Sind österreichische Sparer von Strafzinsen betroffen?

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Wetten, Sie zahlen auch schon Strafzinsen – nämlich dann, wenn Sie ihr Geld auf einem Sparbuch versteckt halten. Denn mal ehrlich: Ob Sie Ihr Geld zu 0,15 Prozent auf einem Sparkonto herumliegen haben oder die 0,25 Prozent Negativzinsen einkassieren, welche jetzt erstmals von der deutschen Skatbank erhoben werden. Der Unterschied ist nicht mehr wild! In beiden Fällen verliert Ihr Geld bei unserer aktuellen Inflation von 1,70 Prozent in Österreich massiv an Wert.

So hat mich der aktuelle Aufschrei, der aus Deutschland wegen der 0,25 Prozent Strafzins zu uns hinübergeschwappt ist, etwas überrascht. Dieser Strafzins gilt wohlgemerkt ab 500.000 Guthaben bei der Skatbank.

Wenn man führenden Geldforschern der Deutschen Bank Glauben schenken kann – und dies kann man – wird es in Europa bald gewöhnliche Privatsparer treffen, auch wenn der österreichische Sparkassenverband derzeit wieder – wie auch die Kollegen in Deutschland – den Kleinkonsumenten beschwichtigen. Nämlich dann, wenn Sie nicht handeln und aktiv Zinsen vergleichen!

Sind österreichische Sparer von Strafzinsen betroffen?

Bisher nicht offiziell – aber wie gesagt, im Alltag schon längst. Negativverzinsung ist beim Sparbuch seit Jahren Realität und bei den meisten Tagesgeldkonten auch. Und wenn einem der Staat noch Viertel von „Zinsgewinn“ als KEST abzwackt, erst recht.

Ab welchem Zins bleibt mein Kapital erhalten?

Bei unserer aktuellen Inflationsrate von rund 1,7 Prozent brauchen Sie rund 2,00 Prozent Nominalzins, damit Ihr Geld auf dem Sparkonto nicht weniger wird. Wie unsere Vergleichsrechner zeigen, sind solche Zinsen momentan ab Laufzeiten oberhalb von drei Jahren drin. Das sollten Sie bei Ihrer Geldanlage beachten, falls Sie nicht schnell an einen steilen allgemeinen Zinsanstieg glauben.

Passen Negativzinsen zum Sparen?

Nein, ganz und gar nicht. Die bittere Wahrheit ist aber: Banken brauchen derzeit unsere Spareinlagen gar nicht mehr, etwa um neue Kredite auszugeben. Erstens ist die Nachfrage nach Krediten derzeit allgemein schwach, zweitens bekommen die Banken ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank quasi umsonst. Das kann sich aber ändern, wenn die Konjunktur im Euroraum wieder anzieht.

Was also wollen uns die Banken mit Negativzinsen sagen? Sparer, belästige mich nicht mit deinen Einlagen, sondern veranlage dein Geld anderwärtig auf oder gib es gar aus.

Diesen Gefallen machen wir ihnen nicht! Seien Sie schlau und teilen Sie Ihr Geld möglichst auf verschiedenen Laufzeiten auf – täglich fällig und fix bis zu fünf Jahren. So kommen Sie am Ende am besten durch das Zinstal. Ich drücke Ihnen die Daumen!

Negativzinsen bei Krediten?

Finanzieren für lau, davon träumen viele Kreditnehmer – und das ein oder andere Angebot zum 0-%-Finanzieren gibt es natürlich bereits bei uns. Denken Sie nur an den Auto- und Versandhandel. Doch Minuszinsen beim Geld leihen – das klingt eher absurd.

Was Sparer in Österreich und anderswo schon länger umtreibt, beschäftigt mit Sicherheit auch den ein oder anderen Kreditnehmer von uns: Kann es auch Negativzinsen beim Kredit geben?

Zumindest bei variablen Finanzierungen. Denn variabel verzinste Kredite sind bekanntlich an die Leitzinsen des Geld- und Kapitalmarktes gekoppelt. Wie bei Sparprodukten auch, wird hierzu meist die European Interbank Offered Rate, kurz Euribor, herangezogen. Also jener Zinssatz, den europäische Banken untereinander beim Handel mit unbesicherten, auf Euro lautenden Krediten, erheben.

Rutscht dieser ins Minus, wird – rein rechnerisch – auch ein Kreditzins negativ. Denn Banken, die eine Zinsanpassungsklausel im Kreditvertrag vereinbart haben, müss(t)en diese auch auf ihre Kreditzinsen anwenden – selbst dann, wenn diese dadurch negativ werden sollten.

Müssten: Denn Banken sehen dies natürlich anders. Sie pokern meist mit einer Vertragslücke und sind der Meinung, dass für diesen Fall kein Negativzinssatz vereinbart worden wäre, sondern zumindest eine Regelung, die die Verrechnung des Aufschlags zulässt. Und dies wird vielfach auch in Informationsschreiben der Banken gegenüber ihren Kunden so kundgetan.

VKI klagt bereits

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) jedenfalls hat zu der strittigen Frage, ob Banken Negativzinsen weitergeben müssen oder auch nicht, bereits zwei Musterklagen anhängig gemacht. Sie sollen die strittige Rechtsfrage für Kreditnehmer klären. Deren rechtskräftiger Ausgang ist offen – und dürfte für alle anderen Banken richtungsweisend sein.

Tipp für uns Konsumenten und Bankkunden

Den Ausgang der beiden Musterverfahren abwarten. Maximal 3 Jahre lang nach Erhalt eines Informationsschreibens durch die Bank ist dies möglich. Falls die Anpassungsklausel durch die Bank umgangen und ein zu hoher Zinssatz verrechnet wird, gilt für Sie als Kunde: Sicherheitshalber schriftlich widersprechen – und eine Rückforderung der zu viel bezahlten Zinsen vorbehalten.

Fix ist fix – auch beim Kredit

Urteil hin oder her: Wer zu günstigen Zinsen und kleinen Raten finanzieren möchte, der vergleicht regelmäßig die Zinsen bei Raten-, Auto- oder Wohnkredit. Und sichert sich am besten einen Fixzinskredit – so wissen Sie heute schon, was Ihre Finanzierung morgen Monat für Monat kostet.
Das schafft Sicherheit und bringt bei den Top-Krediten den ein oder anderen Hunderter zusätzlich in die Haushaltskassa.

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