Recruiting 2021 – wie findet man die richtigen Bewerber?

Obwohl die Arbeitsmarktsituation als stabil gilt, sind viele Unternehmen in Österreich auf der Suche nach geeigneten Bewerbern. Die zunehmende Digitalisierung führt auch im Personalbereich dazu, dass für die Personalsuche inzwischen verschiedene Kanäle genutzt werden. Damit Arbeitsstellen möglichst rasch neu besetzt werden können, ist beim Recruiting einiges zu beachten.

Die Unterschiede zwischen Stellenbeschreibung und Stellenausschreibung


Im Personalwesen wird zwischen einer Stellenbeschreibung und einer Stellenausschreibung unterschieden. Während die Stellenbeschreibung dazu dient, die Aufgaben und Funktionen einer bestimmten Arbeitsstelle zu beschreiben und den Stelleninhaber (Mitarbeiter) über die entsprechenden Verpflichtungen zu informieren, wird eine Stellenausschreibung erstellt, wenn ein vakanter Arbeitsplatz neu zu besetzen ist. Damit die richtigen Bewerber gefunden werden, muss beim Erstellen eines Jobangebots auf wesentliche Details geachtet werden. Für die meisten Bewerber sind finanzielle Aspekte die wichtigsten Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel. Dennoch müssen in der Stellenausschreibung auch andere Faktoren, die zur Ausübung der Tätigkeit von Bedeutung sind, erwähnt werden. Obwohl es keine vorgeschriebenen Anforderungen an eine Stellenausschreibung gibt, sind gewisse Mindestinhalte erforderlich, um Bewerber einen Überblick über die Voraussetzungen für den Job sowie über die Erwartungen des Arbeitgebers zu vermitteln. Ein Job-Inserat sollte entscheidende Fakten über die ausgeschriebene Arbeitsstelle enthalten. Dadurch wird vermieden, dass diese Details im Bewerbungsgespräch erörtert werden müssen. Gleichzeitig kann das Risiko, dass sich Interessenten trotz fehlender Qualifikationen bewerben, ausgeschlossen werden. Da geringe Verdienstchancen potenzielle Bewerber abschrecken können, sollte diese Thematik bei einer Stellenbeschreibung nur am Rande erwähnt werden. Es empfiehlt sich, finanzielle Aspekte lieber im persönlichen Gespräch mit dem Bewerber zu klären. Heutzutage sind viele Arbeitnehmer gezwungen, mit finanziellen Einschränkungen umzugehen, sodass bei einem Ortswechsel aus Berufsgründen oft die Frage stellt, wie man günstiger wohnen kann. Falls der Arbeitgeber die Möglichkeit hat, bei der Wohnungssuche behilflich zu sein oder gar eine Dienstwohnung zur Verfügung steht, sollte dies in der Stellenausschreibung erwähnt werden. Vor allem Frauen, deren Berufstätigkeit oft durch Erziehungszeiten unterbrochen wurden, sollten sich nicht nur um ihre Karriere, sondern auch um Versorgungslücken kümmern. Bei einer Stellenausschreibung spielt neben genauen Angaben zur Position und zum Beschäftigungsumfang die Tätigkeitsbeschreibung eine wesentliche Rolle.

Welche Angaben sollten in einem Jobangebot enthalten sein?


