Ihr Geld im September 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Mobile Banking boomt

Schon vor der Coronakrise war in Österreich ein deutlicher Trend zum Bezahlen mit Karte oder Smartphone zu beobachten. Wegen der Pandemie sind Bargeldzahlungen weiter zurückgegangen – laut einer Studie von Boston Consulting um mehr als ein Drittel. Und es zeigt sich, dass Mobile Banking – also die Erledigung von Bankgeschäften über Mobilgeräte wie Handy oder Tablet – für die Banken immer wichtiger wird. Laut der besagten Studie hat mehr als die Hälfte der Österreicher während der Coronazeit diese Variante genutzt. Die Websites der Banken werden hingegen weniger besucht. Das bedeutet auch: Banken mit guten Mobile-Banking-Angeboten – etwa in Form von Apps – haben einen Wettbewerbsvorteil. Und längst sind es nicht nur jüngere Zielgruppe, die darauf achten.

Bild: N26

Sparpläne werden beliebter

Die Österreicher gelten als ein Volk der Sparer – nicht ganz zu Unrecht. Und das Sparbuch ist trotz extrem niedriger Zinsen noch immer sehr beliebt. Erst nach und nach werden für das Sparen andere Varianten in größerem Ausmaß in Anspruch genommen. Dazu zählen Investmentfonds und dabei im Speziellen Fonds-Sparpläne. Das bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen ein bestimmter Betrag in einen Fonds investiert wird. Das ermöglicht einen kontinuierlichen Vermögensaufbau und kann auch das Risiko minimieren. Schon ab kleinen Beträgen kann man monatlich auf diese Weise etwas sparen – etwa auch als Geldanlage für Kinder oder Enkelkinder. Es gibt inzwischen eine große Auswahl günstiger Anbieter, darunter Direktbanken. Allerdings sollte man auf versteckte Kosten und Aufschläge achten, sonst werden mögliche Renditen davon angeknabbert.

Worauf sollten Anleger bzw. Sparer bei Fonds und Fonds-Sparplänen achten?

  • Ausgabeaufschlag
  • Bedingungen, etwa Konto bei einer bestimmten Bank
  • Kosten für Kontoführung
  • Verkaufskonditionen für Fonds
  • Mindestbetrag, beispielsweise 50 Euro monatlich

Mehr Sparen nach der Krise

Apropos Sparen: Ein Viertel der Österreicher will laut einer Umfrage der Bank ING wegen Corona in Zukunft mehr sparen. In ganz Europa ist es sogar knapp ein Drittel der Befragten, die ihr Sparverhalten ändern möchten. Dabei können aber nur die sparen, die es sich leisten können: Der Anteil der Österreicher, die zumindest 3 Monatsgehälter auf die Seite gelegt haben, ist von 40 auf 32 Prozent gesunken. Die Folgen der Coronakrise wie steigende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit haben also so manches Sparguthaben schrumpfen lassen. Damit steigt aber auch die Zahl jener, die das Konto überziehen oder einen teuren Konsumkredit in Anspruch nehmen.

Bild: ING Austria

Trend zu Elektroautos

In 10 Jahren wird jedes 3. weltweit verkaufte Auto ein Elektroauto sein. Das behauptet eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Weil es immer mehr Elektro-Modelle zur Auswahl gibt und die Rahmenbedingungen (vor allem Lademöglichkeiten) besser werden, ist der Siegeszug der umweltfreundlichen Fahrzeuge unaufhaltsam. In Europa sollen E-Autos bis 2030 sogar mehr als 40 Prozent des Marktes an Neuwagen ausmachen. Ein wichtiger Aspekt: Es gibt immer mehr Gebrauchtwagen mit Elektro-Antrieb – kein Wunder, denn nun kommen die ersten Modelle dieser Art in die Jahre und werden als Gebrauchtwagen gehandelt. Der Automarkt, der in den meisten Regionen der Welt wegen der Coronakrise empfindliche Einbußen erlitten hat, muss sich aber insgesamt erst erholen – doch dabei wird wiederum das Segment der Elektromodelle rascher wachsen als der Rest des Marktes.

5G-Ausbau in Österreich

Eine gute Internetverbindung mit dem Handy ist nicht nur für das Mobile Banking wichtig. Österreich ist in dieser Hinsicht schon recht gut ausgestattet. Die nächste Mobilfunkgeneration soll nun auch Regionen abseits der Ballungszentren mit Breitband-Internet via Mobilfunk versorgen und überhaupt die Geschwindigkeit steigern. Diese Technologie heißt 5G (steht für die 5. Generation des Mobilfunks) und ist noch 100mal schneller als der derzeitige 4G-Standard. Die Technologie ist auch von Bedeutung, sollen neue Anwendungen wie selbstfahrende Autos in die Realität umgesetzt werden – dafür ist die Reaktionszeit (die sogenannte Latenzzeit) wichtig. Vor kurzem hat die Telekombehörde mit der Versteigerung der Frequenzen für 5G an die drei österreichischen Mobilfunkunternehmen 3, A1 und Magenta begonnen. Bis 5G in ganz Österreich verfügbar ist und damit das Herunterladen von Videos aufs Handy in wenigen Sekunden erledigt ist, wird es aber noch dauern –die technische Infrastruktur muss dafür erst fit gemacht werden.  

Bild: Telekom

Angst ums Geld

Die Österreicher machen sich mehr Sorgen um die Wirtschaft als um ihre eigene Gesundheit – das zeigt eine Umfrage des Nachrichtenmagazins profil, die von Unique Research im August durchgeführt wurde. Während mehr als ein Drittel der Befragten angibt, dass ihnen ein Einbruch der Wirtschaft die größten Sorgen bereitet, nennen 15 Prozent die eigene Gesundheit bzw. 19 Prozent jene der Familienangehörigen. Der Klimawandel ist überhaupt nur für 7 Prozent das wichtigste Thema. Auch die Angst um den eigenen Job kommt nur für eine Minderheit an erster Stelle. Apropos: In Sachen 4-Tage-Woche halten sich Befürworter und Gegner derzeit laut der profil-Umfrage ungefähr die Waage: 47 Prozent der Befragten sind dafür, 45 Prozent dagegen. Das Thema wird die österreichische Politik (und Wirtschaft) in naher Zukunft weiter beschäftigen.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.