Ihr Geld im Oktober 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Grüner heizen

Wer jetzt von einer Ölheizung auf eine umweltfreundlichere Variante umsteigen möchte, hat gute Chancen auf eine Förderung. Von den 100 Millionen Euro, die vom Umweltministerium heuer zu diesem Zweck bereitgestellt werden, sind noch gut 65 Millionen zu haben. Die entsprechende Förderaktion trägt den Namen „Raus aus Öl“. Gefördert wird die Umstellung eines fossilen Heizsystems auf ein klimafreundliches System. Das bedeutet, dass nicht nur Ölheizungen, sondern unter anderem auch Gas- und Stromheizungen davon erfasst werden. Zunächst muss man sich für die Förderung registrieren und dann innerhalb von 20 Wochen den Antrag stellen. Die Modernisierung muss im heurigen Jahr erfolgen. Experten empfehlen, die Sanierung der Heizung nicht als einzelne Maßnahme durchzuführen, sondern beispielsweise mit einer verbesserten Dämmung zu kombinieren.

Reiches Österreich

Österreich liegt in der Rangliste der reichsten Länder der Welt auf Platz 16. Das ergibt der Vermögensreport der Allianz Versicherung. In den ersten 6 Monaten des heurigen Jahres ist das Geldvermögen der österreichischen Haushalte um 0,5 Prozent gewachsen – das ist erstaunlich angesichts der Coronakrise. Das Jahr davor war überhaupt ein Rekordjahr: Das Brutto-Vermögen ist um mehr als 6 Prozent gewachsen, das lag vor allem an der Wertentwicklung der Versicherungen und Pensionen (plus 7,9 Prozent), aber auch der Wertpapiere (plus 7,4 Prozent). Ebenfalls interessant ist die Schuldenquote, die in Österreich bei 50 Prozent liegt – nur Irland ist in Europa in dieser Hinsicht noch besser. Es bleibt abzuwarten, welche Folgen die wirtschaftliche Schieflage und die Entwicklung am Arbeitsmarkt für das Vermögen der Österreicher haben wird. Weltweit ist das Geldvermögen im ersten Halbjahr 2020 sogar um 1,5 Prozent gewachsen – das lag laut Allianz-Report vor allem an den Hilfspaketen. Null- und Negativzinsen seien aber ein „süßes Gift“ für die Vermögensbildung, konstatiert Allianz-Chefökonom Ludovic Subran: Sie würden die soziale Ungleichheit verstärken, da die Vermögenden nun Gewinne einstreichen und andererseits der Aufbau neuen Vermögens schwierig sei.

Die Folgen der Krise

Dazu passt, dass laut einer Umfrage der Erste Bank 3 von 4 Österreichern angeben, finanziell von der Coronakrise betroffen zu sein. „Die Österreicher spüren die Krise finanziell im Geldbörsel und es ist zu befürchten, dass diese Zahl auch noch steigen wird“, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank. Die spürbare Folge von steigender Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und den Ängsten vor der nahen Zukunft ist der Rückgang des privaten Konsums. 39 Prozent der Österreicher geben an, dass sie seit Beginn der Krise weniger konsumieren. Dafür wird mehr gespart: Monatlich werden im Schnitt rund 270 Euro auf die Seite gelegt, vor der Krise waren es 165 Euro. Die finanzielle Absicherung ist das oberste Sparziel, belegt die Umfrage der Erste Bank. Dabei ist es nicht ganz einfach, das Geld zu sichern oder gar zu vermehren: Die niedrigen Zinsen machen den Spagat zwischen Sicherheit und Risiko noch schwieriger. Immerhin sehen schon rund 60 Prozent Aktien und andere Wertpapiere als geeignete Alternative zum Sparbuch.

Ängste gegenüber 5G

Rascher im Internet surfen – das wünschen sich die meisten von uns. Rasante, stabile Verbindungen verspricht die neueste Mobilfunktechnologie 5G (das steht für fünfte Generation). Diese ist auch die Grundlage für viele neue Anwendungen, weil die sogenannte Latenzzeiten extrem niedrig sind. Autonomes Fahren beispielsweise braucht diese Technologie, damit die Daten zuverlässig und rasch ins Fahrzeug kommen und von dort gesendet werden können. Auch andere Maschinen, die via Internet verbunden sind, können dank 5G besser arbeiten. Doch die Begeisterung der Österreicher für das Thema hält sich in engen Grenzen: Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte verbindet ein Drittel der Befragten das neue 5G-Mobilfunknetz mit Gesundheitsrisiken. Es brauche dringend mehr Aufklärungsarbeit, um den Österreichern die nach wissenschaftlichen Maßstäben unbegründete Angst zu nehmen, warnt Deloitte-Experte Nikola Süssl. Tatsächlich ist die Furcht vor Gesundheitsschäden durch 5G in anderen Ländern weitaus weniger ausgeprägt: In Deutschland beispielsweise glaubt nur jeder Fünfte, dass es die Gesundheit angreifen könnte. Generell ist 5G noch kein großes Thema hierzulande: Nur 5 Prozent der Österreicher nutzen es bereits und mehr als die Hälfte ist keinesfalls bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Die Mobilfunker haben in dieser Hinsicht also noch viel Arbeit vor sich .


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.

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