsabgabe) steigt um rund einen Prozentpunkt, nach Schätzungen der Automobilklubs wird rund die Hälfte der Autos damit teurer. Bei einem Auto, das 30.000 Euro netto kostet, wird die Erhöhung rund 300 Euro ausmachen. Die motorbezogene Versicherungssteuer wird ebenfalls für neu zugelassene Autos erhöht, sie wird rund 35 Euro pro Jahr mehr betragen. Alle Autos, die vor 2021 zugelassen wurden, sind davon nicht betroffen. Eine weitere Neuerung ist ein niedrigerer CO2-Grenzwert für die Privatnutzung von Firmenautos (138 statt 141 Gramm je Kilometer).

🏠 Jetzt eine Wohnung kaufen?

Jeder vierte Österreicher würde gerne in den nächsten fünf Jahre eine Wohnung oder ein Haus kaufen – das zeigt eine Umfrage von Interhyp, einem Vermittler für Immobilienfinanzierungen. Ein weiteres knappes Viertel der Befragten will innerhalb der nächsten 10 Jahre auf dem Immobilienmarkt zuschlagen. Das kommt überraschend, ist die wirtschaftliche Lage doch angespannt. Doch die niedrigen Zinsen machen Wohnfinanzierungen derzeit attraktiv; so liegen die Zinssätze für Fixzinsdarlehen bei etwa 1 Prozent (effektiv, 10 Jahre Fixzins). Bei einem Blick auf Immobilieninserate könnte aber so manchem Kaufwütigen gleich wieder die Lust vergehen: In bestimmten Regionen sind die Preise für Wohnungen und Häuser bereits stark angestiegen. Dabei hält sich die Unterstützung durch den Staat in Grenzen: Kein Wunder, dass sich die Mehrheit der potenziellen Käufer eine höhere finanzielle Hilfe beim Immobilienerwerb wünscht; mehr als die Hälfte möchte außerdem geringere Nebenkosten, etwa für Makler oder Notar. Wer kaufen möchte, sollte die Angebote der Banken genau vergleichen – und zwar nicht nur die Zinssätze, sondern auch die übrigen Konditionen wie Ausstiegsmöglichkeiten oder Laufzeit.

🥈 Comeback von Silber

Der Goldpreis stand im ablaufenden Jahr für viele Anleger im Mittelpunkt – schließlich gilt Gold als Krisenwährung und ist auch für Private eine gute Ergänzung im Portfolio. Weniger attraktiv ist hingegen Silber gewesen, doch das könnte sich nun ändern. Nach Ansicht von Ned Naylor-Leyland, Head of Strategy Gold und Silber beim Londoner Vermögensverwalter Jupiter Asset Management, dürfte 2021 das Jahr des Silber werden. 2020 hatte das Metall ein ständiges Auf und Ab erlebt; zeitweise war der Preis auf unter 17 Euro je Feinunze (ca. 31 Gramm) gesunken, im Dezember wurde aber wieder die 20-Euro-Marke erreicht. Das liegt weniger an den Anlegern, die nun auf diesen Rohstoff setzen, sondern vor allem an der Nachfrage aus der Industrie – und die wiederum hängt unmittelbar mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden zusammen, der erneuerbare Energie bevorzugen wird. Denn die Hälfte des weltweiten Silberbedarfs kommt aus der Industrie, die das Metall unter anderem in Solarzellen, Batterien und in der Medizintechnik einsetzt. Wer nicht direkt in Silber investieren möchte, könnte übrigens auf Aktien aus dem Umfeld vertrauen: Gold- und Silberminenunternehmen könnten hier eine Chance bieten.

₿ Automaten für Bitcoin

Mehrfach für tot erklärt, immer wieder auferstanden – die Rede ist von der Kryptowährung Bitcoin. Nach dem irren Preisaufschwung Ende des Jahres 2017 ging es mit dem Bitcoin-Preis rasant bergab, ehe sich heuer ein neuerlicher Aufwärtstrend zeigte. Die hohe Volatilität (das heißt, es gibt starke Kursschwankungen) dieser Währung zeigt aber, dass Privatanleger nur einen geringen Teil ihres Vermögens in Bitcoin investieren sollten. Nichtsdestotrotz dürfte die Finanzwelt der Zukunft nicht mehr ohne Kryptowährung vorzustellen sein. Vor kurzem haben große Finanzunternehmen und Payment-Anbieter wie PayPal begonnen, Kryptowährungen in ihren Strategien zu berücksichtigen. Das Interesse steigt jedenfalls wieder, das zeigt auch die Aufstellung von insgesamt 1120 Bitcoin-Automaten im November. Alleine in den USA gibt es bereits mehr als 10.500 solcher Automaten, an denen man Bitcoin kaufen kann. Übrigens kann man an einem möglichen Krypto-Boom nicht nur direkt über Bitcoin oder andere Währungen wie Ripple oder Ethereum teilhaben, sondern auch über sogenannte Krypto-ETPs – das sind Finanzprodukte mit dem Fokus auf Kryptowährungen, die wie Aktien oder Fonds an Börsen gehandelt werden. So hat der Schweizer Krypto-Assetmanager 21Shares vor kurzem die ersten Krypto-ETPs für österreichische Privatanleger aufgelegt, die an der Wiener Börse notieren.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.