Aus Unternehmersicht sollte bei einer Stellenausschreibung auch auf Besonderheiten wie beispielsweise häufige Überstunden oder Dienstreisen hingewiesen werden. Zu den Angaben, die in einem Jobangebot unbedingt enthalten sein sollten, zählen auch der Arbeitsort sowie die Arbeitszeiten. Weitere Details wie die Kontaktdaten der Personalabteilung oder des direkten Ansprechpartners dürfen ebenfalls nicht fehlen. Während bis vor einigen Jahren Stellenausschreibungen vorwiegend in den örtlichen oder überregionalen Medien zu finden waren, werden Stellenanzeigen heutzutage meist online veröffentlicht. Dieses Verfahren gilt als wesentlich effizienter, da das Internet zu den wichtigsten Informationsquellen zählt und deshalb auch für die Jobsuche genutzt wird. In der Regel ist eine Online-Stellenanzeige in wenigen Minuten erledigt. Eine Alternative, mithilfe von Stellenausschreibungen potenzielle Bewerber zu finden, besteht darin, das Arbeitgeberprofil auf einer Jobbörse zu veröffentlichen. Oft gibt es die Möglichkeit, auch Grafiken und Bilder zu integrieren, sodass gleichzeitig das Unternehmen vorgestellt werden kann. Eine Online-Stellenanzeige sollte optisch und inhaltlich einige Kriterien erfüllen. Dazu zählt beispielsweise, das Tätigkeitsfeld möglichst genau zu beschreiben. Zu diesem Zweck können die wichtigsten Aufgaben und Verantwortungsbereiche in Form von Stichpunkten skizziert werden. Dabei kann jeder Tätigkeit eine bestimmte Rangfolge zugeordnet werden. Beim Lesen von Stellenanzeigen sind potenzielle Bewerber auf die Informationen des Unternehmens angewiesen. Es empfiehlt sich deshalb, strategisch wichtige Themen und Projekte möglichst detailliert zu benennen. Auf Floskeln wie Belastbarkeit, Kommunikationsbereitschaft oder Teamfähigkeit sollte verzichtet werden, da diese Bezeichnungen zu allgemein und wenig informativ sind. Von Bedeutung sind allerdings spezielle Kompetenzen, die tatsächlich notwendig sind, um die ausgeschriebene Arbeitsstelle auszuüben.

Fehlerquellen bei Stellenbeschreibungen vermeiden


Zu hohe oder zu niedrige Anforderungen können Job-Kandidaten abschrecken. Deshalb sollten unpersönliche, unkonkrete oder zu schwammige Formulierungen in einer Stellenanzeige vermieden werden. Nichtssagende Beschreibungen können dazu führen, dass das Jobangebot wenig oder gar keine Beachtung findet. Mit Floskeln lassen sich kaum geeignete Bewerber finden. In einer Stellenanzeige sollten sich vor allem Informationen über den Job befinden, sodass unnötige Rückfragen bei der Personalabteilung vermieden werden können. Da die Platzverfügbarkeit bei Stellenanzeigen meist limitiert ist, sollten die relevanten Informationen so kurz und knapp wie möglich gehalten werden. Es wird davon ausgegangen, dass lange und sehr ausführliche Beschreibungen oft nicht gelesen werden. Damit die Bewerber einschätzen können, ob die ausgeschriebene Stelle zu ihnen passt, sollten die einzelnen Aufgaben möglichst exakt beschrieben werden. Im digitalen Zeitalter wird häufig über das Smartphone nach Jobangeboten gesucht. Deshalb muss bei der Stellenausschreibung auch die mobile Nutzung berücksichtigt werden. In einem guten Stelleninserat sollten auch Angaben zum Bewerbungsprozess zu finden sein. Die Bewerber sollten wissen, welche Unterlagen (etwa: Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse oder Referenzen) erwartet werden und wie eine Bewerbung eingereicht werden kann. Viele Unternehmen stellen zu diesem Zweck ein eigens entwickeltes
Bewerbungsformular zur Verfügung, während andere auf eine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Bewerbungsunterlagen hinweisen. Die Bekanntgabe von Kontaktdaten ist sowohl für das Unternehmen als auch für potenzielle Bewerber wichtig. Neben dem Firmennamen und der Firmenanschrift gehören auch Details wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Personalabteilung oder des HR-Verantwortlichen zu den Kontaktdaten, die in einer Stellenanzeige vorhanden sein sollten. Zu den häufigsten Fehlern, die im Zusammenhang mit Stellenbeschreibungen gemacht werden, gehört die Verwendung eines nicht aussagekräftigen Stellentitels. Auf das Duzen sollte in einer Stellenausschreibung grundsätzlich verzichtet werden, auch wenn das “Du” im Unternehmen üblich ist. Da das Job-Inserat auch das Unternehmen repräsentieren soll, ist es empfehlenswert, dabei auf Rechtschreibung und Grammatik zu achten.


Alexander Senger ist Geschäftsführer und verantwortet das Online-Marketing von CAPITALO und begleitet unsere Social Media und PR-Arbeit in seinem Alltag. Seit 2008 schreibt er über spannende Themen für Finanz-Channels und Vergleichsportale.