Ihr Geld im Juli 2020

Hier bringen wir aktuelle Meldungen aus Österreich zu den Themen persönliche Finanzen, Sparen, Geldanlage, Versicherung und Steuern.

Aufpassen bei Auto-Reparaturen

In kaum einer Branche sind die Preisunterschiede so groß wie bei den Kfz-Werkstätten. Das beweist eine neue Untersuchung der Arbeiterkammer bei 38 Wiener Fachwerkstätten im Mai und im Juni: Bis zu 189 Prozent kann dieser Unterschied ausmachen. So kostet die Mechanikerstunde in manchen Betrieben knapp 96 Euro, in anderen knapp 276 Euro. Auch bei Spengler- und Lackierarbeiten reichen die Preise von günstig bis sauteuer. Die Preisunterschiede hängen natürlich einerseits mit der Art des Schadens und der Automarke ab, aber auch von der generellen Preisgestaltung der Werkstatt. Autofahrer sollten daher zunächst einen Preisvergleich anstellen, bevor sie ihr Auto (teuer) reparieren lassen.

Streit um das liebe Weihnachtsgeld

Bei einem Thema verstehen die Österreicher keinen Spaß: Wenn es um 13. und 14. Gehalt geht, hierzulande als Urlaubs- und Weihnachtsgeld bezeichnet. Insofern war die Aufregung groß, als Einschnitte in dieser Hinsicht bekannt wurden. Konkret geht es um jene Arbeitnehmer, die wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit geschickt wurden. Für die kommt nämlich eine seit heuer geltende Änderung der Steuergesetze zum Tragen, wonach bei weniger Bezügen im laufenden Jahr die Besteuerung von 13. und 14. Gehalt weniger günstig ausfällt. Es geht um das sogenannte Kontrollsechstel bzw. Jahressechstel, denn die bevorzugte Besteuerung dieser Zahlungen wird nunmehr für das aktuelle Sechstel der laufenden Jahresbezüge berechnet. Und wenn man weniger Gehalt bekommen hat, fällt die Bevorzugung weg. Nun hat die österreichische Regierung angekündigt, das Gesetz zu ändern.

Attraktivität von Fremdwährungskrediten sinkt weiter

Schweizer Franken oder Japanische Yen – das war bei der Suche nach einem günstigen Kredit vor rund 10 bis 15 Jahren eine wichtige Frage. Fremdwährungskredite galten als gute Alternative zu einem Euro-Darlehen. Doch die starken Währungsschwankungen haben für viele Kreditnehmer schlimme Folgen gehabt, auch Prozesse gegen die Kreditinstitute waren die Folge. Und spätestens mit dem Zinsverfall gibt es kaum noch Argumente für einen solchen Fremdwährungskredit. Tatsächlich ist deren Volumen seit 2008 um mehr als 75 Prozent gesunken, heute machen sie nur noch rund 8 Prozent des gesamten Kreditvolumens aus. So gut wie alle dieser Darlehen laufen in Schweizer Franken, der allerdings seit 2008 gegenüber dem Euro um mehr als 56 Prozent aufgewertet hat. Die Finanzmarktaufsicht drängt indes die Banken, die Fremdwährungskredite weiter zu reduzieren.

EuGH-Entscheid zu Änderungen von Zinssätzen

Eine Entscheidung des EuGH (Europäischer Gerichtshof) zur Änderung von Zinssätzen in bestehenden Kreditverträgen kann weitreichende Folgen für Konsumenten haben: Demnach steht Kreditnehmern kein Rücktrittsrecht zu, wenn sie „im Wege des Fernabsatzes“ (also über Telefon, Mail, Brief etc.) Anschlusszinsvereinbarungen zu einem Kreditvertrag abgeschlossen haben. Eine deutsche Kreditnehmerin hatte ein Rücktrittsrecht von diesen Vereinbarungen in Anspruch nehmen wollen, das prinzipiell für alle Verträge im Wege des Fernabsatzes gilt. Doch der EuGH ist der Ansicht, dass es nicht für diese Änderungsvereinbarung zur Anwendung kommt.

Zinsen werden niedrig bleiben

Minus 4,9 Prozent statt 3 Prozent – der IWF (Internationaler Währungsfonds) hat seine Prognosen für die Weltwirtschaft 2020 nochmals nach unten revidieren müssen. Damit ist die globale Wirtschaft in der ärgsten Rezession seit den 1930er-Jahren. Auslöser ist die Corona-Pandemie, in deren Folge nun der Konsum eingebrochen ist. Auch die steigenden Sparquoten drücken die Wirtschaftsprognosen nach unten – die Menschen heben sich das Geld lieber für bessere Zeiten auf. Für europäische Konsumenten bedeutet das bezüglich Krediten und Geldanlage, dass die Zinsen auf sehr lange Zeit auf einem extrem niedrigen Niveau verharren werden. Bei einem Vergleich der einzelnen Regionen fällt auf, dass es vor allem die USA (prognostiziertes Minus: 8 Prozent) und Großbritannien (mehr als 10 Prozent Minus) erwischt, während China relativ glimpflich davonkommen dürfte – eine gewisse Ironie des Schicksals …

Europa kommt wegen Strafzöllen unter Druck

Donald Trump ist nicht zuletzt wegen der Corona-Krise unter Druck – und derzeit sucht der angeschlagene US-Präsident nach Möglichkeiten, den starken Mann zu spielen. Eines seiner Lieblingsthemen ist die Verhängung von diversen Strafzöllen. Im Visier ist derzeit wieder mal Europa, unter anderem wegen der geplanten Digitalsteuern für US-Riesen wie Google oder Amazon. Neuester Grund – oder vielleicht auch Vorwand – sind Urteile der Welthandelsorganisation WTO gegen Flugzeugbauer Airbus, der jahrelang rechtswidrige Subventionen europäischer Staaten erhalten hatte. Daher sollen unter anderem Flugzeugimporte mit Strafzöllen belegt werden; die Palette der betroffenen Waren ist aber noch viel größer. Für europäische Konsumenten könnte der Rechtsstreit USA – EU unter anderem zu teureren US-Waren sowie generell einer nochmals verstärkten Unsicherheit über die Zukunft der EU-Wirtschaft führen.

Internationale Versicherungskarte wird digital

Ab 1. Juli gelten neue Regeln für die Internationale Versicherungskarte, die als international anerkannter Nachweis für die Kfz-Haftpflicht-Versicherung dient. Um gültig zu sein, musste sie bisher auf grünem Papier gedruckt sein. Diese Vorgabe entfällt zukünftig – ein Ausdruck auf herkömmlichem Druckerpapier ist ausreichend. Kunden können ab sofort die internationale Versicherungskarte auf verschiedene Wege anfordern. Ganz neu ist die Möglichkeit, diese im Zurich Kundenportal online zu bestellen und als PDF zu erhalten. Wie bisher kann die Internationale Versicherungskarte auch telefonisch oder per E-Mail bestellt werden oder einer Zurich Geschäftsstelle abgeholt werden. Die „grüne Karte“ sollte bei Auslandsreisen mit dem eigenen Fahrzeug immer mitgeführt werden, in einigen Ländern ist das sogar verpflichtend und es kann zu empfindlichen Strafen führen, falls das nicht der Fall ist.


Robert Prazak verantwortet die Online-Redaktion von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 1995 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale, aber auch für Social Media Agenturen, Banken sowie PR-Verlage.